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08.11.2015

Schweizer Unternehmensgeschichte in Afrika


Schweizer Unternehmensgeschichte in Afrika

«Da packte uns das Fernweh»
Im Sog von Basler Missionaren hatte sich im vergangenen Jahrhundert in Ghana und Nigeria der Handelskonzern UTC etabliert. Nach dem Rückzug 1998 blieben einige Schweizer Mitarbeiter in Nigeria hängen.
von Markus M. Häfliger, Lagos
7.11.2015, 05:30 Uhr


Im schmucklosen Sitzungszimmer eines Bürogebäudes im Industrieviertel Amuwo-Odofin in der nigerianischen Wirtschaftsmetropole Lagos treffen sich drei ältere Herren, um die Vergangenheit Revue passieren zu lassen. Draussen lärmt der Verkehr der grössten Stadt Afrikas. Die Fahrer von Sammeltaxis hupen gnadenlos, Billetteure hängen aus den Türen und rufen Fahrziele aus. Wenn die Kleinbusse anfahren, füllt Staub die klebrige Luft. John Schaer schliesst das Fenster und schaltet die Klimaanlage an.

Geschätzte Schweizer Qualität

John Schaer heisst eigentlich Johann Schär. Der Baselbieter heuerte 1977 am Sitz der Union Trading Company (UTC) in Basel an, um mit seiner Frau nach Westafrika auszuwandern. Zu dem Zeitpunkt beschäftigte die Firma in Nigeria 4000 Angestellte (davon 60 Schweizer) und erwirtschaftete einen Gewinn von 85 Mio. Fr.


Das Erdöl hatte Nigeria reich gemacht, die Nachfrage nach Autos, Haushaltwaren und Maschinen wuchs in zuvor ungeahntem Ausmass. Die UTC befriedigte den Bedarf über eine Warenhauskette, Eisenwarenläden, Garagen und mit Verkaufs- und Servicebetrieben für ganze Industrien. Die Firma vertrieb und wartete Getreidemühlen von Bühler aus Uzwil, Bäckereimaschinen von Rondo aus Burgdorf und Schindler-Lifte aus Ebikon. Schweizer Qualität galt etwas in Westafrika: von der Swissair, die viermal pro Woche nach Lagos flog (ausserdem nach Accra, Abidjan, Monrovia und Douala), über den mobilen Pannendienst der UTC bis zu firmeneigenen Wurstereien und Bäckereien. «Wer bei der UTC arbeitete, war stolz darauf», sagt Schär. Wenn er auf Dienstreisen an Strassensperren vorbeikam, winkten die Soldaten das UTC-Auto durch.

Schär, ein ehemaliger Automechaniker, ist der Gastgeber der Runde. Auf seiner Visitenkarte steht: Managing Director, Servipower Ltd. Die Firma importiert und wartet noch heute englische Dieselgeneratoren und Industriemotoren und ist eines der Unternehmen, deren Firmengeschichte auf die UTC zurückgehen. Das Basler Mutterhaus hatte seine nigerianischen Investitionen 1998 an ein einheimisches Konsortium veräussert. Neue Chefs, gleicher Betrieb, dachte sich Schär und blieb auf seinem Arbeitsplatz. Heute sagt er: «Ich bin der Chef hier.» Er hat muskulöse Arme, schwere Knochen und trägt die grauen Haare zu einem Rossschwanz zusammengebunden.

Wie Schär hätten sich auch seine beiden ehemaligen Kollegen nie träumen lassen, dass sie in Nigeria «hängenbleiben» würden, wie sie sagen. Rolf Streib war 1971 als 25-jähriger Textilfachmann nach Ghana gegangen. «Ich wollte Tarzanluft atmen», sagt er. Ghana war die afrikanische Heimat der UTC, deren Ursprünge auf die Basler Mission im 19. Jahrhundert an der Goldküste zurückgingen, wie Ghana damals hiess (vgl. Zusatzartikel). Aber in den 1970er Jahren begann in Ghana der wirtschaftliche Niedergang. Die UTC schlug das Kakaogeschäft unter Verlusten ab. Die meisten Ausländer verliessen das Land.

Streib ging nach Nigeria und gründete seine eigene Firma. In Lagos habe man den Erdölboom «gerochen», sagt er. «Ich wollte profitieren.» Er vertrieb Chemikalien, importierte und wartete Verpackungsmaschinen und Rieter-Textilmaschinen. Über 50 Fabriken waren seine Kunden, bevor chinesische Billigware den Markt überschwemmte und das Ende der westafrikanischen Textilbranche einläutete. Wenn es einmal nicht lief, handelte Streib mit diesem und jenem. Eine Zeitlang betrieb er in Lagos ein Detektivbüro. «Einmal», erzählt er, «erliess die Militärregierung Importbeschränkungen, aber wir erwarteten eine Lieferung österreichischen Apfelmost. Wir fuhren hinaus zum Schiff und brachten die Ware in Fischernetzen versteckt an Land.» Während es sich Streib komfortabel einrichten konnte, rackert sich Paul Hänni noch immer ab. Der Berner begann 1966 als 22-Jähriger bei der UTC. «Das Fernweh hatte mich gepackt», sagt er.

08.05.2011

Sokari Douglas Camp: Nigerian Woman Shopping


Sokari Douglas Camp, CBE (British, b.1958): Nigerian Woman Shopping, 1990

This faceless woman's presence is defined by the spangled print of the cloth wrapped around her. She would be invisible were it not for its bold stars and crescents. Douglas Camp notes that the design deliberately evokes a popular Dutch wax print whose star-and-crescent-moon pattern, produced in bold yellow and blue, was recognized to be derived from Arab sources. The Dutch textile company Vlisco has produced a series of prints for its West African clientele that are variations on this motif. The figure is anchored by a large bag of the kind colloquially referred to as a "Ghana must go" bag for its identification with the expulsion of displaced Ghanaian residents from Nigeria in the 1970s. Manufactured of woven plastic, such bags are often used for transporting cloth.

14.01.2011

Madras Handkerchiefs

    Für Ghana; Keta Cloth, Keta, Opobo. Baumwollgewebe in Leinenbindung, H 260 B 86 cm; 1920 - 30

    Für Sierra Leone; Handkerchief "Freetown Fancy", Opobo. Baumwollgewebe in Leinenbindung, H 94 B 92 cm; 1924 - 28

   Für Sierra Leone; Handkerchief "Freetown Fancy", Opobo. Baumwollgewegebe in Leinenbindung, H 89 B 89 cm; 1924 - 28

    Für Ghana; Handkerchief . Gewebe in Leinenbindung, Baumwolle und Kunstseide, H 88 B 92 cm; 1920 - 29

 Für Nigeria; Handkerchief, Opobo. Baumwollgewegebe in Leinenbindung, Seitenlänge 93 cm

  Für Nigeria; Handkerchief, Opobo. Baumwollgewegebe in Leinenbindung, H89 B 90 cm

  Für Nigeria; Handkerchief, Opobo. Baumwollgewegebe in Leinenbindung, H 82 B 89 cm; 1924-1928

   Für Nigeria; Handkerchief, Opobo. Baumwollgewegebe in Leinenbindung, H 97 B 93 cm; 1924 - 1928

   Für Nigeria; Handkerchief, Warri. Kunstseidengewebe in Leinenbindung, H 82 B 89 cm; 1920-29

 Für Nigeria; Handkerchief, Opobo. Baumwollgewegebe in Leinenbindung, H 94 B 91 cm; 1924 - 1928