Die Kompanie existierte von 1682 bis zu ihrer Auflösung durch den preußischen König Friedrich&details/Brandenburgisch-Afrikanische Compagnie.html#160;I. (1686–1713) im Jahr 1711. Die Handelskompanie gilt außerdem als erste deutsche Aktiengesellschaft.
Die Gründung dieser ersten deutschen Handelskompanie hing eng mit dem Wirken des in brandenburgischen Diensten stehenden Holländers Raule und der forcierten Entwicklung der kurbrandenburgischen Marine unter dem Kurfürsten Friedrich Wilhelm (1640–1686) zusammen.
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Vorgeschichte
Auch Brandenburg-Preußen unter Friedrich Wilhelm beanspruchte im Konzert der großen Mächte einen neuen Platz. Vorbild für die Brandenburger war dabei die kleine Republik der Niederlande, die durch den Überseehandel und eine großen Handelsflotte zu einer dominierenden Handels- und Wirtschaftsmacht aufgestiegen waren. Der Kurfürst plante bereits 1651 die Gründung einer ostasiatischen Handelskompanie, fand jedoch dafür keine Investoren. Dennoch gab der Kurfürst seine kolonialen Ambitionen nicht auf.
Auf Betreiben des holländischen Kaufmanns und Schiffsreeders Benjamin Raule[1] fand im Sommer 1680 die erste Expedition nach Afrika unter brandenburgischer Flagge statt. Der Kurfürst stellte für dieses Unternehmen nur die Besatzung der beiden Schiffe und seine Flagge zur Verfügung; Kosten und Risiko lagen allein bei Raule und seinen Gesellschaftern. Der eigentliche kurfürstliche Auftrag lautete, an der Küste von Guinea Gold, Elfenbein, Getreide und Sklaven zu erhandeln und diese Waren zum Verkauf in Lissabon, Cádiz beziehungsweise „unter der Hand“ feilzubieten. Dieser Expedition gelang es im Mai 1681, an der Goldküste zwischen Axim und dem Kap der drei Spitzen einen Handelsvertrag mit den dortigen afrikanischen Stämmen abzuschließen. Inhalt des Vertrages war, dass die Brandenburger binnen Jahresfrist einen bewaffneten Handelsstützpunkt aufbauen durften und die dort ansässigen Afrikaner ihre Waren ausschließlich den Brandenburgern feilbieten würden.
Geschichte
Gründung der Gesellschaft 1682
Nach der Rückkehr der ersten Expedition im August 1681 trat der Große Kurfürst aufgrund dieses Erfolges für die Fortsetzung des Afrika-Projektes ein. Am 7. März 1682 verkündete er mit dem „Edict wegen Octroyierung der aufzurichtenden Handelscompagnie auf denen Küsten von Guinea“ die Gründung der „Handelscompagnie auf denen Küsten von Guinea“Die Gesellschaft wurde mit einem Grundkapital von 50.000 Reichstalern ausgestattet, wovon 48.000 Taler gezeichnet wurden. Die später in „Brandenburgisch-Afrikanische Handelskompagnie (BAC)“ umbenannte Handelskompanie erhielt für 30 Jahre das brandenburgische Monopol für den Handel in Westafrika mit Pfeffer, Elfenbein, Gold und Sklaven sowie das Recht, eigene Stützpunkte anzulegen. Die Besatzung und die Ausrüstung dafür stellte der Kurfürst zur Verfügung. Außerdem gewährte der Kurfürst der Gesellschaft das Recht, im Namen des Kurfürsten eigene Verträge mit der einheimischen Bevölkerung zu schließen. Die Gesellschaft besaß eine eigene Gerichtsbarkeit, durfte eigenes Militär unterhalten und Verteidigungskriege in Übersee führen. Die „BAC“ wurde an den europäischen Höfen durch den Kurfürsten mitvertreten. Jeder, der eine Aktie im Mindestnennwert von 200 Talern erwarb, konnte Teilhaber der Gesellschaft werden. Der tatsächliche Einfluss auf die Gesellschaft richtete dann sich aber nach der Höhe der Einlage. So besaß man erst ab einen Nennwert von 1.000 Talern eine Stimme. Allen Angestellten der Kompanie war es streng verboten, in Übersee privaten Handel zu betreiben. Die Aufsicht über die Kompanie führte der jeweilige brandenburgische Kurfürst.