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11.09.2015

Basler Mission ,Christliche Pioniere im Geschäft mit Kakao

23.10.2014, 14:50 Uhr
Ghana ist heute einer der grössten Kakaoexporteure. Der Anstoss dazu kam einst von der Basler Mission. Von Martin Stohler

Ghana ist heute der zweitgrösste Kakaoproduzent der Welt. Ernte in Ghana in den 1930er-Jahren. (Bild: Mission 21: BmA QD-34.001.0017)

Neben der Verbreitung des Glaubens erachteten es die Missionare der 1815 gegründeten Basler Mission auch als ihre Aufgabe, unter den afrikanischen Heiden die europäische Arbeitsauffassung zu propagieren. In ihr sahen sie einen Garanten für die wirtschaftliche Besserstellung ihrer Schäfchen. In diesem Zusammenhang stehen auch die Bestrebungen, den ursprünglich in Zentralamerika beheimateten Kakao in der britischen Kolonie Goldküste, die 1957 in Ghana aufging, anzubauen.

Der Erste, der dies versuchte, war der Missionar Johannes Haas aus Sissach. Doch die von ihm im Januar 1858 gesetzten Samen sprossen nicht. Sein Nachfolger, der Zürcher Missionar Johann Jakob Lang, war etwas erfolgreicher. Im November 1861 konnte er sich an 10 Kakaobäumchen freuen. Sein Glück war allerdings von kurzer Dauer. Bis August 1863 waren alle zehn Bäumchen Käfern oder Würmern zum Opfer gefallen.

Erst dem ehemaligen Missionsschüler Tetteh Quarshie gelang es schliesslich, Kakao in Ghana anzubauen. Tetteh Quarshie war ursprünglich in der Werkstatt der Basler Mission in Christiansborg zum Schmied ausgebildet worden. 1879 stahl er in einer Kakaoplantage auf der Insel Fernando Po einige Setzlinge und schmuggelte diese in seine Heimat. Seine Pflanzen gediehen, und bald war er nicht mehr der einzige Kakaobauer an der Goldküste.



Mit der «Professor Woermann» wurde 1893 erstmals Kakao von der Goldküste nach Europa exportiert.

Der Siegeszug des Kakaos
In den Anfangszeiten des Kakaoexports von der Goldküste spielte die mit der Basler Mission verbundene Basler Missionshandlungsgesellschaft (MHG) eine wichtige Rolle. Die erste schriftlich belegte Kakaoausfuhr von der Goldküste erfolgte am 20. Januar 1893. Damals wurden 177 Pfund Kakao mit dem Dampfschiff «Professor Woermann» nach Hamburg verschifft und dort von einem Agenten der MHG in Empfang genommen.
Die Basler Missionshandlungsgesellschaft war im Jahr 1859 aus Kreisen, die der Basler Mission nahestanden, gegründet worden. Ihr Zweck war es, Güter in Länder, in denen die Basler Mission tätig war, zu exportieren und von dort wiederum Kolonialwaren in Europa zu importieren.
Die MHG war als Aktiengesellschaft konzipiert. Ihre Statuten legten fest, dass an die Aktionäre eine Dividende von sechs Prozent ausbezahlt und der Rest des Gewinns je zur Hälfte zwischen Aktionären und Basler Mission geteilt werden sollte.
Die MHG war es, die anfänglich grosse Teile des an der Goldküste geernteten Kakaos exportierte. Um 1900 ging etwa ein Drittel des Goldküsten-Kakaos durch ihre Faktoreien. Damals lag die Welt-Kakaoproduktion bei 115'000 Tonnen, davon steuerte die Goldküste lediglich 1000 Tonnen bei.
Im Jahr 1911 wurden weltweit bereits 244'000 Tonnen Kakao produziert, wobei der Anteil der Goldküste auf einen Sechstel davon angestiegen war. Der Exportanteil der MHG war damals allerdings auf 18 Prozent geschrumpft.