04.05.2014

Ornament Plates: Jean Berain (French, Saint-Mihiel 1640–1711 Paris)




islamische architektur

Tuesday, April 27, 2010

Arabian Antiquities of Spain

http://surfacefragments.blogspot.ch/

But it's true that it's hard to know what to write about. Take a post about the book Arabian Antiquities of Spain (1815); it could be about murals, designing tessellations, Islamic Architecture and the Alhambra, or the history of Orientalism in Western Art. There's just too much good stuff out there. Sorry, but ponies are way down on the list.

In the meantime, these incredible etchings could serve as a complete source for any mural or stencil.

I posted a whole set of large images from this book here, illustrated beautifully by James Cavanah Murphy. Poor bugger died a year after this book came out, apparently he "fell a victim to his labours."





Just in case you're feeling a little too lazy to draw these patterns yourself; here is one as an Illustrator file. Nice! Dover has of course published a book on Islamic designs with a CD containing a ton of vector art, so you could go that route.

Or you could buy and download SymmetryWorks by Artlandia; an amazing little plug-in for Illustrator that enables you to create any kind of pattern. Great for wallpaper designers or for those tricky Islamic patterns. Beats learning Geometry.

For those interested in the patterns of the Alhambra, there is a fantastic textbook on designing tessellations called, not very surprisingly, Designing Tessellations, by Jinny Beyer. And it's not just for quilters and Escher freaks. The Mathematics is understandable, and the lessons valuable. Here's a sample page from the book.

I found a great Illustrator file online of a Hilbert Curve. Open it and have fun, but whatever you do, don't try following that line with your eye! This would make a great standing screen if you laser-cut the design out of wood.


Lewis F. Day writes in Pattern Design about the development of the 'Arab lattice':



Well, the way this post unfolded, I guess it's about Islamic pattern. I'll just have to do a different one on the subject of the dubiously named 'Orientalist' painters of the 19th Century.

By the way, there's a great book called The Alhambra, downloadable in it's entirety for free here. When I say 'great' I mean it's got a great set of plates. It's unreadable garbage, written by one of those toffee-nosed prats who fancied themselves as 'Oriental', as in this image of it's Victorian author, Albert T. Calvert, in full regalia.



convenance

Un mariage de convenance


'convenance', der Angemessenheit des Standes, standesgemäss

Rokoko


Die Schaukel
gemalt 1767 von Jean-Honoré Fragonard. Ein Sinnbild des Rokoko
Das Rokoko ist eine Stilrichtung der europäischen Kunst (von etwa 1730 bis 1770/1780) und entwickelte sich aus dem Spätbarock (ca. 1700–1720). Ausgangspunkt ist Frankreich. Der Name stammt von dem französischen Wort Rocaille ('Grotten- und Muschelwerk') nach einem immer wieder auftretenden Ornamentmotiv, das sich durch Asymmetrie und die Auflösung fester Vorbilder aus dem Barock unterscheidet.[1] Das Zeitalter des Klassizismus, um 1760 bis 1800, löste das Rokoko ab.

Boiserie


Boiserie , franz., "Holztäfelung", Früher auch im deutschsprachigen Raum übliche Bezeichnung, besonders für * Paneele aus dem 17./18. Jh., die mit Reliefschnitzereien verziert sind.

Rocaille




Rocaille ist das kunstwissenschaftliche Fachwort für muschelförmige Ornamente. Häufig sind Verbindungen mit Blatt- und Rankendekorationen. Aachen-Lütticher Kleiderschrank mit Rocaille, Couven-Museum, Aachen Das Wort rocaille kommt aus dem Französischen und bedeutet sowohl „Geröll“ als auch „Muschelwerk“. Das Rokoko wird im Französischen auch style rocaille genannt.

Die ersten Rocailles waren im 16. Jahrhundert die Grotten von Schlossanlagen der Renaissancezeit. Sie wurden nicht nur mit Kalkstein, Marmor, Kieseln und anderen Steinen ausgekleidet, sondern auch mit natürlichen oder künstlerisch in oft bizarren Formen gestalteten Muscheln und Gehäusen von Meeresschnecken. Ein Beispiel ist der wie eine Grotte gestaltete Grottensaal im Neuen Palais in Potsdam (1765).

Ornament Ab 1730 entwickelte sich die Rocaille in Frankreich als selbstständiges Dekorelement, meist asymmetrisch, stets schnörkel- oder muschelartig. Sie findet sich als Stuckdekoration, auf Täfelungen, auf Möbeln und Porzellan. Große Bedeutung gewann sie im Rokoko in der Schloss- und Kirchendekoration in Süddeutschland. Franz Anton Bustelli, der den Ruhm der Nymphenburger Porzellanmanufaktur begründete und als Vollender der Rokoko-Porzellanplastik gilt, verwendete sie nicht nur als Ornament, sondern zugleich als objektgestaltendes Element. 


01.05.2014

Unterwegs mit der Frauenzunft

Von Nina Fargahi
Zum ersten Mal seit 489 Jahren ist eine Frauengesellschaft offiziell am Umzug des Zürcher Sechseläutens dabei gewesen. Davor musste die Gesellschaft zu Fraumünster (GzF) immer eine kostenpflichtige Demonstrationsbewilligung bei der Polizei einholen, weil der Frauenzug als eine eigenständige politische Demonstration gilt.
Aber dieses Jahr war einiges anders. Die Gesellschaft zur Constaffel hatte die GzF eingeladen, als Gast mitzumarschieren. Mehr noch: Als es zur Verbrennung des Bööggs kam, bot ein Constaffler ganz spontan einer Fraumünster-Frau an, mit ihnen um den Böögg zu reiten. Eine symbolische Geste der Inklusion.
Aber zurück zum Anfang: Am Montagmorgen um 9 Uhr 30 versammelten sich die Frauen der GzF vor dem Fraumünster und eröffneten mit Musik und einer Begrüssungsrede von Regula Zweifel, der Präsidentin der GzF, das Zürcher Frühlingsfest. Zweifel ist Kulturhistorikerin und war zwölf Jahre lang stellvertretende Direktorin des Zürcher Landesmuseums. Sie amtet seit sechs Jahren als Oberhaupt der GzF. Auch der Constaffelherr Thomas K. Escher fand den Weg vor das Fraumünster, um die Frauen zu begrüssen.
Danach wurde in der Kirche Emilie Lieberherrs gedacht. Die GzF ehrt jedes Jahr historische und zeitgenössische Frauen, «die Zürich geprägt haben». Einerseits geht es darum, die Frauen sichtbar zu machen. Andererseits soll an ihre Leistungen erinnert werden.
Catherine Ziegler, ein Gründungsmitglied der GzF und ehemalige Hohe Fraumünster-Frau, hielt die Laudatio auf Emilie Lieberherr. Volksnah und bodenständig sei Lieberherr gewesen, eine unermüdliche Kämpferin für Gerechtigkeit und Wegbereiterin für das Frauenstimmrecht. «Eine Grundliberale, auch wenn sie der Linken angehörte», so Ziegler.
Nach der Ehrung legten die Fraumünster-Frauen Rosen auf das Denkmal von Katharina von Zimmern. Der Ehrengast Esther Gasser Pfulg, Regierungsrätin von Obwalden, traf ein.
Nach der Ehrung von Emilie Lieberherr legten die Fraumünster-Frauen Rosen auf das Denkmal von Katharina von Zimmern.
Nach der Ehrung von Emilie Lieberherr legten die Fraumünster-Frauen Rosen auf das Denkmal von Katharina von Zimmern.
Die Frauenzunft beim Mittagessen im Baur au Lac.
Die Frauenzunft beim Mittagessen im Baur au Lac.

Farben - Errungenschaften der Technik

jobs.NZZ.ch errungenschaft der technik farbstoffe


Lucien F. Trueb
Unsere sehr fernen Vorfahren lebten im farbenprächtigen, tropischen Afrika. Blüten, Blumen, Vögel, Insekten, Tiere – überall war Farbe. Doch die Menschen waren einheitlich braunschwarz bis schwarz und fast unbehaart. Es lag nahe, dem durch Körperbemalung nachzuhelfen. Möglicherweise war dies die allererste Form der bildenden Kunst.

Pigmente für den Körper

Natürlich kamen nur helle Farbmittel infrage, etwa weisse Kreide, bräunliche Tonmineralien, gelber Ocker, rotes Eisenoxid. Es handelte sich durchwegs um Pigmente, also unlösliche, feinkörnige Pulver, die mit Fett oder Eiweiss angemacht wurden. Pigmente spielen heute noch eine enorm wichtige Rolle in Anstrichfarben, Druckfarben, Lacken, Papier, Kunststoffen, Keramik, Glas, Beton und Synthesefasern, wenn auch gegenüber früher mit Akzentverschiebungen. So ist Titandioxid das wichtigste Weisspigment geworden, Pigmente auf der Basis toxischer Schwermetalle sind aus dem Verkehr gezogen worden. Zudem haben auch organische und metallorganische Pigmente erheblich an Bedeutung gewonnen.
Die Migration des «out of Africa» kommenden modernen Menschen in höhere Breiten war nur möglich, weil er lernte, sich vor Kälte zu schützen. Naheliegend war dazu der Einsatz der Häute und Felle erlegter Tiere, auf welche dieselben Pigmentmuster aufgetragen werden konnten wie auf die nackte Haut. Dazu kam die mindestens 30 000 Jahre alte Textiltechnik mit dem raffinierten Verfahren des Verspinnens kurzer (zuerst pflanzlicher) Fasern wie Brennnessel und Flachs zu langen Fäden. Fasern liessen sich zu Filz, Fäden zu Gewebe und Strickwaren verarbeiten. Damit entstand der Bedarf nach Farbstoffen, denn die aus rohen Naturprodukten gefertigten Textilien waren grösstenteils unattraktiv grau-weiss.

17.04.2014

Christa van der Meer: Projekt Iminijunju

via: tumblr


Habs wieder gefunden:
Christa van der Meer
Projekt Iminijunju

Mehr Fotos hier: http://www.trendtablet.com/21461-christa-van-der-meer/
Es ist MODE! (Schade)

Kuss
Idie

16.04.2014

13.04.2014

Blumen und Frauen: zur Beschwichtigung



Sprachstanderhebung in der asylpolitik

Besonders wichtig ist auch der Beitrag von Sabine Gatt, der die Flüchtlingsproteste in Österreich aufnimmt. Gatt erläutert die österreichische ausschließende Asylpolitik, in der Integration als einseitiges Projekt gedacht wird, die von Flüchtlingen – und insgesamt Menschen mit Migrationshintergrund – zu erbringen sei. Nationalität werde dabei besonders über Sprache her- und Flüchtlinge als defizitär dargestellt. Auf diese Weise werde von der österreichischen Regierung die „Einführung von Sprachstanderhebungen vor Zuzug“ (S. 142) gerechtfertigt. Das auf Sprache basierende „Nationsnarrativ“ werde „durch ein Emanzipationsnarrativ“ (S. 141) ergänzt: Patriarchat würde ‚andere Kulturen‘ kennzeichnen und Bildungszwang (etwa „Sprachstanderhebungen“) zuwandernden Frauen einen Ausweg aus patriarchalischen Strukturen eröffnen. Gatt hierzu: „Über die binäre und hierarchisierende Konstruktion von eigener und fremder Kultur dient die Externalisierung des Patriarchats dazu, die eigene Kultur davon freizusprechen.“ (S. 142) Gatt arbeitet die Interessen österreichischer Politik heraus und wie sie Flüchtlinge marginalisiert und zum Schweigen bringt.

19.03.2014

Merce Cunningham I, 1963




————————————
Andy WARHOL
Merce Cunningham I, 1963
Sérigraphie et peinture aérosol sur toile
90,2 x 69 cm
New York, Mugrabi Collection

09.03.2014

Latin@s in the World-System: Decolonization Struggles in the Twenty-First Century



Contributors Immanuel Wallerstein, Enrique Dussel, Walter Mignolo, Agustin Lao, Lewis Gordon, James V. Fenelon, Roberto Hernandez, James Cohen, Santiago Slabosky, Susanne Jonas, and Thomas Reifer. By the mid-twenty-first century, white Euro-Americans will be a demographic minority in the United States and Latino/as will be the largest minority (25 percent). These changes bring about important challenges at the heart of the contemporary debates about political transformations in the United States and around the world. Latino/as are multiracial (Afro-latinos, Indo-latinos, Asian-latinos, and Euro-latinos), multi-ethnic, multireligious (Jewish, Catholic, Protestant, Muslim, indigenous, and African spiritualities), and of varied legal status (immigrants, citizens, and illegal migrants). This collection addresses for the first time the potential of these diverse Latino/a spiritualities, origins, and statuses against the landscape of decolonization of the U.S. economic and cultural empire in the twenty-first century. Some authors explore the impact of Indo-latinos and Afro-latinos in the United States and others discuss the conflicting interpretations and political conflicts arising from the "Latinization" of the United States.

Blacks in the Dutch World

Blacks in the Dutch World examines the interaction between Black history and Dutch history to gain an understanding of the historical development of racial attitudes. Allison Blakely reveals cracks in the self-image and reputation of Dutch society as a haven for those escaping intolerance. Pervasive images of "the Moor" and "the noble savage" in Dutch art and popular culture; "Black Pete," servant to Santa Claus in Dutch Christmas tradition: these and many other cultural artefacts reflect the racial stereotyping of Blacks that existed in the Dutch world through slavery, servitude, and freedom. Blakely weighs the proposition that factors unique to the modern period have contributed to the creation of this racial imagery in Dutch folklore, art, literature, and religion. By viewing evolving images of Blacks against the backdrop of Western expansion, the agricultural, scientific, and industrial revolutions, and the advent of modern secular doctrines, Blakely discovers that humanism and liberalism, hallmarks of Dutch society since medieval times, have been imperfect guardians against race bias. Blacks in the Dutch World confirms that the existence of colour prejudice in a predominantly "white" society does not depend on the presence of racial conflict or even a significant "coloured" population. The origins are related to the complex interaction of evolving social, cultural, and economic phenomena.

07.01.2014

peitschenhieb







Zuckende Metapher für das Leben

Die erste abstrakte Seidenstickerei ging unter dem Titel “Peitschenhieb” in die Annalen der Kunstgeschichte ein, obwohl sie ein Alpenveilchen zeigt. Seinem Schöpfer Hermann Obrist, einem Wegbereiter des Jugendstil, ist eine Ausstellung in Münster gewidmet, in der auch der berühmte Wandbehang(Nachbildung)zu sehen ist.

“Wie die jähen, gewaltsamen Windungen der Schnur beim Knallen eines Peitschenhiebes erscheint uns diese rasende Bewegung. Bald dünkt sie uns ein Abbild der plötzlichen, gewaltsamen Elemente: ein Blitz – bald der trotzige Namenszug eines großen Mannes (...).” Das Motiv eines dynamisch abstrahierten Alpenveilchens, das Georg Fuchs in einem regelrechten Aufruhr von Worten 1896 für die Kunstzeitschrift Pan beschrieben hat, ist ein Geniestreich des Stickers, Bildhauers und Keramikers Hermann Obrist (1863-1927), dessen freimütige Umdeutungen natürlicher Vorbilder die Kunstkonventionen Anfang des 20. Jahrhunderts auf den Kopf stellte und bei den Rezensenten bebendes Erstaunen hervorrief. Als der kurz nach seiner Entstehung (1895) so euphorisch von der Presse begrüßte Wandbehang mit dem Titel “Alpenveilchen” 1976/77 in der Ausstellung “Kunst und Dekoration 1851-1914 - Ein Dokument deutscher Kunst” auf der Darmstädter Mathildenhöhe gezeigt wurde, war seine Blütezeit längst vorbei. Das eigenwillige Stoffkunstwerk, entworfen von Hermann Obrist, gestickt von Berthe Ruchet und schließlich bekannt geworden unter dem Spitznamen “Peitschenhieb”, gilt als erste abstrakte Textilkunst Deutschlands und als ein wichtiger Wegbereiter für textile Jugendstilkunst.

Von Juni bis Oktober 2007 weilte die schwungvolle Seidenstickerei auf Doppelgewebe gastweise in Darmstadt – allerdings in einer Kopie. Der Grund: Der Originalstoff hat nach hundert Jahren emsiger Ausstellungstortour in Fabrikat und Farbe gelitten und muss nun das Depot im Münchner Stadtmuseum hüten, damit er nicht vollends zerfällt. Um ihn jedoch weiterhin auswärts ausstellen zu können – die Nachfrage ist groß bei solch einem wegbereitenden Machwerk - wurde in der Paramentenwerkstatt in Darmstadt eine Replik nach Vorbild des Originals hergestellt. Drei Stickerinnen waren 647 Stunden mit Platt-, Stielstich und Nadelmalerei an dem 1,20 auf 1,84 Meter großen Wandbehang beschäftigt, um die vom Original abgepauste Motivlinie mit über 2.260 Meter Filofloss-Stickseide auf den nach Originalstoffen neu gewebten Grund zu übertragen. Das Stickgarn wurde zweifädig verstickt, im Schnitt zwei Meter pro Stunde und rund 12 bis 16 Meter pro Tag. Das Aufnähen der Werkzeichnung + Aufsticken der Unterlegfäden allein beanspruchte 71 Stunden, die Stickarbeiten beliefen sich auf weitere 554 Stunden.

“Es ist die außergewöhnlichste Arbeit bislang in unserer Werkstatt”, sagt deren Leiterin Marie-Luise Frey-Jansen, die zweimal in München war, um dem Original auf den Stich zu kommen. “Wir haben eine Weile gebraucht, um die Kunstfertigkeiten darin aufzuspüren.” Millimeterweise wurde die Kopie anhand von Fotos dem Jugendstil-Original angeglichen. Akademisch könne man die Seidenstickerei nicht nennen, lobt Frey-Jansen den künstlerisch freien Impetus der weitgehend unbekannt gebliebenen Stickerin Berthe Ruchet, die Hermann Obrist vor der Jahrhundertwende im hauseigenen Stickatelier in München mit Aufträgen versorgte.

Obrists “Peitschenhieb” bricht in mehrfacher Hinsicht mit den Stickereigewohnheiten, die bis ins 20. Jahrhundert das Nadelkunsthandwerk prägten: Ungewöhnlich sind etwa die experimentellen Abänderungen in der Stichrichtung, die für ein belebendes Changieren der Lichtreflexe auf dem Garn sorgt. Zugleich wird dadurch eine enorme Dynamik in der Linienführung erzeugt, was dem abstrahierten Blütenmotiv assoziative Vielschichtigkeit beschert. Die Natur galt dem Schöpfer kunstvoller Verzierungen stets als Ausgangspunkt für seine gestalterischen Ideen. “Nur drei Dinge giebt es für den schaffenden Geist”, so zitiert 1896 die Zeitschrift Pan Hermann Obrist in dem Artikel von Georg Fuchs: “Hier bin Ich, da ist die Natur, dort der Gegenstand, den ich verzieren soll.” Von den Eltern in seinem juvenilen Beobachtungsdrang gefördert, studierte der gebürtige Schweizer Obrist jahrzehntelang die Formspiele im Tier- und Pflanzenreich, bis er seine Ideen für künstlerische Motive wie schlafwandlerisch – und befreit vom Nachahmungszwang - aus seinem organisch-botanischen Fundus schöpfte. Dass dem Wandbehang Hermann Obrists einst ein Alpenveilchen Modell stand, lässt sich nur erahnen: Denn der Stengel schnellt schwungvoll im rhythmisierten Wellenschlag und die Knospen, im selben Gelbton wie Stiel und Blätter gestickt, sind nur schwer vom Blattwerk zu unterscheiden – so weit treibt der gestalterische Freiheitsdrang seine Blüten. Mit seinen Umdichtungen von Naturformen hat Obrist allerdings bei den nachrückenden Künstlern Schule gemacht: Sowohl der Jugenstil als auch der Expressionismus haben die Freiheit der Dynamisierung und Abstrahierung des Naturvorbilds weiterentwickelt und damit bislang unbekannte Perspektiven auf die Wirklichkeit sichtbar gemacht. Der Jugendstilpionier Obrist sah die bildende Kunst dazu berufen, “das Leben und den Geist in der Natur uns schärfer und klarer zu zeigen, als wir im gewohnten bürgerlichen Leben zu sehen vermögen.” Die Kunst des Verzierens sah er nicht als profanen Schmuck an. Vielmehr solle sie “vorahnend zeigen”, wie sich die Wirklichkeit umgestalten lasse, damit sie leichter erträglich werde. Mit dem Peitschenhieb ist Obrist, nach Meinung des Jugendstilexperten Robert Schmutzler, ein verwandelnder Eingriff in die Realität geglückt. Er schreibt: “Auf der Grenzscheide zwischen Sinnzeichen und Ornament, zwischen abstrakter Dynamik und Repräsentation eines bestimmten Organismus entsteht eine visuelle Metapher für die aufzuckende, sich bäumende Kraft des Lebens selbst.”

Bis Oktober wuchs die Kopie des echten Alpenveilchens nun unter der Obhut der Darmstädter Stickerinnen. Danach wurde der Wandbehang in seiner Heimstatt München für die Ausstellungspremiere in Münster zurechtgemacht. “Freiheit der Linie” heißt die Überblicks-Schau im Landesmuseum für Kunst und Kulturgeschichte, die bis 17. Februar der Wirkungsgeschichte Hermann Obrists für die nachfolgenden Kunstrichtungen, Jugendstil und Expressionismus, auf den Grund geht. *


11.12.2013

kariben

Kariben
Der Name Kariben bezieht sich im engeren Sinn auf ein Volk, das heute noch an der Südküste der Karibik in Venezuela, Guyana, Suriname und Nordbrasilien lebt. Die Eigenbezeichnung ist Kalihna bzw. Galibi. Ihre Sprache gehört der nach ihnen benannten im nördlichen Südamerika weiter verbreiteten Karibischen Sprachfamilie an.
Kalinago
Die Bezeichnung Kariben wird aber auch für das Volk verwendet, das die Spanier auf den ersten Entdeckungsreisen auf den Kleinen Antillen angetroffen hatten, die Insel-Kariben oder Kalinago. Diese sprachen eine gänzlich andere Sprache, die, wie die Sprache der Taíno zur Arawak-Sprachfamilie gehört. Sie waren das Ergebnis einer Vermischung von Arawaks und von Kariben (Kalihna/Galibi), die vom Festland auf die Inseln vorgedrungen waren. Von den Insel-Kariben leben heute etwa 3.500 auf der Karibikinsel Dominica, wo 1903 von den Briten ein Reservat eingerichtet wurde. Ihre Sprache ist ca. um 1920 verschwunden.
Garifuna
Aus einer Vermischung von Insel-Kariben und Afrikanern sind die Garifuna, die Schwarzen Kariben, entstanden, die auf Grund von Deportationen im 18. Jahrhundert auf dem Festland leben und bis heute die Arawak-Sprache Igneri sprechen.
Historische Misshandlung und Begriffsverwirrung
Humboldt beschreibt, daß Kolumbus die Furcht vor den Kariben mit der weitverbreiteten Gewohnheit des Kannibalismus bei den Indigenen Südamerikas begründete und benutzte die Ähnlichkeiten, um die Kariben beim Papst anzuschwärzen und eine Erlaubnis für ihre Versklavung zu erwirken:
„Später wurde der Licenciat Rodrigo de Figueroa vom Hofe beauftragt (1520), auszumachen, welche Völkerschaften in Südamerika für caraibischen oder canibalischen Stammes gelten könnten, und welche Guatiaos wären, das heißt friedliche, von lange her mit den Castilianern befreundete Indianer. Dieses ethnographische Actenstück, »el auto de Figueroa« genannt, ist eine der merkwürdigsten Urkunden für die Barbarei der ersten Conquistadoren. Nie hatte Systemsucht so trefflich dazu gedient, die Leidenschaften zu beschönigen. Unsere Geographen gehen nicht willkürlicher zu Werke, wenn sie in Centralasien mongolische und tartarische Völker unterscheiden, als Figueroa, wenn er zwischen Canibalen und Guatiaos die Grenze zog. Ohne auf die Sprachverwandtschaft zu achten, erklärte man willkürlich alle Horden, denen man Schuld geben konnte, daß sie nach dem Gefechte einen Gefangenen verzehrt, für caraibisch. Die Einwohner von Uriapari (der Halbinsel Paria) wurden Caraiben, die Urinacos (die Uferbewohner am untern Orinoco oder Urinucu) Guatiaos genannt. Alle Stämme, die Figueroa als Caraiben bezeichnete, waren der Sklaverei verfallen; man konnte sie nach Belieben verkaufen oder niedermachen. In diesen blutigen Kämpfen wehrten sich die caraibischen Weiber nach dem Tode ihrer Männer mit so verzweifeltem Muthe, daß man sie, wie Anghiera sagt, für Amazonenvölker hielt.“
– Alexander von Humboldt: Reise in die Aequinoctialregionen …