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25.08.2016

[Die Farbe] tendiert dazu, eine Realität an sich zu werden

Jacques Rancière exemplifiziert das am Beispiel der Farbe: „In einem ethischen Regime wird die Farbe oft mit einem symbolischen Wert assoziiert. Im Regime der Repräsentation wird sie in der Hierarchie der Zeichnung untergeordnet. Das ästhetische Regime bricht mit dieser Unterordnung des kolorierten Stoffes unter die gezeichnete Form. Dabei modifiziert es die sinnliche Wahrnehmung der Farbe selbst … [Die Farbe] tendiert dazu, eine Realität an sich zu werden, ein Ereignis des Stoffs. Sie gilt für sich selbst …“[14] Analoges gilt natürlich auch für die Entwicklung der Musik, wie Rancière hervorhebt; auch hier entstand eine Musik, die keiner Funktion dient.
Rancière, Jacques (2008): Ist Kunst widerständig?, a.a.O., S. 44