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03.01.2016

Renzo Martens / Institute for Human Activities A Lucky Day





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ZDF aspekte, Apr 24, 2015

Wir freuen uns Renzo Martens erste Einzelausstellung in Deutschland anzukündigen. Das von Martens geleitete INSTITUTE FOR HUMAN ACTIVITIES (IHA) präsentiert neueste Skulpturen des Cercle d’art des Travailleurs des Plantations Congolaises (Congolese Plantation Workers Art League). Einst beflügelte die Ausdruckskraft kongolesischer Skulpturen die europäische Avantgarde. Reger Handel verteilte sie auf Museumssammlungen weltweit, während gleichzeitig die künstlerische Produktion vor Ort im Kongo mit der kolonialen Besatzung vor über hundert Jahren endete. Nun initiiert IHA seit 2012 eine Künstlerkolonie 800 Kilometer östlich von Kinshasa, nahe einer ehemaligen Unilever-Plantage im Regenwald. Subsistenzbauern und Plantagenarbeiter haben hier damit begonnen, Selbstportraits anzufertigen. Sieben Plastiken, die im Januar 2015 entstanden, zeigen wir nun erstmals bei KOW. Zeitgleich werden sie in der Galerie Fons Welters in Amsterdam ausgestellt.     

Künstlerische Kritik an den Lebens- und Arbeitsbedingungen im Kongo scheint an diesen Bedingungen bislang nichts zu ändern. Die globale Ungleichheit wird im Gegenteil noch einmal zementiert, wo Armut und Ausbeutung den Rohstoff für eine kritische Kulturproduktion liefern, die letztlich Jobs und Profite in Metropolen wie London und Berlin generiert, nicht in Kinshasa oder gar auf den entlegenen Plantagen. Renzo Martens weithin diskutierter Film „Episode III: Enjoy Poverty“, der 2004 bis 2008 im Kongo entstand, führte diesen Mechanismus exemplarisch vor – und entsprach ihm doch selbst. Mit ihrer Initiative fragen Martens und IHA nun, ob er sich umkehren lässt. Kann künstlerische Kritik ihre ökonomischen und sozialen Effekte an den Orten entfalten, über die sie spricht, und an denen diese Effekte, Geld und Selbstbestimmung, dringend gebraucht werden? IHAs Kunstzentrum ist der Ursprungsort einer neuen Künstlergeneration und ihrer ästhetischen Produktion, in der Plantagenarbeiter ihre Gefühle und die Kritik an ihren Lebensumständen ins Werk setzen und dabei unterdrückte kulturelle Traditionen wieder aufgreifen und unter veränderten Vorzeichen weiterentwickeln.

Die Kooperation zwischen der Congolese Plantation Workers Art League und dem Institute for Human Activities zielt auf eine nachhaltige Entwicklung vor Ort und zugleich auf eine internationale Rezeption und Distribution der entstehenden Werke, die das IHA koordiniert. Die im Januar entstandenen Plastiken wurden aus Tonerde gefertigt, eingescannt und aus den digitalen Datensätzen in Amsterdam, dem größten Kakao-Umschlaghafen der Welt, von einem 3D-Drucker reproduziert. Abgüsse dieser zweiten Urform wurden von Chocolatiers in belgischer Schokolade gefertigt. Der Rohstoff für diese Schokolade stammt unter anderem aus den umliegenden Plantagen im Kongo und ist neben Palmöl und Kautschuk die einzige Verbindungslinie zwischen dem Weltmarkt und den Arbeitern, ihr einziges Medium der globalen Kommunikation. Entspricht ein Kilogramm Kakaobohnen für sie üblicherweise einem Wert von etwa 25 Cent – bei einem Monatseinkommen von rund 20 Euro – repräsentiert das gleiche Kilo einen mehrere hunderfach höheren Wert, wenn ihm Emotionen hinzugefügt werden und die Schokolade auf den Kunstmarkt gehandelt wird.        

Von der Plantagenarbeit können die Autorinnen und Autoren der Werke nicht leben, also leben sie nun von der kritischen Auseinandersetzung mit Plantagenarbeit. Gewinne aus dem Verkauf der Skulpturen gehen an die Plantation Workers Art League und ändern Einkommen und Infrastruktur vor Ort. Neben den Editionen, die KOW anbietet, vertreibt IHA zwei unlimitierte Multiples, die zum Preis von 39,95€ erhältlich sind (HIER BESTELLEN). Zeitgleich mit unserer Ausstellung eröffnen Renzo Martens und IHA einen Projektraum in den KW INSTITUTE FOR CONTEMPORARY ART. Während fünf Wochen sollen hier Partnerschaften geknüpft und Gelder eingeworben werden, aber auch zahlreiche Gespräche und öffentliche Veranstaltungen den diskursiven Rahmen der Initiative abstecken. KW, einst selbst aus dem Engagement von KulturproduzentInnen entstanden, kann Ressourcen und Diskussionen bündeln und für die Projektentwicklung im Kongo nutzbar machen. KOW zeigt Renzo Martens, bislang als konzeptueller Filmemacher bekannt, als sechstes Kapitel der Ausstellungsreihe ONE YEAR OF FILMMAKERS.  

11.09.2015

Basler Mission ,Christliche Pioniere im Geschäft mit Kakao

23.10.2014, 14:50 Uhr
Ghana ist heute einer der grössten Kakaoexporteure. Der Anstoss dazu kam einst von der Basler Mission. Von Martin Stohler

Ghana ist heute der zweitgrösste Kakaoproduzent der Welt. Ernte in Ghana in den 1930er-Jahren. (Bild: Mission 21: BmA QD-34.001.0017)

Neben der Verbreitung des Glaubens erachteten es die Missionare der 1815 gegründeten Basler Mission auch als ihre Aufgabe, unter den afrikanischen Heiden die europäische Arbeitsauffassung zu propagieren. In ihr sahen sie einen Garanten für die wirtschaftliche Besserstellung ihrer Schäfchen. In diesem Zusammenhang stehen auch die Bestrebungen, den ursprünglich in Zentralamerika beheimateten Kakao in der britischen Kolonie Goldküste, die 1957 in Ghana aufging, anzubauen.

Der Erste, der dies versuchte, war der Missionar Johannes Haas aus Sissach. Doch die von ihm im Januar 1858 gesetzten Samen sprossen nicht. Sein Nachfolger, der Zürcher Missionar Johann Jakob Lang, war etwas erfolgreicher. Im November 1861 konnte er sich an 10 Kakaobäumchen freuen. Sein Glück war allerdings von kurzer Dauer. Bis August 1863 waren alle zehn Bäumchen Käfern oder Würmern zum Opfer gefallen.

Erst dem ehemaligen Missionsschüler Tetteh Quarshie gelang es schliesslich, Kakao in Ghana anzubauen. Tetteh Quarshie war ursprünglich in der Werkstatt der Basler Mission in Christiansborg zum Schmied ausgebildet worden. 1879 stahl er in einer Kakaoplantage auf der Insel Fernando Po einige Setzlinge und schmuggelte diese in seine Heimat. Seine Pflanzen gediehen, und bald war er nicht mehr der einzige Kakaobauer an der Goldküste.



Mit der «Professor Woermann» wurde 1893 erstmals Kakao von der Goldküste nach Europa exportiert.

Der Siegeszug des Kakaos
In den Anfangszeiten des Kakaoexports von der Goldküste spielte die mit der Basler Mission verbundene Basler Missionshandlungsgesellschaft (MHG) eine wichtige Rolle. Die erste schriftlich belegte Kakaoausfuhr von der Goldküste erfolgte am 20. Januar 1893. Damals wurden 177 Pfund Kakao mit dem Dampfschiff «Professor Woermann» nach Hamburg verschifft und dort von einem Agenten der MHG in Empfang genommen.
Die Basler Missionshandlungsgesellschaft war im Jahr 1859 aus Kreisen, die der Basler Mission nahestanden, gegründet worden. Ihr Zweck war es, Güter in Länder, in denen die Basler Mission tätig war, zu exportieren und von dort wiederum Kolonialwaren in Europa zu importieren.
Die MHG war als Aktiengesellschaft konzipiert. Ihre Statuten legten fest, dass an die Aktionäre eine Dividende von sechs Prozent ausbezahlt und der Rest des Gewinns je zur Hälfte zwischen Aktionären und Basler Mission geteilt werden sollte.
Die MHG war es, die anfänglich grosse Teile des an der Goldküste geernteten Kakaos exportierte. Um 1900 ging etwa ein Drittel des Goldküsten-Kakaos durch ihre Faktoreien. Damals lag die Welt-Kakaoproduktion bei 115'000 Tonnen, davon steuerte die Goldküste lediglich 1000 Tonnen bei.
Im Jahr 1911 wurden weltweit bereits 244'000 Tonnen Kakao produziert, wobei der Anteil der Goldküste auf einen Sechstel davon angestiegen war. Der Exportanteil der MHG war damals allerdings auf 18 Prozent geschrumpft.

07.08.2015

suriname plantages

Immigrantenhuizen en een loods op plantage Morgenstond. Fotograaf: A.C.P. Curiel Bron: Tropenmuseum

Directeurswoning plantage Slootwijk (collectie Tropenmuseum)

Plantage Ma Retraite


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