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17.03.2011
Baudrillard: Simulacrum
Produktion, Arbeit, Geld und Streiks sind für Baudrillard nr noch referenzlose Zeichen, Fiktionen. Folgerichtig erklärt er auch alle Zeichen- und Abstraktionmodelle für überholt, die "nach dem Muster der Karte, des Duplikats, des Spiegels und des Begriffs" funktionieren. Denn die Simulation bezieht sich nicht auf ein Territorium, ein referentielles Wesen oder eine Substanz, sondern bedient sich "verschiedener Modelle zur Generierung eines Realen ohne Ursprung oder Realität" - eben eines Hyperrealen (Baudrillard 1978; 7) Nichts als Simulakren - Trugbilder, Blendwerke, Fassaden, Schein usw. -, beliebig austauschbare Signifikantenstrukturen ohne bestimmte Referenz, würden das Feld der Kommunikation, zu der Baudrillard auch die Ökonomie zählt, beherrschen (Baudrillard 1976 = 1982; 26); nicht länger sei das Territorium der Karte vorgelagert, vielmehr sei nun umgekehrt die "Karte (…) dem Territorium vorgelagert, vielmehr sei nun umgekehrt die " Karte (…) dem Territorium vorgelagert, ja sie bringt es hervor" (Baudrillard 1978: 8. Das Simulacrum ersetzt, was zuvor mit einem Bilderfilm überzogen und verdeckt wurde (vgl. Art 15 §2.). Die miteinander interagierenden Simulationen haben den Zugang zur sinnlichen und unmittelbaren Wahrnehmung der Welt verschüttet. Baudrilard bezeichnet diese Dominanz der Zeichen in der postindustriellen Gesellschaft als (allgegenwärtige und totale) "Semioratie". Bedingung für die "referenzlose Epistomologie der postindustriellen Gesellschaft" ist für ihn die Tatsache, dass neue Technologien, insbesondere die Medien, als sytsembegründende Faktoren auftrete und dass der Kode das Konstitutens moderner Gesellschaften geworden ist" (Blask 1995: 23). Durch die Medien wird keine vorgängige Realität (mehr) repräsentiert, sondern genau umgekehrt müssen die Ereignisse nun der Medienwirklichkeit hinterherhasten und sich ihr anpassen: "Jegliche Realität wird von der Hyperrealität des Kodes und der Simulation aufgesogen. Anstelle des alten Realitätsprizips geherrscht uns von nun an ein Simulationsprinzip (…). Es gibt keine Ideologie mehr, es gibt nur noch Simulakren" (Baudrillard 1976 = 1982:8).
Labels:
Baudrillard,
refrenzlose Zeichen,
Semiotik,
Simulakrum,
Simulation
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