07.03.2013

sklavenhandel und die österreichische marine


czyslansky, obama, der sklavenhandel und die österreichische marine
Geschrieben von: Michael Kausch am: 28. August 2008 by 179| 2 Kommentare



es war ein ebenso großer, wie glücklicher zufall, dass ich während meines diesjährigen urlaubs an einem sonnigen mittwochnachmittag im wunderschönen antico caffè am piazza constituzione der sardischen hauptstadt cagliari saß, traf ich doch dort auf die überaus eindrucksvolle gestalt eines mannes in den gehobenen 70igern, die “la nuova sardegna” unter einem, die “europeo” unter dem anderen arm. ich kam mit ihm schnell über die qualität des dargebotenen marrocchino ins gespräch und es stellte sich alsbald heraus, dass es sich bei meinem gegenüber um keinen geringeren, als den unter den archivaren der welt hoch gelobten marcello umbria handelte, den ehemaligen leiter des museo del mare trieste, des ebenso wunderbaren, wie leider noch allzu unbekannten triestiner marinemuseums. vor jahren schon war ich bei einem besuch dieses ehrenwerten hauses auf die lange tradition der österreichischen seeschifffahrt aufmerksam geworden, auf maritime helden wie josef ludwig franz ressel, einem österreicher, dem die erfindung der schiffsschraube zu verdanken ist, und dem im erwähnten museum zu recht ein ganzer raum im obergeschoss des hauptgebäudes gewidmet ist. im laufe einiger gläschen vorzüglichen vernaccia di oristano kam mein freund, wie ich ihn heute nennen darf, marcello auf ein thema zu sprechen, bei dem ich im gedenken an unser schönes czyslansky-projekt spontan die ohren spitzte: die geschichte des österreichischen sklavenhandels.

dass österreich am transatlantischen sklavenhandel in nicht unerheblichem masse beteiligt war, war mir, wie ihnen vermutlich auch, bislang unbekannt. die österreichische marine, deren wichtigster hafen über viele jahrhunderte das kaiserlich-köngliche triest war, besass im 19. jahrhhundert mit dem österreichischen lloyd (lloyd austriaco) nicht nur die grösste schifffahrsgesellschaft des ganzen mittelmeerraums, sondern über diesen lloyd auch das potential, schiffe im transatlantischen sklavenhandel einzusetzen. zwar wurde der österreichische lloyd erst im jahre 1833 – übrigens nach dem vorbild des britischen lloyds – und damit 26 jahre nach der einstellung des sklavenhandels durch die engländer gegründet, doch hatte österreich die internationale konvention zur abschaffung des skalvenhandels bis dahin nicht unterzeichnet. über die gründe für die weigerung ist in der einschlägigen fachliteratur viel geschrieben worden. zumeist unterstellt man der österreichischen monarchie die üblichen ressentiments gegenüber london. eine solche politik aber mag für frankreich, dass sich gleichfalls weigerte, dem abkommen zur abschaffung der sklaverei beizutreten, wohl stimmen. unsere gut katholischen österreichischen nachbarn mag eher irritiert haben, dass die ganze englische kampagne zur vorgeblichen befreiung der sklaven ausgerechnet von bekennenden quäkern initiiert worden war. ein guter alpenländischer katholik konnte einem solchen unterfangen einfach nicht zustimmen.

und so wurde denn ausgerechnet im gründungsjahr des austrischen lloyds eines der bis dahin grössten schiffe, die je unter rotweissroter flagge fuhren, in einer werft in triest auf kiel gelegt: die arciduchessa sofia, ein schiff mit einer tonnage von immerhin 141 tonnen. konstruiert wurde das schiff, ein raddampfer, eigentlich für den kombinierten personen- und frachtverkehr im östlichen mittelmeer. doch nach bislang unveröffentlichten unterlagen wurde die arciduchessa sofia, unter österrichischer flagge fahrend, nach 1848 insgesamt fünf mal an englische geschäftsleute verchartert, die insgeheim den transatlantischen sklavenhandel fortsetzten. dabei fuhr das schiff nicht nur unter österreichische flagge, sondern auch – unter wechselnder besatzung zumeist erfahrener polnischer seefahrer; der erste offizier war bei drei fahrten ein schweizer! – immer unter einem österreichischen kapitän. und dieser kapitän trug den namen ludovico czyslansky! mit der italienisierung seines vornamens wollte er sicherlich seiner familie einen gefallen tun, die in triest in der via san nicolo 25, einer zentral gelegenen und dem meer abgewandten gutbürgerlichen gegend, ein großes stadthaus bewohnte.

in jenen jahren nach der unvollkommenen bürgerlichen revolution in europa beherrschte sultan seyyid said von oman große teile afrikas nördlich des kap delgado bis hin nach ägypten. sein reichtum stammte zu einem erheblichen teil aus seinen riesigen gewürznelkenplantagen auf der insel sansibar. diese plantagen wurden von sklaven bearbeitet, die der sultan aus dem afrikanischen kernland, vor allen dingen aus dem heutigen kongo und kenia bezog. besonders begehrt waren dabei sklaven vom stamm der luos. um seine kasse aufzufüllen verfiel der sultan auf die idee “überschüssige” sklaven an internationale menschenhändler zu verkaufen, die diese armen kreaturen schließlich nach brasilien exportierten. in brasilien war schliesslich die sklaverei noch bis ins jahr 1888 völlig legal. und so war unser ludovico czyslansky, gebürtiger österreicher, wohnhaft im idyllischen österreichichen triest, einer der letzten international tätigen sklavenschiffkapitäne. die genauen verwandtschaftlichen beziehungen zwischen ludovico und unserem czyslansky liegen zwar noch im dunkeln. klar aber dürfte sein, warum barak obama bei seiner ersten europavisite als präsidentschaftskandidat der demokraten zwar berlin, paris und london besuchte, aber wien links liegen lies: sein vater ist ein luo!

österreich und sklavenhandel


czyslansky, obama, der sklavenhandel und die österreichische marine
Geschrieben von: Michael Kausch am: 28. August 2008 by 179| 2 Kommentare



es war ein ebenso großer, wie glücklicher zufall, dass ich während meines diesjährigen urlaubs an einem sonnigen mittwochnachmittag im wunderschönen antico caffè am piazza constituzione der sardischen hauptstadt cagliari saß, traf ich doch dort auf die überaus eindrucksvolle gestalt eines mannes in den gehobenen 70igern, die “la nuova sardegna” unter einem, die “europeo” unter dem anderen arm. ich kam mit ihm schnell über die qualität des dargebotenen marrocchino ins gespräch und es stellte sich alsbald heraus, dass es sich bei meinem gegenüber um keinen geringeren, als den unter den archivaren der welt hoch gelobten marcello umbria handelte, den ehemaligen leiter des museo del mare trieste, des ebenso wunderbaren, wie leider noch allzu unbekannten triestiner marinemuseums. vor jahren schon war ich bei einem besuch dieses ehrenwerten hauses auf die lange tradition der österreichischen seeschifffahrt aufmerksam geworden, auf maritime helden wie josef ludwig franz ressel, einem österreicher, dem die erfindung der schiffsschraube zu verdanken ist, und dem im erwähnten museum zu recht ein ganzer raum im obergeschoss des hauptgebäudes gewidmet ist. im laufe einiger gläschen vorzüglichen vernaccia di oristano kam mein freund, wie ich ihn heute nennen darf, marcello auf ein thema zu sprechen, bei dem ich im gedenken an unser schönes czyslansky-projekt spontan die ohren spitzte: die geschichte des österreichischen sklavenhandels.

dass österreich am transatlantischen sklavenhandel in nicht unerheblichem masse beteiligt war, war mir, wie ihnen vermutlich auch, bislang unbekannt. die österreichische marine, deren wichtigster hafen über viele jahrhunderte das kaiserlich-köngliche triest war, besass im 19. jahrhhundert mit dem österreichischen lloyd (lloyd austriaco) nicht nur die grösste schifffahrsgesellschaft des ganzen mittelmeerraums, sondern über diesen lloyd auch das potential, schiffe im transatlantischen sklavenhandel einzusetzen. zwar wurde der österreichische lloyd erst im jahre 1833 – übrigens nach dem vorbild des britischen lloyds – und damit 26 jahre nach der einstellung des sklavenhandels durch die engländer gegründet, doch hatte österreich die internationale konvention zur abschaffung des skalvenhandels bis dahin nicht unterzeichnet. über die gründe für die weigerung ist in der einschlägigen fachliteratur viel geschrieben worden. zumeist unterstellt man der österreichischen monarchie die üblichen ressentiments gegenüber london. eine solche politik aber mag für frankreich, dass sich gleichfalls weigerte, dem abkommen zur abschaffung der sklaverei beizutreten, wohl stimmen. unsere gut katholischen österreichischen nachbarn mag eher irritiert haben, dass die ganze englische kampagne zur vorgeblichen befreiung der sklaven ausgerechnet von bekennenden quäkern initiiert worden war. ein guter alpenländischer katholik konnte einem solchen unterfangen einfach nicht zustimmen.

und so wurde denn ausgerechnet im gründungsjahr des austrischen lloyds eines der bis dahin grössten schiffe, die je unter rotweissroter flagge fuhren, in einer werft in triest auf kiel gelegt: die arciduchessa sofia, ein schiff mit einer tonnage von immerhin 141 tonnen. konstruiert wurde das schiff, ein raddampfer, eigentlich für den kombinierten personen- und frachtverkehr im östlichen mittelmeer. doch nach bislang unveröffentlichten unterlagen wurde die arciduchessa sofia, unter österrichischer flagge fahrend, nach 1848 insgesamt fünf mal an englische geschäftsleute verchartert, die insgeheim den transatlantischen sklavenhandel fortsetzten. dabei fuhr das schiff nicht nur unter österreichische flagge, sondern auch – unter wechselnder besatzung zumeist erfahrener polnischer seefahrer; der erste offizier war bei drei fahrten ein schweizer! – immer unter einem österreichischen kapitän. und dieser kapitän trug den namen ludovico czyslansky! mit der italienisierung seines vornamens wollte er sicherlich seiner familie einen gefallen tun, die in triest in der via san nicolo 25, einer zentral gelegenen und dem meer abgewandten gutbürgerlichen gegend, ein großes stadthaus bewohnte.

in jenen jahren nach der unvollkommenen bürgerlichen revolution in europa beherrschte sultan seyyid said von oman große teile afrikas nördlich des kap delgado bis hin nach ägypten. sein reichtum stammte zu einem erheblichen teil aus seinen riesigen gewürznelkenplantagen auf der insel sansibar. diese plantagen wurden von sklaven bearbeitet, die der sultan aus dem afrikanischen kernland, vor allen dingen aus dem heutigen kongo und kenia bezog. besonders begehrt waren dabei sklaven vom stamm der luos. um seine kasse aufzufüllen verfiel der sultan auf die idee “überschüssige” sklaven an internationale menschenhändler zu verkaufen, die diese armen kreaturen schließlich nach brasilien exportierten. in brasilien war schliesslich die sklaverei noch bis ins jahr 1888 völlig legal. und so war unser ludovico czyslansky, gebürtiger österreicher, wohnhaft im idyllischen österreichichen triest, einer der letzten international tätigen sklavenschiffkapitäne. die genauen verwandtschaftlichen beziehungen zwischen ludovico und unserem czyslansky liegen zwar noch im dunkeln. klar aber dürfte sein, warum barak obama bei seiner ersten europavisite als präsidentschaftskandidat der demokraten zwar berlin, paris und london besuchte, aber wien links liegen lies: sein vater ist ein luo!

Brandenburgisch-Afrikanische Compagnie

Die Brandenburgisch-Afrikanische Compagnie (kurz: BAC) war ein brandenburgisch-preußisches Unternehmen, dessen Zweck der Überseehandel mit Westafrika war. Sie nahm am damaligen Dreieckshandel zwischen Europa, Afrika und Amerika teil und handelte unter anderem mit Sklaven. Der Heimathafen war Emden, dazu besaß sie Stützpunkte in Westafrika (u.&details/Brandenburgisch-Afrikanische Compagnie.html#160;a. die Kolonie Groß Friedrichsburg) und in der Karibik.
Die Kompanie existierte von 1682 bis zu ihrer Auflösung durch den preußischen König Friedrich&details/Brandenburgisch-Afrikanische Compagnie.html#160;I. (1686–1713) im Jahr 1711. Die Handelskompanie gilt außerdem als erste deutsche Aktiengesellschaft.
Die Gründung dieser ersten deutschen Handelskompanie hing eng mit dem Wirken des in brandenburgischen Diensten stehenden Holländers Raule und der forcierten Entwicklung der kurbrandenburgischen Marine unter dem Kurfürsten Friedrich Wilhelm (1640–1686) zusammen.

Inhaltsverzeichnis

Vorgeschichte

Die europäischen Entdeckungsfahrten des 16. und frühen 17. Jahrhundert, hatten dazu geführt, dass sich durch die Vergrößerung der „bekannten Welt“ auch die politischen Horizonte und Ambitionen der europäischen Herrscher erweiterten. In den ausbrechenden Rivalitäts- und Konkurrenzkämpfen der europäischen Mächte um die neuentdeckten Territorien spielten dabei die Schifffahrt, der Seehandel, der Besitz einer Kriegsflotten und von Kolonien eine entscheidende Rolle.
Auch Brandenburg-Preußen unter Friedrich Wilhelm beanspruchte im Konzert der großen Mächte einen neuen Platz. Vorbild für die Brandenburger war dabei die kleine Republik der Niederlande, die durch den Überseehandel und eine großen Handelsflotte zu einer dominierenden Handels- und Wirtschaftsmacht aufgestiegen waren. Der Kurfürst plante bereits 1651 die Gründung einer ostasiatischen Handelskompanie, fand jedoch dafür keine Investoren. Dennoch gab der Kurfürst seine kolonialen Ambitionen nicht auf.
Auf Betreiben des holländischen Kaufmanns und Schiffsreeders Benjamin Raule[1] fand im Sommer 1680 die erste Expedition nach Afrika unter brandenburgischer Flagge statt. Der Kurfürst stellte für dieses Unternehmen nur die Besatzung der beiden Schiffe und seine Flagge zur Verfügung; Kosten und Risiko lagen allein bei Raule und seinen Gesellschaftern. Der eigentliche kurfürstliche Auftrag lautete, an der Küste von Guinea Gold, Elfenbein, Getreide und Sklaven zu erhandeln und diese Waren zum Verkauf in Lissabon, Cádiz beziehungsweise „unter der Hand“ feilzubieten. Dieser Expedition gelang es im Mai 1681, an der Goldküste zwischen Axim und dem Kap der drei Spitzen einen Handelsvertrag mit den dortigen afrikanischen Stämmen abzuschließen. Inhalt des Vertrages war, dass die Brandenburger binnen Jahresfrist einen bewaffneten Handelsstützpunkt aufbauen durften und die dort ansässigen Afrikaner ihre Waren ausschließlich den Brandenburgern feilbieten würden.

Geschichte

Gründung der Gesellschaft 1682

(image)
Kurfürstliches Edikt vom 7. März 1682, das zur Gründung der BAC führte
Nach der Rückkehr der ersten Expedition im August 1681 trat der Große Kurfürst aufgrund dieses Erfolges für die Fortsetzung des Afrika-Projektes ein. Am 7. März 1682 verkündete er mit dem „Edict wegen Octroyierung der aufzurichtenden Handelscompagnie auf denen Küsten von Guinea“ die Gründung der „Handelscompagnie auf denen Küsten von Guinea“
Die Gesellschaft wurde mit einem Grundkapital von 50.000 Reichstalern ausgestattet, wovon 48.000 Taler gezeichnet wurden. Die später in „Brandenburgisch-Afrikanische Handelskompagnie (BAC)“ umbenannte Handelskompanie erhielt für 30 Jahre das brandenburgische Monopol für den Handel in Westafrika mit Pfeffer, Elfenbein, Gold und Sklaven sowie das Recht, eigene Stützpunkte anzulegen. Die Besatzung und die Ausrüstung dafür stellte der Kurfürst zur Verfügung. Außerdem gewährte der Kurfürst der Gesellschaft das Recht, im Namen des Kurfürsten eigene Verträge mit der einheimischen Bevölkerung zu schließen. Die Gesellschaft besaß eine eigene Gerichtsbarkeit, durfte eigenes Militär unterhalten und Verteidigungskriege in Übersee führen. Die „BAC“ wurde an den europäischen Höfen durch den Kurfürsten mitvertreten. Jeder, der eine Aktie im Mindestnennwert von 200 Talern erwarb, konnte Teilhaber der Gesellschaft werden. Der tatsächliche Einfluss auf die Gesellschaft richtete dann sich aber nach der Höhe der Einlage. So besaß man erst ab einen Nennwert von 1.000 Talern eine Stimme. Allen Angestellten der Kompanie war es streng verboten, in Übersee privaten Handel zu betreiben. Die Aufsicht über die Kompanie führte der jeweilige brandenburgische Kurfürst.