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06.03.2016

“Nangu umfazi omnyama” – Hier kommt die schwarze Frau! Über neue Protest­be­we­gungen in Südafrika An den Südafrikanischen Universitäten verschaffen sich junge Feministinnen Gehör. Dabei geht es nur vordergründig um die Abschaffung von Studiengebühren.

http://geschichtedergegenwart.ch/nangu-umfazi-omnyama-hier-kommt-die-schwarze-frau-neue-feministische-protestbewegungen-suedafrika/

Derzeit lässt sich in Südafrika etwas Bemer­kens­wertes beobachten, von dem nur wenig in der deutsch­spra­chigen Presse zu lesen ist. Im Kontext der anhal­tenden Proteste der Jugend gegen die Regie­rung und das Establish­ment, und zwar insbe­son­dere von Studie­renden, findet zugleich ein Aufstand junger Frauen statt. Deren Proteste richten sich nicht nur gegen Studi­en­ge­bühren, ein nach wie vor koloniales Bildungs­system und die korrupte herrschende Klasse, sondern gegen das patri­ar­cha­li­sche System insge­samt, was den Sexismus in den eigenen Reihen einschliesst.


#RhodesMustFall-Proteste, Quelle: www.thedailyvox.co.za


A statue of Cecil John Rhodes was removed from Univer­sity Of Cape Town on 9 April 2015 after concerted student protest. Quelle: Tony Carr, flickr.com

So erklärte Mbali Matan­dela letztes Jahr im März in der renom­mierten Wochen­zeit­schrift Mail & Guardian: „When the Rhodes Must Fall movement began UCT feminists quickly called a meeting with its leadership. They were not going to let their voices be drowned out. After the movement’s first meeting, myself and a small group of black, radical feminists decided that we needed to stake our claim in talks about the univer­sity and its insti­tu­tional racism.” Ziel der studen­ti­schen #RhodesMustFall-Bewegung war zunächst die Entfer­nung der Statue von Cecil Rhodes vom Campus der Univer­sity of Cape Town (UCT) als ein Symbol der Koloni­al­ge­schichte und der Apart­heid sowie der fortwäh­renden weissen Dominanz in Südafrika.

Südafrika ist noch immer bis in die feinsten gesell­schaft­li­chen Poren hinein vom Rassismus geprägt, wie sollte es auch anders sein, denn schliess­lich liegt das Ende der Apart­heid noch nicht einmal eine Genera­tion zurück. Dazu kommen, bei aller hausge­machten Misswirt­schaft und Korrup­tion, die Auswir­kungen des globalen Kapita­lismus und das Erbe der Apart­heid auch in wirtschaft­li­cher Hinsicht. So regelten unzäh­lige Gesetze den Zugang zum Arbeits­markt, zu Bildung und Ausbil­dung und privi­le­gierten als weiss klassi­fi­zierte Menschen in jeder Hinsicht. Die neue Regie­rung hatte 1994 keines­wegs ein prospe­rie­rendes Land mit einer gesunden Wirtschaft übernommen, sondern u.a. einen absurd aufge­blähten Staats- und Verwal­tungs­ap­parat, mit Ämtern und Behörden parallel und exklusiv für jede der gesetz­lich festge­legten „Rassen­gruppe“.