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12.10.2010

SCHWEIZ UND SKLAVENHANDEL

Schweizer Sklavenhandel: Die Schweizer Sklavenhändler
www.bilanz.ch, 30.06.2004

De Pury, Burckhardt, Sulzer: Prominente Schweizer Unternehmerfamilien haben sich am Sklavenhandel bereichert. Dies belegen neue, bisher unveröffentlichte historische Dokumente.



Die gemietheten Neger sind in der Regel verdorbene Individuen», schreibt der Schweizer Bundesrat im Jahr 1864 auf eine Anfrage aus dem Nationalrat, wie man denn mit Schweizern umzugehen gedenke, die im Ausland noch immer Sklaven hielten. «Deshalb sei es», so der Bundesrat weiter, etwa «von den in Brasilien niedergelassenen schweizerischen Handwerkern vorteilhaft und zeitgemäss, sich Negerknaben zu kaufen und ihnen das Handwerk zu lehren. Für gute Sklaven muss man einen höheren Ankaufspreis bezahlen, will man Jahre lang verlässige Dienstboten besitzen.»

SCHWEIZ UND SKLAVEN


Obwohl die Schweiz nie eine Kolonialmacht war, bedeutet das nicht, dass eines der grössten Verbrechen gegen die Menschlichkeit - der Handel mit afrikanischen Sklaven - unbemerkt an ihr vorbeigegangen wäre. Schweizer Privatpersonen haben ebenso aus dem Sklavenhandel Profit geschlagen wie andere Europäer auch.

Einzelne Schweizer Bürger profitierten wirtschaftlich enorm während des transatlantischen Dreieckshandels, sie produzierten Textilien, sogenannte Indiennes für den Eintausch in Afrika gegen Sklaven, handelten mit Kolonialwaren und besassen Plantagen in Übersee, die sie von Sklaven bearbeiten liessen. Andere Schweizer verdingten sich als Söldner in Übersee oder mussten in der "Neuen Welt" ihr Auskommen suchen, um Armut und Hunger in der Schweiz zu entfliehen. Diese Tatsachen zeigen deutlich die grenzübergreifende Verstricktheit und die globale Dimension des Sklavenhandels des 16.-19. Jahrhunderts.

http://www.cooperaxion.org/projekte/schweiz.html