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12.10.2010

SCHWEIZER SKLAVENHALTER

NEUCHATEL

Pierre-Alexandre du Peyrou(Sklavenhalter, 1729–1794), der sich im 18. Jahrhundert zusammen mit seiner Mutter in Neuenburg niedergelassen hatte, war zu seiner Zeit, gemessen an der Kaufkraft, Milliardär. Sein ganzes Vermögen stammte von Sklavenplantagen auf Surinam, die bereits sein Vater gegründet hatte und die ihm jährlich bis zu 120 000 Pfund einbrachten (ein besser gestellter Neuenburger Lehrer verdiente damals rund 30 Pfund im Jahr). Du Peyrou war sowohl mit Jean-Jacques Rousseau als auch mit Voltaire befreundet. Er unterstützte die Humanisten wie auch die Französische Revolution, dennoch blieben für den in Neuenburg als Wohltäter gefeierten du Peyrou die Sklaven ein Leben lang nichts anderes als eine Ware.
Der Neuenburger Pierre Alexandre DuPeyrou (1729-1794) erbt von seinem Vater, der in Surinam Gerichtsrat war, einige Plantagen mitsamt Sklaven in Surinam. In den Händen der Familie DuPeyrou befinden sich noch weitere Plantagen dort. DuPeyrou wird dank seinen Plantagen zu einem für seine Zeit enorm reichen Mann. Aus einer einzige Plantage bezieht er jährlich zwischen 24'000 und 40'000 Livres, was dem Tausendfachen eines damaligen Lehrergehalts in Neuchâtel entspricht. Der Bau seines eigenen Privatpalastes, das Hôtel DuPeyrou an der Avenue DuPeyrou in Neuchâtel, kostet mehr als eine Million Livres.

Ein weltumspannendes Textilimperium hat sich der Neuenburger Jacques-Louis Pourtalès (1722-1814) aufgebaut. Unter seiner Kontrolle stehen Fabriken in Neuchâtel und Frankreich, welche bedruckte Baumwollstoffe, sogenannte Indiennes, produzieren, die in Afrika gegen Sklaven eingetauscht werden. Die grösste Fabrik des Kantons Neuchâtel ist Pourtalès Fabrique-Neuve de Cortaillod, sie beschäftigt mehr als 700 Arbeiter und produziert bis zu 45'000 Indiennes jährlich. Er besitzt auch eine Niederlassung in Indien, wo er direkt Rohstoffe für die Tücherproduktion bezieht. Diese bedruckten Stoffe liefert er an europäische Sklavenschiffe.