Mo, 26. Jan 2015, 20 Uhr
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| William Blake, Nebukadnezar |
Penny
Siopis ist eine der bekanntesten Filmemacherinnen und Künstlerinnen
Südafrikas. Sie spricht im Rahmen einer Kooperation mit den 16.
dresdener schmalfilmtagen am 25. Januar im Kunsthaus Dresden mit der
Kuratorin Sophie Goltz über ihr Gesamtwerk. Neben ihren filmischen
Arbeiten, die während der 16. dresdner schmalfilmtage am 23. Januar
vorgestellt werden, ist die vielseitige Künstlerin für ihre Werke in
Malerei, Fotografie und Installation bekannt. Durch ihre künstlerische
Auseinandersetzung mit afrikanischer Geschichte und Erinnerung gilt sie
als wichtige Analytikerin von Rassen- und Genderfragen. Mit ihrer Kunst
kritisiert sie seit den 1980er Jahren auf deutliche und dennoch subtile
Weise die Folgen des Kolonialismus und des Apartheidsregimes. Häufig
stehen Frauenfiguren im Zentrum ihres Interesses, wie beispielsweise in
der Ende der 1980er Jahre entstandenen Fotoarbeit über Saartjie
Baartman. Die Südafrikanerin Bartman wurde als Khoi-San Anfang des 19.
Jahrhunderts auf Völkerschauen in Europa präsentiert. Von ihrem Körper
wurden Abgüsse gemacht, er selbst nach ihrem Tod ausgestopft und fand
Eingang in Museumssammlungen. Andere Arbeiten von Siopis beschäftigen
sich weiter mit der Suche nach Widerstand gegen das Patriarchat, zu
sehen in einer Reihe von Publikationen über Dora – einer der
Patientinnen, denen Sigmund Freud Hysterie diagnostizierte. Seit dem
Ende der Apartheid ist Scham das zentrale Thema ihrer Arbeiten. Sie
verbindet dabei persönliche Erinnerungen mit kollektiven Erfahrungen und
befragt kritisch die gesellschaftliche Gegenwart in Südafrika.
Die
Südafrikanerin mit griechischen Wurzeln wurde 1953 in Vryburg in der
Provinz Nordkap geboren. Ihrem Kunststudium an der Rhodes University und
Portsmouth Polytechnic folgte eine Lehrposition am Natal Technikon in
Durban. Seit 1984 lebt Penny Siopis in Johannesburg, wo sie an der
Universität Witwatersrand am Institut für Bildende Kunst lehrt. Außerdem
ist sie Professorin an der Michaelis School of Fine Art der Universität
Kapstadt. Neben Beteiligungen an nationalen und internationalen
Ausstellungen sprechen auch Auszeichnungen, wie der „Volkskas Atelier
Award” oder der „Vita Art Now Award” für die große Anerkennung der
Künstlerin. Das Gespräch ist Teil der Projekts „Künstliche Tatsachen“.
In Zusammenarbeit mit Künstler/innen, Ethnolog/innen, Historiker/innen
und Kurator/innen aus Südafrika, Benin und Deutschland fragt das
transnationale Ausstellungs- und Rechercheprojekt „Künstliche Tatsachen“
nach der Bedeutung europäischer und afrikanischer Sammlungen, deren
historische Entstehung unmittelbar mit kolonialen Geographien und
Ethnographien verbunden ist, und damit auch nach dem heutigen Umgang mit
dem kolonialen Erbe. Ab dem 20. Juni 2015 zeigt das Kunsthaus die von
Sophie Goltz kuratierte Ausstellung „Künstliche Tatsachen“, in der unter
anderem Werke von Penny Siopis zu sehen sein werden. Die Ausstellung
und Veranstaltungen im Sommer 2015 in Dresden entstehen in
Zusammenarbeit mit Sophie Goltz (Kuratorin der Ausstellung) und einer
internationalen Auswahl an Künstler/innen sowie mit der Berliner
Künstler/innengruppe Artefakte//aktivierung.
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