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12.10.2010

SCHWEIZER SKLAVENHÄNDLER, FINANCIERS

Christophe Bourcard (Sklavenhändler, 1766–1815)
Christophe Bourcard, als einer von vier Söhnen des Basler Kaufmanns Christoph Buckhardt-Merian 1766 geboren, stattete vom französischen Hafen Nantes aus Sklavenschiffe aus, die er zum Teil auch selber finanzierte. Insgesamt wurden auf Schiffen des Baslers allein von 1783 bis 1792 rund 7400 Sklaven von Afrika in die Karibik verschickt, rund 1100 von ihnen kamen bei den Atlantiküberquerungen ums Leben. Bourcard handelte auch noch mit Sklaven, als der Wiener Kongress den Sklavenhandel bereits verboten hatte. Der Basler hatte finanziell keine glückliche Hand und blieb ein Leben lang vom Stammhaus in seiner Heimatstadt abhängig. Bourcard nahm sich 1815 das Leben, nachdem sich sein letztes noch auf Reise befindliches Sklavenschiff als Pleite herauszustellen drohte.

David de Pury (Financier, 1709–1786)
David de Pury gilt bis heute als einer der grossen Wohltäter der Stadt Neuenburg, allein die Erwähnung, dass er in den Sklavenhandel involviert war, löst in der aus Schweizer Sicht als Hochburg des Sklavenhandels geltenden Stadt eine Flut von Leserbriefen aus. Dennoch war de Pury, der viele Jahre lang als Händler und Bankier von Lissabon aus agierte, enger in den Sklavenhandel eingebunden, als die Neuenburger wahrhaben wollen. Der Bankier von portugiesischen Hofes und Baron von Preussens Gnaden pflegte vor allem Beziehungen zu Sklavenhaltern in Brasilien. Gute Kontakte hatte er auch ins amerikanische South Carolina, wo sein Vater die Kolonie «Purrysburg» gegründet hatte.

SCHWEIZ: BAUMWOLLE VON SAINT-DOMINGUE