Vortrag von Michael Herzfeld (Harvard University) im Rahmen des Kolloquiums "Decentering Europe"
"Crypto-Colonial Convulsions and the Parochialism of European Power"
Mit seinem Begriff der "Krypto-Kolonien" weitet der prominente Mittelmeeranthropologe Michael Herzfeld den Begriff des Kolonialen aus. Er beschreibt die Situation politisch scheinbar unabhängiger Länder, in denen der herrschende Diskurs über die eigene Kultur von einer Internalisierung westlicher kultureller Standards geprägt ist. Krypto-koloniale Länder kämpfen demnach um eine Anerkennung des im Westen produzierten Bilds ihrer Kultur und bestätigen dadurch ungewollt ihre kulturelle Unterordnung. Herzfeld hat diese Form kultureller Kolonialisierung und ihre gegenwärtigen Verwerfungen am Beispiel Thailands und insbesondere Griechenlands intensiv erforscht.
Michael Herzfeld ist seit 1991 Professor für Anthropologie an der Harvard University. Mit seinen von Griechenland ausgehenden Arbeiten wurde er zu einem der wichtigsten Erneuerer der mediterranen Ethnologie, deren Wissensproduktion er mit Blick auf die Konstruktion eines an den Rändern Europas situierten kulturellen Anderen kritisch reflektierte. Eines der wesentlichen Werke zu diesem Themenbereich ist Anthropology Through the Looking-Glass: Critical Ethnography in the Margins of Europe (1987). Darüber hinaus hat Michael Herzfeld wesentliche Arbeiten zur westlichen Bürokratie, zur Herausbildung des Nationalstaats und zur kulturwissenschaftlichen Unterfütterung des „Nation Building“ vorgelegt. Er gehört heute zu den wichtigsten zeitgenössischen Theoretikern der Sozial- und Kulturanthropologie.
Der Vortrag findet im Rahmen der Kolloquiumsreihe „Decentering Europe. Postcolonial, postbloc perspectives for a reflexive European Ethnology“ statt, die vom Labor Europa/ Europäisierung am Institut für Europäische Ethnologie organisiert wird.
"Crypto-Colonial Convulsions and the Parochialism of European Power"
Mit seinem Begriff der "Krypto-Kolonien" weitet der prominente Mittelmeeranthropologe Michael Herzfeld den Begriff des Kolonialen aus. Er beschreibt die Situation politisch scheinbar unabhängiger Länder, in denen der herrschende Diskurs über die eigene Kultur von einer Internalisierung westlicher kultureller Standards geprägt ist. Krypto-koloniale Länder kämpfen demnach um eine Anerkennung des im Westen produzierten Bilds ihrer Kultur und bestätigen dadurch ungewollt ihre kulturelle Unterordnung. Herzfeld hat diese Form kultureller Kolonialisierung und ihre gegenwärtigen Verwerfungen am Beispiel Thailands und insbesondere Griechenlands intensiv erforscht.
Michael Herzfeld ist seit 1991 Professor für Anthropologie an der Harvard University. Mit seinen von Griechenland ausgehenden Arbeiten wurde er zu einem der wichtigsten Erneuerer der mediterranen Ethnologie, deren Wissensproduktion er mit Blick auf die Konstruktion eines an den Rändern Europas situierten kulturellen Anderen kritisch reflektierte. Eines der wesentlichen Werke zu diesem Themenbereich ist Anthropology Through the Looking-Glass: Critical Ethnography in the Margins of Europe (1987). Darüber hinaus hat Michael Herzfeld wesentliche Arbeiten zur westlichen Bürokratie, zur Herausbildung des Nationalstaats und zur kulturwissenschaftlichen Unterfütterung des „Nation Building“ vorgelegt. Er gehört heute zu den wichtigsten zeitgenössischen Theoretikern der Sozial- und Kulturanthropologie.
Der Vortrag findet im Rahmen der Kolloquiumsreihe „Decentering Europe. Postcolonial, postbloc perspectives for a reflexive European Ethnology“ statt, die vom Labor Europa/ Europäisierung am Institut für Europäische Ethnologie organisiert wird.
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