13.08.2015

Penny Siopis

Mo, 26. Jan 2015, 20 Uhr



William Blake, Nebukadnezar
Penny Siopis ist eine der bekanntesten Filmemacherinnen und Künstlerinnen Südafrikas. Sie spricht im Rahmen einer Kooperation mit den 16. dresdener schmalfilmtagen am 25. Januar im Kunsthaus Dresden mit der Kuratorin Sophie Goltz über ihr Gesamtwerk. Neben ihren filmischen Arbeiten, die während der 16. dresdner schmalfilmtage am 23. Januar vorgestellt werden, ist die vielseitige Künstlerin für ihre Werke in Malerei, Fotografie und Installation bekannt. Durch ihre künstlerische Auseinandersetzung mit afrikanischer Geschichte und Erinnerung gilt sie als wichtige Analytikerin von Rassen- und Genderfragen. Mit ihrer Kunst kritisiert sie seit den 1980er Jahren auf deutliche und dennoch subtile Weise die Folgen des Kolonialismus und des Apartheidsregimes. Häufig stehen Frauenfiguren im Zentrum ihres Interesses, wie beispielsweise in der Ende der 1980er Jahre entstandenen Fotoarbeit über Saartjie Baartman. Die Südafrikanerin Bartman wurde als Khoi-San Anfang des 19. Jahrhunderts auf Völkerschauen in Europa präsentiert. Von ihrem Körper wurden Abgüsse gemacht, er selbst nach ihrem Tod ausgestopft und fand Eingang in Museumssammlungen. Andere Arbeiten von Siopis beschäftigen sich weiter mit der Suche nach Widerstand gegen das Patriarchat, zu sehen in einer Reihe von Publikationen über Dora – einer der Patientinnen, denen Sigmund Freud Hysterie diagnostizierte. Seit dem Ende der Apartheid ist Scham das zentrale Thema ihrer Arbeiten. Sie verbindet dabei persönliche Erinnerungen mit kollektiven Erfahrungen und befragt kritisch die gesellschaftliche Gegenwart in Südafrika.
Die Südafrikanerin mit griechischen Wurzeln wurde 1953 in Vryburg in der Provinz Nordkap geboren. Ihrem Kunststudium an der Rhodes University und Portsmouth Polytechnic folgte eine Lehrposition am Natal Technikon in Durban. Seit 1984 lebt Penny Siopis in Johannesburg, wo sie an der Universität Witwatersrand am Institut für Bildende Kunst lehrt. Außerdem ist sie Professorin an der Michaelis School of Fine Art der Universität Kapstadt. Neben Beteiligungen an nationalen und internationalen Ausstellungen sprechen auch Auszeichnungen, wie der „Volkskas Atelier Award” oder der „Vita Art Now Award” für die große Anerkennung der Künstlerin. Das Gespräch ist Teil der Projekts „Künstliche Tatsachen“. In Zusammenarbeit mit Künstler/innen, Ethnolog/innen, Historiker/innen und Kurator/innen aus Südafrika, Benin und Deutschland fragt das transnationale Ausstellungs- und Rechercheprojekt „Künstliche Tatsachen“ nach der Bedeutung europäischer und afrikanischer Sammlungen, deren historische Entstehung unmittelbar mit kolonialen Geographien und Ethnographien verbunden ist, und damit auch nach dem heutigen Umgang mit dem kolonialen Erbe. Ab dem 20. Juni 2015 zeigt das Kunsthaus die von Sophie Goltz kuratierte Ausstellung „Künstliche Tatsachen“, in der unter anderem Werke von Penny Siopis zu sehen sein werden. Die Ausstellung und Veranstaltungen im Sommer 2015 in Dresden entstehen in Zusammenarbeit mit Sophie Goltz (Kuratorin der Ausstellung) und einer internationalen Auswahl an Künstler/innen sowie mit der Berliner Künstler/innengruppe Artefakte//aktivierung.

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