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02.04.2016

Susto / Kulturgebundenes Syndrom

Susto, Espanto
Unter Susto versteht man sehr unterschiedliche und meist chronisch werdende Beschwerden, in der Regel nach einem heftigen und oft "übernatürlichen" Schrecken, der zum "Verlust der Seele" führt.
In einigen Fällen werden solch traumatische (seelisch verwundende) Ereignisse gar nicht selber erlebt. Manche erkranken auch, wenn andere, meist nahe Verwandte ein entsprechendes Erschrecken überfällt. Das äußert sich in innerer Unruhe, Anspannung, nervöser Hektik (Fachbegriff: Agitiertheit), in Anorexie (Magersucht), Schlafstörungen, Fieber, Diarrhoe (Durchfall), Verwirrtheit, Apathie (Gefühllosigkeit, Teilnahmslosigkeit), in depressiven Verstimmungen, Rückzug und Isolationsneigung. In manchen Studien vermutet man eine organische Ursache, nämlich eine Hypoglykämie (Unterzuckerung), andere sprechen von unspezifischen organischen Erkrankungen, von Stress und generalisierten Angststörungen auf Grund von psychosozialen Konflikten und vermindertem Selbstwertgefühl. Dieses Leiden findet sich vor allem in Mexiko, Zentral- und Südamerika. Doch auch auf den Philippinen (Lanti), in Indonesien und Malaysia (Latah), bei den Ureinwohnern Australiens (Malgri), in Neu-Guinea (Mogo laya), im Iran (Narahati) und im Amazonasgebiet (Saladera) finden sich ähnliche Phänomene beschrieben. Westliche Klassifikationen würden dies als neurotische Störungen oder undifferenzierte Somatisierungsstörungen bezeichnen.
http://www.psychosoziale-gesundheit.net/psychiatrie/fremdekulturen.html
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Susto („Schrecken“ oder „Seelenverlust“)
Eine bei einigen Latinos in den USA, Mexiko, Mittel- und Südamerika vorkommende Volkskrankheit. Susto wird auch espanto, pasmo, tripa ida, perdida del alma oder chibih genannt.
Susto ist eine einem erschreckenden Erlebnis zurückgeschriebene Erkrankung, aufgrund derer die Seele den Körper verläßt und die zu Unglücklich sein und Krankheit führt. An Susto erkrankte Personen erleben oft bedeutsame Spannungen in zentralen sozialen Rollen. Es wird geglaubt, daß Susto in extremen Fällen zum Tode führen kann. Typische Symptome sindAppetitstörungen, unzureichender oder übermäßiger Schlaf, unruhiger Schlaf oder beunruhigende Träume, Gefühle der Trauer, Mangel an Motivation, irgend etwas zu tun, sowie Gefühle geringen Selbstwerts und der Schmutzigkeit. Die somatischen Begleitsymptome von Susto sind Muskelschmerzen, Kopf- und Magenschmerzen sowie Durchfall. Bei der rituellen Heilung wird das Schwergewicht darauf gelegt, die Seele in den Körper zurückzurufen und den Betroffenen zu reinigen, um das geistige und körperliche Gleichgewicht wiederherzustellen. Verschiedene Erlebnisse von Susto können mit einer Major Depression, einer Posttraumatischen Belastungsstörung und Somatoformen Störungen verwandt sein. Ähnliche ätiologische Überzeugungen und Symptomkonstellationen treten in vielen Teilen der Welt auf. Als kulturgebundenes Syndrom (englisch culture-bound syndrome, kurz CBS) werden in der Medizin, Klinischen Psychologie, Medizinethnologie und Ethnomedizin psychische oder somatische Symptome bezeichnet, die auf eine bestimmte (ethnische) Gesellschaft oder Kultur beschränkt sind und bei denen biochemische Ursachen oder Organveränderungen nicht nachweisbar sind. In anderen Kulturen ist das Krankheitsbild unbekannt.  Der Begriff wurde 1994 aufgenommen in das amerikanische Diagnostic and Statistical Manual of Mental Disorders (DSM-IV); im Anhang 1 dieses Werkes ist auch eine Übersicht der häufigsten kulturgebundenen Syndrome verzeichnet.
http://sbpm.web-com-service.de/downloads/Kulturtypische%20Krankheitsbilder.pdf