Wie Joan Riviere in ihrer legendären Studie Weiblichkeit als Maskerade betont, hat die Maskerade zuallererst die Funktion ein wirkungsvolles Instrument des Schutzes zu sein: Die in der Maskerade vorgestellte -' vorgeschützte' - Identität vermag das Subjekt vor Angriffen zu bewahren, due es von aussen zu befürchten meint. Damit beschreibt Riviere die Maskerade sehr ähnlich, wie der Psychoanalytiker Diedier Anzieu die Funktion der Haut definiert: Haut (die Anzieu als eine gleichzeitige "organische und imaginär originäre Gegebenheit" begreift) ist nach seiner epistemologischen Definition "erstes Instrument zwischen Innen und Aussen. Zum anderen aber ist sie "Schutzvorrichtung unserer Individualität", insofern sie als Grenzfläche dient, die das Subjekt als solches abschliesst.
aus Marianne Loos, Kleidung als zweite Haut in: Philipp Zitzelsperger, Kleidung im Bild; Enstetten/Berlin. S 137
zitiert:
Joan Riviere, Weiblichkeit als Maskerade, 1926