28.01.2016

Palenque / Afrokolumbianer


San Basilio de Palenque

Statue des Benkos Bioho auf dem Hauptplatz in Palenque
San Basilio de Palenque ist ein zur Stadt Mahates gehörendes sogenanntes Palenque-Dorf im Verwaltungsgebiet Bolívar im Norden von Kolumbien mit ca. 3.500 Einwohnern.
Es wird für das erste freie Dorf in Südamerika gehalten.[1] Palenque bezeichnet eine von entlaufenen Sklaven gegründete Siedlung. San Basilio de Palenque ist das einzige dieser Dörfer, das heute noch besteht. Seine Einwohner sind hauptsächlich Afrokolumbianer, welche Nachfahren der afrikanischen Sklaven sind. Wegen der isolierten Lage haben sich dort viele althergebrachte Bräuche und Traditionen bewahrt. Dies äußert sich in einer eigenen Musikkultur,[2] zu der die nur hier vorkommende Zeremonialtrommel pechiche gehört, die zur Liedbegleitung bei Begräbnissen geschlagen wird. Auch Palenquero, die einzige spanischbasierte Kreolsprache in Lateinamerika, wird dort noch gesprochen.
2005 wurde der Kulturraum von San Basilio de Palenque von der UNESCO zum Meisterwerk des mündlichen und immateriellen Erbes der Menschheit erklärt und 2008 in die Repräsentative Liste des immateriellen Kulturerbes der Menschheit eingetragen.[3]
Weblinks
Website des Palenque de Sao Basilio
Aufrechterhaltung der afro-kolumbianischen Kultur in San Basilio de palenque Global Voices, 12. November 2009, abgerufen am 5. Mai 2012
Einzelnachweise
HLA Genes in Afro-American Colombians (San Basilio de Palenque): The First Free Africans in America. The Open Immunology Journal, 2009, 2, 59-66, abgerufen am 5. Mai 2012 (PDF; 1,5 MB).
Jende Ri Palenge-People of Palenque(2CD+DVD). amazon.de, abgerufen am 5. Mai 2012.
http://www.unesco.org/culture/ich/index.php?lg=en&pg=00011&RL=00102




Palenquero ist eine in Kolumbien gesprochene spanisch-basierte Kreolsprache. Sie wird in San Basilio de Palenque gesprochen, einem etwa 50 Kilometer im Landesinneren von Cartagena de Indias (im Departamento de Bolívar) gelegenen Dorf, das von entflohenen afrikanischen Sklaven um die Jahrhundertwende 16./17. Jahrhundert gegründet wurde. Ursprünglich gab es mehrere palenques (aus Holzpfählen errichtete Wehranlagen – palos) in der Region. Jedoch wurden die anderen von Milizen der Sklavenhalter angegriffen und zerstört.



Afrokolumbianer
Kolumbianer mit afrikanischen Vorfahren bilden heute 21 % der Bevölkerung, davon sind 14 % Mulatten, 4 % Schwarze und 2 % Zambos. Sie konzentrieren sich mehrheitlich an den Küstenregionen des Landes. Die Bezeichnung Afrokolumbianer ist problematisch, weil afro in Lateinamerika nur in Bezug auf Kultur verwendet wird (zum Beispiel afro-brasilianische Religion), nicht in Bezug auf Personen.
Geschichte der afrikanischen Sklaven in Kolumbien
Die ersten Afrikaner erreichten das heutige Kolumbien mit den spanischen Konquistadoren. Einer von ihnen war Ñuflo de Olano, der mit Vasco Núñez de Balboa den Pazifik erreichte. Im Jahre 1534 räumte die spanische Krone dem Konquistador Francisco de Lugo das Recht ein, schwarze Sklaven in die Provinz Santa Marta zu bringen.
In den folgenden drei Jahrhunderten kamen mehrere hunderttausend afrikanische Sklaven über Cartagena oder einen anderen Weg nach Neu-Granada, wo etwa die Hälfte von ihnen verblieb. Einige arbeiteten als Haussklaven auf dem Lande oder in den städtischen Haushalten der Oberschicht. Ohne die schwarzen Sklaven wäre die Entwicklung der Haciendas an der Atlantikküste und im Caucatal sowie der Zuckermühlen in Kolumbien, Boyaca und Cundinamarca, nicht möglich gewesen. Darüber hinaus mussten afrikanische Arbeitskräfte in den Goldminen Antioquias und des Choco arbeiten.
Im Laufe der Zeit gelang es immer wieder einzelnen Sklaven zu fliehen. Die unwegsame kolumbianische Topographie erleichterte die Bildung sogenannter Palenques. Hierbei handelte es sich um schwer zugängliche Siedlungen der Schwarzen. Sie dienten auch als Ausbildungszentren für die ersten Guerillatruppen in Kolumbien. Viele Palenques blieben aufgrund der feindlichen Umgebung zwar relativ instabil, doch eine ganze Reihe von ihnen konnte sich bis zum Ende der Kolonialzeit halten. Noch heute existiert 70 km von Cartagena entfernt ein Dorf mit Nachkommen entlaufener Sklaven, San Basilio de Palenque. Ein großer Teil der Bevölkerung spricht Palenquero, das einzige spanischbasierte Kreolisch in Lateinamerika.
Literatur
Paula Moreno–Zapata: Colombia: Afro–Colombians. In Carole Boyce Davies (Hrsg.): Encyclopedia of the African Diaspora: Origins, Experiences, and Culture. A-C. Volume 1. ABC–CLIO, Santa Barbara 2008, ISBN 978-1-85109-705-0, S. 314–320

26.01.2016

Plantagenwirtschaft in Suriname

Surinames Plantagenwirtschaft

Die Anfänge der Kolonisierung Surinames
Es waren die Spanier, die im Jahr 1593 als erste Europäer Suriname in Besitz nahmen. Doch blieb ihr Kolonisierungsversuch ebenso ein Intermezzo wie erste entsprechende Bemühungen der Niederländer. Eine erste dauerhaftere Besiedlung geschah durch Briten in der Zeit nach 1650. Bis 1667 war ihre Kolonie auf 175 Plantagen mit rund 4000 Siedlern und Sklaven angewachsen. Niederländer aus der Provinz Zeeland machten dieser Unternehmung ein Ende, nachdem die Niederlande mit Großbritannien den Besitz von Nieuw Amsterdam (New York) gegen den von Suriname getauscht hatten. Im Jahr 1682 wurde die Kolonie in die Herrschaft der Westindischen Kompanie (WIC) übertragen. Diese gründete eine besondere Sozietät, an der die WIC, die Stadt Amsterdam und die Familie Van Aerssen van Sommelsdijk zu gleichen Teilen Anteile hielten (siehe M1 im Abschnitt „Wie wurde die Kolonie Suriname regiert und verwaltet?“).

Aufbau und Ausbau der Plantagenwirtschaft
Cornelis van Aerssen setzte sich als erster Generalgouverneur für eine Erhöhung der Zahl der Plantagen ein. Indem er Kriege gegen Indianer und entlaufene Sklaven führte, schuf er für Europäer ein „attraktives Investitionsklima“. Alle Nachfolger Van Aerssens verfolgten den eingeschlagenen Weg der Förderung der Plantagenwirtschaft weiter. Surinamischer Kaffee und Zucker wurden auf dem niederländischen Markt verkauft. Investoren aus dem Mutterland legten mehr als 60 Millionen Gulden in Suriname an, bevor eine Krise der Amsterdamer Börse im Jahr 1773 der Kapitalzufuhr ein plötzliches Ende bereitete. Dies bedeutete das Ende für viele kleine Plantagenbesitzer, die sich finanziell übernommen hatten und nun ihre Kredite nicht mehr abbezahlen konnten.

Sklaven in Suriname
Für die Sklaven - ihre Zahl wird für die Zeit um 1800 auf 50.000 geschätzt - hatten diese Ereignisse wenig Auswirkungen. Sie waren weiterhin gezwungen, auf den Plantagen zu arbeiten. Es waren die von 1799 bis 1816 über Suriname herrschenden Briten, die im Jahr 1806 den Import von Sklaven aus Afrika verboten. In der Folge ging die Sklavenbevölkerung zurück, denn sie bestand zu zwei Dritteln aus Männern und eine Selbsterhaltung war somit nicht möglich. Zudem entlief ein Teil der Sklaven. Der Kampf der Kolonialregierung gegen die von ihnen gebildeten eigenen Gemeinschaften blieb erfolglos, und so blieb kein anderer Weg, als mit diesen Marrons oder Buschnegern Verträge abzuschließen, um die Plantagen vor weiteren Überfällen zu schützen (Näheres hierzu im Abschnitt „Befreiung aus eigener Kraft: Die Marrons“). 1863 schafften die Niederländer, als letzte europäische Nation, die Sklaverei ab. Es sollte jedoch noch bis 1873 dauern, bis man auch von einer faktischen Freiheit sprechen konnte, da erst in diesem Jahr die Pflicht der Ex-Sklaven entfiel, jährlich Arbeitsverträge mit den Plantagenbesitzern abzuschließen.


Kulie-Anwerbung und wirtschaftliche Entwicklung in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts
Um den folgenden Mangel an Arbeitskräften auszugleichen, wurden Plantagen zusammengelegt; ihre Zahl sank zwischen 1862 und 1913 von 216 auf 79. Die Erntemenge des Hauptprodukts der Kolonie Suriname, Zucker, blieb hiervon unberührt und über Jahrhunderte beinahe konstant. Die Produktion von Kaffee, Kakao und Baumwolle wurde allerdings weit gehend eingestellt.
Auch wenn die wirtschaftliche Bedeutung der Landwirtschaft immer mehr sank, richtete sich die Kolonialpolitik weiterhin auf die Förderung dieses Sektors. Nach Ende der Sklaverei wurden, ähnlich wie in Niederländisch-Indien, Kulies angeworben. Sie verpflichteten sich für einen Zeitraum von fünf Jahren zur Arbeit auf den Plantagen; danach stand es ihnen frei, nach Hause zurückzukehren. Rund 30.000 Einwohner Britisch-Indiens und 33.000 Javaner kamen auf diesem Wege nach Suriname, wo sich zwei Drittel von ihnen dauerhaft ansiedelten. Die Immigration aus Indien beendete 1916 ein nationalistischer Aufstand, der sich gegen die Kulie-Anwerbung richtete, die Einwanderung aus Java versiegte aufgrund wirtschaftlicher Schwierigkeiten der Plantagen. Abgesehen von der Plantagenwirtschaft bestanden in Suriname wenig Möglichkeiten zur wirtschaftlichen Entwicklung. Goldfunde verschafften einem Teil der ehemaligen Sklaven neue Arbeit, ein anderer fand eine Anstellung im wachsenden Regierungsapparat. Von einer industriellen Entwicklung des Landes konnte nur in sehr bescheidenem Maße die Rede sein.

Poinciana / Flammenbaum Song





Namensgeber des Songs ist der Flammenbaum Delonix regia, der im Englischen auch (Royal) Poinciana genannt wird.
Poinciana ist eine Ballade von Nat Simon mit einem Text von Buddy Bernier aus dem Jahr 1936, die sich zu einem Jazzstandard entwickelte.[1] Der eigentliche Titel des Songs ist Poinciana (Song of the Tree).


Kennzeichen des Songs
Berniers Text bezieht sich auf den Flammenbaum und dessen erotisierende Wirkung: „Poinciana, deine Zweige sprechen zu mir von der Liebe. ... Poinciana, irgendwie fühle ich die Hitze des Dschungels, in mir wächst ein scharfer Rhythmus.“[2] Die Melodie von Nat Simon baut auf einem kubanischen Son, La canción del árbol, auf.[3] Es handelt sich um eine in einem moderaten Tempo angelegte Nummer in G-Dur[4] mit einer „aufgrund der unkonventionellen Dur-Moll-Verbindungen reizvolle[n] Melodie.“

Poinciana (Song of the Tree) Songtext


Poinciana, your branches speak to me of love
Pale moon is casting shadows from above

Poinciana, somehow I feel the jungle heat
Within me, there grows a rhythmic, savage beat.

Love is everywhere, it's magic perfume fills the air
To and fro you sway, my heart's in time, I've learned to care!

Poinciana, from now until the dawning day,


I'll learn to love forever, come what may

Love is everywhere, it's magic perfume fills the air
To and fro you sway, my heart's in time, I've learned to care!

Poinciana, from now until the dawning day,
I'll learn to love forever, come what may.

Poinciana!

Paris’s forgotten human zoo



A fragment of Paris's Monument to the glory of colonial expansion
Clea Caulcutt

By Clea Caulcutt
At Vincennes, on the edge of Paris, visitors may stumble across the relics of the 1907 colonial expo in which men and women from the former colonies were exhibited to crowds of visitors. French authorities have neglected the site, a sombre reminder of Europe’s colonial past, which is now in danger of being irreparably lost.
The Gallic rooster at the entrance of the Jardin tropical has seen better days. Once destined to preside over one of Paris’s main avenues, the central figure of the Monument to the glory of colonial expansion has lost a leg and is now covered in moss. But it still stands proudly, strutting on a globe representing the earth, on a bed of weapons and travelling instruments.
Fragments of this monument have washed up in the Jardin tropical, where many hope it will be forgotten.
“It’s the junkyard of French colonial history,” says French historian Pascal Blanchard, “The memory of France's relations to its colonies over the last century is concentrated here.”
There is little logic in the site’s layout. Buildings of Paris’s 1907 colonial exhibition stand alongside memorials to colonial soldiers dead in World War I. Embarrassing reminders of a sombre period in European history, the buildings of the colonial exhibit have been left to rot away, paint peeling, roofs falling in, overrun with brambles


Paris's Jardin tropical


Traces of the exotic can still be found, in the shape of an etched palm tree on Benin’s pavilion, or a couple of mosaics on Tunisia’s pavilion. Typical world fair pavilions, but with a more sinister story. Many historians now call such colonial exhibits "human zoos".
Men and women from the French colonies were brought to Europe and rented out to zoological and tropical gardens, where they were put on show alongside exotic animals.
Kanak warriors and their families were shipped over from French New Caledonia. African families were recruited in Senegal, Niger, Guinea and Dahomey (in what is now Benin) to live in replicas of their villages. They were given mock traditional costumes, and told to dance or play music for the visitors.
Such ethnological exhibitions were hugely popular at the beginning of the 20th century. They served the interests of the owners of tropical gardens seeking to spice up their shows as well as the purposes of colonial administrators and anthropologists at the time.

The Jardin tropical is the only remaining site in France where the displays have not been razed to the ground.
The garden could be a great teaching tool for historians, many say, but it remains largely unknown and ignored.
“The exhibit has been neglected. I know Parisians who have lived all their life near Vincennes and who have never once set foot in it,” says Benjamin Pelletier, a writer and intercultural management trainer.

22.01.2016

Maxi Linder

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Wilhelmina Angelica Adriana Merian Rijburg alias Maxi Linder (1902-1981), was een Surinaamse prostituee die tot ver over de grenzen van Suriname bekend was. Zij was schaamteloos, welbespraakt, extravagant en onzelfzuchtig. Nederlandse zeelieden en soldaten noemden haar liefkozend “De Zwarte Parel van de West”. Tot haar klanten mag ze in de jaren dertig de meest vooraanstaande en machtige mannen van Paramaribo rekenen, onder wie zelfs de Nederlands gouverneur.
Zij zou met de opbrengst van haar werk diverse mensen financieel hebben ondersteund en ook de opleiding in Europa van vele kansarme Surinaamse jonge mannen, die later hoge posten in de samenleving bekleedden, hebben betaald. Zij heeft er geen enkele blijk van waardering voor teruggekregen. De laatste jaren van haar leven bracht zij in eenzaamheid met haar vele honden door.
In 1999 verscheen er een roman van Clark Accord over het leven van Maxi Linder. In Paramaribo is sinds enkele jaren het Maxi Linderhuis: een inloop- informatiehuis voor onder andere prostituees, hiv-geïnfecteerden en slachtoffers van seksueel geweld.
Fotobron:http://bukubooks.wordpress.com/oema/
(Source: bukubooks.wordpress.com)

18.01.2016

Bakabusi Nengre / Banya




Met Bakabusi Nengre werden gemeenschappen aangeduid van ontsnapte slaven en hun afstammelingen in Suriname; later werden deze aangeduid met de term Marrons.

Hieronder de geschiedenis van een zo een nederzetting.
Banya
In het plaatsje Rac a rac, gelegen aan de Surinamerivier ongeveer 40 km van Paramaribo, werd de 'banya' gedanst, een typisch Afrikaanse dans. Er werd gezongen en de drums waren van veraf te horen. Met de slagen van de drums werden bepaalde boodschappen uitgewisseld. Tijdens een 'winti-prei', een rituele dans ter ere van de goden, werden verschillende 'winti's' opgeroepen, zoals de 'kromanti's', apuku's, busi ingi's en Papa Gadu'. De negers raakten in extase en spraken af tussen drie en vier uur te vluchten. Volgens de archieven vond dit voorval plaats in 1882 maar de familie, de creoolse nakomelingen van deze groep, denkt dat het veel later is gebeurd.


Twee families[
De twee families vluchtten het bos in en vestigden zich in het plaatsje Roorak, aan de rivier de Suriname, dicht bij het bauxietstadje Paranam. Kort na de afschaffing van de slavernij (1863), woonden daar nog zo'n tweehonderd weggelopen slaven, in de volksmond 'bakabusi-negre' (negers die achter het bos wonen) genoemd. De twee belangrijkste families waren toen Landfeld en Babel. De plantage-eigenaren probeerden 'hun bezit' terug te krijgen en vielen het kamp aan. Het kamp stond onder leiding van de broers Broos (41) en Kaliko (28).
Ma Uwa en Ma Ambe
De eerste vrouwen van het 'kamp Broos en Kaliko' waren Ma Uwa en haar dochter Ma Ambe, respectievelijk de moeder en de zuster van Broos en Kaliko. Zij waren nog meisjes toen zij in Suriname arriveerden. Hoe de meisjes in handen van de slavenhandelaren terechtkwamen is niet bekend, maar over de reis naar Suriname wist Ma Uwa dat zij geboeid lag op het onderdek van het slavenschip, waar zich nog twee of drie broers en een zus bevonden. In Suriname werden zij aan verschillende plantage-eigenaren verkocht.
Obia's
Destijds had deze Afro-Surinaamse familie, en Ma Uwa en Ma Amba een behoorlijke kennis van geneeskrachtige kruiden, natuurvolk als zij waren. Zij maakten obia's, magische middelen, van lowisa-wiwiri, lowisa-bladeren. Met deze obia's waren de slaven in staat de manschappen van de Nederlanders al op behoorlijke afstand te horen aankomen. Ma Uwa maakte een amulet voor de slaven en als zij die droegen waren zij 'immuun voor de kogels van de blanken'. Tot nu toe gebruiken de bosnegers een dergelijke amulet van ijzer om hun arm.
Na de slavernij
Ma Uma haalde de afschaffing van de slavernij niet. Volgens de verhalen van de bosnegers is zij na haar dood teruggevlogen naar Afrika. Haar dochter Ma Amba, heeft tot enkele jaren na de slavernij nog geleefd. Haar zus kon niet mee terug gaan omdat ze volgens de vertellingen zout had gegeten. Daardoor kon ze niet opstijgen.
Uit deze verhalen blijkt dat al tijdens de slavenperiode sprake was van een behoorlijke sociale structuur onder de negers. Via mondelinge overlevering hebben de nazaten de geschiedenis van de familie tot op de dag van vandaag levend gehouden. Er bestaat ook een stamboom van de familie Landveld. De historie van deze familie kan als model dienen voor alle creoolse families in Suriname.
Literatuur
Wim Hoogbergen, Het kamp van Broos en Kaliko: de geschiedenis van een Afro-Surinaamse familie. Amsterdam: Prometheus, 1996.

14.01.2016

Chapter 4: The plantations and their products.

LIFE IN THE SHADOWS
THURSDAY, JULY 17, 2008

Chapter 4: The plantations and their products.

The layout of the plantations.


The Surinam agricultural system was shaped and dominated by the plantation and, since agriculture was the mainstay of the colony, so were the economical and social structures. One cannot maintain that Surinam was eminently suitable for plantation agriculture, but that was the onlyprofitable activity it was suitable for.

Eric Wolf and Sidney Mintz have sketched the general conditions necessary for plantations to flourish:
(1) a technology adequate for the creation of a surplus, that is to say, the possibility to profit from the economies of scale;
(2) a certain measure of class stratification, to keep the underprivileged from gaining access to production factors and to help diverting the surpluses solely to members of the elite;
(3) the possibility of production for an outside market: since the plantation was specialized in the production of a single commodity, it could not depend on the internal market of the colony, but had to produce firstly for the motherland and secondly for the international market;
(4) the ability to accumulate sufficient capital for the large investments plantation agriculture usually entailed;
(5) a political-legal system that supports the operations of plantations, which had three functions (a) to permit the planters to procure the land and workers they needed; (b) to establish a political and legal setting stimulating for the growth of the plantations; (c) to provide the means for transferring the surpluses.

In Surinam, most of these preconditions were adequately met initially. Because the Dutch had been instrumental in dispersing sugar technology all over the Caribbean, the Surinam plantations certainly met the prevailing standards. Since the colony was conquered territory and opted for slavery, the class stratification was introduced automatically. Holland provided an lucrative market for the products of the plantations and was even able to absorb much more than Surinam could produce (the colony never supplied more than 1/3 of the sugar and 1/2 of the coffee needed). The Dutch merchants were willing to invest the profits of their commercial ventures in colonial enterprises and furthermore, Surinam managed to draw wealthy immigrants who could finance the establishment of plantations with their own means. As property of the Society of Surinam, the whole political-legal system of the colony was geared to plantation agriculture. However, even though the conditions were ideal from this point of view, the expansion of the plantations was handicapped by a chronic lack of workers and a limited amount of fertile grounds (which often needed extensive water works, leading to high production costs). In the late 18th and 19th centuries, moreover, the conditions deteriorated considerably. Surinam lagged behind in technological innovation; capital investments were diverted to other colonies; the Dutch government showed little interest in facilitating plantation agriculture and the scarcity of workers became even more acute. No wonder that Surinam could no longer be a serious competitor in the world market and not even in the Dutch market.

In 1651, the English pioneers started from scratch. Nevertheless, the number of plantations grew fast (to 175) during the few years their hegemony lasted. It dropped dramatically (to 107) after the Zeelanders had taken over, but during the government of Cornelis van Aerssen, the plantations recouped their former territory and until the end of the 18th century, they steadily increased in number, although a good part of the old terrains had already been abandoned. The 19th century saw a process of decline and concentration.

The English did not experiment with small-scale subsistence farms, as they had done in Barbados, but started with laying out full-size plantations at once, although the less affluent pioneers limited themselves to provision grounds and tobacco farms. The Zeelanders inherited a plantation system almost bankrupted by the departure of most of the English planters and slaves and in their desperation to fill this void, they resorted to near anarchy in the distribution of grounds for cultivation. Once the Society of Surinam had taken over the rudder, however, the laying out of the plantations happened systematically and orderly.

Contrary to the situation in other mainland colonies, the way the plantations could expand in Surinam was severely limited by the peculiarities of the landscape. The plantations were depended upon the rivers to provide water power and transportation facilities and the land had to be divided under strict control to make sure everyone would get a fair share of the land along the riverbanks. In this sense, the view of Surinam as a ‘frontier society’ is not entirely accurate. Later arrivals could not get all the land they wanted and existing plantations were unable to expand freely. Nevertheless, a situation of 'open resources' had prevailed during the crucial period of initial colonization, when the economical and social foundations of the colony had been laid.

Plantations seeking additional terrains had to expand their operations further inland and so developed a rectangular shape. Aspiring planters were allowed to stake their claim wherever they found suitable soil. When they went looking for a desirable location, they preferred to go in “the most heavy Rainy Season when one has to wade through the forest with water coming up to the Waist Yes to the Neck because only then one can See which lands Stay above water [and] which Drown”.

The English were forced to limit their plantations to the higher sandy grounds along the upper part of the Suriname and Para rivers, because they did not know how to drain the swampy lowlands. The Dutch, on the contrary, encountered a familiar landscape there, that could be conquered with the proven technique of inpoldering, a craft they had thoroughly mastered in their homeland. This way, the Lower Suriname and Lower Commewijne divisions were added to the plantation area in the late 17th and early 18th centuries. In the middle of the 18th century, the Cottica and Orelane regions were incorporated, followed in later years by the districts of Matapicca and Warappa, between the Commewijne and the coast. Some planters in the highlands shifted the focus of their operations to the lowlands, but nevertheless retained their former estates, even though they were not productive anymore. These show up on the maps as well, so the number of functioning plantations may ocassionally have been overstated in archival sources.

On the initiative of Governor Friderici (1790-1802), the first grounds along the Saramacca River were given out in the 1790’s, beginning with his own plantations La Prevoyance and Catharina Sophia. However, this part of the colony never boasted the flourishing settlements he had hoped for: barely fifty years later, most of the plantations had been deserted and the projected town of Columbia had never materialized. The first plantations in the Nickerie district were established in 1797. Coronie (then called Upper Nickerie) followed in 1808. Many Scottish and Irish planters settled there and, after the abolition of slavery in the English colonies, planters form Barbados and other islands as well, giving these districts an atmosphere totally different from that of the old plantation area. Quintus Bosz found that a large part of the concessions given out between 1799 and 1802 had already been deserted by 1809, partly because the owners could not get sufficient slaves as a result of the English occupation.

Plantation uprisings / Judges, Masters, Diviners: Slaves’ Experience of Criminal Justice in Colonial Suriname

Chapter 14: To rise or not to rise.




The opportunities for a large-scale slave revolt.

A casual observer of the 18th century Surinam slavery system might have predicted a development akin to that in Saint-Domingue. All the conditions for a large-scale rebellion by the black population seemed to be present in optima forma. Eugene Genovese has outlined the circumstances leading to a higher probability of slave revolt:
(1) The master-slave relationship had developed in the context of absenteeism and depersonalization as well as greater cultural estrangement of whites and blacks;
(2) economic distress and famine occurred;
(3) slaveholding units approached the average size of one hundred to two hundred slaves, as in the sugar colonies, rather than twenty or so, as in the Old South;
(4) the ruling class frequently split either in warfare between slaveholding countries or in bitter struggles within the slaveholding country;
(5) blacks heavily outnumbered whites;
(6) African born slaves outnumbered those born into American slavery (Creoles);
(7) the social structure of the slaveholding regime permitted the emergence of autonomous black leadership;
(8) the geographical, social and political environment provided terrain and opportunity for the formation of colonies of runaway slaves strong enough to threaten the plantation regime.”
It seems at first sight that the situation in Surinam fitted this model rather well.

Absenteism and cultural estrangement.

Absenteeism was rampant in Surinam. Apart from the earliest period, few Surinam planters lived on their estates. They preferred to reside in Paramaribo and in many instances, it took them days to reach their plantations by boat. Consequently, they were only dimly aware what went on there most of the time. The majority did not seem to be very interested anyway. They were driven by an animus revertendi, a desire to return to their homeland with their fortune made. In many instances, their eagerness for maximum profit overrode any humanitarian concerns they might have had. As the saying goes in Holland: what one does not know does not hurt. The Surinam plantation owners preferred not to know. After the Amsterdam stock-exchange crisis of 1773, the situation worsened. Many of the new plantation owners were Dutch investors, who had little knowledge of agriculture and who only tried to recoup their losses as much as possible. They gave free reign to callous administrators and directors. The latter, in the 17th and 18th centuries especially, were mostly recruited from the lower rungs of white society, in particular from the ranks of former soldiers and sailors. Accustomed to harsh discipline themselves and obliged to deliver a maximum crop by their patrons, they were not unduly bothered by altruistic feelings either. So, Surinam exhibited the classic features of too much absenteeism.

Just as important was the fact that masters and slaves had totally different cultures, with only limited influence on each other. This was partly the result of the fact that the bondsmen formed a large numerical majority and spent most of their time with little or no white supervision. However, it was also partly the result of a deliberate policy of the whites. Being such a tiny minority, they were in danger to be swallowed up by their subjects: biologically through miscegenation and culturally through ‘negroization’. Therefore, they strove to keep people of color apart from white society and to keep some cultural accomplishments exclusively their own, in particular those with a ‘boundary defining character’ (like language and religion). The whites jealously guarded these: they did not want their slaves to speak Dutch, or to become Christian. In later times, they relented a bit and saw some advantage in converting slaves to Christianity, but by then it did not matter anymore.

Economic distress.

Surinam has shown the characteristics of a volksplanting only for a very limited period. By the time slavery became entrenched, it was already clear that Surinam would be an exploitation colony par excellence, geared to produce commodities for the world market and largely oblivious to the needs of its own population. One result of this attitude was the fact that production for the home market was often neglected. This was the case with timber, for example: Surinam had an abundance of high quality wood, but people were often forced to import timber from the United States to build their houses. It was even more apparent in the production of food. All through the slavery era, there were plantations that specialized in the cultivation of victuals, but most of their products went to Paramaribo and they never produced sufficient quantities anyway. Especially during the early period, the lowland planters preferred to put all their energy into the cultivation of cash crops, hoping that they would be able to buy the foodstuffs they needed for their slaves at home or abroad. Often this was indeed possible, but when droughts, floods, or other calamities resulted in a particularly meager crop, the slaves went hungry. Some planters were even forced to let them fend for themselves in the forest. In the 18th century, the situation improved somewhat because the coffee grounds often produced more plantains than they had use for, but even then, many planters could buy only a minimal amount of food –just enough to keep their slaves from running away or being unable to work. The ‘frugality’ of the planters was even more visible in the distributions of ‘luxuries’ as meat, fish, salt, tobacco and clothes. These always had to be imported, which drove up the prices, and they were often unavailable when the trade routes were cut off during one of the many wars that plagued the Caribbean during this period. However, it was not only stinginess that withheld food and clothing from the slaves: in later times, many plantations fared so badly that they could hardly afford the barest necessities.

In the eyes of many people, even the inhabitants, 18th century Surinam was the epitome of a prosperous plantation colony. In the early part of the century, when the prices of the commodities it produced were high, this was indeed the reality. Money poured in and the planters were quick to spend it in the most conspicuous manner possible. The apparent prosperity made the planters eligible for ample credits and generous loans and this enabled them to maintain a high level of consumption a few decades longer. However, during the latter part of the 18th century, Surinam lived far above its station. The conditions for plantation agriculture were not exactly ideal. Land was plentiful, but land suitable for plantations was not and it had to be prepared by a costly procedure. Slaves were hard to come by and the fact that Surinam was located outside the main trade routes made them very expensive. As a result, the production costs compared unfavorably with those in other parts of the Caribbean, especially the French colony Saint-Domingue and (in later times) the Spanish colony Cuba. Fortunately, the Dutch market could absorb all of Surinam’s production (in fact much more).

In the 19th century, the number of plantations fell drastically and the remaining ones barely survived by a process of shifting to sugar, modernization of the production and much subsidy (mostly by hapless stockholders, who wasted the chance to invest their money more productively in the Netherlands). What it boils down to, is that Surinam has been a genuinely prosperous colony only during a few decades: it merely managed to give that impression a while longer because of high prices in the developing world market and the misuse of credit that was never paid back. Economically speaking, the situation of most Surinam plantations for most of the time was precarious and only in favorable circumstances the slaves were not victimized by this.


A predominance of large plantations.

During most of the slavery era, sugar plantations formed the majority of Surinam estates. They were condemned to a certain minimum size to make it possible to exploit an expensive sugar mill profitably. In the early period, when most of these mills were simple, animal-driven constructions, Surinam plantations could be small: a force of 10 to 20 slaves was not unusual. However, when water mills (and in later days steam mills) came in vogue, the production capacity increased and additional slaves were needed. Plantations with more than a hundred bondsmen became the norm in the 18th century. Even the coffee grounds, though much more flexible in the number of hands they employed, were comparatively large. In other plantation colonies, they were often relegated to marginal lands, but in Surinam, they took up some of the most fertile grounds, especially in the Commewijne district. Their overall size was somewhat smaller than that of sugar plantations, but they had more land under permanent cultivation. In the United States, planters owning more than 100 slaves tended to split up their holdings into several independent units, because it made supervision easier and the cotton plantations that predominated there hardly profited from the economies of scale. In Surinam, on the other hand, the few plantations specializing in cotton belonged to the largest in the colony.

While the coffee grounds lost terrain in the latter part of the slavery era, the remaining sugar estates grew in size steadily through a process of concentration: many 19th century estates boasted 200 to 400 slaves. Although this did not facilitate close supervision (which had never been a prime concern for many Surinam planters anyway), it made technological innovation -on a modest scale- possible. For the slaves, this process of concentration held little promise and they often protested the fusion of slave forces vehemently. With regard to the United States, it has often been maintained that the treatment of slaves was much better on small units than on larger ones. In Surinam, size seems to have made little difference. The slaves on large plantations were in some ways better off: they had less supervision and fewer problems to recruit the personnel for a large-scale rebellion.

Pfauenstrauch (Caesalpinia pulcherrima)


Maroon medicine men in Suriname have long known some of the medicinal uses for Caesalpinia pulcherrima, which is known as ayoowiri. Four grams from the root is also said to induce abortion in the first trimester of pregnancy.


Abortion was probably quite common in Surinam, but it took place in secrecy and it can hardly be called a form of resistance. Maybe some women aborted because they resented bringing another slave into the world, but most did it for purely private reasons and sometimes even at the instigation of their masters, who did not want to be burdened with rearing young slaves, or to be embarrassed by mulatto offspring. Infanticide was also a hidden phenomenon. It was nearly impossible to prove whether a baby died from natural causes, or because it had been deliberately neglected or killed. It is undeniable, however, that some mothers were suspected by their master, or by other slaves, of having practiced infanticide. Most of the time, the slaves did not take kindly to this. When a mother killed her baby out of desperation, both the master and the Court often proved to be remarkably forgiving –much more so than her peers.

Amazon mystery: A medicine man understood the secrets of this plant long before we did. How?
By Dr. S. Allen Counter, Globe Correspondent | July 24, 2006

``This plant, ayoowiri, cures many things," said the medicine man DaBuWan in the Amazon rain forest as he held up a beautiful plant with red and yellow flowers.

``The juice from the leaves cures fever, the juice from the flower cures sores, and the seeds cure bad cough, breathing difficulty, and chest pain."

DaBuWan, his face and upper body painted with the sacred white clay they call ``pemba dotee," and wearing a loincloth, carefully examined the roots of the plant like any other scientist. ``This part can be very dangerous," he warned, pointing to the brown roots, which he said could cause death if eaten.

``It is a powerful woman's medicine," the descendant of West African slaves added with a very serious look on his face. ``A woman can use it to end a pregnancy."

``Abortion?" I asked.

``Yes," he said with hand gestures around the abdomen, ``abortions."

DaBuWan was then arguably one of the greatest medicine men in the Amazon rain forest, if not the world, and I spent seven years in the 1970s and 1980s storing and cataloguing some of the plants he identified. I was in awe of his knowledge.

Quelle?



Die geografischen Gesellschaften



Ruth Hagen: Expeditionen in den dunklen Kontinent. Die geografischen Gesellschaften der Schweiz und die wissenschaftliche Erforschung Afrikas

Ab der Mitte des 19. Jahrhunderts erlauben neue Methoden und Instrumente der Naturwissenschaften erstmals Entdeckungsreisen ins Innere der Kontinente. Reise- und Forschungsberichte über fremde Völker und unbekannte Regionen wecken das Interesse der europäischen Bevölkerung und begeistern die Wissenschaft. Neue geografische Gesellschaften schiessen wie Pilze aus dem Boden und die Geografie etabliert sich als eigenständige Wissenschaft. Ihr Ziel ist die Erforschung der noch unbekannten Gebiete der Welt, allen voran Afrikas. Nicht nur die Wissenschaft ist indes an den Resultaten der Forschungsreisen interessiert, sondern auch Wirtschaft und Politik versprechen sich davon grossen Nutzen. Auch die in der Schweiz gegründeten geografischen Gesellschaften lassen sich vom Entdeckungsfieber anstecken. Anders als ihre Schwestergesellschaften in den expandierenden europäischen Nachbarstaaten werden sie jedoch nicht vom politisch neutralen Schweizer Staat unterstützt. Sie müssen also andere Wege finden, um ihren Beitrag an der Erforschung der Welt und an der Entwicklung der Geografie als Wissenschaft zu leisten.

Ruth Hagen, lic. phil. hist., Studium der Geschichte, Politikwissenschaften und Ethnologie an der Universität Bern. Arbeitet seit einigen Jahren als wissenschaftliche Mitarbeiterin in der Suchtprävention und -forschung.

13.01.2016

Tropenliebe

http://www.gmw.ethz.ch/content/dam/ethz/special-interest/gess/ifg/geschichte-der-modernen-welt/documents/Publikationen/ta_20150512_0_0_8%20%282%29.pdf


Sie sind der Natur oder fremden Kulturen gewidmet, man assoziiert Gutes mit ihnen – doch ihre Geschichte hat eine blutige Komponente, die heute aus dem öffentlichen Bewusstsein entschwunden ist. Es geht um urschweizerische Institutionen wie den Nationalpark in Graubünden, das Basler Museum der Kulturen oder die Akademie der Naturwissenschaften. Wer gründlich in ihre Frühzeit zurückblickt, findet sich unversehens in einer Welt wieder, die nach landläufiger Meinung keine schweizerische ist: die Welt der europäischen Kolonialreiche in den «unterentwickelten» Erdteilen des 19. Jahrhunderts. Eine Welt, die wissenschaftliche Neugier mit Unterdrückung und Zerstörung verschwisterte.
Es war dies die Welt von Fritz und Paul Sarasin – Letzterer bekannt als Gründer des Schweizerischen Nationalparks, mit entsprechendem Ansehen bis heute. Wie eine Untersuchung des Historikers Bernhard Schär jetzt zeigt, steht das Forscherduo Sarasin beispielhaft für schweizerische Verstrickungen in den westlichen Imperialismus mit seinen mörderischen Folgen.

Im Dschungel die Liebe leben
Zugleich stehen die zwei, deren bewegtes Leben einen ansehnlichen Aben­teuer­roman hergäbe, für eine Vielzahl schillernder Ambivalenzen. Das wird schon am Titel von Schärs Dissertation deutlich. «Tropenliebe» heisst es da doppeldeutig – gemeint ist, wie der Autor erläutert, die Liebe der Sarasins für die Tropen, aber auch in den Tropen. Denn die beiden Vettern zweiten Grades aus einer der vornehmsten Basler Familien verband gemäss Schärs Forschungen mehr als blosse Blutsverwandtschaft. Als Freundes- und Liebespaar pflegten sie eine zu ihrer Zeit nicht akzeptierte Lebensform (bis zur Emanzipation homosexueller Gemeinschaften sollten noch über hundert Jahre vergehen). Die ausgiebigen Forschungsreisen verschafften den Sarasins die Möglichkeit, ihre Beziehung zu leben – weitab vom einengenden Normativ des europäischen Bürgertums, umgeben nur von Dschungel, einheimischen Helfern und der Verheissung des Unbekannten.
Denn das gab es damals noch, im ausgehenden 19. Jahrhundert: riesige Landstriche, Inseln von der Grösse halber Kontinente, die noch nie von einem Europäer betreten, geschweige denn kartografiert wurden. Die Welt hatte noch ihre Geheimnisse.
Sie hatte, zum Beispiel, die Insel Ceylon, das heutige Sri Lanka. Und sie hatte Celebes, das heute Sulawesi heisst und zu Indonesien gehört. Es waren diese Inseln, deren Geschichte sich verhängnisvoll mit dem Leben der Sarasins verknüpfen sollte – vor allem Celebes.

Vergessene Kolonialgeschichte




Das Wappen der Zunft zum Mohren hat eine Kontroverse ausgelöst. Für Historiker Bernhard C. Schär ist es Teil einer Geschichte über Rassismus und Sklaverei, vor der auch Bern seine Augen nicht verschliessen sollte. Bernhard C. Schär 29.12.2014
Wenige lokalpolitische Vorstösse haben dieses Jahr national so viel Wirbel aus­gelöst wie jener der beiden Stadtberner SP-Parlamentarier Halua Pinto de Magalhães und Fuat Köçer. Sie verlangen, die Anwesenheit zweier Figuren der Berner «Mohrenzunft» in der Altstadt zu überdenken. Niemand könne ernsthaft von Migranten, insbesondere afrikanischer Herkunft, verlangen, sich in ein Land zu «integrieren», dessen Kultur noch immer rassistische Symbole aus der Kolo­nialzeit beinhaltet. Um Integration zu ­ermöglichen, müsse auch die Mehrheit ihre Komfortzone verlassen; sich den Schattenseiten ihrer Vergangenheit zuwenden; und mit der Minderheit einen demokratischen Umgang damit suchen.

Eine «Attacke auf den Mohr»
Nicht nur aus Onlineforen und vonseiten der «Mohrenzunft» brandete dem ETH-Chemiker Pinto, der seinen Vorstoss erläuterte, eine Welle der Ablehnung entgegen. Schelte gab es auch aus der Universität. Der Berner Geschichts­professor André Holenstein kritisierte in der Sendung «Schweiz aktuell»: Wenn man derart durch «unsere Städte und unsere Gesellschaft geht, müsste man auf Schritt und Tritt kulturelle Objekte aus der Vergangenheit abreissen, streichen oder tabuisieren». Georg Kreis, ehemals Präsident der Eidgenössischen Kommission gegen Rassismus und emeritierter Professor an der Uni Basel, tadelte auf der Onlineplattform «Journal B»: «Die Attacke auf den Mohr bringt uns (im Kampf gegen Rassismus, Anmerkung des Autors) keinen Zentimeter weiter.» Sie sei lediglich «Symbolpolitik» und lenke von den «realen Diskriminierungsgefahren», den «wirklichen Problemen» ab. Das Spitzenpersonal aus Mohren- und Historikerzunft war sich einig, dass hinter den kritisierten Figuren keinesfalls «rassistische ­Absichten» steckten.
An dieser Argumentation sind zwei Dinge problematisch. Zum einen ist es falsch, dass die Mohrenfiguren nicht rassistisch seien. Zum anderen ist die Unterscheidung zwischen «symbolischem» und «realem Rassismus» irreführend.

symbiontischer imperialismus der schweiz


Hier, im Hauptsitz der Handelsfirma Gebrüder Volkart in Winterthur, liefen Verbindungen aus den Kolonien Europas zusammen. Volkart war eines der führenden Kolonialwarenhandelshäuser. (Bild: H. Linck / Winterthurer Bibliotheken)


Gastkommentar zum Wohlstand
Historische Befunde legen nahe, dass der Wohlstand in der Schweiz auch durch eine Art «symbiontischer Imperialismus» erwirtschaftet wurde. Von Harald Fischer-Tiné, Historiker, 23.12.2014, 05:00 Uhr

Schlendert man durch die Zentren der grossen städtischen Metropolen Grossbritanniens – sei es London, Glasgow oder Liverpool –, so künden an jeder Ecke Denkmäler, Erinnerungstafeln, aber auch zahllose Strassen- oder Gebäudenamen von der tiefen Verwobenheit des «Mutterlandes der Moderne» mit seiner kolonialen Vergangenheit. Die rasante Industrialisierung im 19. Jahrhundert, der zeitgleich stattfindende Aufstieg Londons zu einem globalen Finanzzentrum und die enorme – wiewohl in einer gewaltigen Schicht von «gentlemanly capitalists» konzentrierte – private Kapitalakkumulation: All das, da sind sich Historiker mittlerweile einig, kann nicht losgelöst von der Geschichte des britischen Empire verstanden werden.In Städten wie Liverpool, das seinen Reichtum im 18. und frühen 19. Jahrhundert vor allem der Rolle als wichtigster Sklavenumschlagplatz im Vereinigten Königreich verdankte, gab es in der letzten Dekade daher besonders intensive Debatten um das imperiale Erbe, die auch die dunklen Seiten des britischen Weltreiches ins Bewusstsein einer breiten Öffentlichkeit riefen.

Die verborgenen Kolonien der Schweiz

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Deutsche als Sklavenhalter? Christian Wilhelm Jamm aus Lahr im Schwarzwald und die Sklaverei auf KubaLiteratur zu Kolonialismus, Imperialismus und Postkolonialismus


Makro und Mikro in der zweiten Globalisierung: Kuba um 1850 und die Geschäfte des Christian Wilhelm Jamm aus Lahr
Michael Zeuske, Universität zu Köln

Original publiziert unter: Zeuske, „Christian Wilhelm Jamm und die Sklaverei auf Kuba, in: Geroldsecker Land. Jahrbuch einer Landschaft, Heft 45 (2003), S. 19-46 sowie unter: Zeuske: “Deutsche als Sklavenhalter? Christian Wilhelm Jamm aus Lahr im Schwarzwald und die Sklaverei auf Kuba“, in: Zeuske, Schwarze Karibik. Sklaven, Sklavereikulturen und Emanzipation, Zürich: Rotpunktverlag, 2004, S. 360-372
(vorliegende Version 2013 ist sehr erweitert; Ende 2013 nochmals erweitert um die Informationen zu Matthias Haberhoff/ Matias Averhoff)





Über Christian Wilhelm Jamm, den „Wohltäter“ der Stadt Lahr im Schwarzwald, ist schon viel geschrieben worden. Ich will hier keine biographischen Details oder andere Begebenheiten aus seinem Leben in Deutschland hinzufügen. Einiges aus seinem „kubanischen“ Leben ist allerdings seit jeher enigmatisch, rätselhaft geblieben. Wie hatte Jamm sein Geld, das viele Geld, das er 1875 zu großen Teilen der Stadt Lahr vermachte, verdient? Immerhin war Kuba die „Sklaveninsel“ par excellence der westlichen Hemisphäre. Selbst im Süden der USA war die Sklaverei infolge des Bürgerkriegs zwischen Norden und Süden 1862/65 verboten worden. Auf Kuba wurde die Aufhebung der Sklaverei erst 1886 proklamiert.


Steckt also „Sklavenblut im Stadtpark“ (Thorsten Mietzner) von Lahr? Ich will zur Beantwortung dieser komplizierten Frage kurz auf den Debattendiskurs und auf die wichtigste Argumentationsfigur darin, die vom “Sklavenblut“ (resp. “schmutziges Geld“) eingehen. Diese Argumentation und ihre rhetorischen Figuren sind fast wortwörtlich von Rübenzuckerproduzenten in Deutschland gegen die überseeische, meist auch kubanische Konkurrenz des „Sklavenzuckers“ benutzt worden.


Zweitens möchte ich den sozialen, politischen und wirtschaftlichen Hintergrund von Jamms „kubanischem“ Leben schildern, vor allem in Form einer Synthese der Geschichte Kubas und Havannas zwischen 1830 und 1860.


Drittens will ich gerne kurz die deutsche Kaufleute-Kolonie auf Kuba und in der Karibik vorstellen, um auf vor diesem Hintergrund das Problem der „Sklavengeschäfte“ Jamms endgültig zu klären – soweit das für einen Kuba- und Sklavereihistoriker möglich ist.

Das „Blut- und Sklavenargument“
Das Argument vom „Sklavenblut“-Anteil in einem bestimmten Produkt kam in Europa im 19. Jahrhundert zunächst im Zusammenhang mit einem, vielleicht dem, Massenkonsumgut der entstehenden Industriegesellschaft auf - Zucker.[1] Das scheint auf den ersten Blick nicht viel mit Jamm zu tun zu haben. Auf den zweiten Blick ergibt sich aber die logische Schlussfolgerung, dass er sein Geschäft und das Geld, welches er damit verdiente, vor allem das Geschäft mit Luxustextilien und Seidenstoffen, dem Reichtum einer kaufkräftigen Oberschicht in Havanna und Matanzas verdankte, die ihrerseits ihr Geld im Zucker gemacht hatte.

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Literatur zu Kolonialismus, Imperialismus und Postkolonialismus

im Bestand der Bibliothek des Georg-Eckert- Instituts für internationale Schulbuchforschung
Stand: Dezember 2012
Literatur zu Kolonialismus, Imperialismus und Postkolonialismus

Adamson, Kay:
Political and economic thought and practice in nineteenth-century France and the colonization of Algeria / Kay Adamson. - Lewiston [u.a.] : Edwin Mellen Press, 2002. - XIV, 355 S.
(Studies in French civilization ; 22)

L'Afrique de Sarkozy : un déni d'histoire / Jean-Pierre Chrétien avec Pierre Boilley .... - Paris : Karthala, c 2008. - 203 S. ; 18 cm
(Disputatio)
Includes bibliographical references (p. 183-190)

AfrikaBilder im Wandel? : Quellen, Kontinuitäten, Wirkungen und Brüche / Manuel Aßner ... (Hrsg.). - Frankfurt am Main [u.a.] : Lang, 2012. - 260 S. : Ill., graph. Darst.
(Afrika und Europa ; 8)

Ahlrichs, Johanna:
Geschichtsbilder im Wandel der Zeit - Manifestationen (post)kolonialer Denkweise bei der Darstellung des Kolonialismus in spanischen und mexikanischen Schulbüchern / eingereicht von:

Akakpo-Numado, Sena Yawo:
Mädchen- und Frauenbildung in den deutschen Afrika-Kolonien (1884 - 1914) / Sena Yawo Akakpo-Numado. - Frankfurt am Main [u.a.] : IKO-Verl., 2007. - 293 S. : graph. Darst. (Reihe "Historisch-vergleichende Sozialisations- und Bildungsforschung" ; 8)

Stadtarchiv Zürich: Schweiz und Suriname

- Pfarrer Heinrich Grob (Paramaribo):
Bericht über Erlebnisse in Surinam, 14. Mai 1773 - Publizierte Findmittel: GAGLIARDI, S. 1344
Signatur: Ms. S 518, S. 13-33
(vgl. auch ZTB, 1932, S. 78ff.)
Brief an den Bruder in Zürich, Grob war als Pfarrer im Dienste der Westindischen Handelskompagnie in Paramaribo tätig, er hielt selber Sklaven (S. 30) und berichtet über die entlaufenen Sklaven im Hinterland der Kolonie („Buschneger“)

- Salomon Wolf, Textilindustrie (Indiennefabrikant), 1734-1798
StAZH D 274-275
Wolf befasste sich mit Textilhandel und seit 1773 mit der Indiennefabrikation, zwischen 1798 und 1806 wanderte er nach Lissabon, wo er weiterhin in der Textilbranche tätig war. Der Bestand enthält Gerichtsakten mit Angaben über Liegenschaften (Testament, Inventare) (D 274) und Geschäftspapiere (1778-1798) (D 275).


12.01.2016

Die Kosten des Kolonialismus


Tobias Straumann am Mittwoch den 15. April 2015
Never Mind the Markets

Einer der grössten Streitpunkte der Wirtschaftsgeschichte betrifft die ökonomischen Vorteile und Kosten des Kolonialismus. Zwei einflussreiche Denkschulen stehen sich gegenüber. Die eine, eher marxistisch inspirierte Richtung betont den Nutzen des Kolonialismus für die Mutterländer. Kolonien werden vor allem als Orte der Ausbeutung und als Absatzmärkte für die westlichen Mächte angesehen. Aus diesem Umfeld stammt auch die Williams-These, wonach die industrielle Revolution ohne die karibische Sklavenarbeit unmöglich gewesen wäre.

Die andere, eher liberale Denkrichtung argumentiert vorsichtiger. Sie betont neben den unbestreitbaren Kosten für die Kolonisierten auch andere Aspekte, etwa die Nachteile des Kolonialismus für die Mutterländer. Ein Land zu besetzen, konnte für den Staat so teuer kommen, dass es die rein ökonomischen Vorteile aufhob. Eine andere Hypothese ist, dass der Kolonialismus das Wirtschaftswachstum behinderte, weil das Mutterland sich ein Stück weit dem globalen Wettbewerb entziehen konnte.

Das klassische Beispiel ist die englische Chemieindustrie. Sie verpasste Mitte des 19. Jahrhunderts den Schritt ins Massengeschäft mit synthetischen Textilfarben, weil in Indien natürliche Farbstoffe zu günstigen Preisen gewonnen werden konnten. Deutschland und die Schweiz, zwei Länder ohne nennenswerten kolonialen Besitz, hatten gar keine andere Wahl, als auf die synthetischen Farbstoffe zu setzen. Bald beherrschten sie den Weltmarkt.

Koloniale Erfahrungen im letzten Drittel des 18. Jahrhunderts : die Plantagen der Firmen Thurneysen aus Basel und Pourtalès aus Neuenburg auf der westindischen Insel Grenada

Basler Zeitschrift für Geschichte und Altertumskunde
Band (Jahr): 91 (1991)

Koloniale Erfahrungen im letzten Drittel des 18. Jahrhunderts
Die Plantagen der Firmen Thurneysen aus Basel und Pourtalès aus Neuenburg
 auf der westindischen Insel Grenada von Nikiaus Röthlin

Der in der Aufklärung hoch angesehene Darsteller und Kritiker der Kolonien Guillaume-Thomas Raynal zieht am Ende seiner zehnbändigen «Histoire philosophique et politique des établisse¬ ments et du commerce des européens dans les deux Indes»' eine negative Bilanz über die Vor- und Nachteile, die die Entdeckung der Neuen Welt für Europa gebracht habe. Er rüttelt seine Leser vor allem durch die Schilderung der Raffgier und der Grausamkeiten auf, die mit der Eroberung und Ausbeutung der neuentdeckten Län¬ der verbunden waren. Sein Urteil gipfelt in Feststellungen und Fra¬ gen wie «L'Europe doit au Nouveau-Monde quelques commodités, quelques voluptés. Mais avant d'avoir obtenu ces jouissances, étions- nous moins sains, moins robustes, moins intelligens, moins heureux? Ces frivoles avantages, si cruellement obtenus, si inégalement par¬ tagés, si opiniâtrement disputés, valent-ils une goutte du sang qu'on a versé & qu'on versera?2» Viele Zeitgenossen griffen Raynals Gedanken eifrig auf und verbreiteten sie weiter. So betont etwa Justin Girod-Chantras am Schluss seines «Voyage d'un suisse dans différen¬ tes colonies d'Amérique»1 die Nachteile für die damaligen Kolonialmächte und prangert den Sklavenhandel an. Er lobt seine Heimat, weil sie in keine solchen Abenteuer und Verbrechen verstrickt war, und fragt den Leser: «Comptera-t-on pour des biens quelques pro¬ ductions dont on ne peut se pourvoir sans détruire plusieurs peuples à la fois, qu'un luxe insatiable demande & que l'humanité refuse, qui ne nourissent personne & qui coûtent la vie à un si grand nombre d'infortunés4?»
Die Kaufleute dachten über die Kolonien anders. Die Entdeckungen hatten ihnen ein sich ständig erweiterndes Betätigungsfeld eröffnet. Der Handel mit den neuen Ländern war zwar mit vielen Risiken verbunden. Bei Gelingen warf er aber grossen Gewinn ab und zog darum immer wieder neue unternehmungslustige Leute an. In der ersten Zeit führte man aus Übersee vor allem Edelmetalle, Gewürze, Korallen, Perlen und ähnliche exotische Güter ein. Mit der Entwicklung der Kolonien und dem Aufbau der von Negersklaven bewirtschafteten Plantagen bezog man aus der Neuen Welt immer grössere Mengen an Zucker, Kaffee, Tabak, Gewürzen, Baumwolle, Indigo und anderen Kolonialwaren. Dafür versorgte man die Siedler in Übersee mit wichtigen Gütern aus den Mutterländern. Das Verhältnis zwischen den Kolonien und Europa führte im Lauf des 18. Jahrhunderts zu einer engen wirtschaftlichen Verflechtung.


Missionsausstellungen




09.01.2016

Adriaan François Lammens (1767-1847)

19 Saturday May 2012
Posted by Carl Haarnack in 19th century books, Dutch books
flora & fauna, kolonisatie, plantages, religie, Slavery

Bijdragen tot de Kennis van de Kolonie Suriname. Tijdvak 1816 to 1822. Door Mr Adriaan François Lammens. Amsterdam: Vrije Universiteit,1982
Over de geschiedenis van Suriname is nog lang niet alles gezegd. Veel daarvan ligt nog verborgen in archieven, dagboeken, brieven en ongepubliceerde manuscripten. In het Surinaams Museum in Paramaribo worden in achttien banden de Memoires en onuitgegeven werken van Adriaan François Lammens bewaard. Mr Adriaan François Lammens (1767-1847) speelde een belangrijke rol in het koloniaal bestuur van Suriname aan het begin van de 19e eeuw. Precies dertig jaar geleden (in 1982) werd een deel van het manuscript van Lammens door de Vrije Universiteit Amsterdam en het Koninklijk Institituut voor Taal-, Land- en Volkenkunde (KITLV) gepubliceerd. Het werk van Lammens is een rijke bron van informatie over het leven in Suriname aan het begin van de 19e eeuw. Belangrijk hierbij is dat Lammens ook veel informatie geeft over het leven in de stad Paramaribo. Tot dan toe gingen de meeste verhandelingen meer over hetgeen zich op de plantages afspeelde.



Stadsplan Paramaribo ca. 1767 (Tirion)

Lammens was geen vluchtige bezoeker die, zoals veel van zijn voorgangers, een oppervlakkige beschrijving geeft van hetgeen hij om zich heen zag. Hij verbleef bijna twintig jaar (1816-1835) in Suriname en was er o.m. President van het Hof van Justitie en het Militaire Gerechtshof. Door tijdgenoten zoals Teenstra wordt Lammens omschreven als één der eerlijkste en verdienstelijkste ambtenaren van de kolonie. Hoewel hij natuurlijk deel uitmaakte van de elite die het systeem van de slavernij in stand hield was hij tegelijkertijd kritisch over de uitwassen er van. Hij veroordeelt de onbetamelijke en wrede wijze waarop sommige eigenaren hun slaven behandelen. Lammens wijst bijvoorbeeld op het doodschieten van een slavin door directeur Balfour van plantage Berlijn die daarvoor ‘aan het zwaard der gerechtigheid of aan de koord’ ontsnapte.



Plantage Berlijn

Het verval van de Kolonie komt door dat de gemaakte winsten naar Nederland worden doorgesluisd: “De Kolonie is als een melkkoe, welke men steeds melkt, en die men bijna niet te eten geeft.” In zijn opvattingen over slaven onderscheidt hij zich niet van zijn tijdgenoten. De slaaf is traag en lui, zo stelt Lammens, maar zijn afkeer van werken heeft hij afgekeken van zijn meester. De negerslaaf “vormt het eenig werksaam deel der bevolking, in het belang van Nederland, zonder hen bestond de kolonie niet.”

In het eerste deel beschrijft Lammens de geografie van het land. Lammens heeft zelf ook deelgenomen aan tochten naar Nickerie, hij bevoer de Corantijn en de Marowijne. Interessant zijn ook de beschrijvingen van verschillende wandeltochten door en om Paramaribo. De weg naar de plantage Ma Retraite, met aan weerszijden Kombées of tuinen, is beplant met sinaasappelbomen, manjebomen, zuurzak en broodbomen. Van Ma Retraite loopt men naar de plantage Tourtonne waarvan men in een half uur weer in de Gravenstraat komt. Deze laan door een wild bos en is met hoge bomen beplant.

Nog interessanter wordt het als Lammens de bevolking van de kolonie onder de loep neemt. Zo beschrijft hij dat de blanke inwoners zich verre houden van de kleurlingen en met verachting op hen neerkijken. Zij stellen ‘den neger verre boven den mulat (kleurling, ch)’. De kleurling verenigt volgens de blanken de gebreken van blank en zwart. Dat is volgens Lammens niet alleen onstaatkundig maar ook dom (als de kleurlingen en de zwarte bevolking zouden samenspannen zouden de blanken geen schijn van kans hebben) en ongerijmt.

Jeriman (uit: Benoit, Voyage a Surinam, 1839)/ Stoffverkau


08.01.2016

Jemima Wyman's Camouflage


Jemima Wyman  As seen by Dicky Chapelle, US special forces and 
their interpreter drink tea and discuss politics with a South Vietnamese 
Buddhist monk, near Khanh Hung, South Vietnam, 1962  2012
Showing at Milani gallery from 7 -21 October is a solo exhibition by Australian artist Jemima Wyman. The gallery is showing recent works based on her travels abroad which have the underlying themes of camouflage and political unrest. There are a couple of craft/sculpture based works but generally it is an exhibition of paintings. Her works are an eclectic mixing of references to current events using an Impressionistic painting style via the iconic pattern of military camouflage. This is a very post-modern style reminiscent of Gordon Bennett’s work which it may or may not be worth noting, is a member of the Milani stable.
Jemima Wyman As seen by Susan Meiselas, Muchachos await the 
counterattack by the National Guard, Matagalpa, Nicaragua, 
1978-79  2012
What is the value of art? Coming to see this exhibition we find that there are two types of values; artistic value and market value. They both seem to be operating independently from each other as they been since the invention of the art gallery or more accurately, since the commoditisation of aesthetic objects. Here we see a perfect example of art in the context of commerce. You find yourself analysing the content of art works yet look at where it is hung then think “I wonder how much these works fetch for?”. 


Milani Gallery installation view.
Being in the Milani gallery and stable, I would think these works would be worth more than the average Joe Bloe art school graduate’s. Not to take away anything from Wyman, she has a particular voice and style that has been snapped up by art market, no doubt boosted by her recent inclusion in the Liverpool Bienalle. But this is the commonplace nature of art in a capitalist society and it has to be said that Jemima’s place as an artist stands in between art and market.  The prestige of Milani representation cannot be overlooked as it affects the reception of these works from the beginning and my particular reception is a negative one. The monetary value of her work does not match up to the work’s artistic value. Buyers of these works would be paying for her voice or style and her commoditised potential, the common grounding to which will guarantee a stable rise in market value of the works and Jemima Wyman’s who was once an emerging artist seem to have blended in seamlessly in the background of the high-stakes art market which one must agree is a beneficial way of being included in the grand narratives of art history.

07.01.2016

Das Ornament der Menge Oberflächenerscheinungen der gegenwärtigen Protestkultur

Hito Steyerl
1.
Die unscheinbaren Oberflächenäußerungen einer Epoche stellen den wichtigsten Beitrag zu ihrer Analyse dar, schreibt Siegfried Kracauer 1927.[1] Gerade die Untersuchung der alltäglichen Phänomene, sowie der mehr oder weniger gewöhnlichen Gegenstände und Praxen der Alltagskultur ermögliche, so Kracauer, Einsicht in die Verfasstheit einer bestimmten Ära. In diesem Text geht es daher um Praxen, Repräsentationen und Denkbilder, die im Alltag gegenwärtiger Protestbewegungen verwendet werden, sowie darum, welche impliziten Aussagen sie sowohl über den Charakter des gegenwärtigen Kapitalismus als auch über ihr eigenes Selbstverständnis treffen.

2.
Die karnevalesken Aktionen der verschiedenen Pink and Silver Gruppen sind ein weit verbreitetes Element der gegenwärtigen Demonstrationen gegen die kapitalistische Globalisierung. Die in rosa- und silberfarbige Gewänder gehüllte Menschengruppe wogt im Sambatakt schwingend heran und verbreitet eine uniforme gute Laune, die den Umständen entsprechend auch ins leicht Bedrohliche tendieren kann. Je nach Perspektive ähneln die als Feen und Zauberwesen verkleideten Tanzverbände der Karikatur einer Cheerleadergruppe oder – nach eigener Aussage – einer Zirkusparodie der uniformierten Militärmarschkapellen, die Regimenter in die Schlacht begleiten. Die Gruppe versteht sich als offene und flexible „Straßen-Guerilla-Karneval-Truppe“, deren Aktionen spaßorientiert, kreativ, fröhlich, fluid und unvermittelt sein sollen. Welche Bedeutung aber haben diese Formen einer physisch artikulierten, militärisch-karnevalesken Selbstorganisation? Welche Bilder produzieren die Protestbewegungen von sich und vom gegenwärtigen Kapitalismus?

In dem erwähnten Aufsatz beschreibt Kracauer das Phänomen der Tiller-Girls, einer populären Revuetruppe der 1920er Jahre. Ihre Erscheinung auf der Bühne der Populärkultur ist für ihn ein Anzeichen einer Selbstorganisation der Masse zum Ornament, eine Musterbildung, die sich in Stadien und Kabaretts ereignet. Die Ornamente der Masse gleichen Luftaufnahmen und geometrischen Diagrammen, das organische Moment ist aus ihnen getilgt und aus dem Revueensemble wird eine Anordnung paralleler Striche, in denen die natürliche Gestalt aufgelöst wird. Für Kracauer sind die Tiller-Girls – ein durchrationalisiertes Konglomerat aus ornamental arrangierten Beinen und anderen fragmentierten Körperteilen – jedoch nur ein Symptom oder, wie er es nennt, ein Reflex der damaligen Produktionsverhältnisse. Sie bilden ein Ornament der Masse, das auf eine Rationalisierung von Körpern und Bewegungsabläufen verweist, die geradewegs aus den fragmentierten Arbeitsabläufen in Büro und Fabrik stammt.

03.01.2016

Renzo Martens / Institute for Human Activities A Lucky Day





WATCH TV REPORT
ZDF aspekte, Apr 24, 2015

Wir freuen uns Renzo Martens erste Einzelausstellung in Deutschland anzukündigen. Das von Martens geleitete INSTITUTE FOR HUMAN ACTIVITIES (IHA) präsentiert neueste Skulpturen des Cercle d’art des Travailleurs des Plantations Congolaises (Congolese Plantation Workers Art League). Einst beflügelte die Ausdruckskraft kongolesischer Skulpturen die europäische Avantgarde. Reger Handel verteilte sie auf Museumssammlungen weltweit, während gleichzeitig die künstlerische Produktion vor Ort im Kongo mit der kolonialen Besatzung vor über hundert Jahren endete. Nun initiiert IHA seit 2012 eine Künstlerkolonie 800 Kilometer östlich von Kinshasa, nahe einer ehemaligen Unilever-Plantage im Regenwald. Subsistenzbauern und Plantagenarbeiter haben hier damit begonnen, Selbstportraits anzufertigen. Sieben Plastiken, die im Januar 2015 entstanden, zeigen wir nun erstmals bei KOW. Zeitgleich werden sie in der Galerie Fons Welters in Amsterdam ausgestellt.     

Künstlerische Kritik an den Lebens- und Arbeitsbedingungen im Kongo scheint an diesen Bedingungen bislang nichts zu ändern. Die globale Ungleichheit wird im Gegenteil noch einmal zementiert, wo Armut und Ausbeutung den Rohstoff für eine kritische Kulturproduktion liefern, die letztlich Jobs und Profite in Metropolen wie London und Berlin generiert, nicht in Kinshasa oder gar auf den entlegenen Plantagen. Renzo Martens weithin diskutierter Film „Episode III: Enjoy Poverty“, der 2004 bis 2008 im Kongo entstand, führte diesen Mechanismus exemplarisch vor – und entsprach ihm doch selbst. Mit ihrer Initiative fragen Martens und IHA nun, ob er sich umkehren lässt. Kann künstlerische Kritik ihre ökonomischen und sozialen Effekte an den Orten entfalten, über die sie spricht, und an denen diese Effekte, Geld und Selbstbestimmung, dringend gebraucht werden? IHAs Kunstzentrum ist der Ursprungsort einer neuen Künstlergeneration und ihrer ästhetischen Produktion, in der Plantagenarbeiter ihre Gefühle und die Kritik an ihren Lebensumständen ins Werk setzen und dabei unterdrückte kulturelle Traditionen wieder aufgreifen und unter veränderten Vorzeichen weiterentwickeln.

Die Kooperation zwischen der Congolese Plantation Workers Art League und dem Institute for Human Activities zielt auf eine nachhaltige Entwicklung vor Ort und zugleich auf eine internationale Rezeption und Distribution der entstehenden Werke, die das IHA koordiniert. Die im Januar entstandenen Plastiken wurden aus Tonerde gefertigt, eingescannt und aus den digitalen Datensätzen in Amsterdam, dem größten Kakao-Umschlaghafen der Welt, von einem 3D-Drucker reproduziert. Abgüsse dieser zweiten Urform wurden von Chocolatiers in belgischer Schokolade gefertigt. Der Rohstoff für diese Schokolade stammt unter anderem aus den umliegenden Plantagen im Kongo und ist neben Palmöl und Kautschuk die einzige Verbindungslinie zwischen dem Weltmarkt und den Arbeitern, ihr einziges Medium der globalen Kommunikation. Entspricht ein Kilogramm Kakaobohnen für sie üblicherweise einem Wert von etwa 25 Cent – bei einem Monatseinkommen von rund 20 Euro – repräsentiert das gleiche Kilo einen mehrere hunderfach höheren Wert, wenn ihm Emotionen hinzugefügt werden und die Schokolade auf den Kunstmarkt gehandelt wird.        

Von der Plantagenarbeit können die Autorinnen und Autoren der Werke nicht leben, also leben sie nun von der kritischen Auseinandersetzung mit Plantagenarbeit. Gewinne aus dem Verkauf der Skulpturen gehen an die Plantation Workers Art League und ändern Einkommen und Infrastruktur vor Ort. Neben den Editionen, die KOW anbietet, vertreibt IHA zwei unlimitierte Multiples, die zum Preis von 39,95€ erhältlich sind (HIER BESTELLEN). Zeitgleich mit unserer Ausstellung eröffnen Renzo Martens und IHA einen Projektraum in den KW INSTITUTE FOR CONTEMPORARY ART. Während fünf Wochen sollen hier Partnerschaften geknüpft und Gelder eingeworben werden, aber auch zahlreiche Gespräche und öffentliche Veranstaltungen den diskursiven Rahmen der Initiative abstecken. KW, einst selbst aus dem Engagement von KulturproduzentInnen entstanden, kann Ressourcen und Diskussionen bündeln und für die Projektentwicklung im Kongo nutzbar machen. KOW zeigt Renzo Martens, bislang als konzeptueller Filmemacher bekannt, als sechstes Kapitel der Ausstellungsreihe ONE YEAR OF FILMMAKERS.