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21.04.2016

Ines Doujak. Not Dressed For Conquering



Zum Erobern falsch gekleidet
15. Oktober 2016 – 15. Januar 2017
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Vom 15. Oktober 2016 bis 15. Januar 2017 nimmt der Württembergische Kunstverein im Rahmen des Projektes Not Dressed For Conquering (Zum Erobern falsch gekleidet) die Gestalt einer 'Modeboutique' an. Sie entsteht im Rahmen des 2010 begonnenen Projektes Webschiffe / Kriegspfade der österreichischen Künstlerin Ines Doujak (*1959, u.a. Documenta 12, São Paulo Biennale 2014). In unterschiedlichen Formen und Formaten widmet sich dieses Kunst- und Forschungsprojekt den Verschränkungen zwischen Textilien, Mode, Kolonialismus und globalisierten Produktionsverhältnissen.
Webschiffe / Kriegspfade besteht aus einer Poster- bzw. Collage-Serie zur Geschichte der Textilproduktion von den frühen Inkakulturen bis heute, einer Reihe von Skulpturen, Performances und Videoarbeiten sowie einer Modelinie. Letztere umfasst die Gestaltung und Produktion von Stoffen ebenso wie die Entwürfe und Anfertigungen von Kleidern, Hemden, Taschen, Hüten und anderen Accessoires oder die Aufführung von 'Modeschauen'.
Die Ausstellung umfasst all diese Elemente in Form einer performativen Gesamtinstallation. Der Vierecksaal wird dafür in eine Boutique – bzw. in eine Ansammlung diverser 'Pop-Up Stores' – verwandelt.
Den Glamour der Modewelt aufgreifend verhandelt die Ausstellung die Problematiken der Textilindustrie, die von den kolonialistischen Rohstoffplünderungen im 15. Jahrhundert über die Ausbeutung der Näherinnen im 19. Jahrhundert bis hin zu den heutigen katastrophalen Arbeitsverhältnissen der Textilbranche in Bangladesch und anderen Billiglohnländern reichen.
Der Titel der Ausstellung bezieht sich auf eine Antwort, die Vagabunden im Lima des 19. Jahrhunderts den Kolonisatoren gaben: Auf offener Straße zur Rede gestellt, warum sie denn nicht arbeiten statt betteln würden, entgegneten diese: „Zum Erobern fehlen uns die passenden Kleider.“



Not Dressed for Conquering

Begeben wir uns nun in die versiegelte und geschichtsblinde Welt der Mode, um deren schöne Oberfläche einzuschmutzen: mit Bildern und Texten, die vom Kolonialismus erzählen, von den Geschlechterordnungen und vom Klassenkampf. Das alles auf Stoff gedruckt, selbstverständlich — dem der Mode ureigensten Medium. Gerahmt wird die Präsentation durch Performances, ohne welche das Fashion Business nicht auskommt. Unsere Kollektion spielt mit high und low, sie knüpft sich aber auch die hartnäckige Zuschreibung des Textilen als „weiblich“ und „Kunsthandwerk“ vor. Die Inspiration für den Titel der Arbeit verdankt sich der Ablehnungshaltung einiger Müßiggänger im Lima des 19. Jahrhundert. Zur Rede gestellt auf offener Straße, warum sie denn nicht arbeiten würden, entgegneten sie frech: „Zum Welterobern fehlen uns die passenden Klamotten.“

02.01.2016