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06.03.2016

Jambo, Abenteuer, Unterhaltung und Wissen aus Kolonie und Übersee


Schwarze deutsche Kolonialsoldaten

http://www.transcript-verlag.de/978-3-8376-1054-3/schwarze-deutsche-kolonialsoldaten

Tansania -Park





ls angeblichen 'Beitrag zur Völkerverständigung' hat in 2003 der Kulturkreis Jenfeld ein kolonialrevisionistisches Denkmal aus der NS-Zeit restaurieren und wiedererrichten lassen. Auf dem Gelände der ehemaligen Lettow-Vorbeck-Kaserne (benannt nach jenem General und Oberbefehlshaber in 'Deutsch-Ostafrika') wurde in einem sog. 'Tansania-Park' neben einem kolonialen 'Schutztruppen-Ehrenmal' und in Nachbarschaft eines 'Trotha-Hauses' das 'Deutsch-Ostafrika-Kriegerdenkmal' (jetzt offensichtlich umbenannt in 'Askarireliefs') aufgestellt. Vor der Errichtung waren die Reliefs in der Sammlung Peter Tamm zwischengelagert gewesen. Die Baubehörde übernahm die Kosten für Denkmalrestaurierung und Parkgestaltung.

Die Terrakotta-Reliefs stellen fünf afrikanische Askarisoldaten und vier Träger im Dienste der deutschen Kolonialtruppen dar, geführt von einem deutschen Unteroffizier. Sie bringen sowohl kolonialrevisionistische als auch nationalsozialistische Auffassungen von 'Treue' und 'Gehorsam' der Schwarzen Soldaten zum weißen 'Führer' zum Ausdruck - einer der hartnäckigsten Mythen vom 'Kolonialidyll' und zugleich eine vermeintliche Legitimation, die Kolonien zurückzuerobern.

Deutsch-Ostafrikaner-Ehrenmal'





 
Das 'Deutsch-Ostafrikaner-Ehrenmal', eine safariromantische Darstellung der Kolonialzeit, steht heute versteckt im Park des Restaurants Waldesruh in Hamburg- Aumühle. Ursprünglich sollte das Denkmal in den1930ern in Potsdam errichtet werden, wo es wegen der geringen künstlerischen Qualität jedoch abgelehnt wurde. Dann wurde ein Standort in Düsseldorf in Erwägung gezogen. Im Zweiten Weltkrieg unterblieb die Aufstellung an einem öffentlichen Platz. Paul v. Lettow-Vorbeck (> Stichworte) hat sich persönlich für den jetzigen Standort stark gemacht.

Askari

Tropische Landschaft in Deutsch-Ostafrika von Themistokles von Eckenbrecher, 1896, Darstellung einer kriegerischen Auseinandersetzung zwischen einheimischer Bevölkerung und Kolonialherren, unterstützt durch Askaris

Als Askari (von Swahili für „Soldat“, ursprünglich arab. عسكري ‘askarī, auch in Sprachen wie Türkisch, Persisch und Somali als Lehnwort vorkommend, Plural im Deutschen Askaris[1]) wurden vor allem in Afrika einheimische Soldaten oder Polizisten in den Kolonialtruppen der europäischen Mächte bezeichnet. Die Bezeichnung wurde in den Kolonialtruppen von Italien, Großbritannien, Portugal, Deutschland und Belgien gebraucht. Askaris spielten sowohl bei der Eroberung von Kolonien als auch danach bei der Aufrechterhaltung der Kolonialherrschaft eine wichtige Rolle. In beiden Weltkriegen kämpften sie auch außerhalb ihrer Herkunftsgebiete. In der Schutztruppe für Deutsch-Ostafrika war Askari gleichzeitig die Bezeichnung für den untersten Mannschaftsdienstgrad.


Askaris vor 1910

Im deutschen Sprachraum sind Askaris zuerst durch die Orient-Romane Karl Mays, dann durch die Askaris der Schutztruppe für Deutsch-Ostafrika bekannt geworden. Sie bildeten den Großteil der deutschen Schutztruppe in Deutsch-Ostafrika und trugen im Ersten Weltkrieg die Hauptlast des Kampfes gegen die britischen Truppen.