Nadia Celis
Die Literaturwissenschaftlerin Nadia Celis hielt im Rahmen des SoCaRe Nachwuchsworkshops am 23.03.2013 einen Keynote-Vortrag mit dem Titel „The Rebellion of the Girls: Reflections for an Embodied Decolonization“. In ihrem Vortrag ging Nadia Celis der Frage nach, wie die karibische Kolonialgeschichte als eine verkörperlichte Erfahrung verstanden werden kann. Widerstand und Körperbewusstsein, so ihre These, müssen in diesem Kontext jenseits eines Butler’Schen Symbolismus zusammengedacht werden.
Die Literaturwissenschaftlerin Nadia Celis hielt im Rahmen des SoCaRe Nachwuchsworkshops am 23.03.2013 einen Keynote-Vortrag mit dem Titel „The Rebellion of the Girls: Reflections for an Embodied Decolonization“. In ihrem Vortrag ging Nadia Celis der Frage nach, wie die karibische Kolonialgeschichte als eine verkörperlichte Erfahrung verstanden werden kann. Widerstand und Körperbewusstsein, so ihre These, müssen in diesem Kontext jenseits eines Butler’Schen Symbolismus zusammengedacht werden.
Crossing Thresholds: Decoloniality and Gender in Caribbean Knowledge.
Romanisches Seminar, Leibniz Universität Hannover; Gesellschaft für
Karibikforschung/Society of Caribbean Research, 23.01.2013-25.01.2013.
Reviewed by Martina Urioste-Buschmann
Published on H-Soz-u-Kult (May, 2013)
Published on H-Soz-u-Kult (May, 2013)
Crossing Thresholds: Decoloniality and Gender in Caribbean Knowledge
Die Verknüpfung von Genderthematiken und Fragen der
Dekolonialität ist in den Forschungen über die verschiedenen Sprachräume
der Karibik unterschiedlich vorangeschritten. Jedoch spielt die
Untersuchung von Geschlechterfragen innerhalb der interdisziplinären
Karibikforschung seit mehreren Jahrzehnten generell eine große Rolle.
Der interdisziplinäre Nachwuchsworkshop „Crossing
Thresholds“, zu dem das Romanische Seminar der Leibniz Universität
Hannover und die Gesellschaft für Karibikforschung/Society of Caribbean
Research - SoCaRe eingeladen hatten, widmete sich daher
genderspezifischen dekolonialen Perspektiven im Bereich der
Karibikforschung. Der Nachwuchsworkshop hatte zum Ziel, diese im
sprachraumübergreifenden Kontext bisher wenig bearbeitete Schnittstelle
sichtbar zu machen und Wege zu erkunden, wie sich diese künftig
systematisch bearbeiten lässt.
In ihrem Einführungsvortrag diskutierte SABINE BROECK (Bremen) das epistemische Projekt Sylvia Wynters und deren Begriff des Humanen:
Ausgehend von Wynters Aufsatz „Beyond Miranda’s Meanings; Unsilencing
the ‚Demonic Ground of Caliban’s Woman’“ Sylvia Wynter, „Beyond
Miranda’s Meanings: Un/silencing the ‚Demonic Ground’ of Caliban’s
Woman’“ in: Out of the Kumbla. Caribbean Women and Literature, hrg. v.
Carole Boyce Davies und Elaine Savory Fido (Trenton, NJ: Africa World
Press, 1990): S. 355-372. legte Broeck den Fokus auf Wynters Kritik am
Gender-Konzept und zeigte dessen Grenzen auf. Am Beispiel der sozialen
Position des schwarzen Sklaven Broeck bezog sich hierbei auf Orlando
Pattersons Begriff vom ‚Social Death‘. Vgl. Orlando Patternson, Slavery
and Social Death: A Comparative Study, Cambridge 1982. führte Broeck
die Diskussion auf den Ausgangspunkt der Moderne zurück und zeigte die
problematischen Überlagerungen und Ausblendungen von Gender und Race im
Ringen um den Subjektstatus: In der Unsichtbarkeit der schwarzen Sklavin
zeige sich mit Wynter die Aporie der modernen Konzepte. Diese
historische Perspektive führte Broeck zu einer Kritik des Konzepts der
Intersektionalität, das einerseits wichtige Beiträge eines
afroamerikanischen Feminismus ausblende und zugleich die problematischen
Überschneidungen, Überlagerungen und Ausblendungen von
Identitätspositionen nicht fassen könne. Broecks Plädoyer, die
theoretischen Überlegungen und Analysen der karibisch-US-amerikanischen
Theoretikerin Sylvia Wynter in die post- und dekoloniale Diskussion
einzubringen, fand in den anschließenden Diskussionen Widerhall.
NADIA CELIS (Brunswick) ging in ihrem
Einführungsvortrag der Frage nach, wie die karibische Kolonialgeschichte
als eine verkörperlichte Erfahrung verstanden werden kann. Widerstand
und Körperbewusstsein, so argumentierte sie, müssen in diesem Kontext
jenseits des Symbolismus à la Judith Butler zusammengedacht werden. Am
Beispiel verschiedener Erzähltexte von Mayra Santos-Febres, Fanny
Buitrago, Marvel Moreno und Magali García Ramis verdeutlichte Celis, wie
karibische Autorinnen weibliche Körperautonomien inszenieren, die auf
einer materiellen Ebene Zugänge zu dekolonialen Denkformen lesbar
machen.








