Geschichte
Vertiefung
Niederländische Antillen und Surinam
Geschichte: Europa, Afrika und Asien in Amerika
DIE NIEDERLÄNDISCHEN ANTILLEN UND SURINAM
II. Geschichte: Europa, Afrika und Asien in Amerika
Die Kolonisierung der südlichen Karibik
1499 segelte eine spanische Expedition entlang der Kleinen Antillen und erreichte auch das spätere Niederländisch-Guiana, das heutige Surinam. Ungefähr 100 Jahre später kamen Kaufleute und Soldaten der Niederlande in diese Region, die im Handelskrieg mit Spanien einen wachsenden Anteil am Gütertransport zwischen den europäischen Ländern und dem portugiesischen Brasilien übernommen hatten. Dafür benötigten sie sichere Zwischenstationen in der Karibik. Außerdem suchten die Kaufleute nach Möglichkeiten, Salz zu gewinnen – einem wichtigen Grundstoff bei der Verarbeitung von Heringen und Milch. 1621 institutionalisierten die Generalstaaten die Kombination aus Kriegsführung und Handel mit der Gründung der West-Indische Compagnie (WIC). Die neue Gesellschaft erhielt das Monopol über den gesamten niederländischen Handel mit Amerika und Afrika, konnte über Krieg und Frieden mit einheimischen Kräften entscheiden und im Zuge dessen ihre eigenen Marine- und Landstreitkräfte unterhalten.

Sitz der WIC in Amsterdam (1655), Quelle: Stadsarchief Amsterdam
West-Indische Compagnie (WIC)
Die WIC beschränkte sich im Gebiet des heutigen Brasilien nicht auf den Handel, sondern versuchte, selbst Land zu erobern und zu beherrschen. Von 1624 bis 1654 hatte sie den Nordosten in ihrer Hand, ab 1630 auch die Stadt Pernambuco. Im Zusammenhang mit diesen Eroberungen besetzte die WIC 1634 erst Curaçao, dann auch Aruba und Bonaire. Mit dem Frieden von Münster wurde der Besitz dieser Inseln 1648 bestätigt. Die indianische Bevölkerung der Kaziken und Kariben war bereits 1515 von den Spaniern zur Zwangsarbeit in die Kolonie Hispaniola (heute Haiti bzw. Dominikanische Republik) verschleppt worden. Manche konnten auf das Festland nach Venezuela flüchten, andere wurden 1526 wieder zurückgebracht. Nach der Eroberung Curaçaos deportierte die WIC wiederum einen Großteil von ihnen auf das Festland, weil sie eine Verbündung mit den ehemaligen spanischen Machthabern befürchtete.
Dreieckshandels zwischen Europa, Afrika und Amerika
Bonaire, das günstig entlang der Segelroute nach Nordamerika und Europa lag, wurde von der WIC wie eine Plantage geführt, auf der Sklaven Meersalz für den Export gewannen und für die Versorgung der Garnison auf Curaçao in der Landwirtschaft tätig waren. Curaçao entwickelte sich zu einem bedeutenden Umschlagsplatz für den Handel mit dem spanischen Südamerika, vor allem wegen des Handels mit versklavten Menschen. 1675 erklärten die Generalstaaten Curaçao zum Freihafen für Schiffe aller Nationen. Die WIC gehörte zu den Initiatoren des Dreieckshandels zwischen Europa, Afrika und Amerika: Europäische Waren wie Textilien und Eisenwaren wurden in Afrika angeboten, auf der middeltocht Sklaven aus Westafrika wie eine Ware nach Amerika transportiert und auf Auktionen verkauft, und aus Amerika wiederum Kolonialwaren wie Zucker, Baumwolle, Kakao, Kaffe, Tabak und Leder nach Europa verschifft.
Vertiefung
Niederländische Antillen und Surinam
Geschichte: Europa, Afrika und Asien in Amerika
DIE NIEDERLÄNDISCHEN ANTILLEN UND SURINAM
II. Geschichte: Europa, Afrika und Asien in Amerika
Die Kolonisierung der südlichen Karibik
1499 segelte eine spanische Expedition entlang der Kleinen Antillen und erreichte auch das spätere Niederländisch-Guiana, das heutige Surinam. Ungefähr 100 Jahre später kamen Kaufleute und Soldaten der Niederlande in diese Region, die im Handelskrieg mit Spanien einen wachsenden Anteil am Gütertransport zwischen den europäischen Ländern und dem portugiesischen Brasilien übernommen hatten. Dafür benötigten sie sichere Zwischenstationen in der Karibik. Außerdem suchten die Kaufleute nach Möglichkeiten, Salz zu gewinnen – einem wichtigen Grundstoff bei der Verarbeitung von Heringen und Milch. 1621 institutionalisierten die Generalstaaten die Kombination aus Kriegsführung und Handel mit der Gründung der West-Indische Compagnie (WIC). Die neue Gesellschaft erhielt das Monopol über den gesamten niederländischen Handel mit Amerika und Afrika, konnte über Krieg und Frieden mit einheimischen Kräften entscheiden und im Zuge dessen ihre eigenen Marine- und Landstreitkräfte unterhalten.

Sitz der WIC in Amsterdam (1655), Quelle: Stadsarchief Amsterdam
West-Indische Compagnie (WIC)
Die WIC beschränkte sich im Gebiet des heutigen Brasilien nicht auf den Handel, sondern versuchte, selbst Land zu erobern und zu beherrschen. Von 1624 bis 1654 hatte sie den Nordosten in ihrer Hand, ab 1630 auch die Stadt Pernambuco. Im Zusammenhang mit diesen Eroberungen besetzte die WIC 1634 erst Curaçao, dann auch Aruba und Bonaire. Mit dem Frieden von Münster wurde der Besitz dieser Inseln 1648 bestätigt. Die indianische Bevölkerung der Kaziken und Kariben war bereits 1515 von den Spaniern zur Zwangsarbeit in die Kolonie Hispaniola (heute Haiti bzw. Dominikanische Republik) verschleppt worden. Manche konnten auf das Festland nach Venezuela flüchten, andere wurden 1526 wieder zurückgebracht. Nach der Eroberung Curaçaos deportierte die WIC wiederum einen Großteil von ihnen auf das Festland, weil sie eine Verbündung mit den ehemaligen spanischen Machthabern befürchtete.
Dreieckshandels zwischen Europa, Afrika und Amerika
Bonaire, das günstig entlang der Segelroute nach Nordamerika und Europa lag, wurde von der WIC wie eine Plantage geführt, auf der Sklaven Meersalz für den Export gewannen und für die Versorgung der Garnison auf Curaçao in der Landwirtschaft tätig waren. Curaçao entwickelte sich zu einem bedeutenden Umschlagsplatz für den Handel mit dem spanischen Südamerika, vor allem wegen des Handels mit versklavten Menschen. 1675 erklärten die Generalstaaten Curaçao zum Freihafen für Schiffe aller Nationen. Die WIC gehörte zu den Initiatoren des Dreieckshandels zwischen Europa, Afrika und Amerika: Europäische Waren wie Textilien und Eisenwaren wurden in Afrika angeboten, auf der middeltocht Sklaven aus Westafrika wie eine Ware nach Amerika transportiert und auf Auktionen verkauft, und aus Amerika wiederum Kolonialwaren wie Zucker, Baumwolle, Kakao, Kaffe, Tabak und Leder nach Europa verschifft.

