Elisabeth Vigée Le Brun, Marie-Antoinette en chemise ou en gaulle, 1783, Öl auf Leinwand, 92,7x73,1cm, Hessische Hausstiftung
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Dies bezeichnet den "tiefgreifenden modernen Substanzverlust der feudalen Herrschaft". In dessen Konsequenz spaltete sich Zeichen und Bezeichnetes - die Attribute der Herrschaft und der Körper des Königs - voneinander ab. Der drohende Substanzverlust konnte nur durch "gesteigerte Repräsentation kompensiert werden", das heisst durch den gesteigerten Einsatz und Verbrauch von Ornamenten. Das ererbte Zeremoniell verwandelte sich in Etikette.
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Die Krise des Ornaments geriet zu einem grossen Problem für die grösste der französischen Luxusindustrien, die ihre Produktion auf die Selbstdarstellung der Hochgeborenen mit opulenten Stoffen ausgerichtet hatte. (...) In Zusammenhang mit dieser Beschwerde stehen die vielen, letztendlich erfolglosen Versuche seit dem Ende des 17. Jahrhunderts, Calicos, also bedruckte Baumwollstoffe, am Hofe zu tragen, die den gemusterten Seiden auf preiswerte Weise Konkurrenz machten.
Birgit Schneider, Krise des Ornaments aus: kleidung im bild; hrsg von philipp zitzelsperger / textile studies 1; Berlin 2010

