Posts mit dem Label literatur werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label literatur werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

21.05.2017

„The Rebellion of the Girls: Reflections for an Embodied Decolonization“

Nadia Celis

Die Literaturwissenschaftlerin Nadia Celis hielt im Rahmen des SoCaRe Nachwuchsworkshops am 23.03.2013 einen Keynote-Vortrag mit dem Titel „The Rebellion of the Girls: Reflections for an Embodied Decolonization“. In ihrem Vortrag ging Nadia Celis der Frage nach, wie die karibische Kolonialgeschichte als eine verkörperlichte Erfahrung verstanden werden kann. Widerstand und Körperbewusstsein, so ihre These, müssen in diesem Kontext jenseits eines Butler’Schen Symbolismus zusammengedacht werden.


20.08.2016

Radioscript: Ein Raum und keine Linie

 KULTUR UND GESELLSCHAFT 
  
 Reihe :  LITERATUR    0.05 Uhr  
 Titel der Sendung: Ein Raum und keine Linie  
       
 Wie Literatur Grenzen erkundet
 

Regie: ((das Folgende mit Meeresrauschen unterlegen - 
immer wieder einblenden))

Sprecher: Im Anfang schuf Gott Himmel und Erde; die Erde aber war 
wüst und wirr. 

Erzählerin: Die allererste Landkarte wurde wahrscheinlich von dem im 
6. Jahrhundert vor Christus lebenden Vorsokratiker 
Anaximander gezeichnet.

Sprecher: Gott sprach: Es werde Licht.

Erzählerin: Die Karte ist nicht erhalten. Erhalten aber ist das Wissen, 
dass Anaximander ein völlig neues Konzept in die 
Metaphysik einbrachte: das Apeiron - eine 
Wortkombination aus dem Affix -a und dem  griechischen 
Wort peiras, 'Begrenzung'.

Sprecher: Dann sprach Gott: Ein Gewölbe entstehe mitten im 
Wasser und scheide Wasser von Land. So geschah es 
und Gott nannte das Gewölbe Himmel.

Erzählerin: Das Apeiron ist demnach das Unbegrenzte - das bei 
Anaximander als Quelle des Begrenzten bezeichnet wird.

Sprecher: Dann sprach Gott: Das Wasser unterhalb des Himmels 
sammle sich an einem Ort. Damit das Trockene sichtbar 
werde. Das Trockene nannte Gott Land, und das 
angesammelte Wasser nannte er Meer. 

Regie: ((Meeres/Wassergeräusche hier allmählich 
ausblenden))

Sprecherin 1:  ((I stand at the edge where earth touches ocean
      Where the two overlap
      A gentle coming together
      At other times and places a violent clash))

    Ich stehe an der Stelle, wo sich Erde und Ozean berühren
      die beiden sich überlappen
      Ein sanftes Zusammentreffen
Zu anderen Zeiten, an anderen Orten ein gewaltsamer 
Clash
((Gloria Anzaldua: Borderlands. La Frontera. The New Mestiza. 
Aunt Lute Books, San Francisco, 2012. S. 23, 4 Zeilen. 
übersetzung: Claudia Kramatschek))


Erzählerin: Noch nie - so schreibt die Historikerin Astrid Nunn im 
Vorwort zu ihrem Band 'Mauern' - wurden so viele 
Grenzen verhandelt, festgelegt und bewacht wie jetzt. 
Rund 250.000 Kilometer Länge umfassen die Grenzen, 
die es derzeit gibt auf der Welt. Eine von ihnen ist die 
zwischen Mexiko und USA.

Sprecherin 1:  ((Across the border in Mexico
      Stark silhouette of houses gutted by waves,
      Cliffs crumbling into the sea,
      Silver waves marbled with spume
      Gashing a hole under the border fence.))

    Jenseits der Grenze in Mexiko
kahle Häusersilhouetten, ausgehöhlt von den Wellen,
Felsen bröckeln ins Meer,
Silberne, von Schaum marmorierte Wellen
höhlen ein Loch unter den Zaun der Grenze.
((Anzaldua: Borderlands. La Frontera. S. 23, 5 Zeilen. 
übersetzung: Claudia Kramatschek))

Erzählerin: Einst bildete der Rio Grande die natürliche Grenze 
zwischen Mexiko und den USA. Mittlerweile gilt sie als die 
bestgesicherte der Welt: Meterhohe Metallzäune, 
Stacheldraht, Nachtsichtgeräte, Infrarotkameras. 

Sprecherin 1:  ((I press my hand to the steel curtain -
Chainlink fence crowned with rolled barbed wire -
Rippling from the sea where Tijuana touches San Diego
Unrolling over mountains
And plains
And deserts,
This Tortilla Curtain turning into el Rio Grande
Flowing down to the flatlands
Of the Magic Valley of South Texas
Its mouth emptying into the Gulf.))

Ich presse meine Hand an den Stahl-Vorhang -
Maschendrahtzaun mit einer Krone aus gerolltem 
Stacheldraht -
Der sich kräuselt, vom Meer, wo Tijuana San Diego 
berührt,
Und sich entrollt 
über Berge
Und Ebenen
Und Wüsten.
Dieser Tortilla-Vorhang mündet in den Rio Grande 
Und fliesst hinab in das Flachland
Das magische Tal von Süd-Texas
Wo sein Maul sich in den Golf ergiesst.
((Anzaldua: Borderlands. La Frontera. S. 24, 10 Zeilen. 
übersetzung: Claudia Kramatschek))

Radioscript: Ein Raum und keine Linie

 KULTUR UND GESELLSCHAFT 
  
 Reihe :  LITERATUR    0.05 Uhr  
 Titel der Sendung: Ein Raum und keine Linie  
       
 Wie Literatur Grenzen erkundet
 

Regie: ((das Folgende mit Meeresrauschen unterlegen - 
immer wieder einblenden))

Sprecher: Im Anfang schuf Gott Himmel und Erde; die Erde aber war 
wüst und wirr. 

Erzählerin: Die allererste Landkarte wurde wahrscheinlich von dem im 
6. Jahrhundert vor Christus lebenden Vorsokratiker 
Anaximander gezeichnet.

Sprecher: Gott sprach: Es werde Licht.

Erzählerin: Die Karte ist nicht erhalten. Erhalten aber ist das Wissen, 
dass Anaximander ein völlig neues Konzept in die 
Metaphysik einbrachte: das Apeiron - eine 
Wortkombination aus dem Affix -a und dem  griechischen 
Wort peiras, 'Begrenzung'.

Sprecher: Dann sprach Gott: Ein Gewölbe entstehe mitten im 
Wasser und scheide Wasser von Land. So geschah es 
und Gott nannte das Gewölbe Himmel.

Erzählerin: Das Apeiron ist demnach das Unbegrenzte - das bei 
Anaximander als Quelle des Begrenzten bezeichnet wird.

Sprecher: Dann sprach Gott: Das Wasser unterhalb des Himmels 
sammle sich an einem Ort. Damit das Trockene sichtbar 
werde. Das Trockene nannte Gott Land, und das 
angesammelte Wasser nannte er Meer. 

Regie: ((Meeres/Wassergeräusche hier allmählich 
ausblenden))

Sprecherin 1:  ((I stand at the edge where earth touches ocean
      Where the two overlap
      A gentle coming together
      At other times and places a violent clash))

    Ich stehe an der Stelle, wo sich Erde und Ozean berühren
      die beiden sich überlappen
      Ein sanftes Zusammentreffen
Zu anderen Zeiten, an anderen Orten ein gewaltsamer 
Clash
((Gloria Anzaldua: Borderlands. La Frontera. The New Mestiza. 
Aunt Lute Books, San Francisco, 2012. S. 23, 4 Zeilen. 
übersetzung: Claudia Kramatschek))


Erzählerin: Noch nie - so schreibt die Historikerin Astrid Nunn im 
Vorwort zu ihrem Band 'Mauern' - wurden so viele 
Grenzen verhandelt, festgelegt und bewacht wie jetzt. 
Rund 250.000 Kilometer Länge umfassen die Grenzen, 
die es derzeit gibt auf der Welt. Eine von ihnen ist die 
zwischen Mexiko und USA.

Sprecherin 1:  ((Across the border in Mexico
      Stark silhouette of houses gutted by waves,
      Cliffs crumbling into the sea,
      Silver waves marbled with spume
      Gashing a hole under the border fence.))

    Jenseits der Grenze in Mexiko
kahle Häusersilhouetten, ausgehöhlt von den Wellen,
Felsen bröckeln ins Meer,
Silberne, von Schaum marmorierte Wellen
höhlen ein Loch unter den Zaun der Grenze.
((Anzaldua: Borderlands. La Frontera. S. 23, 5 Zeilen. 
übersetzung: Claudia Kramatschek))

Erzählerin: Einst bildete der Rio Grande die natürliche Grenze 
zwischen Mexiko und den USA. Mittlerweile gilt sie als die 
bestgesicherte der Welt: Meterhohe Metallzäune, 
Stacheldraht, Nachtsichtgeräte, Infrarotkameras. 

Sprecherin 1:  ((I press my hand to the steel curtain -
Chainlink fence crowned with rolled barbed wire -
Rippling from the sea where Tijuana touches San Diego
Unrolling over mountains
And plains
And deserts,
This Tortilla Curtain turning into el Rio Grande
Flowing down to the flatlands
Of the Magic Valley of South Texas
Its mouth emptying into the Gulf.))

Ich presse meine Hand an den Stahl-Vorhang -
Maschendrahtzaun mit einer Krone aus gerolltem 
Stacheldraht -
Der sich kräuselt, vom Meer, wo Tijuana San Diego 
berührt,
Und sich entrollt 
über Berge
Und Ebenen
Und Wüsten.
Dieser Tortilla-Vorhang mündet in den Rio Grande 
Und fliesst hinab in das Flachland
Das magische Tal von Süd-Texas
Wo sein Maul sich in den Golf ergiesst.
((Anzaldua: Borderlands. La Frontera. S. 24, 10 Zeilen. 
übersetzung: Claudia Kramatschek))

05.05.2015

Voltaire's Candide and Cacambo meeting a maimed slave near Suriname

This scene depicts Voltaire's Candide and Cacambo meeting a maimed slave near Suriname. The caption says, "It is at this price that you eat sugar in Europe". The slave that utters the remark has had his hand cut off for getting a finger stuck in a millstone and his leg removed for trying to run away.

20.12.2014

The Allure of Ugliness Is the unattractive female character ascending?

By Will Boast

Literature—unlike TV and film, essentially free of visual images—should offer a forum in which we can examine the lives of women without immediate appraisals of appearance. Yet the women who appear in our fiction are also unrealistically, disproportionately beautiful. From Pamela to Emma, Daisy Miller to Daisy Buchanan—the likes of poor Jane Eyre are wildly outnumbered. As Adelle Waldman has argued on the New Yorker’s Page Turner blog, our most perceptive, fair-minded novelists recognize beauty as construct and contrivance, “a subject with profound repercussions for both men and women,” but most writers still casually create female characters who are near-perfect specimens anyway. Lionel Shriver, writing in New York magazine, talks about the temptation fiction writers face to “describe primary characters (especially women) as physically striking—on the assumption that […] being eye-catching will make them more likable.” In genre fiction, market pressures can be explicit. The fantasy writer Erika Johansen says that, while her novel The Tearling was in submission, several editors asked if she might revise her ordinary-looking heroine to “make her pretty.” More than 150 years after Brontë, sympathy for a female character is still yoked to physical beauty.

A critical study of literary and popular fiction, however, argues that the less-than-beautiful heroine has lately been ascendant. In Plain & Ugly Janes: The Rise of the Ugly Woman in Contemporary American Fiction, editor and scholar Charlotte M. Wright plucks out a “thin but discernible thread of plain, at times even homely, heroines” and traces it to contemporary works by Alison Lurie, Russell Banks, Lorie Moore, Katherine Dunn, and others. The less-than-beautiful woman has been allowed to step out of her supporting roles as spinster and old maid and into stories of her own, Wright argues. For Wright, this movement represents a critique of our beauty-mad culture—one made most sharply when writers create female characters who aren’t just plain but explicitly ugly.




One such writer—not included in Wright’s survey but in many ways an exemplar of her argument—is the Swiss-German novelist, Peter Stamm, who with his recently published seventh work of fiction, All Days Are Night, has now produced two novels in a row centered on the complex, often subversive figure that is the ugly woman. Stamm is well established in Europe, where his methodical storytelling and precise, ultra-spare prose have garnered him several important literary prizes. He finally gained wider recognition in the U.S. with his last novel, Seven Years (2010). Its narrator, Alex, a handsome student of architecture, begins dating his colleague Sonia. She is intelligent, cultured, and so stunning that when she walks into a café, “the whole place turned to stare.” Simultaneously, Alex begins an affair with Ivona, an illegal Polish immigrant and Sonia’s opposite in nearly every way. Alex and Sonia marry and start an architectural firm together. But Sonia is sexually reserved—“like one of those dolls whose clothes are sewn onto their bodies”—and Alex can’t keep himself from continuing to visit Ivona.