22.10.2014, 15:51 Uhr
Während Jahrhunderten verkündeten europäische Missionare das Evangelium in Afrika. Heute reisen Prediger-Stars aus Afrika in die alte Welt zurück, um Europas Ungläubige zu bekehren. Von Samuel Schlaefli
Wenn der Prediger Dag Heward-Mills zum Gottesdienst ruft, kommen Hunderte. Kranke und Elende werden auf die Grossbühne geholt, Krücken abgelegt, und im Rausch des Festes wird vorgeführt, wie der heilige Geist die Versehrten wieder zum Gehen oder Stehen bringt.
Wenn Dag Heward-Mills in Ghana, Mali, Burkina Faso oder Liberia zu einem Gottesdienst ruft, dann wird auf den Strassen Westafrikas viel Staub aufgewirbelt. Auf Heward-Mills «Healing Jesus Crusades» sind 37 Sattelschlepper voller Material unterwegs. Für ihn, seine Hilfsprediger, Sängerinnen und die Band werden Stadion-reife Bühnen aufgebaut.
Zugleich reist mit dem Kreuzzug ein ganzes Korps von Krankenschwestern und Ärzten mit, die am Vortag des Spektakels kostenlose Behandlungen anbieten. Während tagsüber mit Medikamenten und Verbänden geheilt wird – Heward-Mills hat selbst Medizin in England studiert –, überlässt man das Heilen abends auf der Bühne ganz Gott. Dann werden die Krüppel und Elenden mit viel Tamtam auf die Grossbühne geholt, Krücken abgelegt und im Rausch des Festes vorgeführt, wie der heilige Geist die Versehrten wieder zum Humpeln, Gehen oder Stehen bringt. Halleluja!
Heward-Mills mag es gerne bombastisch. Seine Lighthouse Chapel International (LCI), eine der grössten pfingstlich-charismatischen Mission Afrikas, hat geschafft, was sonst nur «Starbucks» kann: 1987 öffnete Dag Heward-Mills in Ghana seine erste Kirche, heute hat sie über 1500 Ableger in 66 Ländern – auch in der Schweiz.
Die Webseite lighthousechapel.org erinnert vom Umfang und der Funktionalität her an einen globalen Grosskonzern. Hier kann man Heward-Mills’ Bücher in 27 Sprachen bestellen, Podcasts und RSS-Feeds abonnieren, sich über Twitter und Facebook mit dem Prediger vernetzen, von der LCI produzierte Musik anhören, über den eigenen Videokanal «Healing Jesus TV» life in Predigten reinschauen und über Paypal Geld spenden.
https://www.youtube.com/watch?v=V-CZ3_BG9jY&hd=1
Basler Wurzeln
Heward-Mills Mission hat Basler Wurzeln. Seine Mutter war Baslerin und als Hippie nach London gereist, wo sie einen Ghanaer heiratete. Sie hatte zwar etwa soviel mit dem Christentum am Hut, wie Bob Dylan mit dem Vatikan. Trotzdem bezieht sich Heward-Mills heute explizit auf seine Herkunft mütterlicherseits. Denn Basel, das ist die Herkunft der Pioniere der «Basler Mission», die das Christentum im 19. Jahrhundert nach Ghana brachten.
Ähnlich wie die europäischen Missionare vor 200 Jahren das gottlose Afrika retten wollten, ist Heward-Mills angetreten, um Europa ins Reich Gottes zurückzuführen. «Gott hat mich auserkoren, das weiterzuführen, was die Basler Mission viele Jahre zuvor in Ghana getan hat», erklärt Heward-Mills seine eigene Mission im Dokumentarfilm «Kreuzzug» der Filmemacher Andrea Müller und Adrian Zschokke.
https://www.youtube.com/watch?v=esdFSs6hmQI&hd=1
Trailer zum Film «Kreuzzug» von Andrea Müller und Adrian Zschokke:
Während Jahrhunderten verkündeten europäische Missionare das Evangelium in Afrika. Heute reisen Prediger-Stars aus Afrika in die alte Welt zurück, um Europas Ungläubige zu bekehren. Von Samuel Schlaefli
Wenn der Prediger Dag Heward-Mills zum Gottesdienst ruft, kommen Hunderte. Kranke und Elende werden auf die Grossbühne geholt, Krücken abgelegt, und im Rausch des Festes wird vorgeführt, wie der heilige Geist die Versehrten wieder zum Gehen oder Stehen bringt.
Wenn Dag Heward-Mills in Ghana, Mali, Burkina Faso oder Liberia zu einem Gottesdienst ruft, dann wird auf den Strassen Westafrikas viel Staub aufgewirbelt. Auf Heward-Mills «Healing Jesus Crusades» sind 37 Sattelschlepper voller Material unterwegs. Für ihn, seine Hilfsprediger, Sängerinnen und die Band werden Stadion-reife Bühnen aufgebaut.
Zugleich reist mit dem Kreuzzug ein ganzes Korps von Krankenschwestern und Ärzten mit, die am Vortag des Spektakels kostenlose Behandlungen anbieten. Während tagsüber mit Medikamenten und Verbänden geheilt wird – Heward-Mills hat selbst Medizin in England studiert –, überlässt man das Heilen abends auf der Bühne ganz Gott. Dann werden die Krüppel und Elenden mit viel Tamtam auf die Grossbühne geholt, Krücken abgelegt und im Rausch des Festes vorgeführt, wie der heilige Geist die Versehrten wieder zum Humpeln, Gehen oder Stehen bringt. Halleluja!
Heward-Mills mag es gerne bombastisch. Seine Lighthouse Chapel International (LCI), eine der grössten pfingstlich-charismatischen Mission Afrikas, hat geschafft, was sonst nur «Starbucks» kann: 1987 öffnete Dag Heward-Mills in Ghana seine erste Kirche, heute hat sie über 1500 Ableger in 66 Ländern – auch in der Schweiz.
Die Webseite lighthousechapel.org erinnert vom Umfang und der Funktionalität her an einen globalen Grosskonzern. Hier kann man Heward-Mills’ Bücher in 27 Sprachen bestellen, Podcasts und RSS-Feeds abonnieren, sich über Twitter und Facebook mit dem Prediger vernetzen, von der LCI produzierte Musik anhören, über den eigenen Videokanal «Healing Jesus TV» life in Predigten reinschauen und über Paypal Geld spenden.
https://www.youtube.com/watch?v=V-CZ3_BG9jY&hd=1
Basler Wurzeln
Heward-Mills Mission hat Basler Wurzeln. Seine Mutter war Baslerin und als Hippie nach London gereist, wo sie einen Ghanaer heiratete. Sie hatte zwar etwa soviel mit dem Christentum am Hut, wie Bob Dylan mit dem Vatikan. Trotzdem bezieht sich Heward-Mills heute explizit auf seine Herkunft mütterlicherseits. Denn Basel, das ist die Herkunft der Pioniere der «Basler Mission», die das Christentum im 19. Jahrhundert nach Ghana brachten.
Ähnlich wie die europäischen Missionare vor 200 Jahren das gottlose Afrika retten wollten, ist Heward-Mills angetreten, um Europa ins Reich Gottes zurückzuführen. «Gott hat mich auserkoren, das weiterzuführen, was die Basler Mission viele Jahre zuvor in Ghana getan hat», erklärt Heward-Mills seine eigene Mission im Dokumentarfilm «Kreuzzug» der Filmemacher Andrea Müller und Adrian Zschokke.
https://www.youtube.com/watch?v=esdFSs6hmQI&hd=1
Trailer zum Film «Kreuzzug» von Andrea Müller und Adrian Zschokke:

