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28.01.2016

Palenque / Afrokolumbianer


San Basilio de Palenque

Statue des Benkos Bioho auf dem Hauptplatz in Palenque
San Basilio de Palenque ist ein zur Stadt Mahates gehörendes sogenanntes Palenque-Dorf im Verwaltungsgebiet Bolívar im Norden von Kolumbien mit ca. 3.500 Einwohnern.
Es wird für das erste freie Dorf in Südamerika gehalten.[1] Palenque bezeichnet eine von entlaufenen Sklaven gegründete Siedlung. San Basilio de Palenque ist das einzige dieser Dörfer, das heute noch besteht. Seine Einwohner sind hauptsächlich Afrokolumbianer, welche Nachfahren der afrikanischen Sklaven sind. Wegen der isolierten Lage haben sich dort viele althergebrachte Bräuche und Traditionen bewahrt. Dies äußert sich in einer eigenen Musikkultur,[2] zu der die nur hier vorkommende Zeremonialtrommel pechiche gehört, die zur Liedbegleitung bei Begräbnissen geschlagen wird. Auch Palenquero, die einzige spanischbasierte Kreolsprache in Lateinamerika, wird dort noch gesprochen.
2005 wurde der Kulturraum von San Basilio de Palenque von der UNESCO zum Meisterwerk des mündlichen und immateriellen Erbes der Menschheit erklärt und 2008 in die Repräsentative Liste des immateriellen Kulturerbes der Menschheit eingetragen.[3]
Weblinks
Website des Palenque de Sao Basilio
Aufrechterhaltung der afro-kolumbianischen Kultur in San Basilio de palenque Global Voices, 12. November 2009, abgerufen am 5. Mai 2012
Einzelnachweise
HLA Genes in Afro-American Colombians (San Basilio de Palenque): The First Free Africans in America. The Open Immunology Journal, 2009, 2, 59-66, abgerufen am 5. Mai 2012 (PDF; 1,5 MB).
Jende Ri Palenge-People of Palenque(2CD+DVD). amazon.de, abgerufen am 5. Mai 2012.
http://www.unesco.org/culture/ich/index.php?lg=en&pg=00011&RL=00102




Palenquero ist eine in Kolumbien gesprochene spanisch-basierte Kreolsprache. Sie wird in San Basilio de Palenque gesprochen, einem etwa 50 Kilometer im Landesinneren von Cartagena de Indias (im Departamento de Bolívar) gelegenen Dorf, das von entflohenen afrikanischen Sklaven um die Jahrhundertwende 16./17. Jahrhundert gegründet wurde. Ursprünglich gab es mehrere palenques (aus Holzpfählen errichtete Wehranlagen – palos) in der Region. Jedoch wurden die anderen von Milizen der Sklavenhalter angegriffen und zerstört.



Afrokolumbianer
Kolumbianer mit afrikanischen Vorfahren bilden heute 21 % der Bevölkerung, davon sind 14 % Mulatten, 4 % Schwarze und 2 % Zambos. Sie konzentrieren sich mehrheitlich an den Küstenregionen des Landes. Die Bezeichnung Afrokolumbianer ist problematisch, weil afro in Lateinamerika nur in Bezug auf Kultur verwendet wird (zum Beispiel afro-brasilianische Religion), nicht in Bezug auf Personen.
Geschichte der afrikanischen Sklaven in Kolumbien
Die ersten Afrikaner erreichten das heutige Kolumbien mit den spanischen Konquistadoren. Einer von ihnen war Ñuflo de Olano, der mit Vasco Núñez de Balboa den Pazifik erreichte. Im Jahre 1534 räumte die spanische Krone dem Konquistador Francisco de Lugo das Recht ein, schwarze Sklaven in die Provinz Santa Marta zu bringen.
In den folgenden drei Jahrhunderten kamen mehrere hunderttausend afrikanische Sklaven über Cartagena oder einen anderen Weg nach Neu-Granada, wo etwa die Hälfte von ihnen verblieb. Einige arbeiteten als Haussklaven auf dem Lande oder in den städtischen Haushalten der Oberschicht. Ohne die schwarzen Sklaven wäre die Entwicklung der Haciendas an der Atlantikküste und im Caucatal sowie der Zuckermühlen in Kolumbien, Boyaca und Cundinamarca, nicht möglich gewesen. Darüber hinaus mussten afrikanische Arbeitskräfte in den Goldminen Antioquias und des Choco arbeiten.
Im Laufe der Zeit gelang es immer wieder einzelnen Sklaven zu fliehen. Die unwegsame kolumbianische Topographie erleichterte die Bildung sogenannter Palenques. Hierbei handelte es sich um schwer zugängliche Siedlungen der Schwarzen. Sie dienten auch als Ausbildungszentren für die ersten Guerillatruppen in Kolumbien. Viele Palenques blieben aufgrund der feindlichen Umgebung zwar relativ instabil, doch eine ganze Reihe von ihnen konnte sich bis zum Ende der Kolonialzeit halten. Noch heute existiert 70 km von Cartagena entfernt ein Dorf mit Nachkommen entlaufener Sklaven, San Basilio de Palenque. Ein großer Teil der Bevölkerung spricht Palenquero, das einzige spanischbasierte Kreolisch in Lateinamerika.
Literatur
Paula Moreno–Zapata: Colombia: Afro–Colombians. In Carole Boyce Davies (Hrsg.): Encyclopedia of the African Diaspora: Origins, Experiences, and Culture. A-C. Volume 1. ABC–CLIO, Santa Barbara 2008, ISBN 978-1-85109-705-0, S. 314–320