Von
Nina Fargahi
Aber dieses Jahr war einiges anders. Die Gesellschaft zur Constaffel hatte die GzF eingeladen, als Gast mitzumarschieren. Mehr noch: Als es zur Verbrennung des Bööggs kam, bot ein Constaffler ganz spontan einer Fraumünster-Frau an, mit ihnen um den Böögg zu reiten. Eine symbolische Geste der Inklusion.
Aber zurück zum Anfang: Am Montagmorgen um 9 Uhr 30 versammelten sich die Frauen der GzF vor dem Fraumünster und eröffneten mit Musik und einer Begrüssungsrede von Regula Zweifel, der Präsidentin der GzF, das Zürcher Frühlingsfest. Zweifel ist Kulturhistorikerin und war zwölf Jahre lang stellvertretende Direktorin des Zürcher Landesmuseums. Sie amtet seit sechs Jahren als Oberhaupt der GzF. Auch der Constaffelherr Thomas K. Escher fand den Weg vor das Fraumünster, um die Frauen zu begrüssen.
Danach wurde in der Kirche Emilie Lieberherrs gedacht. Die GzF ehrt jedes Jahr historische und zeitgenössische Frauen, «die Zürich geprägt haben». Einerseits geht es darum, die Frauen sichtbar zu machen. Andererseits soll an ihre Leistungen erinnert werden.
Catherine Ziegler, ein Gründungsmitglied der GzF und ehemalige Hohe Fraumünster-Frau, hielt die Laudatio auf Emilie Lieberherr. Volksnah und bodenständig sei Lieberherr gewesen, eine unermüdliche Kämpferin für Gerechtigkeit und Wegbereiterin für das Frauenstimmrecht. «Eine Grundliberale, auch wenn sie der Linken angehörte», so Ziegler.
Nach der Ehrung legten die Fraumünster-Frauen Rosen auf das Denkmal von Katharina von Zimmern. Der Ehrengast Esther Gasser Pfulg, Regierungsrätin von Obwalden, traf ein.

