Ornament-Werden - Weiblichkeit - Frauenarbeit - Sterotypisierung - Textilität - Suriname - Sklaverei - Kotomisi - Plantocrcacy - Repräsentation - Postkolonialismus - Schweiz - Dreieckshandel - Curaçao - Dutch Colonialism - Coolitude - Plantagenökonomie
Posts mit dem Label usa werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label usa werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
23.12.2016
20.08.2016
Manifest Destiny
This painting shows "Manifest Destiny" (the belief that the United States should expand from the Atlantic to the Pacific Ocean. In 1872 artist John Gast painted a popular scene of people moving west that captured the view of Americans at the time. Called "Spirit of the Frontier" and widely distributed as an engraving portrayed settlers moving west, guided and protected by Columbia (who represents America and is dressed in a Roman toga to represent classical republicanism) and aided by technology (railways, telegraph), driving Native Americans and bison into obscurity. It is also important to note that Columbia is bringing the "light" as witnessed on the eastern side of the painting as she travels towards the "darkened" west.
Datum 1872
Quelle Jared Farmer
Urheber John Gast (painter)
Der Fortschritt Amerikas (John Gast, ca. 1872). Allegorische Darstellung des Manifest Destiny. Die Figur Columbia personifiziert die USA, die den amerikanischen Siedlern das Licht der „Zivilisation“ nach Westen trägt, und Indianer und wilde Tiere vertreibt. Der Mississippi River ist überwunden. Columbia zieht einen Telegraphendraht und hält ein Schulbuch in der rechten Hand.[1]
Unter Manifest Destiny („offensichtliche Bestimmung“) versteht man eine amerikanische Doktrin des 19. Jahrhunderts. Sie besagt, dass die USA einen göttlichen Auftrag zur Expansion hätten, insbesondere über die Mitte des 19. Jahrhunderts bestehende westliche Grenze in Richtung Pazifik. Die Redewendung, die so viel wie offensichtliches (oder unabwendbares) Schicksal bedeutet, hatte der New Yorker Journalist John L. O’Sullivan 1845 in einem Artikel der Zeitschrift „The United States Democratic Review“ geprägt, als er schrieb, es sei „die offenkundige Bestimmung der Nation, sich auszubreiten und den gesamten Kontinent in Besitz zu nehmen, den die Vorsehung uns für die Entwicklung des großen Experimentes Freiheit und zu einem Bündnis vereinigter Souveräne anvertraut hat.“ Manifest Destiny war nie eine bestimmte Politik oder Ideologie; es war ein allgemeiner Begriff, der Elemente des amerikanischen Exzeptionalismus, Nationalismus und Expansionismus in einem übergreifenden Sendungsbewusstsein vereinigte. In dieser Tradition ist auch die Erforschung und geplante „Eroberung“ des Weltraums zu sehen.[2]
Viele amerikanische Pioniere verfochten die Meinung, die Ideale der Freiheit und der Nation seien von weitreichender Bedeutung und müssten in die neuen Länder gebracht werden, indem sie die Reichweite der Nation (und damit ihrer Grenzen) erweiterten. Zwei Jahrhunderte zuvor hatte der Gouverneur der Massachusetts Bay Colony John Winthrop behauptet, seine Kolonie sei die Stadt auf dem Berg und werde dem Rest der Welt die Lebensweise einer freien gottgemäßen Gesellschaft demonstrieren. In Fortführung dieser Idee argumentierten viele, es sei ein göttlicher Auftrag, die USA über den gesamten nordamerikanischen Kontinent auszudehnen. Das Young America Movement unter Franklin Pierce unterstützte diese Vision aktiv. Den Hintergrund bildete die religiöse Auffassung, die Weißen seien für diesen Auftrag prädestiniert.
Theorie und Praxis
Im Jahr 1846 verwendeten Politiker diese Redewendung, um die territoriale Expansion über den gesamten nordamerikanischen Kontinent zu rechtfertigen, indem sie ein Missionsbewusstsein in der Bevölkerung schürten. Theoretisch bestand die Absicht, allen Völkern die Ideale der Demokratie und der Zivilisation zu vermitteln; praktisch bedeutete sie häufig den Ausschluss der indigenen Amerikaner und der Menschen mit nichteuropäischen Vorfahren.
Die Westexpansion
Als die US-Bürger nach Westen vorrückten, waren schwere Konflikte sowohl mit den indigenen Amerikanern als auch mit Mexiko unvermeidlich. Bereits schwer durch Krankheiten dezimiert, waren die Indianer nicht im Stande, dem endlosen Strom weißer Siedler und dem begleitenden Militär Widerstand entgegenzusetzen; der indianische Niedergang und die Indianerkriege bilden dunkle Kapitel der amerikanischen Geschichte. Der Konflikt mit Mexiko war weniger dramatisch, aber er brachte den US-Siedlern enormen Landgewinn. Präsident Polk dokumentierte in seinen Tagebüchern seinen festen Entschluss, jedes mexikanische Territorium in Besitz zu nehmen, das in US-Hand fiel.
Als die USA das Manifest Destiny soweit erfüllt hatten, dass sie das Land bis zum pazifischen Ozean vollständig besetzt hatten, waren die britischen Reeder gezwungen, ihren Betrieb nach Norden in die geringer besiedelte kanadische Gegend zu verschieben.
Auswirkungen
Die Konsequenzen der Westexpansion gegen Ende des 19. Jahrhunderts waren vermutlich weiter reichend, als ihre Beförderer zuvor je ahnen konnten. Die Entdeckung von Gold 1849 (siehe Goldrausch) und anderer Minerale beschleunigte das Wachstum des Wohlstandes und des Reichtums einiger weniger Industrieller. Der Amerikanische Bürgerkrieg und die Sklavenbefreiung förderten eine weitere Einwanderung in die neuen Länder des Westens.
Der Glaube an das Manifest Destiny war einer der treibenden Faktoren des mexikanisch-amerikanischen Krieges 1846–1848, in dem die späteren Staaten Nevada, Arizona, Utah, Kalifornien und New Mexico erobert wurden.
Am 2. Dezember 1845 verkündete US-Präsident James K. Polk dem Kongress, dass die Monroe-Doktrin konsequent durchzusetzen sei und dass die USA ihre Sphäre im Westen aggressiv erweitern würden. Das Manifest Destiny und viele Aussagen betreffs einer moralischen, politischen und häufig rassischen Überlegenheit dienten dazu, die Deportation der Indianer zu rechtfertigen. Ähnliche Lehren, wie z. B. Die Bürde des weißen Mannes von Rudyard Kipling, wurden gleichzeitig von den Europäern anderswo in der Welt verwendet, um koloniale Eroberungen in Afrika und Asien zu rechtfertigen.
Die Bezeichnung „Manifest Destiny“ wird auch manchmal in Kanada erwähnt, wenn es um die kanadisch-amerikanischen Beziehungen geht. Einige Kanadier sind der Auffassung, dass die USA nie wirklich ihr Ziel der Erfüllung des Manifest Destiny durch eine Eingliederung Kanadas aufgegeben haben.
Literatur
• Sam W. Hayes, Christopher Morris (Hrsg.): Manifest Destiny and Empire: American Antebellum Expansionism. Texas A&M University Press, College Station, Texas 1997, ISBN 0-89096-756-3.
• Reginald Horsman: Race and Manifest Destiny: The Origins of American Racial Anglo-Saxonism. Harvard University Press, Cambridge, Massachusetts 1981, ISBN 0-674-74572-8.
• Frederick Merk: Manifest Destiny and Mission in American History: A Reinterpretation. Knopf, New York 1963.
• Anders Stephanson: Manifest Destiny: American Expansionism and the Empire of Right. Hill and Wang, New York 1995, ISBN 0-8090-6721-8.
• Albert K. Weinberg: Manifest Destiny: A Study of Nationalist Expansionism in American History. Johns Hopkins, Baltimore 1936.
• Jürgen Heideking: Geschichte der USA. 3. Auflage, Franke, Tübingen 2003, ISBN 3-8252-1938-0, S. 145–146.
• Udo Sautter: Geschichte der Vereinigten Staaten von Amerika. Kröner, Stuttgart 2006, ISBN 3-520-44307-4, S. 191–195.
• Howard Zinn: Eine Geschichte des Amerikanischen Volkes. Nikol, Hamburg 2013, ISBN 978-3-86820-192-5, S. 127–168.
Datum 1872
Quelle Jared Farmer
Urheber John Gast (painter)
Der Fortschritt Amerikas (John Gast, ca. 1872). Allegorische Darstellung des Manifest Destiny. Die Figur Columbia personifiziert die USA, die den amerikanischen Siedlern das Licht der „Zivilisation“ nach Westen trägt, und Indianer und wilde Tiere vertreibt. Der Mississippi River ist überwunden. Columbia zieht einen Telegraphendraht und hält ein Schulbuch in der rechten Hand.[1]
Unter Manifest Destiny („offensichtliche Bestimmung“) versteht man eine amerikanische Doktrin des 19. Jahrhunderts. Sie besagt, dass die USA einen göttlichen Auftrag zur Expansion hätten, insbesondere über die Mitte des 19. Jahrhunderts bestehende westliche Grenze in Richtung Pazifik. Die Redewendung, die so viel wie offensichtliches (oder unabwendbares) Schicksal bedeutet, hatte der New Yorker Journalist John L. O’Sullivan 1845 in einem Artikel der Zeitschrift „The United States Democratic Review“ geprägt, als er schrieb, es sei „die offenkundige Bestimmung der Nation, sich auszubreiten und den gesamten Kontinent in Besitz zu nehmen, den die Vorsehung uns für die Entwicklung des großen Experimentes Freiheit und zu einem Bündnis vereinigter Souveräne anvertraut hat.“ Manifest Destiny war nie eine bestimmte Politik oder Ideologie; es war ein allgemeiner Begriff, der Elemente des amerikanischen Exzeptionalismus, Nationalismus und Expansionismus in einem übergreifenden Sendungsbewusstsein vereinigte. In dieser Tradition ist auch die Erforschung und geplante „Eroberung“ des Weltraums zu sehen.[2]
Viele amerikanische Pioniere verfochten die Meinung, die Ideale der Freiheit und der Nation seien von weitreichender Bedeutung und müssten in die neuen Länder gebracht werden, indem sie die Reichweite der Nation (und damit ihrer Grenzen) erweiterten. Zwei Jahrhunderte zuvor hatte der Gouverneur der Massachusetts Bay Colony John Winthrop behauptet, seine Kolonie sei die Stadt auf dem Berg und werde dem Rest der Welt die Lebensweise einer freien gottgemäßen Gesellschaft demonstrieren. In Fortführung dieser Idee argumentierten viele, es sei ein göttlicher Auftrag, die USA über den gesamten nordamerikanischen Kontinent auszudehnen. Das Young America Movement unter Franklin Pierce unterstützte diese Vision aktiv. Den Hintergrund bildete die religiöse Auffassung, die Weißen seien für diesen Auftrag prädestiniert.
Theorie und Praxis
Im Jahr 1846 verwendeten Politiker diese Redewendung, um die territoriale Expansion über den gesamten nordamerikanischen Kontinent zu rechtfertigen, indem sie ein Missionsbewusstsein in der Bevölkerung schürten. Theoretisch bestand die Absicht, allen Völkern die Ideale der Demokratie und der Zivilisation zu vermitteln; praktisch bedeutete sie häufig den Ausschluss der indigenen Amerikaner und der Menschen mit nichteuropäischen Vorfahren.
Die Westexpansion
Als die US-Bürger nach Westen vorrückten, waren schwere Konflikte sowohl mit den indigenen Amerikanern als auch mit Mexiko unvermeidlich. Bereits schwer durch Krankheiten dezimiert, waren die Indianer nicht im Stande, dem endlosen Strom weißer Siedler und dem begleitenden Militär Widerstand entgegenzusetzen; der indianische Niedergang und die Indianerkriege bilden dunkle Kapitel der amerikanischen Geschichte. Der Konflikt mit Mexiko war weniger dramatisch, aber er brachte den US-Siedlern enormen Landgewinn. Präsident Polk dokumentierte in seinen Tagebüchern seinen festen Entschluss, jedes mexikanische Territorium in Besitz zu nehmen, das in US-Hand fiel.
Als die USA das Manifest Destiny soweit erfüllt hatten, dass sie das Land bis zum pazifischen Ozean vollständig besetzt hatten, waren die britischen Reeder gezwungen, ihren Betrieb nach Norden in die geringer besiedelte kanadische Gegend zu verschieben.
Auswirkungen
Die Konsequenzen der Westexpansion gegen Ende des 19. Jahrhunderts waren vermutlich weiter reichend, als ihre Beförderer zuvor je ahnen konnten. Die Entdeckung von Gold 1849 (siehe Goldrausch) und anderer Minerale beschleunigte das Wachstum des Wohlstandes und des Reichtums einiger weniger Industrieller. Der Amerikanische Bürgerkrieg und die Sklavenbefreiung förderten eine weitere Einwanderung in die neuen Länder des Westens.
Der Glaube an das Manifest Destiny war einer der treibenden Faktoren des mexikanisch-amerikanischen Krieges 1846–1848, in dem die späteren Staaten Nevada, Arizona, Utah, Kalifornien und New Mexico erobert wurden.
Am 2. Dezember 1845 verkündete US-Präsident James K. Polk dem Kongress, dass die Monroe-Doktrin konsequent durchzusetzen sei und dass die USA ihre Sphäre im Westen aggressiv erweitern würden. Das Manifest Destiny und viele Aussagen betreffs einer moralischen, politischen und häufig rassischen Überlegenheit dienten dazu, die Deportation der Indianer zu rechtfertigen. Ähnliche Lehren, wie z. B. Die Bürde des weißen Mannes von Rudyard Kipling, wurden gleichzeitig von den Europäern anderswo in der Welt verwendet, um koloniale Eroberungen in Afrika und Asien zu rechtfertigen.
Die Bezeichnung „Manifest Destiny“ wird auch manchmal in Kanada erwähnt, wenn es um die kanadisch-amerikanischen Beziehungen geht. Einige Kanadier sind der Auffassung, dass die USA nie wirklich ihr Ziel der Erfüllung des Manifest Destiny durch eine Eingliederung Kanadas aufgegeben haben.
Literatur
• Sam W. Hayes, Christopher Morris (Hrsg.): Manifest Destiny and Empire: American Antebellum Expansionism. Texas A&M University Press, College Station, Texas 1997, ISBN 0-89096-756-3.
• Reginald Horsman: Race and Manifest Destiny: The Origins of American Racial Anglo-Saxonism. Harvard University Press, Cambridge, Massachusetts 1981, ISBN 0-674-74572-8.
• Frederick Merk: Manifest Destiny and Mission in American History: A Reinterpretation. Knopf, New York 1963.
• Anders Stephanson: Manifest Destiny: American Expansionism and the Empire of Right. Hill and Wang, New York 1995, ISBN 0-8090-6721-8.
• Albert K. Weinberg: Manifest Destiny: A Study of Nationalist Expansionism in American History. Johns Hopkins, Baltimore 1936.
• Jürgen Heideking: Geschichte der USA. 3. Auflage, Franke, Tübingen 2003, ISBN 3-8252-1938-0, S. 145–146.
• Udo Sautter: Geschichte der Vereinigten Staaten von Amerika. Kröner, Stuttgart 2006, ISBN 3-520-44307-4, S. 191–195.
• Howard Zinn: Eine Geschichte des Amerikanischen Volkes. Nikol, Hamburg 2013, ISBN 978-3-86820-192-5, S. 127–168.
Borderlands/La Frontera
Borderlands/La Frontera: The New Mestiza ist ein semi-autobiographisches Werk von Gloria E. Anzaldúa. Das Buch erschien 1987 im Verlag Aunt Lute Books. Thema von Borderlands sind die unsichtbaren Grenzen, die zwischen verschiedenen Gruppen im Grenzbereich zwischen den USA und Mexiko existieren: US-Bürger - Mexikaner/Chicanos, Männer - Frauen, Heterosexuelle - Homosexuelle.
Das Buch ist unterteilt in zwei Teile. Der erste in Prosa geschriebenen Teil ist untergliedert in sieben Abschnitte, in denen sie Autobiographisches mit der Geschichte der US-amerikanisch-mexikanischen Grenze und essayhaften Passagen über ihre Weltanschauung verbindet. Der zweite Teil des Buches besteht aus einer Sammlung von 38 Gedichten, die in sechs Gruppen unterteilt sind.
Das Buch lässt sich keiner der üblichen literarischen Kategorien zuordnen. Es verbindet aus der Perspektive einer lesbischen Feministin, einer Chicana-Tejana, Autobiographisches, Themen der Zeitgeschichte, historisch-kulturgeschichtliche Exkurse, Reflexionen über die aztekische Mythologie und Kultur, aus denen sie dann ihre Theorien über die „Neue Mestizin“, eine „Bewusstsein des Mestizen“ (Mestiza consciousness) und über „Grenzen“ und „Grenzgänger“ entwickelt.
Inhalt
Borderlands beginnt mit einem Gedicht über das Meer, das Mexiko umgibt. Das Meer als eine natürliche Grenze soll als Kontrast zu den von Menschen geschaffenen, unnatürlichen Grenzen dienen. Eine solche unnatürliche Grenze stellt jene dar, welche die Vereinigten Staaten von Amerika und Mexiko trennt. Anzaldúa empfindet diese Grenze als befremdlich und beengend. Die Autorin spricht sogar von einer offenen Wunde („The U.S.-Mexican border es una herida abierta“[1]) Diese künstlich errichtete Grenze trennt nicht nur zwei Länder, sondern sie übt auch großen Einfluss, sowohl soziologisch als auch psychologisch, auf jene Menschen aus, die um sie herum leben müssen. Anzaldúa verwickelt den Leser tief in die Spannungen und Konflikte zwischen den Chicanos und den Weißen. Hierbei vermittelt sie bildhaft einen Eindruck von der Hilflosigkeit der Mestizen, die durch die U.S.-mexikanische Grenze in ihrem einstigen Vaterland nicht mehr akzeptiert bzw. geduldet werden.
Gemäß Anzaldúa dienen Grenzen dazu, das Gute vom Schlechten zu trennen, das Sichere vom Unsicheren, uns von denen. Den Mestizen ist es nicht gestattet, die Grenze zu überschreiten, egal ob legal oder illegal. Sie werden sodann vergewaltigt, verstümmelt, erdrosselt, vergast oder erschossen.[2] Nur Weiße und Reiche können die Grenze jederzeit überschreiten.
Labels:
disability,
gloria anzaldua,
grenze,
homosexualität,
identität,
mestiza,
Mestizaje,
mexiko,
migration,
usa
Radioscript: Ein Raum und keine Linie
KULTUR UND GESELLSCHAFT
Reihe : LITERATUR 0.05 Uhr
Titel der Sendung: Ein Raum und keine Linie
Wie Literatur Grenzen erkundet
Regie: ((das Folgende mit Meeresrauschen unterlegen -
immer wieder einblenden))
Sprecher: Im Anfang schuf Gott Himmel und Erde; die Erde aber war
wüst und wirr.
Erzählerin: Die allererste Landkarte wurde wahrscheinlich von dem im
6. Jahrhundert vor Christus lebenden Vorsokratiker
Anaximander gezeichnet.
Sprecher: Gott sprach: Es werde Licht.
Erzählerin: Die Karte ist nicht erhalten. Erhalten aber ist das Wissen,
dass Anaximander ein völlig neues Konzept in die
Metaphysik einbrachte: das Apeiron - eine
Wortkombination aus dem Affix -a und dem griechischen
Wort peiras, 'Begrenzung'.
Sprecher: Dann sprach Gott: Ein Gewölbe entstehe mitten im
Wasser und scheide Wasser von Land. So geschah es
und Gott nannte das Gewölbe Himmel.
Erzählerin: Das Apeiron ist demnach das Unbegrenzte - das bei
Anaximander als Quelle des Begrenzten bezeichnet wird.
Sprecher: Dann sprach Gott: Das Wasser unterhalb des Himmels
sammle sich an einem Ort. Damit das Trockene sichtbar
werde. Das Trockene nannte Gott Land, und das
angesammelte Wasser nannte er Meer.
Regie: ((Meeres/Wassergeräusche hier allmählich
ausblenden))
Sprecherin 1: ((I stand at the edge where earth touches ocean
Where the two overlap
A gentle coming together
At other times and places a violent clash))
Ich stehe an der Stelle, wo sich Erde und Ozean berühren
die beiden sich überlappen
Ein sanftes Zusammentreffen
Zu anderen Zeiten, an anderen Orten ein gewaltsamer
Clash
((Gloria Anzaldua: Borderlands. La Frontera. The New Mestiza.
Aunt Lute Books, San Francisco, 2012. S. 23, 4 Zeilen.
übersetzung: Claudia Kramatschek))
Erzählerin: Noch nie - so schreibt die Historikerin Astrid Nunn im
Vorwort zu ihrem Band 'Mauern' - wurden so viele
Grenzen verhandelt, festgelegt und bewacht wie jetzt.
Rund 250.000 Kilometer Länge umfassen die Grenzen,
die es derzeit gibt auf der Welt. Eine von ihnen ist die
zwischen Mexiko und USA.
Sprecherin 1: ((Across the border in Mexico
Stark silhouette of houses gutted by waves,
Cliffs crumbling into the sea,
Silver waves marbled with spume
Gashing a hole under the border fence.))
Jenseits der Grenze in Mexiko
kahle Häusersilhouetten, ausgehöhlt von den Wellen,
Felsen bröckeln ins Meer,
Silberne, von Schaum marmorierte Wellen
höhlen ein Loch unter den Zaun der Grenze.
((Anzaldua: Borderlands. La Frontera. S. 23, 5 Zeilen.
übersetzung: Claudia Kramatschek))
Erzählerin: Einst bildete der Rio Grande die natürliche Grenze
zwischen Mexiko und den USA. Mittlerweile gilt sie als die
bestgesicherte der Welt: Meterhohe Metallzäune,
Stacheldraht, Nachtsichtgeräte, Infrarotkameras.
Sprecherin 1: ((I press my hand to the steel curtain -
Chainlink fence crowned with rolled barbed wire -
Rippling from the sea where Tijuana touches San Diego
Unrolling over mountains
And plains
And deserts,
This Tortilla Curtain turning into el Rio Grande
Flowing down to the flatlands
Of the Magic Valley of South Texas
Its mouth emptying into the Gulf.))
Ich presse meine Hand an den Stahl-Vorhang -
Maschendrahtzaun mit einer Krone aus gerolltem
Stacheldraht -
Der sich kräuselt, vom Meer, wo Tijuana San Diego
berührt,
Und sich entrollt
über Berge
Und Ebenen
Und Wüsten.
Dieser Tortilla-Vorhang mündet in den Rio Grande
Und fliesst hinab in das Flachland
Das magische Tal von Süd-Texas
Wo sein Maul sich in den Golf ergiesst.
((Anzaldua: Borderlands. La Frontera. S. 24, 10 Zeilen.
übersetzung: Claudia Kramatschek))
Radioscript: Ein Raum und keine Linie
KULTUR UND GESELLSCHAFT
Reihe : LITERATUR 0.05 Uhr
Titel der Sendung: Ein Raum und keine Linie
Wie Literatur Grenzen erkundet
Regie: ((das Folgende mit Meeresrauschen unterlegen -
immer wieder einblenden))
Sprecher: Im Anfang schuf Gott Himmel und Erde; die Erde aber war
wüst und wirr.
Erzählerin: Die allererste Landkarte wurde wahrscheinlich von dem im
6. Jahrhundert vor Christus lebenden Vorsokratiker
Anaximander gezeichnet.
Sprecher: Gott sprach: Es werde Licht.
Erzählerin: Die Karte ist nicht erhalten. Erhalten aber ist das Wissen,
dass Anaximander ein völlig neues Konzept in die
Metaphysik einbrachte: das Apeiron - eine
Wortkombination aus dem Affix -a und dem griechischen
Wort peiras, 'Begrenzung'.
Sprecher: Dann sprach Gott: Ein Gewölbe entstehe mitten im
Wasser und scheide Wasser von Land. So geschah es
und Gott nannte das Gewölbe Himmel.
Erzählerin: Das Apeiron ist demnach das Unbegrenzte - das bei
Anaximander als Quelle des Begrenzten bezeichnet wird.
Sprecher: Dann sprach Gott: Das Wasser unterhalb des Himmels
sammle sich an einem Ort. Damit das Trockene sichtbar
werde. Das Trockene nannte Gott Land, und das
angesammelte Wasser nannte er Meer.
Regie: ((Meeres/Wassergeräusche hier allmählich
ausblenden))
Sprecherin 1: ((I stand at the edge where earth touches ocean
Where the two overlap
A gentle coming together
At other times and places a violent clash))
Ich stehe an der Stelle, wo sich Erde und Ozean berühren
die beiden sich überlappen
Ein sanftes Zusammentreffen
Zu anderen Zeiten, an anderen Orten ein gewaltsamer
Clash
((Gloria Anzaldua: Borderlands. La Frontera. The New Mestiza.
Aunt Lute Books, San Francisco, 2012. S. 23, 4 Zeilen.
übersetzung: Claudia Kramatschek))
Erzählerin: Noch nie - so schreibt die Historikerin Astrid Nunn im
Vorwort zu ihrem Band 'Mauern' - wurden so viele
Grenzen verhandelt, festgelegt und bewacht wie jetzt.
Rund 250.000 Kilometer Länge umfassen die Grenzen,
die es derzeit gibt auf der Welt. Eine von ihnen ist die
zwischen Mexiko und USA.
Sprecherin 1: ((Across the border in Mexico
Stark silhouette of houses gutted by waves,
Cliffs crumbling into the sea,
Silver waves marbled with spume
Gashing a hole under the border fence.))
Jenseits der Grenze in Mexiko
kahle Häusersilhouetten, ausgehöhlt von den Wellen,
Felsen bröckeln ins Meer,
Silberne, von Schaum marmorierte Wellen
höhlen ein Loch unter den Zaun der Grenze.
((Anzaldua: Borderlands. La Frontera. S. 23, 5 Zeilen.
übersetzung: Claudia Kramatschek))
Erzählerin: Einst bildete der Rio Grande die natürliche Grenze
zwischen Mexiko und den USA. Mittlerweile gilt sie als die
bestgesicherte der Welt: Meterhohe Metallzäune,
Stacheldraht, Nachtsichtgeräte, Infrarotkameras.
Sprecherin 1: ((I press my hand to the steel curtain -
Chainlink fence crowned with rolled barbed wire -
Rippling from the sea where Tijuana touches San Diego
Unrolling over mountains
And plains
And deserts,
This Tortilla Curtain turning into el Rio Grande
Flowing down to the flatlands
Of the Magic Valley of South Texas
Its mouth emptying into the Gulf.))
Ich presse meine Hand an den Stahl-Vorhang -
Maschendrahtzaun mit einer Krone aus gerolltem
Stacheldraht -
Der sich kräuselt, vom Meer, wo Tijuana San Diego
berührt,
Und sich entrollt
über Berge
Und Ebenen
Und Wüsten.
Dieser Tortilla-Vorhang mündet in den Rio Grande
Und fliesst hinab in das Flachland
Das magische Tal von Süd-Texas
Wo sein Maul sich in den Golf ergiesst.
((Anzaldua: Borderlands. La Frontera. S. 24, 10 Zeilen.
übersetzung: Claudia Kramatschek))
28.02.2011
One Drop Rule
"My father was a mulatto, my grandfather was a Negro, and my great grandfather a monkey. You see, Sir, my family starts where your's ends." French writer Alexandre Dumas pere, in response to a racial insult.
The One Drop Rule, also known as hypodescent, says that in American society if you are even part black African and look it you are considered to be all black African. One drop of African blood is enough to make you black.
The actress Halle Berry, for example, is half white. In Brazil she would be considered mixed, in South Africa, Coloured. But in America everyone regards her as black, the same as Naomi Campbell. The divisions of race are more extreme.
For hundreds of years America has been divided into black people and white people. To be white you have to look like a pure white European. If you look even partly African, you will be considered black.
Most white Americans see blacks, anyone who is visibly African, as inferior. In the past they used this to justify owning slaves. Today it justifies the inequality between the races.
Blacks make a distinction between light-skinned and dark-skinned – colourism – but whites for the most part do not. To whites black is black. That is what the One Drop Rule is all about.
It is not based on your family tree but on how you look.
How much black African blood can you have and still “look white”? If you are one-eighth African or less then you have a chance of looking white enough.
If you “look white” then you can “pass for white”. That would mean moving far away to some place where no one knows your family. Not everyone is willing to do that.
The rule means American blacks are not really a race in the common sense of the word: it includes not just people who are mostly African, but even those who are mostly European by blood!
And even many American whites themselves are hardly pure: more than a tenth are at least one-tenth African by blood according to the latest studies.
So while race is important in America, there are no pure races left!
To Americans, black and white, the One Drop Rule seems like common sense, but it is not applied to any other race. And it is not seen in other countries.
In most places where Europeans and Africans have mixed, the colour line is not so sharp. Those who are mixed are often recognized as being neither black nor white, but something in between – like the Coloureds in South Africa. What makes America so different?
White women.
In British India the colour line between the English and Indians did not harden till white women started coming from England.
The same happened in America. When the English came to America they brought their wives and daughters with them. Other Europeans, by and large, left them at home to keep them safe.
This meant that white men in America had a real chance to marry white and have white children. They had the luxury of disowning any mixed children they had because they would not be their only children. And if they did not disown them, their white wives would see to it that they did.
The One Drop Rule, also known as hypodescent, says that in American society if you are even part black African and look it you are considered to be all black African. One drop of African blood is enough to make you black.
The actress Halle Berry, for example, is half white. In Brazil she would be considered mixed, in South Africa, Coloured. But in America everyone regards her as black, the same as Naomi Campbell. The divisions of race are more extreme.
For hundreds of years America has been divided into black people and white people. To be white you have to look like a pure white European. If you look even partly African, you will be considered black.
Most white Americans see blacks, anyone who is visibly African, as inferior. In the past they used this to justify owning slaves. Today it justifies the inequality between the races.
Blacks make a distinction between light-skinned and dark-skinned – colourism – but whites for the most part do not. To whites black is black. That is what the One Drop Rule is all about.
It is not based on your family tree but on how you look.
How much black African blood can you have and still “look white”? If you are one-eighth African or less then you have a chance of looking white enough.
If you “look white” then you can “pass for white”. That would mean moving far away to some place where no one knows your family. Not everyone is willing to do that.
The rule means American blacks are not really a race in the common sense of the word: it includes not just people who are mostly African, but even those who are mostly European by blood!
And even many American whites themselves are hardly pure: more than a tenth are at least one-tenth African by blood according to the latest studies.
So while race is important in America, there are no pure races left!
To Americans, black and white, the One Drop Rule seems like common sense, but it is not applied to any other race. And it is not seen in other countries.
In most places where Europeans and Africans have mixed, the colour line is not so sharp. Those who are mixed are often recognized as being neither black nor white, but something in between – like the Coloureds in South Africa. What makes America so different?
White women.
In British India the colour line between the English and Indians did not harden till white women started coming from England.
The same happened in America. When the English came to America they brought their wives and daughters with them. Other Europeans, by and large, left them at home to keep them safe.
This meant that white men in America had a real chance to marry white and have white children. They had the luxury of disowning any mixed children they had because they would not be their only children. And if they did not disown them, their white wives would see to it that they did.
Labels:
Alexandre Dumas,
One Drop Rule,
racism,
Rasse diskriminierung,
usa
Abonnieren
Posts (Atom)





