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27.07.2015

Monticello (Virginia) Plantage von Thomas Jefferson


Monticello (italienisch für kleiner Berg), bei Charlottesville im US-Bundesstaat Virginia gelegen, war das Landgut des 3. US-Präsidenten und Autors der Amerikanischen Unabhängigkeitserklärung Thomas Jefferson, für dessen im palladianischen Stil errichtete Wohngebäude er selbst die Pläne erstellt hatte. Gemeinsam mit der ebenfalls von Jefferson entworfenen Universität von Virginia erklärte die UNESCO Monticello 1987 zum Weltkulturerbe.


Das Herrenhaus von Monticello wurde von Jefferson ab 1768 nach eigenen Entwürfen im klassizistischen, von Andrea Palladio inspirierten Stil auf seiner Plantage errichtet. 1809 war der Großteil der Bauarbeiten abgeschlossen, Jefferson baute Monticello aber während seines Lebens immer wieder um. Das Haus gilt als einer der bedeutendsten Bauten aus der Gründerzeit der Vereinigten Staaten. Die Einrichtung aus der Zeit Jeffersons ist weitgehend erhalten geblieben, darunter seine Bibliothek und seine naturwissenschaftlichen Sammlungen. Außer dem Wohnhaus sind auch die Wirtschaftsgebäude erhalten oder wurden rekonstruiert.



Archäologische Untersuchungen des ehemaligen Plantagengeländes und der früheren Wohnstätten der Sklaven dauern bis ins 21. Jahrhundert an. Durch die Funde sind unter anderem Erkenntnisse über das Leben der Sklaven im 18. und 19. Jahrhundert möglich, über die ihre weißen Zeitgenossen nur sehr wenig überliefert haben. So zeigten die Funde, dass die Sklaven auf der Plantage zunächst in Gemeinschaftshäusern untergebracht waren, im 19. Jahrhundert jedoch in Familienunterkünften wohnten.
Monticello ist heute im Besitz der gemeinnützigen Thomas Jefferson Foundation, die es der Öffentlichkeit zugänglich macht. Es ist eine viel besuchte Erinnerungsstätte.
Abbildung auf US-amerikanischer Währung

Monticello ist seit 1938, mit einer Unterbrechung von 2004 bis 2005, auf der Rückseite des amerikanischen 5-Cent-Stückes, des sogenannten Nickel, abgebildet. Die Vorderseite zeigt traditionell das Porträt von Jefferson.
  Monticello auf der Rückseite des Nickel

Eine von der amerikanischen Münzprägeanstalt geplante Änderung des Motivs ab 2003 führte zu politischem Widerstand unter Führung des US-Kongressabgeordneten von Virginia, Eric Cantor, der seit 2001 Abgeordneter für den Wahlbezirk ist, in dem Monticello liegt. Der Protest bewirkte schließlich, dass lediglich 2004 und 2005 Münzen mit insgesamt vier neuen Motiven geprägt wurden. Seit Januar 2006 wird auf der Rückseite wieder Monticello in der seit 1938 kaum veränderten Darstellung abgebildet (wobei allerdings das Vorderseitenporträt von Jefferson neu gestaltet wurde).

07.07.2015

"Half the story has never been told" Kulturgeschichtliche Aspekte der Sklaverei in Jamaika

von Christof Schmidt

"But if I don't get my desire, then I'll set the plantations on fire"
Gregory Isaacs: Slave Master

"Rationalisierungen hat es (...) auf den verschiedenen Lebensgebieten in höchst verschiedener Art in allen Kulturkreisen gegeben. Charakteristisch für deren kulturgeschichtlichen Unterschied ist erst: welche Sphären und in welcher Richtung sie rationalisiert wurden"
Max Weber: Vorbemerkung zu den "Gesammelten Aufsätzen zur Religionssoziologie"

In der wirkungsmächtigen Tradition des bürgerlichen Humanismus wird die Plantagensklaverei in der Karibik oftmals nicht als historischer Prozeß gedacht, sondern vielmehr als ein Zustand, der diese Gesellschaften gewaltsam vor dem Eindringen der Geschichte abgeschirmt hat. Mit diesem eurozentrischen Begriff der Moderne können die historischen Dynamiken und Determinanten der Sklavereigesellschaften ebenso wenig begriffen werden wie die Prozesse, die in diesen Gesellschaften nach der Sklaverei stattfanden. Das Bild von der Sklaverei als irrationaler Gegenwelt zu dem (bürgerlichen) Konzept der Freiheit war vielmehr die ideologische Grundlage für die Sicherung der Kolonialherrschaft über die Sklaverei hinaus und legitimierte die Expansion des britischen Empires im 19. Jahrhundert im Namen der Freiheit.

Die Sklaverei erlebte ihren Aufschwung in Jamaika im 18. Jahrhundert mit der Ausbreitung des Plantagensystems. Mit dem Beginn des exportorientierten Zuckeranbaus auf großflächigen Plantagen erhöhte sich die Einfuhr afrikanischer Sklaven drastisch[1]. Die Entwicklung dieses Plantagensystems läßt sich grob in zwei Phasen einteilen: Die Aufbau- und Wachstumsphase, in Jamaika ca. zwischen 1730 und 1780, und die Konsolidierungsphase, die bis zur Emanzipation 1833 andauerte. In der ersten Phase waren die Lebensumstände der Sklaven überwiegend katastrophal. Nach dieser Aufbauphase und mit dem Erreichen der Produktionskraft nahm der Anteil der Kreolen an der Sklavenbevölkerung langsam zu und die Kluft zwischen Mortalität und Fertilität und zwischen der Anzahl männlicher und weiblicher Sklaven wurde langsam geringer, was mit den steigenden Sklavenpreisen am Ende des 18. Jahrhunderts und schließlich der Abolition des Sklavenhandels durch die Briten (1807) zunehmend im Interesse der Plantagenbesitzer lag, die in der Regel nicht in Jamaika lebten, sondern als ›absentee landowners‹ mit der ›Westindian Interest‹ eine einflußreiche Lobby in Großbritannien bildeten. Zurück blieben die schlecht bezahlten und mit der Betriebsführung beauftragten weißen Angestellten, die für ihre Brutalität und Inkompetenz von den Abolitionisten, aber auch von vielen Plantagenbesitzer kritisiert wurden, die mit dem Verbot des transatlantischen Sklavenhandels und dem Widerstand der Sklaven, den sie angesichts der Sklavenrevolution in St.-Domingue/Haiti mehr denn je fürchteten, die Zukunft und Rentabilität ihrer Besitzungen in Gefahr sahen. Die sich verändernden Faktoren verlangten nach politischen Maßnahmen, die in die Formierung lokaler Staatlichkeit und verschiedener moderner Institutionen mündeten, ebenso wie nach natürlichem Bevölkerungswachstum, einer geregelten Betriebsführung, technischen Verbesserungen und der Ausbildung von Sklaven für qualifizierte Arbeiten.

Eine enorme Flexibilität des Plantagensystems zeigte sich jedoch vor allem in der Frage der Lebensmittelversorgung. Bereits in den 1720ern verfügte die Mehrheit der Sklaven über eigene Hausgärten (kitchen garden) und Versorgungsfelder (provision ground), die sie über Generationen in Besitz behielten, da sie vererbbar waren, obwohl Sklaven offiziell gar kein Eigentum haben konnten. Die Bereitstellung von Boden für die Sklaven, die 1792 in den ›Consolidated Slave Acts of Jamaica‹ schließlich gesetzlich vorgeschrieben wurde, hatte Vorteile für Sklaven und ihre Herren: Die Sklaven konnten sich ihre Nahrungsversorgung sichern und teilweise sogar Überschüsse produzieren, die Herren hatten dagegen ein kosten- und planungsintensives Problem weniger und konnten mit der Bereitstellung von Boden zudem Fluchten vorbeugen. Normalerweise, d.h. außerhalb der Erntezeit, standen den Sklaven der Sonntag und z.T. der Samstagnachmittag zur freien Verfügung. Zu Beginn des 19. Jahrhunderts wurden den Sklaven alternative Samstage zugestanden, sog. ›Negro days‹, an denen die Sklaven sich um die Bewirtschaftung ihrer Felder kümmern konnten, die, am Rande der Plantage gelegen, zumeist nicht besonders fruchtbar und schwerer zu kultivieren waren. Trotzdem gelang es den Sklaven, vor allem durch die Arbeitsteilung innerhalb von Sklavenfamilien und -haushalten sogar Überschüsse zu erwirtschaften, wobei diese ›domestic groups‹ oftmals nicht an reale Verwandtschaftsverhältnisse gebunden waren und mehrere Haushalte umfassen konnten. 1832 machte der Lebensmittelanbau der Sklaven auf Jamaika, der zunehmend auch die Grundlage für die Ernährung der Freien vor allem in den Städten geworden war, 27% der gesamten landwirtschaftlichen Produktion aus. Einige Sklaven konnten auch Kleinvieh und sogar Rinder in Gemeinschaftsbesitz halten. Es muß jedoch auch erwähnt werden, daß nicht alle Sklaven an dieser internen Ökonomie partizipierten und auch die Größe der Felder z.T. stark variierte.

29.06.2015

Sally Hemings


 

Sarah “Sally” Hemings (circa 1773- 1835) was a mixed race slave owned by the third President of the United States, Thomas Jefferson.
“As in President Thomas Jefferson‘s household, the presence of lighter-skinned slaves as household servants was not merely an issue of skin color. Sometimes planters used mixed-race slaves as house servants or favored artisans because they were their own children or other relatives. Several of Jefferson’s household slaves were the grown children of his father-in-law John Wayles and the enslaved woman Betty Hemings, who were brought to the marriage by Jefferson’s wife. In turn, the widower Jefferson had a long relationship with Wayle’s and Betty’s daughter Sally Hemings. She was much younger than Jefferson, an enslaved woman who was mostly of white ancestry and half-sister to his late wife, a legitimate daughter of Wayles. The Hemings children grew up to be closely involved in Jefferson’s household staff activities; one became his chef. Two sons trained as carpenters. Three of his four surviving mixed-race children by Sally Hemings passed into white society as adults.”

28.02.2011

Code Noir



The Code Noir was a decree passed by Louis XIV of France in 1685, affecting all the French colonies, such as Saint-Domingue (now Haiti) and other French colonies in the Indian Ocean that were involved in the sugar trade.  It essentially codified slavery, eliminating slaves’ rights and defining them as property, eradicating all traces of African cultures by banning African drums and chants which the Mauritian slaves replaced with the Ravanne and the "Sega" was born.
Although there was some humanitarian intent, any benefit to slaves’ lives was minimal.  The decree remained in force until 1789 and the French Revolution.  The slaves of Haiti rebelled in 1791, gaining their freedom in 1804.

Alexandre Dumas père (1802-1870), author of The Count of Monte Cristo and The Three Musketeers, is connected to Haiti.  His father, a famous general, was born there in 1762 (to a French soldier and a Haitian slave woman).  Despite his success, Dumas was the victim of racism throughout his life.  He tackled the subject of colonialism only once, in a short novel Georges (1843), which he set in Mauritius. The cartoon below is titled: "The Quadroon Chef: Dumas concocting his bouillabaisse of romance."

The United States eventually created its own Code Noir: the One Drop Rule, which meant that anyone with "one drop" of African blood had to be considered Black. This unofficial rule was invented in the "free" northern states of the U.S. between 1830 and 1840, before spreading south. It had to be invented since inter-marriage had by this point eroded perceptible differences between White and Black.

However if we look at the "code noir" , in order of importance, some of these rules  includes the  following:
– All slaves to have Catholic religious instruction, a fine to be paid by the owner who defaults.
– Slaves can only be married with the consent of the owners.
– Children born to slaves belong to the owner of the mother.
– Slaves are considered as “movable property” and are included in any list of possessions to be bequeathed or shared.
– Slaves are forbidden to gather in any numbers—the punishment being either lashes with the whip or branding with the iron (known as the “fleur de lys”).
– The owner must continue to look after his elderly, infirm or sick slaves.
– Corporal punishment or even execution are the penalty for theft.
– No slave shall sell sugar cane, for any reason whatsoever, under penalty of a lashing.

It should not be forgotten that slavery was a worldwide economic system. Unesco has created its educational programme “The slave route” in order to shed light on this tragic phenomenon. The Sugar Adventure was determined to collaborate in this programme in order to bring our contribution of remembrance.

07.01.2011

Der Kotomisi Code: Religion

An der Jacke oder an der ganzen Tracht der Sklavin konnte man erkennen zu welcher Relogion (Godsdienst) der Sklavenhalter gehörte.

Die Sklavinnen der Calvinistischen Gemeinde trugen einen steif gefalteten (geplooide)  Rock, der den Boden berührte. Weiterhin eine lange Jacke mit langen Ärmeln. Über der Schulter trug man noch ein loses weisses Tuch.
Die Sklavinnen der Moravischen Brudergemeinde trugen über dem weiten schön gefaltetem Rock ein kurzes Leibchen, das im Rücken sehr tief ausgeschnitten war. Um die Hüfte war ein buntes Tuch gewickelt, das am Rücken in einem Dreieck herunterhing. Insgesamt war dies eine Tracht die nicht sehr warm und liebenswürdig (bekoorlijker) war.
Die Sklavinnen der Israeliten trugen unter dem Kopftuch ihr Haar offen.. Die Jacke war sehr viel  weiter geschnitten und in weniger Falten gelegt. èber der rechten Schulter trugen sie ein loses Tuch.
Die Sklavinnen der Lutherischen Kirche waren einfacher, doch ihre Kleideung hatte weniger Stil. Der Rock hatte einen weniger guten Schnitt und sie trug ein grosses Umschlagstuch über den Armen und über die wenig ausgeschnittene Jacke.
Die Marktfrauen dagegen schlangen sich nur einen pangi um die Hüfte.

War der Koto früher eine Alltagskleidung so veränderte sich der Koto später zu einer Gelegenheitskleidung.


(aus: Ilse Henar-Hewitt, Surinamse Koto's en Angisa's)