12.10.2010

BASLER KOLONIE IN SURINAM

Basler Auswanderer in die Neue Welt

Auf Anregung des Gouverneurs von Surinam beschliessen die holländischen Behörden 1747 die intensive Besiedlung des Landes mit Schweizern und Deutschen. Zu diesem Zweck wendet sich Amsterdam an die Basler Regierung. Den Siedlern werden in Aussicht gestellt: Bezahlte Überfahrt nach Amerika, soviel Land wie sie bebauen können, Lebensmittel, Werkzeuge, Zuchttiere und 10 schwarze Sklaven pro Familie. Die Basler Regierung hat nichts dagegen einzuwenden, kein Wort fällt auch über die versprochenen Sklaven. So brechen 1748 zehn Basler Familien, insgesamt fast 100 Personen, nach Surinam auf.

Dessen Gouverneur siedelt die Basler zusammen mit deutschen Migranten in einer Kolonie in Oranjepad an. Er hofft, durch die Besiedlung dieses Gebietes die Flucht von Sklaven eindämmen zu können. Die den Siedler gemachten Versprechungen vom "fruchtbaren Paradies" bewahrheiten sich jedoch nicht. Bereits 1748 richtet Heinrich Dägen ein Schreiben an seine Heimatstadt Basel, worin er bittet, die Siedler zurückzuholen. Darin klagt er über Hunger, fehlende Gotteshäuser und Schulen. Weil er fordert, die von Amsterdam gegebenen materiellen Versprechen sollen endlich eingelöst werden, wird er für ein Jahr ins Gefängnis gesteckt und muss danach als Zwangsarbeiter auf einem holländischen Fort arbeiten. In einem weiteren Brief an die Basler Regierung beschwert er sich, dass die Siedler wie Sklaven gehalten würden. Nebst den schwierigen Lebensbedingungen werden die Siedler zudem von entflohenen Sklaven angegriffen. Ein Grossteil stirbt an Tropenkrankheiten. So ist schon 1751 die Kolonie beinahe ausgelöscht, nur elf der Siedler aus Basel und der Pfalz überleben das holländische "Ansiedlungsexperiment".

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