13.01.2016

symbiontischer imperialismus der schweiz


Hier, im Hauptsitz der Handelsfirma Gebrüder Volkart in Winterthur, liefen Verbindungen aus den Kolonien Europas zusammen. Volkart war eines der führenden Kolonialwarenhandelshäuser. (Bild: H. Linck / Winterthurer Bibliotheken)


Gastkommentar zum Wohlstand
Historische Befunde legen nahe, dass der Wohlstand in der Schweiz auch durch eine Art «symbiontischer Imperialismus» erwirtschaftet wurde. Von Harald Fischer-Tiné, Historiker, 23.12.2014, 05:00 Uhr

Schlendert man durch die Zentren der grossen städtischen Metropolen Grossbritanniens – sei es London, Glasgow oder Liverpool –, so künden an jeder Ecke Denkmäler, Erinnerungstafeln, aber auch zahllose Strassen- oder Gebäudenamen von der tiefen Verwobenheit des «Mutterlandes der Moderne» mit seiner kolonialen Vergangenheit. Die rasante Industrialisierung im 19. Jahrhundert, der zeitgleich stattfindende Aufstieg Londons zu einem globalen Finanzzentrum und die enorme – wiewohl in einer gewaltigen Schicht von «gentlemanly capitalists» konzentrierte – private Kapitalakkumulation: All das, da sind sich Historiker mittlerweile einig, kann nicht losgelöst von der Geschichte des britischen Empire verstanden werden.In Städten wie Liverpool, das seinen Reichtum im 18. und frühen 19. Jahrhundert vor allem der Rolle als wichtigster Sklavenumschlagplatz im Vereinigten Königreich verdankte, gab es in der letzten Dekade daher besonders intensive Debatten um das imperiale Erbe, die auch die dunklen Seiten des britischen Weltreiches ins Bewusstsein einer breiten Öffentlichkeit riefen.

Die verborgenen Kolonien der Schweiz

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Deutsche als Sklavenhalter? Christian Wilhelm Jamm aus Lahr im Schwarzwald und die Sklaverei auf KubaLiteratur zu Kolonialismus, Imperialismus und Postkolonialismus


Makro und Mikro in der zweiten Globalisierung: Kuba um 1850 und die Geschäfte des Christian Wilhelm Jamm aus Lahr
Michael Zeuske, Universität zu Köln

Original publiziert unter: Zeuske, „Christian Wilhelm Jamm und die Sklaverei auf Kuba, in: Geroldsecker Land. Jahrbuch einer Landschaft, Heft 45 (2003), S. 19-46 sowie unter: Zeuske: “Deutsche als Sklavenhalter? Christian Wilhelm Jamm aus Lahr im Schwarzwald und die Sklaverei auf Kuba“, in: Zeuske, Schwarze Karibik. Sklaven, Sklavereikulturen und Emanzipation, Zürich: Rotpunktverlag, 2004, S. 360-372
(vorliegende Version 2013 ist sehr erweitert; Ende 2013 nochmals erweitert um die Informationen zu Matthias Haberhoff/ Matias Averhoff)





Über Christian Wilhelm Jamm, den „Wohltäter“ der Stadt Lahr im Schwarzwald, ist schon viel geschrieben worden. Ich will hier keine biographischen Details oder andere Begebenheiten aus seinem Leben in Deutschland hinzufügen. Einiges aus seinem „kubanischen“ Leben ist allerdings seit jeher enigmatisch, rätselhaft geblieben. Wie hatte Jamm sein Geld, das viele Geld, das er 1875 zu großen Teilen der Stadt Lahr vermachte, verdient? Immerhin war Kuba die „Sklaveninsel“ par excellence der westlichen Hemisphäre. Selbst im Süden der USA war die Sklaverei infolge des Bürgerkriegs zwischen Norden und Süden 1862/65 verboten worden. Auf Kuba wurde die Aufhebung der Sklaverei erst 1886 proklamiert.


Steckt also „Sklavenblut im Stadtpark“ (Thorsten Mietzner) von Lahr? Ich will zur Beantwortung dieser komplizierten Frage kurz auf den Debattendiskurs und auf die wichtigste Argumentationsfigur darin, die vom “Sklavenblut“ (resp. “schmutziges Geld“) eingehen. Diese Argumentation und ihre rhetorischen Figuren sind fast wortwörtlich von Rübenzuckerproduzenten in Deutschland gegen die überseeische, meist auch kubanische Konkurrenz des „Sklavenzuckers“ benutzt worden.


Zweitens möchte ich den sozialen, politischen und wirtschaftlichen Hintergrund von Jamms „kubanischem“ Leben schildern, vor allem in Form einer Synthese der Geschichte Kubas und Havannas zwischen 1830 und 1860.


Drittens will ich gerne kurz die deutsche Kaufleute-Kolonie auf Kuba und in der Karibik vorstellen, um auf vor diesem Hintergrund das Problem der „Sklavengeschäfte“ Jamms endgültig zu klären – soweit das für einen Kuba- und Sklavereihistoriker möglich ist.

Das „Blut- und Sklavenargument“
Das Argument vom „Sklavenblut“-Anteil in einem bestimmten Produkt kam in Europa im 19. Jahrhundert zunächst im Zusammenhang mit einem, vielleicht dem, Massenkonsumgut der entstehenden Industriegesellschaft auf - Zucker.[1] Das scheint auf den ersten Blick nicht viel mit Jamm zu tun zu haben. Auf den zweiten Blick ergibt sich aber die logische Schlussfolgerung, dass er sein Geschäft und das Geld, welches er damit verdiente, vor allem das Geschäft mit Luxustextilien und Seidenstoffen, dem Reichtum einer kaufkräftigen Oberschicht in Havanna und Matanzas verdankte, die ihrerseits ihr Geld im Zucker gemacht hatte.

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Literatur zu Kolonialismus, Imperialismus und Postkolonialismus

im Bestand der Bibliothek des Georg-Eckert- Instituts für internationale Schulbuchforschung
Stand: Dezember 2012
Literatur zu Kolonialismus, Imperialismus und Postkolonialismus

Adamson, Kay:
Political and economic thought and practice in nineteenth-century France and the colonization of Algeria / Kay Adamson. - Lewiston [u.a.] : Edwin Mellen Press, 2002. - XIV, 355 S.
(Studies in French civilization ; 22)

L'Afrique de Sarkozy : un déni d'histoire / Jean-Pierre Chrétien avec Pierre Boilley .... - Paris : Karthala, c 2008. - 203 S. ; 18 cm
(Disputatio)
Includes bibliographical references (p. 183-190)

AfrikaBilder im Wandel? : Quellen, Kontinuitäten, Wirkungen und Brüche / Manuel Aßner ... (Hrsg.). - Frankfurt am Main [u.a.] : Lang, 2012. - 260 S. : Ill., graph. Darst.
(Afrika und Europa ; 8)

Ahlrichs, Johanna:
Geschichtsbilder im Wandel der Zeit - Manifestationen (post)kolonialer Denkweise bei der Darstellung des Kolonialismus in spanischen und mexikanischen Schulbüchern / eingereicht von:

Akakpo-Numado, Sena Yawo:
Mädchen- und Frauenbildung in den deutschen Afrika-Kolonien (1884 - 1914) / Sena Yawo Akakpo-Numado. - Frankfurt am Main [u.a.] : IKO-Verl., 2007. - 293 S. : graph. Darst. (Reihe "Historisch-vergleichende Sozialisations- und Bildungsforschung" ; 8)

Stadtarchiv Zürich: Schweiz und Suriname

- Pfarrer Heinrich Grob (Paramaribo):
Bericht über Erlebnisse in Surinam, 14. Mai 1773 - Publizierte Findmittel: GAGLIARDI, S. 1344
Signatur: Ms. S 518, S. 13-33
(vgl. auch ZTB, 1932, S. 78ff.)
Brief an den Bruder in Zürich, Grob war als Pfarrer im Dienste der Westindischen Handelskompagnie in Paramaribo tätig, er hielt selber Sklaven (S. 30) und berichtet über die entlaufenen Sklaven im Hinterland der Kolonie („Buschneger“)

- Salomon Wolf, Textilindustrie (Indiennefabrikant), 1734-1798
StAZH D 274-275
Wolf befasste sich mit Textilhandel und seit 1773 mit der Indiennefabrikation, zwischen 1798 und 1806 wanderte er nach Lissabon, wo er weiterhin in der Textilbranche tätig war. Der Bestand enthält Gerichtsakten mit Angaben über Liegenschaften (Testament, Inventare) (D 274) und Geschäftspapiere (1778-1798) (D 275).


12.01.2016

Die Kosten des Kolonialismus


Tobias Straumann am Mittwoch den 15. April 2015
Never Mind the Markets

Einer der grössten Streitpunkte der Wirtschaftsgeschichte betrifft die ökonomischen Vorteile und Kosten des Kolonialismus. Zwei einflussreiche Denkschulen stehen sich gegenüber. Die eine, eher marxistisch inspirierte Richtung betont den Nutzen des Kolonialismus für die Mutterländer. Kolonien werden vor allem als Orte der Ausbeutung und als Absatzmärkte für die westlichen Mächte angesehen. Aus diesem Umfeld stammt auch die Williams-These, wonach die industrielle Revolution ohne die karibische Sklavenarbeit unmöglich gewesen wäre.

Die andere, eher liberale Denkrichtung argumentiert vorsichtiger. Sie betont neben den unbestreitbaren Kosten für die Kolonisierten auch andere Aspekte, etwa die Nachteile des Kolonialismus für die Mutterländer. Ein Land zu besetzen, konnte für den Staat so teuer kommen, dass es die rein ökonomischen Vorteile aufhob. Eine andere Hypothese ist, dass der Kolonialismus das Wirtschaftswachstum behinderte, weil das Mutterland sich ein Stück weit dem globalen Wettbewerb entziehen konnte.

Das klassische Beispiel ist die englische Chemieindustrie. Sie verpasste Mitte des 19. Jahrhunderts den Schritt ins Massengeschäft mit synthetischen Textilfarben, weil in Indien natürliche Farbstoffe zu günstigen Preisen gewonnen werden konnten. Deutschland und die Schweiz, zwei Länder ohne nennenswerten kolonialen Besitz, hatten gar keine andere Wahl, als auf die synthetischen Farbstoffe zu setzen. Bald beherrschten sie den Weltmarkt.

Koloniale Erfahrungen im letzten Drittel des 18. Jahrhunderts : die Plantagen der Firmen Thurneysen aus Basel und Pourtalès aus Neuenburg auf der westindischen Insel Grenada

Basler Zeitschrift für Geschichte und Altertumskunde
Band (Jahr): 91 (1991)

Koloniale Erfahrungen im letzten Drittel des 18. Jahrhunderts
Die Plantagen der Firmen Thurneysen aus Basel und Pourtalès aus Neuenburg
 auf der westindischen Insel Grenada von Nikiaus Röthlin

Der in der Aufklärung hoch angesehene Darsteller und Kritiker der Kolonien Guillaume-Thomas Raynal zieht am Ende seiner zehnbändigen «Histoire philosophique et politique des établisse¬ ments et du commerce des européens dans les deux Indes»' eine negative Bilanz über die Vor- und Nachteile, die die Entdeckung der Neuen Welt für Europa gebracht habe. Er rüttelt seine Leser vor allem durch die Schilderung der Raffgier und der Grausamkeiten auf, die mit der Eroberung und Ausbeutung der neuentdeckten Län¬ der verbunden waren. Sein Urteil gipfelt in Feststellungen und Fra¬ gen wie «L'Europe doit au Nouveau-Monde quelques commodités, quelques voluptés. Mais avant d'avoir obtenu ces jouissances, étions- nous moins sains, moins robustes, moins intelligens, moins heureux? Ces frivoles avantages, si cruellement obtenus, si inégalement par¬ tagés, si opiniâtrement disputés, valent-ils une goutte du sang qu'on a versé & qu'on versera?2» Viele Zeitgenossen griffen Raynals Gedanken eifrig auf und verbreiteten sie weiter. So betont etwa Justin Girod-Chantras am Schluss seines «Voyage d'un suisse dans différen¬ tes colonies d'Amérique»1 die Nachteile für die damaligen Kolonialmächte und prangert den Sklavenhandel an. Er lobt seine Heimat, weil sie in keine solchen Abenteuer und Verbrechen verstrickt war, und fragt den Leser: «Comptera-t-on pour des biens quelques pro¬ ductions dont on ne peut se pourvoir sans détruire plusieurs peuples à la fois, qu'un luxe insatiable demande & que l'humanité refuse, qui ne nourissent personne & qui coûtent la vie à un si grand nombre d'infortunés4?»
Die Kaufleute dachten über die Kolonien anders. Die Entdeckungen hatten ihnen ein sich ständig erweiterndes Betätigungsfeld eröffnet. Der Handel mit den neuen Ländern war zwar mit vielen Risiken verbunden. Bei Gelingen warf er aber grossen Gewinn ab und zog darum immer wieder neue unternehmungslustige Leute an. In der ersten Zeit führte man aus Übersee vor allem Edelmetalle, Gewürze, Korallen, Perlen und ähnliche exotische Güter ein. Mit der Entwicklung der Kolonien und dem Aufbau der von Negersklaven bewirtschafteten Plantagen bezog man aus der Neuen Welt immer grössere Mengen an Zucker, Kaffee, Tabak, Gewürzen, Baumwolle, Indigo und anderen Kolonialwaren. Dafür versorgte man die Siedler in Übersee mit wichtigen Gütern aus den Mutterländern. Das Verhältnis zwischen den Kolonien und Europa führte im Lauf des 18. Jahrhunderts zu einer engen wirtschaftlichen Verflechtung.


Missionsausstellungen




09.01.2016

Adriaan François Lammens (1767-1847)

19 Saturday May 2012
Posted by Carl Haarnack in 19th century books, Dutch books
flora & fauna, kolonisatie, plantages, religie, Slavery

Bijdragen tot de Kennis van de Kolonie Suriname. Tijdvak 1816 to 1822. Door Mr Adriaan François Lammens. Amsterdam: Vrije Universiteit,1982
Over de geschiedenis van Suriname is nog lang niet alles gezegd. Veel daarvan ligt nog verborgen in archieven, dagboeken, brieven en ongepubliceerde manuscripten. In het Surinaams Museum in Paramaribo worden in achttien banden de Memoires en onuitgegeven werken van Adriaan François Lammens bewaard. Mr Adriaan François Lammens (1767-1847) speelde een belangrijke rol in het koloniaal bestuur van Suriname aan het begin van de 19e eeuw. Precies dertig jaar geleden (in 1982) werd een deel van het manuscript van Lammens door de Vrije Universiteit Amsterdam en het Koninklijk Institituut voor Taal-, Land- en Volkenkunde (KITLV) gepubliceerd. Het werk van Lammens is een rijke bron van informatie over het leven in Suriname aan het begin van de 19e eeuw. Belangrijk hierbij is dat Lammens ook veel informatie geeft over het leven in de stad Paramaribo. Tot dan toe gingen de meeste verhandelingen meer over hetgeen zich op de plantages afspeelde.



Stadsplan Paramaribo ca. 1767 (Tirion)

Lammens was geen vluchtige bezoeker die, zoals veel van zijn voorgangers, een oppervlakkige beschrijving geeft van hetgeen hij om zich heen zag. Hij verbleef bijna twintig jaar (1816-1835) in Suriname en was er o.m. President van het Hof van Justitie en het Militaire Gerechtshof. Door tijdgenoten zoals Teenstra wordt Lammens omschreven als één der eerlijkste en verdienstelijkste ambtenaren van de kolonie. Hoewel hij natuurlijk deel uitmaakte van de elite die het systeem van de slavernij in stand hield was hij tegelijkertijd kritisch over de uitwassen er van. Hij veroordeelt de onbetamelijke en wrede wijze waarop sommige eigenaren hun slaven behandelen. Lammens wijst bijvoorbeeld op het doodschieten van een slavin door directeur Balfour van plantage Berlijn die daarvoor ‘aan het zwaard der gerechtigheid of aan de koord’ ontsnapte.



Plantage Berlijn

Het verval van de Kolonie komt door dat de gemaakte winsten naar Nederland worden doorgesluisd: “De Kolonie is als een melkkoe, welke men steeds melkt, en die men bijna niet te eten geeft.” In zijn opvattingen over slaven onderscheidt hij zich niet van zijn tijdgenoten. De slaaf is traag en lui, zo stelt Lammens, maar zijn afkeer van werken heeft hij afgekeken van zijn meester. De negerslaaf “vormt het eenig werksaam deel der bevolking, in het belang van Nederland, zonder hen bestond de kolonie niet.”

In het eerste deel beschrijft Lammens de geografie van het land. Lammens heeft zelf ook deelgenomen aan tochten naar Nickerie, hij bevoer de Corantijn en de Marowijne. Interessant zijn ook de beschrijvingen van verschillende wandeltochten door en om Paramaribo. De weg naar de plantage Ma Retraite, met aan weerszijden Kombées of tuinen, is beplant met sinaasappelbomen, manjebomen, zuurzak en broodbomen. Van Ma Retraite loopt men naar de plantage Tourtonne waarvan men in een half uur weer in de Gravenstraat komt. Deze laan door een wild bos en is met hoge bomen beplant.

Nog interessanter wordt het als Lammens de bevolking van de kolonie onder de loep neemt. Zo beschrijft hij dat de blanke inwoners zich verre houden van de kleurlingen en met verachting op hen neerkijken. Zij stellen ‘den neger verre boven den mulat (kleurling, ch)’. De kleurling verenigt volgens de blanken de gebreken van blank en zwart. Dat is volgens Lammens niet alleen onstaatkundig maar ook dom (als de kleurlingen en de zwarte bevolking zouden samenspannen zouden de blanken geen schijn van kans hebben) en ongerijmt.

Jeriman (uit: Benoit, Voyage a Surinam, 1839)/ Stoffverkau


08.01.2016

Jemima Wyman's Camouflage


Jemima Wyman  As seen by Dicky Chapelle, US special forces and 
their interpreter drink tea and discuss politics with a South Vietnamese 
Buddhist monk, near Khanh Hung, South Vietnam, 1962  2012
Showing at Milani gallery from 7 -21 October is a solo exhibition by Australian artist Jemima Wyman. The gallery is showing recent works based on her travels abroad which have the underlying themes of camouflage and political unrest. There are a couple of craft/sculpture based works but generally it is an exhibition of paintings. Her works are an eclectic mixing of references to current events using an Impressionistic painting style via the iconic pattern of military camouflage. This is a very post-modern style reminiscent of Gordon Bennett’s work which it may or may not be worth noting, is a member of the Milani stable.
Jemima Wyman As seen by Susan Meiselas, Muchachos await the 
counterattack by the National Guard, Matagalpa, Nicaragua, 
1978-79  2012
What is the value of art? Coming to see this exhibition we find that there are two types of values; artistic value and market value. They both seem to be operating independently from each other as they been since the invention of the art gallery or more accurately, since the commoditisation of aesthetic objects. Here we see a perfect example of art in the context of commerce. You find yourself analysing the content of art works yet look at where it is hung then think “I wonder how much these works fetch for?”. 


Milani Gallery installation view.
Being in the Milani gallery and stable, I would think these works would be worth more than the average Joe Bloe art school graduate’s. Not to take away anything from Wyman, she has a particular voice and style that has been snapped up by art market, no doubt boosted by her recent inclusion in the Liverpool Bienalle. But this is the commonplace nature of art in a capitalist society and it has to be said that Jemima’s place as an artist stands in between art and market.  The prestige of Milani representation cannot be overlooked as it affects the reception of these works from the beginning and my particular reception is a negative one. The monetary value of her work does not match up to the work’s artistic value. Buyers of these works would be paying for her voice or style and her commoditised potential, the common grounding to which will guarantee a stable rise in market value of the works and Jemima Wyman’s who was once an emerging artist seem to have blended in seamlessly in the background of the high-stakes art market which one must agree is a beneficial way of being included in the grand narratives of art history.

07.01.2016

Das Ornament der Menge Oberflächenerscheinungen der gegenwärtigen Protestkultur

Hito Steyerl
1.
Die unscheinbaren Oberflächenäußerungen einer Epoche stellen den wichtigsten Beitrag zu ihrer Analyse dar, schreibt Siegfried Kracauer 1927.[1] Gerade die Untersuchung der alltäglichen Phänomene, sowie der mehr oder weniger gewöhnlichen Gegenstände und Praxen der Alltagskultur ermögliche, so Kracauer, Einsicht in die Verfasstheit einer bestimmten Ära. In diesem Text geht es daher um Praxen, Repräsentationen und Denkbilder, die im Alltag gegenwärtiger Protestbewegungen verwendet werden, sowie darum, welche impliziten Aussagen sie sowohl über den Charakter des gegenwärtigen Kapitalismus als auch über ihr eigenes Selbstverständnis treffen.

2.
Die karnevalesken Aktionen der verschiedenen Pink and Silver Gruppen sind ein weit verbreitetes Element der gegenwärtigen Demonstrationen gegen die kapitalistische Globalisierung. Die in rosa- und silberfarbige Gewänder gehüllte Menschengruppe wogt im Sambatakt schwingend heran und verbreitet eine uniforme gute Laune, die den Umständen entsprechend auch ins leicht Bedrohliche tendieren kann. Je nach Perspektive ähneln die als Feen und Zauberwesen verkleideten Tanzverbände der Karikatur einer Cheerleadergruppe oder – nach eigener Aussage – einer Zirkusparodie der uniformierten Militärmarschkapellen, die Regimenter in die Schlacht begleiten. Die Gruppe versteht sich als offene und flexible „Straßen-Guerilla-Karneval-Truppe“, deren Aktionen spaßorientiert, kreativ, fröhlich, fluid und unvermittelt sein sollen. Welche Bedeutung aber haben diese Formen einer physisch artikulierten, militärisch-karnevalesken Selbstorganisation? Welche Bilder produzieren die Protestbewegungen von sich und vom gegenwärtigen Kapitalismus?

In dem erwähnten Aufsatz beschreibt Kracauer das Phänomen der Tiller-Girls, einer populären Revuetruppe der 1920er Jahre. Ihre Erscheinung auf der Bühne der Populärkultur ist für ihn ein Anzeichen einer Selbstorganisation der Masse zum Ornament, eine Musterbildung, die sich in Stadien und Kabaretts ereignet. Die Ornamente der Masse gleichen Luftaufnahmen und geometrischen Diagrammen, das organische Moment ist aus ihnen getilgt und aus dem Revueensemble wird eine Anordnung paralleler Striche, in denen die natürliche Gestalt aufgelöst wird. Für Kracauer sind die Tiller-Girls – ein durchrationalisiertes Konglomerat aus ornamental arrangierten Beinen und anderen fragmentierten Körperteilen – jedoch nur ein Symptom oder, wie er es nennt, ein Reflex der damaligen Produktionsverhältnisse. Sie bilden ein Ornament der Masse, das auf eine Rationalisierung von Körpern und Bewegungsabläufen verweist, die geradewegs aus den fragmentierten Arbeitsabläufen in Büro und Fabrik stammt.

03.01.2016

Renzo Martens / Institute for Human Activities A Lucky Day





WATCH TV REPORT
ZDF aspekte, Apr 24, 2015

Wir freuen uns Renzo Martens erste Einzelausstellung in Deutschland anzukündigen. Das von Martens geleitete INSTITUTE FOR HUMAN ACTIVITIES (IHA) präsentiert neueste Skulpturen des Cercle d’art des Travailleurs des Plantations Congolaises (Congolese Plantation Workers Art League). Einst beflügelte die Ausdruckskraft kongolesischer Skulpturen die europäische Avantgarde. Reger Handel verteilte sie auf Museumssammlungen weltweit, während gleichzeitig die künstlerische Produktion vor Ort im Kongo mit der kolonialen Besatzung vor über hundert Jahren endete. Nun initiiert IHA seit 2012 eine Künstlerkolonie 800 Kilometer östlich von Kinshasa, nahe einer ehemaligen Unilever-Plantage im Regenwald. Subsistenzbauern und Plantagenarbeiter haben hier damit begonnen, Selbstportraits anzufertigen. Sieben Plastiken, die im Januar 2015 entstanden, zeigen wir nun erstmals bei KOW. Zeitgleich werden sie in der Galerie Fons Welters in Amsterdam ausgestellt.     

Künstlerische Kritik an den Lebens- und Arbeitsbedingungen im Kongo scheint an diesen Bedingungen bislang nichts zu ändern. Die globale Ungleichheit wird im Gegenteil noch einmal zementiert, wo Armut und Ausbeutung den Rohstoff für eine kritische Kulturproduktion liefern, die letztlich Jobs und Profite in Metropolen wie London und Berlin generiert, nicht in Kinshasa oder gar auf den entlegenen Plantagen. Renzo Martens weithin diskutierter Film „Episode III: Enjoy Poverty“, der 2004 bis 2008 im Kongo entstand, führte diesen Mechanismus exemplarisch vor – und entsprach ihm doch selbst. Mit ihrer Initiative fragen Martens und IHA nun, ob er sich umkehren lässt. Kann künstlerische Kritik ihre ökonomischen und sozialen Effekte an den Orten entfalten, über die sie spricht, und an denen diese Effekte, Geld und Selbstbestimmung, dringend gebraucht werden? IHAs Kunstzentrum ist der Ursprungsort einer neuen Künstlergeneration und ihrer ästhetischen Produktion, in der Plantagenarbeiter ihre Gefühle und die Kritik an ihren Lebensumständen ins Werk setzen und dabei unterdrückte kulturelle Traditionen wieder aufgreifen und unter veränderten Vorzeichen weiterentwickeln.

Die Kooperation zwischen der Congolese Plantation Workers Art League und dem Institute for Human Activities zielt auf eine nachhaltige Entwicklung vor Ort und zugleich auf eine internationale Rezeption und Distribution der entstehenden Werke, die das IHA koordiniert. Die im Januar entstandenen Plastiken wurden aus Tonerde gefertigt, eingescannt und aus den digitalen Datensätzen in Amsterdam, dem größten Kakao-Umschlaghafen der Welt, von einem 3D-Drucker reproduziert. Abgüsse dieser zweiten Urform wurden von Chocolatiers in belgischer Schokolade gefertigt. Der Rohstoff für diese Schokolade stammt unter anderem aus den umliegenden Plantagen im Kongo und ist neben Palmöl und Kautschuk die einzige Verbindungslinie zwischen dem Weltmarkt und den Arbeitern, ihr einziges Medium der globalen Kommunikation. Entspricht ein Kilogramm Kakaobohnen für sie üblicherweise einem Wert von etwa 25 Cent – bei einem Monatseinkommen von rund 20 Euro – repräsentiert das gleiche Kilo einen mehrere hunderfach höheren Wert, wenn ihm Emotionen hinzugefügt werden und die Schokolade auf den Kunstmarkt gehandelt wird.        

Von der Plantagenarbeit können die Autorinnen und Autoren der Werke nicht leben, also leben sie nun von der kritischen Auseinandersetzung mit Plantagenarbeit. Gewinne aus dem Verkauf der Skulpturen gehen an die Plantation Workers Art League und ändern Einkommen und Infrastruktur vor Ort. Neben den Editionen, die KOW anbietet, vertreibt IHA zwei unlimitierte Multiples, die zum Preis von 39,95€ erhältlich sind (HIER BESTELLEN). Zeitgleich mit unserer Ausstellung eröffnen Renzo Martens und IHA einen Projektraum in den KW INSTITUTE FOR CONTEMPORARY ART. Während fünf Wochen sollen hier Partnerschaften geknüpft und Gelder eingeworben werden, aber auch zahlreiche Gespräche und öffentliche Veranstaltungen den diskursiven Rahmen der Initiative abstecken. KW, einst selbst aus dem Engagement von KulturproduzentInnen entstanden, kann Ressourcen und Diskussionen bündeln und für die Projektentwicklung im Kongo nutzbar machen. KOW zeigt Renzo Martens, bislang als konzeptueller Filmemacher bekannt, als sechstes Kapitel der Ausstellungsreihe ONE YEAR OF FILMMAKERS.  

Like a Riot: The Politics of Forgetfulness, Relearning the South, and the Island of Dr. Moreau

Like a Riot: The Politics of Forgetfulness, Relearning the South, and the Island of Dr. Moreau
By Françoise Vergès


The learning process is something you can incite, literally incite, like a riot.
—Audre Lorde1


The mechanism of forgetfulness has ramifications far beyond the importance it has played in psychoanalysis. Sigmund Freud notes that forgetfulness is not “left to psychic arbitrariness, but that it follows lawful and rational paths.” Forgetting, he writes, moreover, has “proved to be founded on a motive of displeasure.” Considering the infamous “return of the repressed,” Freud provides evidence of the capacity of the repressed to express itself.2 If we apply this theory to the fabrication of forgetfulness in imperialism and capitalism, colonial and capitalist crimes certainly represent a source of unpleasant memories that explain the fabrication of forgetfulness by empire the world over. But forgetfulness is not just a psychological mechanism; it is the result of economic and political choices. In its logic, there is no need to do away with inequalities and precariousness. They are, in fact, structural to neoliberal logic. What is important in this system is to negotiate and renegotiate the threshold of “bearable” precariousness, to avoid revolts and insurrections by shifting the blame onto individuals (if their lives are precarious, it’s because they are lazy), by systematic displacement and dispossession.

On a global scale, following the mapping and remapping of what matters—and what does not—means following the routes of racial capitalism, the transformation of land into spaces for the working of capital. Consider those glass towers all over the globe that constitute safe deposit boxes for the wealthy, the privatization of the commons. See how it leads to a competition between territories: better to be on the map of what matters, one reasons, than to be forgotten, even if that means the destruction of environment, of community, of life. Frantz Fanon’s analysis of the condition of The Wretched of the Earth3 can be understood as the “forgetfulness of damnation,”4 the process whereby a state of amnesia has led to murder, destruction, and the epistemic will to power—with a European good conscience. For Fanon, any opposition to Western modernity and its racism must address this amnesia and the invisibility of the damned; he wanted to bring into view what had remained invisible for centuries. Following Fanon, decolonial thinkers have spoken of the “forgetfulness of coloniality”5 in both Western philosophy and contemporary social theory. A counterstrategy has been to excavate forgotten maps, imagining new ones or valorizing those that have been marginalized.

Zwischen Empire und Empower: Dekolonisierung und Demokratisierung



Prof. Dr. Nikita Dhawan
Exzellenzcluster Die Herausbildung normativer Ordnungen
www.normativeorders.net

FB 03: Gesellschaftswissenschaften / Institut für Politikwissenschaft
Senckenberganlage 31 (Hauspostfach 7), 60054 Frankfurt am Main
dhawan@soz.uni-frankfurt.de
Erschienen in: Femina Politica. 02/2009, S. 52-63. http://budrich-journals.de/index.php/feminapolitica

Zwischen Empire und Empower: Dekolonisierung und Demokratisierung
von Nikita Dhawan
„Eines der Geschenke der Logik der Dekolonisierung ist die parlamentarische Demokratie“ (Spivak 1993, 86)

Kosmopolitismus und Postkolonialismus
In ihrem Buch „Cultivating Humanity“ formuliert Martha Nussbaum folgenden Appell: „(…) die Welt um uns herum ist unausweichlich international. Themen vom Handel bis zur Landwirtschaft – über die Menschenrechte bis hin zu der Linderung von Hungersnöten – fordern uns dazu heraus, den Blick über eng gefasste Gruppenloyalitäten hinaus zu wagen und weit entfernte Lebenswirklichkeiten zu berücksichtigen. (…) Die Kultivierung unserer Menschlichkeit in einer komplexen und ineinander verflochtenen Welt, bedarf eines Verständnisses über die Art und Weise in der gemeinsame Bedürfnisse und Ziele in unterschiedlichen Lebensverhältnissen je verschieden identifiziert und verfolgt werden“ (1997, 10).
Diese Forderung, die das liberale westliche Individuum dazu aufruft, sich angesichts zunehmender globaler Interdependenzen für Belange verantwortlich zu zeigen, die über das jeweilige Eigeninteresse hinausgehen, erscheint auf den ersten Blick als ein überaus lobenswertes Unternehmen. Kosmopolitismus wird folglich als ein ehrenwertes Ziel angesehen, dessen Realisierung angestrebt werden muss. Im Gegensatz zu der Annahme von eng begrenzten territorial begründeten Identitäten, beruht das Projekt des Kosmopolitismus auf der normativen Idee eines ausgedehnten globalen Bewusstseins. Die Idee der kosmopolitischen Demokratie ermöglicht „Weltbürgern“ an dem globalen politischen Geschehen unmittelbar teilzuhaben.
Eine weitere interessante Perspektive wird von Ulrich Beck vertreten, der der Ansicht ist, dass wir angesichts einer zunehmend interdependenten Welt, gemeinsamen ökologischen Bedrohungen, finanziellen Risiken und Sicherheitsgefahren ausgesetzt 3
sind. Diese „Globalisierung von Risiken“ macht, so Beck, alle gleichermaßen verletzlich und bildet somit die Basis für das „kosmopolitische Moment“ der Weltrisikogesellschaft (Beck 2007, 27). Auf die Frage „Wie kann das Verhältnis zwischen globalen Risiken und der Gestaltung einer globalen Öffentlichkeit verstanden werden?“ verweist Beck auf die Beispiele der öffentlichen Verhandlungen des Hurrikans Katrina und der Tsumanis, die zu einer „Globalisierung des Mitgefühls“ (ebd., 114) geführt haben. Letzteres bestätige sich durch die beispiellose Spendenbereitschaft im Anschluss an die Naturkatastrophen. Laut Beck werden durch die öffentliche Debatte zahlreiche Stimmen gehört und es findet eine größere Partizipation in Entscheidungsprozessen statt. Dieser Annahme liegt die Idee eines „erzwungenen Kosmopolitismus“ zugrunde, der Akteure über nationale Grenzen hinweg verbindet. Globale Risiken erzwingen eine unfreiwillige Demokratisierung.

02.01.2016

Allie Mae Burroughs, wife of cotton sharecropper




Walker Evans: Allie Mae Burroughs, wife of cotton sharecropper

Can the Subaltern Speak German? And Other Risky Questions Migrant Hybridism versus Subalternity

25 04 07
Nikita Dhawan
The German-speaking discourse distanced itself from postcolonial theory for a long time with the argument that neither Germany nor Austria nor Switzerland were major colonial powers. Only recently, postcolonial theory has received academic attention in the German speaking context through focus on issues like migration, racism, interculturality, and globalisation. Consequently, there is an emerging discussion regarding the consequences of colonialism and postcolonial critique for the German-speaking context. This has given rise to a range of questions like: “Is postcolonial theory relevant and applicable to the German context?”, “Who is the subaltern in Germany and are there subalterns, who speak German?”[1] It has been proposed that migrants in the postcolonial German-speaking context can be understood to be subalterns, who cannot be heard by the hegemonic dominant culture[2]. Migrants are thereby ‘subalternized’ and strategies are explored for bringing to articulation of ‘silenced’ minority voices[3]. Here, the intellectual migrants from ‘subaltern groups’ become the spokesperson for the ‘margins’[4].
The colonial continuity of the politics of migration in the European context or the experiences of racism and discrimination that are part and parcel of a migrant’s everyday life are urgent issues that need to be scandalized. Against this background, the link between postcolonial critique and migration studies is extremely significant. Particularly Edward Said and Homi Bhabha's works focus on these issues. Interestingly Gayatri Spivak takes a different view, whereby she explicitly and repeatedly warns against reducing the question of postcoloniality in general and subalternity in particular to metropolitan spaces. Spivak’s focus on the tricky relation between metropolitan postcolonialism and rural and indigenous subalterns brings to light the risks of an unquestioned celebration of postcolonial critique, especially for those who do not 'directly' benefit from it. Spivak emphasises that she finds migrant activism in the north important and worth supporting, but simultaneously warns that if contemporary neo-colonialism is seen only from the undoubtedly complex and important, but restrictive, perspective or explanatory context of metropolitan internal colonization of the postcolonial migrant, then this risks overshadowing the question of international division of labour. This unfolds a conflict of interest, whereby there is no self-evident 'natural' alliance between migrant activism in the North and the rural and indigenous subaltern in the global south. In my paper, I seek to briefly explore this 'internal critique' within metropolitan postcolonialism, to unfold the dangers of 'discursive colonization' of the subaltern by migrant activism and expose the tricky position of the postcolonial feminist in the face of international division of labour.
As argued elsewhere[5], I propose that the very question of the relevance of postcolonial theory in the German speaking context is redundant in that it overlooks one of the most fundamental premises of postcolonial theory, namely, that not only are countries like Bangladesh and Brazil postcolonial, but even countries like Thailand and Iran, which were never 'formally' colonised, are also deeply informed by processes of colonialism. By virtue of our, what Shalini Randeria calls “entangled histories”, it is impossible to reduce postcolonial analysis to national boundaries, for these boundaries are itself a product of colonial discourses. Thus the mere question, for example, "Can the Subaltern speak German?"[6] neglects the functioning of international division of labour by trying to locate and thereby reduce the question of postcolonial critique in the global north even as the framing of this question once again reinforces methodological nationalism and thereby national boundaries.
Moreover, there is a fatal ‘paradox’ in the notion of ‘migrant-as-subaltern’. Spivak observes that the very definition of the subaltern entails ‘immobility’, whereby the cultural space of subalternity is cut off from the lines of mobility producing the class- and gender-differentiated colonial subject:
"Subalternity is the name I borrow for the space out of any serious touch with the logic of capitalism or socialism. Please do not confuse it with unorganised labour, women as such, the proletarian, the colonized, […] migrant labour, political refugees etc. Nothing useful comes out of this confusion." (Spivak 1995: 115)

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