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26.01.2017

Fiona Tan: Nellie (2013)








Es ist eben der Wandschrank, in dem Tan die Uraufführung ihres Videos installierte. Das Zimmer befindet sich im Museum Van Loon, das heute die bürgerliche Wohnkultur des Goldenen Zeitalters ausstellt. Das Museum war das Wohn- und Geschäftshaus der Familie Van Loon, die im 18. Jahrhundert als Finanziers von den Handelsbeziehungen zu Batavia profitierten. Dieses Haus, dessen erster Bewohner Ferdinand Bol ausgerechnet ein Schüler Rembrandts war, diente Tan als Drehort. Hier inszenierte sie Nellies ewiges „Dazwischenleben“, ihre Situation, aus der heraus sie nur aus dem Fenster starren, mit Briefen korrespondieren oder in Fieberträume versinken konnte. In einer Sequenz zitiert Tan Jan Vermeers berühmtes, 1657 entstandenes Gemälde Briefleserin am offenen Fenster. Vermeer malte es, als Nellie noch ein kleines Kind war. Bei Tan ist es weniger ein kunstgeschichtliches Zitat als sozialgeschichtliche Information. Nellies Gefängnis ist real: „In Batavia, dem heutigen Jakarta“, sagt Tan, „litt sie wahrscheinlich an Malaria. Sie konnte bestimmt nicht alleine aus dem Haus, um auf den Markt zu gehen und ihre Nachbarschaft zu sehen.“