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20.08.2016

Manifest Destiny

This painting shows "Manifest Destiny" (the belief that the United States should expand from the Atlantic to the Pacific Ocean. In 1872 artist John Gast painted a popular scene of people moving west that captured the view of Americans at the time. Called "Spirit of the Frontier" and widely distributed as an engraving portrayed settlers moving west, guided and protected by Columbia (who represents America and is dressed in a Roman toga to represent classical republicanism) and aided by technology (railways, telegraph), driving Native Americans and bison into obscurity. It is also important to note that Columbia is bringing the "light" as witnessed on the eastern side of the painting as she travels towards the "darkened" west.
Datum 1872
Quelle Jared Farmer
Urheber John Gast (painter)


Der Fortschritt Amerikas (John Gast, ca. 1872). Allegorische Darstellung des Manifest Destiny. Die Figur Columbia personifiziert die USA, die den amerikanischen Siedlern das Licht der „Zivilisation“ nach Westen trägt, und Indianer und wilde Tiere vertreibt. Der Mississippi River ist überwunden. Columbia zieht einen Telegraphendraht und hält ein Schulbuch in der rechten Hand.[1]
Unter Manifest Destiny („offensichtliche Bestimmung“) versteht man eine amerikanische Doktrin des 19. Jahrhunderts. Sie besagt, dass die USA einen göttlichen Auftrag zur Expansion hätten, insbesondere über die Mitte des 19. Jahrhunderts bestehende westliche Grenze in Richtung Pazifik. Die Redewendung, die so viel wie offensichtliches (oder unabwendbares) Schicksal bedeutet, hatte der New Yorker Journalist John L. O’Sullivan 1845 in einem Artikel der Zeitschrift „The United States Democratic Review“ geprägt, als er schrieb, es sei „die offenkundige Bestimmung der Nation, sich auszubreiten und den gesamten Kontinent in Besitz zu nehmen, den die Vorsehung uns für die Entwicklung des großen Experimentes Freiheit und zu einem Bündnis vereinigter Souveräne anvertraut hat.“ Manifest Destiny war nie eine bestimmte Politik oder Ideologie; es war ein allgemeiner Begriff, der Elemente des amerikanischen Exzeptionalismus, Nationalismus und Expansionismus in einem übergreifenden Sendungsbewusstsein vereinigte. In dieser Tradition ist auch die Erforschung und geplante „Eroberung“ des Weltraums zu sehen.[2]
Viele amerikanische Pioniere verfochten die Meinung, die Ideale der Freiheit und der Nation seien von weitreichender Bedeutung und müssten in die neuen Länder gebracht werden, indem sie die Reichweite der Nation (und damit ihrer Grenzen) erweiterten. Zwei Jahrhunderte zuvor hatte der Gouverneur der Massachusetts Bay Colony John Winthrop behauptet, seine Kolonie sei die Stadt auf dem Berg und werde dem Rest der Welt die Lebensweise einer freien gottgemäßen Gesellschaft demonstrieren. In Fortführung dieser Idee argumentierten viele, es sei ein göttlicher Auftrag, die USA über den gesamten nordamerikanischen Kontinent auszudehnen. Das Young America Movement unter Franklin Pierce unterstützte diese Vision aktiv. Den Hintergrund bildete die religiöse Auffassung, die Weißen seien für diesen Auftrag prädestiniert.


Theorie und Praxis
Im Jahr 1846 verwendeten Politiker diese Redewendung, um die territoriale Expansion über den gesamten nordamerikanischen Kontinent zu rechtfertigen, indem sie ein Missionsbewusstsein in der Bevölkerung schürten. Theoretisch bestand die Absicht, allen Völkern die Ideale der Demokratie und der Zivilisation zu vermitteln; praktisch bedeutete sie häufig den Ausschluss der indigenen Amerikaner und der Menschen mit nichteuropäischen Vorfahren.
Die Westexpansion
Als die US-Bürger nach Westen vorrückten, waren schwere Konflikte sowohl mit den indigenen Amerikanern als auch mit Mexiko unvermeidlich. Bereits schwer durch Krankheiten dezimiert, waren die Indianer nicht im Stande, dem endlosen Strom weißer Siedler und dem begleitenden Militär Widerstand entgegenzusetzen; der indianische Niedergang und die Indianerkriege bilden dunkle Kapitel der amerikanischen Geschichte. Der Konflikt mit Mexiko war weniger dramatisch, aber er brachte den US-Siedlern enormen Landgewinn. Präsident Polk dokumentierte in seinen Tagebüchern seinen festen Entschluss, jedes mexikanische Territorium in Besitz zu nehmen, das in US-Hand fiel.
Als die USA das Manifest Destiny soweit erfüllt hatten, dass sie das Land bis zum pazifischen Ozean vollständig besetzt hatten, waren die britischen Reeder gezwungen, ihren Betrieb nach Norden in die geringer besiedelte kanadische Gegend zu verschieben.
Auswirkungen
Die Konsequenzen der Westexpansion gegen Ende des 19. Jahrhunderts waren vermutlich weiter reichend, als ihre Beförderer zuvor je ahnen konnten. Die Entdeckung von Gold 1849 (siehe Goldrausch) und anderer Minerale beschleunigte das Wachstum des Wohlstandes und des Reichtums einiger weniger Industrieller. Der Amerikanische Bürgerkrieg und die Sklavenbefreiung förderten eine weitere Einwanderung in die neuen Länder des Westens.
Der Glaube an das Manifest Destiny war einer der treibenden Faktoren des mexikanisch-amerikanischen Krieges 1846–1848, in dem die späteren Staaten Nevada, Arizona, Utah, Kalifornien und New Mexico erobert wurden.
Am 2. Dezember 1845 verkündete US-Präsident James K. Polk dem Kongress, dass die Monroe-Doktrin konsequent durchzusetzen sei und dass die USA ihre Sphäre im Westen aggressiv erweitern würden. Das Manifest Destiny und viele Aussagen betreffs einer moralischen, politischen und häufig rassischen Überlegenheit dienten dazu, die Deportation der Indianer zu rechtfertigen. Ähnliche Lehren, wie z. B. Die Bürde des weißen Mannes von Rudyard Kipling, wurden gleichzeitig von den Europäern anderswo in der Welt verwendet, um koloniale Eroberungen in Afrika und Asien zu rechtfertigen.
Die Bezeichnung „Manifest Destiny“ wird auch manchmal in Kanada erwähnt, wenn es um die kanadisch-amerikanischen Beziehungen geht. Einige Kanadier sind der Auffassung, dass die USA nie wirklich ihr Ziel der Erfüllung des Manifest Destiny durch eine Eingliederung Kanadas aufgegeben haben.
Literatur
    •    Sam W. Hayes, Christopher Morris (Hrsg.): Manifest Destiny and Empire: American Antebellum Expansionism. Texas A&M University Press, College Station, Texas 1997, ISBN 0-89096-756-3.
    •    Reginald Horsman: Race and Manifest Destiny: The Origins of American Racial Anglo-Saxonism. Harvard University Press, Cambridge, Massachusetts 1981, ISBN 0-674-74572-8.
    •    Frederick Merk: Manifest Destiny and Mission in American History: A Reinterpretation. Knopf, New York 1963.
    •    Anders Stephanson: Manifest Destiny: American Expansionism and the Empire of Right. Hill and Wang, New York 1995, ISBN 0-8090-6721-8.
    •    Albert K. Weinberg: Manifest Destiny: A Study of Nationalist Expansionism in American History. Johns Hopkins, Baltimore 1936.
    •    Jürgen Heideking: Geschichte der USA. 3. Auflage, Franke, Tübingen 2003, ISBN 3-8252-1938-0, S. 145–146.
    •    Udo Sautter: Geschichte der Vereinigten Staaten von Amerika. Kröner, Stuttgart 2006, ISBN 3-520-44307-4, S. 191–195.
    •    Howard Zinn: Eine Geschichte des Amerikanischen Volkes. Nikol, Hamburg 2013, ISBN 978-3-86820-192-5, S. 127–168.


25.05.2016

Michael Zeuske: Mestizaje, Igualdad, Independencia, cubania

Vorliegendes Buch kann also nur ein Anfang sein; es ist durchaus nicht sicher, ob wir, wenn wir all diese Sprachen (ihren kulturellen Sinn im Deutschen) anwenden, überhaupt noch zusammenhängend Erzählen können. Oder ob sich dann die Metahistorie der Kultur der Sklaverei in Lebensgeschichten und Erinnerungen der Versklavten auflösen muss und die alten Strukturgeber nur noch wie abgestreifte Häute am Wegesrand liegen. Der Versuch von Stephan Palmié, deutlicher in den kulturellen Konzepten der Versklavten zu sprechen und sie als Teil der Moderne zu begreifen, ist gelungen. Aber die Chronologie einer durchgehenden Narratio ist auf der Strecke geblieben. Ähnliches gilt für das bahnbrechende Buch »Alabis Welt« von Richard Price, das versucht hat, karibisch-surinamische Geschichte aus drei Perspektiven zu erzählen.[i] Die alte Kulturtechnik Geschichte sollte aber auch immer wieder neue Erzählungen mit durchgehenden Chronologien hervorbringen können. Ich denke also, wir sollten vorsichtig sein mit der Proklamation irgend eines »Endes« – und sei es das »Ende der universalen Erzählung«.
Afrikanerinnen und Afrikaner waren bis 1820 die größten Gruppen von zwangsglobalisierten Menschen.[ii] Die zahlreichste Gruppe von ihnen stammte aus dem zentralafrikanischen Kongo-Angola-Gebiet. In ihren Ankunftsgebieten, in unserem Falle auf Kuba und in anderen Gebieten der schwarzen Karibik, wurden sie von dominanten Gruppen der jeweiligen Globalisierung (Kaufleuten, Sklavenhändlern, Funktionären) sozusagen aus den schnellen Instrumenten dieser Globalisierung (Schiffen) abgesetzt. Nun waren sie plötzlich im Lokalen gefesselt, auf den jeweiligen Plantagen unter Kontrolle ihrer Herren und Administratoren, in den Palenques der Cimarrones oder in den Häusern ihrer Herrschaft. Sie blieben aber Akteure. Auch in der Zwangskultur. Von unten her schufen sie, um die kulturellen Kondensationskerne ihrer Religionen und der biologischen Mestizaje, lebenspralle lokale Kulturen. Auf Dauer mussten sich die lokalen Eliten Kubas, wollten sie ihre Träume vom der Schaffung oder Erhaltung des Nationalstaates verwirklichen, um die Loyalität der Träger dieser neuen, und zum Teil sehr punktuellen, afrokubanischen Kulturen bemühen. Zumal diese im Laufe des 19. und 20. Jahrhunderts immer stärker die Identitäten der Karibik und des atlantischen Raumes prägten und prägen.
Auf Kuba war das die Cubanía, das Kubanertum mit seinen beiden Seelen Independencia (Unabhängigkeit) und Igualdad (Gleichheit). Alle Eliten Kubas und der schwarzen Karibik haben somit verborgene Diskurse, Rhetoriken und Gesten entwickeln müssen, welche die afrokubanische Bevölkerungsmehrheit zur Partizipation ermuntern sollten. Zugleich setzten die Eliten rassistische Grenzen und versuchten somit die Kontrolle über Anhänger, Klienteln oder Wähler zu wahren.
Die fundamentale Bedeutung der Partizipation der afrokubanischen Bevölkerungsgruppe zeigt sich an vielen konkreten Ereignissen der kubanischen Geschichte. Das gilt selbst für das revolutionäre Castro-Kuba, das auch als eine neue lokale Gegenwehr gegen die frühe Expansion der USA als neuer Herr der Globalisierung interpretiert werden kann.[iii] Nach 1959 mussten die revolutionären Eliten sehr zeitig die konstruierte Geschichte schwarzen Widerstandes in der Art einer verborgenen Meistererzählung in den Nationalmythos der Castro-Revolution übernehmen (1966). Die Ex-Post-Interpretation der Lebensgeschichte Esteban Montejos durch einen weißen Schriftsteller – deshalb »Erinnerungen aus der Zukunft« – diente in den 60er-Jahren des 20. Jahrhunderts der Integration der Afrokubaner in die neue, die revolutionäre, Erzählung der Nationalgeschichte.[iv] Sprache ist sehr präzise; man muss sie nur entziffern können. Montejo bezeichnet sich selbst nur an sehr weniger Stellen als »Kubaner« (die wichtigste ist die über die Schlacht von Mal Tiempo 1895). Das verweist auf die Bedeutung des Militärischen für die Identität der Afrokubaner und ehemaligen Sklaven als Mitglieder der kubanischen Nation. Hätten die elitären Meistererzählungen Arangos oder José Antonio Sacos (nur »Weiße« sind »Kubaner«) weiterhin Gültigkeit gehabt oder Martí und die nationalen Ideologen die ehemaligen Sklaven nicht in die nationale Meistererzählung »hineingeschrieben« und die Afrokubaner nicht ihren realen Beitrag zum Unabhängigkeitskampf geliefert, hätte Montejo eventuell sein ganzes Leben wirklich als Cimarrón verbringen müssen, oder er hätte sich anpassen müssen, oder er hätte eine »schwarze Revolution« wie in Haiti organisieren müssen, oder, oder –aber das sind schon wieder neue Geschichten.

Köln/Leipzig/Liblar/Havanna 2003-2004
https://www.academia.edu/3639983/Schwarze_Karibik_Sklaven_Sklavereikultur
_und_Emanzipation_Black_Caribbean._Slaves_Culture_of_Slavery_and_Emancipation_

[i] Price, Richard, Alabi's world, Baltimore: Johns Hopkins University Press, 1990 (Johns Hopkins studies in Atlantic history and culture).
[ii] Siehe die Zusammenfassung der globalen Zahlen, in: Emmer, Pieter, »In Search of a System: The Atlantic Economy, 1500–1800«, in: Atlantic history: history of the Atlantic system 1580–1830; papers presented at an international conference, held 28 August – 1 September, 1999, in Hamburg / organized by the Department of History, University of Hamburg, in cooperation with Joachim-Jungius-Gesellschaft der Wissenschaften Hamburg, Pietschmann (ed.), Göttingen: Vandenhoeck und Ruprecht, 2002 (Veröffentlichungen der Joachim Jungius-Gesellschaft für Wissenschaften, Hamburg; 94), S. 169–178, hier S. 173.
[iii] Zeuske, »Rethinking Latin America’s Cycle of 20th-Century Revolutions: Cuba 1959«, Vortrag auf der Konferenz: Rethinking Latin America's Century of Revolutionary Violence, Yale University, New Haven, May 15–17, 2003, Luce Hall (demnächst in: Jahrbuch für Geschichte Lateinamerikas).
[iv] Barnet, Miguel, Biografia de un cimarrón, La Habana: Instituto de Etnología y Folklore, 1966.

13.03.2016

De prehistorie van de Kaap volgens dominee Borcherds / Het Nederduitsch Zuid-Afrikaansch Tydschrift



[p. 75]

3 De prehistorie van de Kaap volgens dominee Borcherds

Onderweg naar Indië wordt de Oost-Indische ambtenaar Teenstra in 1825 door reumatiek gedwongen om in Kaapstad aan land te gaan.1 Na zijn ontscheping dragen twee slaven hem van de landingssteiger naar een bagage-wagen die hem naar zijn logement brengt. Daar zweeft hij geruime tijd tussen leven en dood, waarbij zelfs krachtige medicijnen - vomatieven, laxatieven, bloedzuigers, verzoete kwik en 's avonds opium - zijn toestand niet kunnen verbeteren. Alleen een kuur in de warme baden van Caledon heeft hem kunnen redden. Hierdoor is hij na zijn terugkeer naar Kaapstad in staat om indrukken van het Kaapstadse leven van 1825 op te doen.
Kaapstad maakte op hem over het algemeen een zeer gunstige indruk. Men at er goed, kleedde zich keurig en er was ook vermaak. Wie vrouwenvlees wilde zien, moest naar de schouwburg. Dankzij het warme klimaat lieten de vrouwelijke bezoekers veel bloot. Een attractie van wereldformaat was de vrijmetselaarsloge ‘De Goede Hoop’. Het gebouw met het alziend oog op de gevel was groots en in de achtertuin van hun loge hadden de heren vrijmetselaars een sociëteit met biljartzalen laten optrekken, die door scheepskapiteins werd geprezen als de beste in zijn soort ter wereld. Over het algemeen maakte Kaapstad op Teenstra nog een sterk Nederlandse indruk:
Niettegenstaande de Kaap-kolonie of volkplanting nu reeds 19 jaren onder het Engelsche Gouvernement behoort, hebben de Hollanders hier toch boven de Engelschen in alles den voorrang; ook noemen zij Holland het Vaderland, en de slaven zeggen niet zelden, als zij Hollanders zien: ‘daar gaan Vaderlanders heen’. (p. 85)
In deze nog steeds sterk ‘Hollandse’ Kaapkolonie was naast een Engels circuit het begin van een Kaaps-Hollands cultureel circuit te vinden. Ook hieraan nam Teenstra deel. Men mag immers aannemen dat hij niet alleen naar de schouwburg ging om decolleté's te bewonderen. Behalve schouwburgbezoeker was Teenstra lezer van het Kaapse Nederduitsch Zuid-Afrikaansch Tydschrift (nzat). De lectuur van een ‘treffend verslag’ van grotten bij Kaap Agulhas, geschreven door de Stellenbossche predikant Meent Borcherds, bracht hem ertoe daarheen een uitstapje te maken tijdens zijn reis door de oostelijke delen van de Kaapkolonie.2

Veranderingen in het Kaapse culturele leven rond 1800

Tijdens het verblijf van Teenstra had de Kaap op cultureel gebied meer te bieden dan in de laatste jaren van het Compagniesbewind. In de zeventien-
[p. 76]
de en de achttiende eeuw werd er wel geschreven in Zuid-Afrika, maar weinig daarvan was volgens contemporaine opvattingen literair. Men schreef teksten, zoals reisjournalen, brieven en dagregisters, die meestal niet voor publicatie bestemd waren. Poëzie werd hoofdzakelijk en hoogstzelden geschreven door passanten die hun werk in Nederland publiceerden.3 Als er al poëzie voor lokaal gebruik werd geschreven, dan bleef de circulatie ervan beperkt tot de familiekring door het ontbreken van een drukpers.4
Een regionaal cultureel leven dat de familiekring te buiten ging, ontstond pas aan het begin van de negentiende eeuw. Dit hangt samen met twee belangrijke ontwikkelingen. Allereerst werden na 1800 instituties opgericht die deelname van een groter publiek aan het culturele leven mogelijk maakten. In 1801 werd de ‘Afrikaansche Schouwburg’ geopend en 5 maart 1803 werd daar door het toneelgezelschap ‘Tot leering en vermaak’ De Papegaay van Kotzebue gespeeld, het eerste (vertaalde) Nederlandse toneelstuk in de Kaapse schouwburg.5 Enkele decennia later, in 1829, is er ook sprake van Nederlandse toneelopvoeringen in Stellenbosch, vijftig kilometer buiten Kaapstad.6 In 1802 werd in Kaapstad een departement van de Maatschappij tot Nut van 't Algemeen gesticht, waarvan vooral de verdiensten op het gebied van onderwijs enige aandacht hebben gekregen in de historiografie.7
Mensen met een donkere huid werden aan het begin van de negentiende eeuw nog niet van dit culturele leven uitgesloten. Het Kaapse departement van de Maatschappij tot Nut van 't Algemeen was bijvoorbeeld gesticht door J.A. Vermaak, bijgenaamd ‘Zwart Vermaak’, een rijke koopman, die voor een kwart van niet-Europese afkomst was.8 Een andere prominente Kapenaar van gemengd bloed was de predikant M.C. Vos. In zijn autobiografie, het Merkwaardig verhaal aangaande het leven en lotgevallen van Michiel Christiaan Vos [...] door hem zelven in den Jare 1819 briefsgewijze aan eenen vriend medegedeeld, verbergt Vos niet dat hij is geboren uit ouders die van ‘Europeesche en Aziatische voorouders afkomstig waren’.9
Voor het literaire leven was een tweede ontwikkeling nog belangrijker dan het ontstaan van culturele instituties: de komst van een drukpers aan het einde van de achttiende eeuw.10 Voor het eerst werd het hierdoor mogelijk teksten lokaal te vervaardigen en te verspreiden. Aanvankelijk waren dit uitsluitend gebruiksteksten, zoals aankondigingen en almanakken. In 1801 werd het eerste literaire werk van iemand uit Zuid-Afrika voor de Zuid-Afrikaanse markt uitgegeven: een niet bewaard gebleven gedicht van de Stellenbossche dominee Meent Borcherds voor een landbouwkundig genootschap. Het tweede literaire product van de Kaapse pers, het leerdicht De Maan van Meent Borcherds, uit 1802-3, is wel bewaard.11
[p. 77]

Het Nederduitsch Zuid-Afrikaansch Tydschrift

Het belangrijkste Nederlandstalige product van de Kaapse pers was echter Het Nederduitsch Zuid-Afrikaansch Tydschrift (nzat), dat ook door Teenstra werd gelezen.12 Het tijdschrift verscheen tweemaandelijks van 1824 tot 1843. In samenwerking met het nzat waren in 1824 ook twee afleveringen van een Engels tijdschrift verschenen, het South African Journal. Voor beide tijdschriften verscheen een gezamenlijke prospectus met de doelstellingen van de uitgave: ‘This Work [...] will be more peculiarly devoted to the moral and intellectual improvement of South Africa, and to the providing of useful information and enlightened entertainment to its provincial inhabitants, whether English or Dutch.’13 In het ‘Programma’ dat staat afgedrukt in de eerste aflevering van het nzat heet het:
Redacteurs koesteren de aangename hoop, dat dit eerste Tydschrift in Zuid-Afrika, niet nutteloos bevonden moge worden in het verspreiden van gezonde kennis en zuivere denkbeelden, en dat hetzelve strekken moge ter bevordering van zedelyke verbetering en maatschappelyk geluk.14
Het nieuwe tijdschrift was ontworpen naar voorbeeld van bestaande Europese tijdschriften. Er moesten echter vooral onderwerpen in aan bod komen die met de ‘kolonie’ te maken hadden, ‘als haren Handel, hare Staatkunde, voortplanting van den Godsdienst’, haar geschiedenis, gecombineerd met ‘mengelschriften over letterkundige, wetenschappelyke, en vooral Godsdienstige onderwerpen’.15 Als gevolg van moeilijkheden met de censuur werd de Engelse editie echter al na minder dan een halfjaar gestaakt, in mei 1824.16 Van het Zuid-Afrikaansch Tydschrift bleef zodoende alleen de ‘Nederduytsch[e]’ reeks voortbestaan.

06.08.2015

«Die Schweizer betrieben sozusagen einen Sekundärimperialismus»




 Es ist ein neues historisches Trendthema: Die Schweiz und der Kolonialismus. Forscher Christof Dejung über Sklavenschiffe, Missionare und Schweizer Grossunternehmer, die mit den Briten wetteiferten.

Um 1900 hatten die europäischen Staaten fast ganz Afrika unterworfen: Eine europäische Afrikareisende in Senegal (unbekanntes Datum). Bild: AFP (7 Bilder)
Von Linus Schöpfer
Redaktor Kultur
@L_Schoepfer 10.12.2012



Herr Dejung, inwiefern waren Schweizer in kolonialistische Aktivitäten im engeren Sinn involviert, zum Beispiel in den Sklavenhandel?
Schweizer Kaufleute vor allem aus Genf, Neuenburg und Basel investierten in Sklavenhandelsunternehmen und besassen teilweise auch eigene Sklavenschiffe. Darüber hinaus und in weit grösserem Mass waren sie indirekt involviert, indem sie mit Erlösen aus dem Sklavenhandel Geschäfte betrieben oder Rohstoffe verarbeiteten, die durch Sklavenarbeit auf den Markt gekommen waren, insbesondere Baumwolle.

Wie profitierte die Schweiz allgemein vom imperialen Kolonialismus?
Es gilt, den Staat Schweiz von der Wirtschaftsmacht Schweiz zu unterscheiden. Die offizielle Schweiz hegte zu keinem Zeitpunkt koloniale Ambitionen, wodurch sie sich von anderen Kleinstaaten wie Dänemark, Holland oder Belgien unterschied. Das ist allerdings nichts zu verwechseln mit einer kritischen Haltung: Die Schweizer Politik verstand den Kolonialismus als selbstverständlichen Bestandteil der modernen Welt. Das prägte auch die Schweizer Identität. So wurde auf der Landesausstellung 1896 in Genf unter anderem eine afrikanische Völkerschau gezeigt.



Und die Unternehmer?
Seitens der Schweizer Privatwirtschaft gab es Firmen, die sich global betätigten und die während der Kolonialzeit eine beachtliche Marktmacht aufbauen konnten. Diese Firmen machten sich die Kanonenbootpolitik der Imperialmächte zunutze und belieferten aktiv neu geöffnete Märkte wie China oder Japan. Die Schweizer betrieben sozusagen einen Sekundärimperialismus. Was wichtig ist: Für die wirtschaftlichen Akteure spielte die Nationalität lange Zeit überhaupt keine Rolle.