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26.11.2015

Ibicaba Das Paradies in den Köpfen



Inhalt
Am 17. April 1855 treten 265 Auswanderer, angetrieben von den schlechten Ernten in der Schweiz, der Armut und den Paradiesvorstellungen aus der Zeitschrift „Kolonist“, die gefährliche Schifffahrt nach Brasilien an. Von heimtückischen Krankheiten und Naturereignissen geplagt, segeln sie Ibicaba, einer Kolonie, entgegen. Die Erwartungen sind gross. Ein Haus sowie Kaffeeplantagen wurden ihnen versprochen. Die Reise basiert auf finanziellen Vorschüssen, die nach drei Jahren Arbeit in den Kolonien abbezahlt werden können.
Doch mit der gefährlichen Reise, welche viele Tote fordert, ist das Schlimmste noch nicht überstanden. Der Traum entpuppt sich als Alptraum. Die Versprechen werden nicht eingehalten, die Berichte im „Kolonist“ waren Betrug. Die Lebensmittel in den Kolonien sind überteuert, die Plantagenarbeit ist hart. Der Schuldenberg wächst weiter an, anstatt zu verschwinden. Der Lehrer Thomas Davetz, welcher der Anführer der Auswanderergruppe vom Frühjahr 1855 war, setzt sich für seine Mitbürger ein. Gemeinsam steuern sie mit Verträgen und Briefen über die Wirklichkeit Richtung Gerechtigkeit entgegen. Schlussendlich haben sie es geschafft, dass ein Kontrolleur aus der Schweiz vorbei kommt und sich die Zustände der Kolonie ansieht. Davetz wird wegen seiner Unternehmungen von den Kolonialherren bedroht und muss deshalb mit seiner Familie in die Schweiz fliehen. Er verspricht den Kolonisten, welche zurück bleiben müssen, von der Schweiz aus alles ihm Mögliche zu tun, um ihnen zu helfen.

Weg der Auswanderer
Wann? Was? Wo?
8. April mit Kutsche nach Baden
Dampfschiff / Boote Walenstadt nach Rapperswil
Dampfschiff Rapperswil – Zürich
Spanischbrötli-Bahn Zürich – Baden
gedeckte Leiterwagen Baden – Brugg
9. April Marschieren / Leiterwagen über Bözberg Richtung Basel
10. April Abmarsch Basel
13. April Abmarsch über Rheinbrücke nach Deutz
Zug nach Hannover, Minden
14. April Dampfwagen Haarburg
Dampfschiff Hamburg
17. April Beginn der Seereise Fideris, Kanton GB
25. April Beginn der Überfahrt
9. Mai 48 Breitengrade in 22 Tage 7. Grad nördliche Breite;
meist mit Nordost Passatwind Kalmen; Windstill
17. Mai Gewitter, heftiger Regen, unter dem 6. Grad nördliche Breite
ruhiges Meer
24. Mai Schiff sie passieren den Äquator
10. Juni sie sahen zum 1. Mal Land
15. Juni Schiff läuft im Hafen ein Santos
Überfahrt dauerte 51 Tage

11.08.2015

Cimarrón

Cimarrón

Cimarrón (Plural: Cimarrones) bezeichnet im lateinamerikanischen Spanisch ein wildes Tier oder ein entlaufenes Haustier (auch als Adjektiv gebräuchlich). Im Zusammenhang mit der Sklaverei wurde dieser Begriff als Negro Cimarrón auf entlaufene Sklaven (afrikanischer Herkunft) angewendet, die rechtlich den Haustieren gleichgestellt waren. Die englische Bezeichnung Maroon ist aus dem Spanischen abgeleitet.

Um die Cimarrones im Sinne von entlaufene Sklaven ranken sich auf Kuba und in der übrigen Karibik viele Mythen und Legenden, die bis in die heutige Zeit wirksam sind. Der Grund dafür liegt in den wenigen Informationen, die es über sie gibt. Die Flucht von Sklaven wurde mit fürchterlichen Strafen belegt, im Wiederholungsfall in der Regel mit öffentlicher Hinrichtung durch Folter zur Abschreckung für die anderen Sklaven. Eigens ausgebildete Suchtrupps mit dressierten Hunden verfolgten die Cimarrones und erhielten im Erfolgsfall hohe Belohnungen, die den „materiellen Wert“ der Sklaven bei weitem überstiegen. Es ging besonders den Sklaven haltenden Zuckerplantagenbesitzern der Industriellen Revolution darum, die Aussichtslosigkeit jedes Fluchtversuches zu demonstrieren.

Auch das Überleben nach gelungener Flucht war durchaus nicht gesichert. Cimarrones mussten sich von jeder Siedlung fernhalten, da auf ihre Ergreifung hohe Belohnungen ausgesetzt waren. Sie konnten nur in den dichten Urwäldern mehr dahinvegetieren als leben. Trotz des damit verbundenen Risikos mussten sie sich dennoch immer wieder in die Nähe von Siedlungen wagen, um Lebensnotwendiges zu stehlen. Für die weiße Bevölkerung Kubas waren Cimarrones eine „dunkle“ Gefahr, mit der ungehorsame Kinder erschreckt wurden. Für die schwarze Bevölkerung symbolisierten sie die Hoffnung, doch noch dem Los der Sklaverei entfliehen zu können, so dass der Cimarrón auch in der synkretistischen Religion der Santería eine wichtige Rolle spielt.

Der Überlieferung nach flüchtete 1502 ein afrikanischer Sklave, welcher kurz zuvor von dem Menschenhändler Nicolás de Ovando in die Neue Welt verschleppt worden war, ins Landesinnere und wurde so der erste Cimarrón. Bereits siebzig Jahre später gab es nach spanischen Schätzungen 7000 Cimarrones, die in den Wäldern Südamerikas umherstreiften und später sogar eigene Dörfer gründeten. Im ständigen Konflikt mit ihren einstigen Herren stehend, bildeten sie eine eingeschworene Gemeinschaft, die strengen Gesetzen unterlag. In einzelnen Fällen griffen Cimarrones auch spanische Siedlungen an oder ließen sich von Expeditionen anderer europäischer Nationen anwerben, die sich mit Spanien im Kriegszustand befanden, so zum Beispiel bei der Plünderung einer spanischen Silberkarawane durch Francis Drake im Jahre 1573.