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16.04.2011

But mama she just said





papa was a rolling stone

It was the third of september
That day I'll always remember, yes I will
'cause that was the day that my daddy died

Never had a chance to see him, no
Never heard nothing but bad things about him
Mama, I'm depending on you to tell me the truth
Mama just hung her head and said

[chorus]
"papa was a rollin' stone
Wherever he laid his hat was his home
And when he died
All he left us was alone"
[repeat]

Hey, mama, is it true what they say
That papa never worked aday in his life
Some bad talk going around sayin'
Papa had three outside children
And another wife
That ain't right

Heard some talk about papa and his storefront
Preachin'
Talkin' about saving souls and all the time
Leachin'
And dealing in dirt
Stealin' in the name of the Lord

But mama she just said

[chorus]

Say I heard my papa was a jack of all trades
Is that what papa sent to an early grave?
Folks say papa would beg, borrow or steal just
To pay his bills
Hey, mama, folks say papa was never much in thinkin'
Spent most of his time chasin' women and drinkin'
But mother, I'm depending on you
To tell me the truth

But my mama she just said

02.03.2011

Kracauer: Ornament der Masse




‚Mit den Tillergirls hat es begonnen. Diese Produkte der amerikanischen Zerstreuungsfabriken sind keine einzelnen Mädchen mehr, sondern unauflösliche Mädchenkomplexe, deren Bewegungen mathematische Demonstrationen sind. Während sie sich in den Revuen zu Figuren verdichten, ereignen sich auf australischem und indischen Boden, von Amerika zu schweigen, in immer demselben dichtgefüllten Stadion Darbietungen von gleicher geometrischer Genauigkeit. Das kleinste Örtchen, in das sie noch gar nicht gedrungen sind, wird durch die Filmwochenschau über sie unterrichtet. Ein Blick auf die Leinwand belehrt, dass die Ornamente aus Tausenden von Körpern bestehen, Körpern in Badehosen ohne Geschlecht. Der Regelmäßigkeit ihrer Muster jubelt die durch die Tribünen gegliederte Menge zu.‘
Siegfried Kracauer, Das Ornament der Masse, Frankfurt am Main 1977, 50-63

Kracauer stellt das Phänomen des ornamentalen Kollektivkörpers in einen Zusammenhang mit dem kapitalistischen Produktionsprozess. „Den Beinen der Tillergirls entsprechen die Hände in der Fabrik.“ Vielleicht konnte es ihm 1927 noch nicht auffallen, dass alle drei großen Ideologien der zwanziger und dreißiger Jahre in ihren ästhetischen Produkten die Masse als Ornament vorführten: nicht nur der amerikanische Kapitalismus, sondern auch der sowjetische Kommunismus und der deutsche Nationalsozialismus.
Alle drei politisch-ideologischen Systeme, die in diesen Jahrzehnten miteinander konkurrierten und schließlich durch den deutschen Faschismus in die Weltkatastrophe gejagt wurden, gebrauchten Körperbilder und ornamentale Strukturen in Massenszenen, die sich verblüffend ähneln. Die romantisierte Lebenswelt der amerikanischen Kavalleriesoldaten in John Fords Western der dreißiger bis fünfziger Jahre präsentiert sich uns in absolut vergleichbaren Bilder- und Männerwelten wie in Leni Riefenstahls Wehrmachtsfilm von 1935 (Tag der Freiheit – Unsere Wehrmacht).