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31.07.2015

Indigoterie



Illustration représentant une indigoterie, extraite du Tome 2 de l'Histoire générale des Antilles, 4 vols, Paris, 1667

Indien
Indigoanbau in Indien ist seit der Antike belegt. Die Pflanze wird in Sanskrit als Nila bezeichnet (Nil in Hindi).[3] In der Mitte des 19. Jahrhunderts hatten europäische Kapitalisten („Pflanzer“) in Britisch-Indien damit begonnen, im Bereich des permanent settlement von den örtlichen Großgrundbesitzern (Zamindar) Anbaurechte mittels sogenannter Tinkathia-Pachtverträge zu erwerben und die Bauern (raiyat) dazu zu verpflichten, 3/20stel ihres besten Landes mit der Indigo-Pflanze zu bebauen. Die Bauern mussten für den Erwerb des Saatguts zu verzinsende Vorschüsse durch Mittelsmänner akzeptieren, wobei betrügerische Verträge und Zinssätze von 50-500 % üblich waren. Die Pächter erhielten jedoch keinen Garantiepreis, sondern einen zur Erntezeit festgesetzten, der unter dem Marktwert lag. Problematisch war auch, dass sich Indigo nicht in die reguläre Fruchtfolge einbinden ließ. Der Farbstoff wurde in örtlichen Fabriken weiterverarbeitet. Als sich für die Pflanzer (thikadari) und ihre Mittelsmänner der Verkauf von Indigo nicht mehr rentierte, verlangten sie von den Bauern „Ablöse“ (tawan) und Pachtzuschläge (sharahbeshi). Die ausbeuterischen Praktiken führten 1859-62 zu den sogenannten Indigo-Unruhen. Die letzten Reste des Tinkathia wurden erst 1917/18 nach der Champaran-Kampagne (nord-östliches Bihar) Mohandas Gandhis abgeschafft.

Indigoanbau und Sklaverei
Der Indigoanbau erforderte viel Handarbeit, allerdings nicht ganz so viel wie der Anbau von Zuckerrohr oder Reis. Auf die Saat (April) folgten auf dem nordamerikanischen Festland Anfang Juli ein erster Schnitt und Ende August oft ein zweiter Schnitt. Zu den Arbeiten, die beim Indigoanbau anfielen, gehörte das Vorbereiten, Pflügen, Hacken und Einebnen der Felder, das Säen, Unkrautziehen und erneutes Pflügen zum Belüften des Bodens. Nach dem Schnitt, der kurz vor der Blüte erfolgt, musste die Pflanze in Stücke geschnitten, gebündelt und am selben Tag noch weiterverarbeitet werden. Die Weiterverarbeitung umfasste das Wässern in Wannen oder Bottichen, wo sich der Farbstoff von der Pflanze löste und infolge eines Gärprozesses die erwünschte blaue Farbe erlangte. In dieser Phase war die Verarbeitung des Indigo besonders widerwärtig; der stinkende (und nach Ansicht vieler Zeitgenossen gesundheitsschädliche) Sud musste, nachdem er vom Rest der Pflanze abgegossen worden war, über Stunden hinweg unablässig gestampft werden, damit der Farbstoff sich vom Wasser trennte und in Flocken auf den Wannenboden niederschlug. Nach dem Abgießen des Wassers wurde der Farbstoff, der nun eine Pudding-artige Konsistenz hatte, in Stoffsäcke gelöffelt, um darin über Nacht weiter Wasser zu verlieren. Am nächsten Tag wurde die Masse in Formen gegeben, erneut gepresst und getrocknet, und schließlich in Würfel geschnitten.[6] Auf den Indigoplantagen der nordamerikanischen Kolonien arbeiteten von Anfang an Sklaven. Die Spanier hatten beim Indigoanbau zunächst indianische Sklaven eingesetzt, waren dann jedoch zu der Überzeugung gelangt, dass die Krankheiten, an denen diese in großer Zahl starben, durch die Indigoverarbeitung verursacht seien. Die Indianer wurden daraufhin durch Sklaven ersetzt, die direkt aus Afrika importiert waren. Auch in den französischen und britischen Kolonien arbeiteten auf den Indigoplantagen afrikanischstämmige Sklaven. Da die europäischen Kolonialherren wenig Erfahrung mit der Pflanze hatten, trug die Expertise dieser Sklaven, die mit dem Indigoanbau häufig bereits aus Afrika vertraut waren, zum Aufstieg der amerikanischen Indigoproduktion in erheblichem Umfang bei. Anders als in vielen anderen Arbeitsbereichen wurden die Sklaven auf den Indigoplantagen in South Carolina und Georgia nach dem Task-System eingesetzt, d. h. sie arbeiteten nicht unter einem Aufseher eine bestimmte Anzahl von Stunden in der Kolonne (Gang-System), sondern erhielten für jeden Tag definierte Aufgaben, was ihnen eine gewisse Verfügungsgewalt über ihre Zeit gab, die sie ja auch zur Bewirtschaftung ihrer Versorgungsgärten und -felder benötigten. Die Anbau- und Verarbeitungszyklen von Indigo und Reis ließen es zu, beide Pflanzen gleichzeitig von denselben Sklaven kultivieren zu lassen.

28.07.2015

Fabrics Stained with Colonial Blues

by Philip A Hartigan on July 27, 2015




Jovencio de la Paz, “Endless Flight I,” batik, natural indigo and applique on cotton, 44″ x 36.5″ (all photos by the author for Hyperallergic)

CHICAGO — The color indigo has been used for thousands of years to dye fabric with an inimitable, lustrous blue, the blue of a warm night sky or a shimmering ocean. Manufacturing the color has also been bound up with forced human labor or slavery, whether in India or Asia, where the source plant originated, or the Americas, where it was imported and where indigo production in the late 1700s was as economically valuable as sugar and cotton. (The blue areas of the first American flags were dyed with indigo, almost certainly produced by the hands of slaves in the southern US states.) It is this duality — the color’s beauty and its intimate connection with human degradation — that artist Jovencio de la Paz explores in his current exhibition of batik works, Endless Flight.