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30.01.2017

Die vergessenen weißen Sklaven aus Irland

von Bürgender · 26. Dezember 2015
Im Jahr 1839 wurde Großbritanniens erste Menschenrechtsorganisation gegründet. Damit endete der dortige, Jahrhunderte dauernde Sklavenhandel. Wenig bekannt ist: Viel billiger als afrikanische Sklaven waren jene irischen Ursprungs.


HMS Owen Glendower“ by Unknown, Royal Naval Museum. Lizenz: Public Domain via Wikimedia Commons.

Die Geschichte des afrikanischen Sklavenhandels ist sehr gut dokumentiert und wird insbesondere in den USA umfangreich an Schulen gelehrt. Weniger bis überhaupt nicht bekannt ist jedoch die Geschichte der irischen Sklaven, die laut verschiedenen Quellen keineswegs besser behandelt wurden als ihre afrikanischen Leidensgenossen. John Martin vom Center for Research and Globalization in Montreal schrieb in einem Beitrag, dass der irische Sklavenhandel begann, als Jakob II von England 30.000 irische Gefangene als Sklaven in die Neue Welt verkauft hatte. Gemäß seiner Proklamation von 1625 wurden irische politische Gefangene nach Übersee geschickt, um diese an englische Siedler in die Karibik zu verkaufen. Bereits zuvor im Jahr 1619 um die Osterzeit, rund vier Monate bevor die ersten afrikanischen Sklaven verschifft wurden, wurden rund 100 Kinder als „Vertragsknechte“ unfreiwillig in die nordamerikanische Kolonie transportiert.
Von nun an wurden Zehntausende Sträflinge, Bettler, Straßenkinder und andere unerwünschte Personen aus der englischen, schottischen und irischen Unterschicht auf Sklavenschiffen abtransportiert. Bis Mitte des 17. Jahrhunderts waren die meisten gehandelten Sklaven irischen Ursprungs. In den 1650er Jahren wurden über 100.000 irische Kinder im Alter von 10 bis 14 Jahren ihren Eltern entrissen und als Sklaven nach Westindien, Virginia und New England verkauft. Im selben Zeitraum wurden weitere 52.000 Iren, meist Frauen und Kinder, nach Barbados und Virginia verschifft und weitere 30.000 irische Männer und Frauen wurden auf Auktionen an Höchstbietende verkauft. Im Jahr 1656 befahl Oliver Cromwell, Lordprotektor von England, Schottland und Irland, dass 2.000 Kinder aus Irland nach Jamaika verschifft werden sollten, um diese an englische Siedler zu verkaufen. Bis ins 18. Jahrhundert seien die irischen Sklaven „nicht mehr als menschliches Vieh“ für die Engländer gewesen, schreibt Martin weiter. In dieser Zeit begann auch der afrikanische Sklavenhandel und es wurde überliefert, so Martin weiter, dass die afrikanischen zunächst wesentlich besser behandelt worden seien, als ihre irischen „Kollegen“. Zudem habe man Afrikaner für rund 50 Pfund gehandelt, für einen Iren hingegen meistens nicht mehr als 5 Pfund.
Laut einer Niederschrift wurden in einem Fall 132 irische Sklaven, Männer, Frauen und Kinder, über Bord geworfen und ertranken, weil die Vorräte unterwegs knapp geworden waren. Die übliche Todesrate auf den Schiffen belief sich auf 37% bis 50%. Richard Ligon erlebte diese Zustände aus erster Hand, zeichnete diese auf und beschrieb sie im Jahr 1657 als „niemals dagewesene Grausamkeit“. Sean O’Callahan beschrieb die Situation der irischen Sklaven als „Hölle“, in der „irische Männer und Frauen wie Vieh“ behandelt wurden.
Findige Engländer begannen damit, Frauen und Mädchen ab 12 Jahren von afrikanischen Männern begatten zu lassen, um die Kinder später als afrikanische Sklaven handeln zu können. Diese Praxis der „Zucht“ zwischen irischen Frauen mit afrikanischen Männern dauerte mehrere Jahrzehnte an und war später so weit verbreitet, dass im Jahr 1681 ein Gesetz erlassen wurde, welches „die Paarung von Iren und Afrikanern zur Erzeugung neuer Sklaven“ verbot. Allerdings wurde dieses Gesetz nicht aus moralischen Gründen erlassen, sondern weil die Royal African Company durch die Zucht Geld verloren hatte.
Zuvor, im Jahr 1676, hatte es einen riesigen Sklavenaufstand in Virginia gegeben. Schwarze und weiße Sklaven kämpften gemeinsam gegen ihre Unterdrückung, Hunderte starben. Die Sklavenhändler befürchteten einen erneuten Aufstand. Ihre Lösung war, die Sklaven untereinander aufzuteilen (teile und herrsche). Weiße Sklaven erhielten neue Rechte und wurden beispielsweise nicht mehr ohne Gerichtsbeschluss ausgepeitscht, auch erhielten sie andere Kleidung als die Farbigen und die Unterkünfte wurden getrennt. Die meisten Sklaven wurden nach Amerika und Australien verschifft. Es ist nicht bekannt, dass jemals ein irischer Sklave nach Irland zurückkehrte. Viele starben, entweder beim Transport, oder durch Misshandlung oder Überlastung. Andere kamen frei und lebten von nun an in amerikanischen Kolonien. In den Westindischen Inseln gab es einen Bevölkerungsanteil namens „Black Irish“, Nachkommen der schwarzen und irischen Sklaven.
Am 17. April 1839 wurde die erste Menschenrechtsorganisation „British and Foreign Anti-Slavery Society“ gegründet. Im Jahr 1839 beendete England somit endgültig das „alptraumhafte irische Elend“, schreibt Martin abschließend.

15.08.2016

Suriname Slaves Origin, Ghana, Benin, Loango


Many Surinamese descendants of slaves often wonder where their ancestors came from. The short answer is mostly from Ghana, Benin and Loango, but also from many other parts of West Africa such as Gambia, Guinea, Senegal, Ivory Coast etc.
To delve deeper into this subject we have to briefly examine the history starting from the 17th century of the slave trade by both the English and the Dutch.
The first slaves which came to Suriname came to an English colony. English was the language of that day and as a matter of fact the same language which the slaves spoke then is still spoken today, Sranang Tongo. It is mostly an English derived language and not Dutch.
The Dutch got Suriname from the English by the treaty of Breda in 1667. At that time there were already 3000 slaves in Suriname, which was still very sparsely populated surrounded by a huge jungle. Many of the slaves took advantage of this and escaped to the jungle.
From the beginning of the 17th century until after the end of emancipation in 1863, the Dutch were in control of the Gold Coast trade in West Africa and had two main fortresses there from where they shipped Africans.
Fort Amsterdam – In Kromanti Ghana and Fort Elmina, in Elmina Ghana.
More about Kromanti, Ghana and the Suriname Caribbean connection
Learn about Kromanti language in Suriname and Jamaica 
Ghana & Loango(in present day Congo) was the source of most slave descendants in Suriname with a significant number from Dahomey(in present day Benin) but also from other parts of West Africa howbeit in smaller numbers.
Culturally it appears that the Acan(Ghana) culture was more dominant if we look at language, and religious practices which we call winti.
See also African words in daily use in Suriname
And
African Culture – Religion In Suriname
However there are also cultural influences from Loango, Benin and other parts of West Africa.

Here are some images to give you an idea of what those cities looked like where the slaves came from at the time, 16th & 17th century:

Kumasi – Ghana(center of Ashante, Acan kingdom):

7-Kumasi

Loango(currently Congo):

18-loango-africa-kongo-kingdom

Benin(Dahomey):

benin-pic-2
As you can see, these were well organized cities, with an obvious infrastructure of roads and defenses, contrary to what some Westerners would have you believe.

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