11.12.2013

kariben

Kariben
Der Name Kariben bezieht sich im engeren Sinn auf ein Volk, das heute noch an der Südküste der Karibik in Venezuela, Guyana, Suriname und Nordbrasilien lebt. Die Eigenbezeichnung ist Kalihna bzw. Galibi. Ihre Sprache gehört der nach ihnen benannten im nördlichen Südamerika weiter verbreiteten Karibischen Sprachfamilie an.
Kalinago
Die Bezeichnung Kariben wird aber auch für das Volk verwendet, das die Spanier auf den ersten Entdeckungsreisen auf den Kleinen Antillen angetroffen hatten, die Insel-Kariben oder Kalinago. Diese sprachen eine gänzlich andere Sprache, die, wie die Sprache der Taíno zur Arawak-Sprachfamilie gehört. Sie waren das Ergebnis einer Vermischung von Arawaks und von Kariben (Kalihna/Galibi), die vom Festland auf die Inseln vorgedrungen waren. Von den Insel-Kariben leben heute etwa 3.500 auf der Karibikinsel Dominica, wo 1903 von den Briten ein Reservat eingerichtet wurde. Ihre Sprache ist ca. um 1920 verschwunden.
Garifuna
Aus einer Vermischung von Insel-Kariben und Afrikanern sind die Garifuna, die Schwarzen Kariben, entstanden, die auf Grund von Deportationen im 18. Jahrhundert auf dem Festland leben und bis heute die Arawak-Sprache Igneri sprechen.
Historische Misshandlung und Begriffsverwirrung
Humboldt beschreibt, daß Kolumbus die Furcht vor den Kariben mit der weitverbreiteten Gewohnheit des Kannibalismus bei den Indigenen Südamerikas begründete und benutzte die Ähnlichkeiten, um die Kariben beim Papst anzuschwärzen und eine Erlaubnis für ihre Versklavung zu erwirken:
„Später wurde der Licenciat Rodrigo de Figueroa vom Hofe beauftragt (1520), auszumachen, welche Völkerschaften in Südamerika für caraibischen oder canibalischen Stammes gelten könnten, und welche Guatiaos wären, das heißt friedliche, von lange her mit den Castilianern befreundete Indianer. Dieses ethnographische Actenstück, »el auto de Figueroa« genannt, ist eine der merkwürdigsten Urkunden für die Barbarei der ersten Conquistadoren. Nie hatte Systemsucht so trefflich dazu gedient, die Leidenschaften zu beschönigen. Unsere Geographen gehen nicht willkürlicher zu Werke, wenn sie in Centralasien mongolische und tartarische Völker unterscheiden, als Figueroa, wenn er zwischen Canibalen und Guatiaos die Grenze zog. Ohne auf die Sprachverwandtschaft zu achten, erklärte man willkürlich alle Horden, denen man Schuld geben konnte, daß sie nach dem Gefechte einen Gefangenen verzehrt, für caraibisch. Die Einwohner von Uriapari (der Halbinsel Paria) wurden Caraiben, die Urinacos (die Uferbewohner am untern Orinoco oder Urinucu) Guatiaos genannt. Alle Stämme, die Figueroa als Caraiben bezeichnete, waren der Sklaverei verfallen; man konnte sie nach Belieben verkaufen oder niedermachen. In diesen blutigen Kämpfen wehrten sich die caraibischen Weiber nach dem Tode ihrer Männer mit so verzweifeltem Muthe, daß man sie, wie Anghiera sagt, für Amazonenvölker hielt.“
– Alexander von Humboldt: Reise in die Aequinoctialregionen …

30.11.2013

Luddismus

Luddismus


„The leader of the luddites“
Stich aus dem Jahr 1812
Zerstörung eines Webstuhls (1812)
Der Begriff Luddismus (oft deckungsgleich mit „Maschinensturm“ verwendet) bezeichnet eine der großen Wellen des Kampfes englischer Arbeiter Anfang des 19. Jahrhunderts gegen Statusverlust und drohende soziale Verelendung durch die einsetzende Industrialisierung.
Die Ludditen waren Textilarbeiter, die gegen die Verschlechterung ihrer Lebensbedingungen im Zuge der Industriellen Revolution kämpften und dabei auch gezielt Maschinen zerstörten. Die nach ihrem legendenumwobenen fiktiven Anführer Ned Ludd benannte Bewegung wurde bis 1814 militärisch niedergeschlagen. Zahlreiche Beteiligte wurden hingerichtet oder nach Australien deportiert.

Ned Ludd

Aufrufe der Ludditen waren ungeachtet der eigentlichen Urheberschaft häufig mit Ned Ludd, der auch King Ludd, General Ludd oder Captain Ludd genannt wurde, unterzeichnet. Ned Ludd fungierte als fiktiver Anführer der Ludditen und kollektives Pseudonym der unterschiedlichen Gruppen. Er war der Wiedergutmacher oder Große Vollstrecker, der die traditionellen Rechte der Handwerker und Gesellen verteidigte.[1]

Geschichte

Die Bewegung entstand 1811 in Nottingham. Bis 1812 verbreitete sie sich über ganz England. Dabei zerstörten die Ludditen zahlreiche Woll- und Baumwollspinnereien. Die größte Stärke entwickelten sie im November 1811 in Nottinghamshire, Anfang 1812 in West Riding of Yorkshire und ab März 1812 in Lancashire. Regelrechte Schlachten lieferten sich die Ludditen mit dem Militär in Burtons’ Mill in Middleton und in Westhoughton Mill, beide in Lancashire. Andere Angriffsziele waren Richter und Lebensmittelhändler, da den Richtern ein zu hartes Vorgehen gegen Ludditen vorgeworfen wurde, während die Lebensmittelhändler bezichtigt wurden, den geringen Lohn der Arbeiter erpresserisch für ihre Waren zu fordern.
In der Folge wurde „Maschinenstürmerei“ (Sabotage) zum Kapitalverbrechen erklärt und die Bewegung militärisch niedergeschlagen. Zahlreiche Ludditen wurden nach Massenprozessen hingerichtet oder nach Australien deportiert.
Der Luddismus ist einer der großen Kampfzyklen der englischen Arbeiterklasse Anfang des 19. Jahrhunderts. Er ist eingebettet in eine allgemein zunehmende Unruhe, die z. B. 1817 zum Aufstand von Pentrich führte.

Rezeption

In der Rezeption fortschrittsgläubiger politischer Richtungen, wie Liberalismus und später Sozialdemokratie und Leninismus, wurden die Ludditen als reaktionär und technikfeindlich wahrgenommen.

Edward Palmer Thompson

Edward Palmer Thompsons Buch: The Making of the English Working Class trug auch in einer breiteren Öffentlichkeit zu einem neuen Verständnis des Luddismus bei. Laut Thompson waren die Ludditen in der Hauptsache nicht Gegner der neuen Technik, sondern Gegner der neuen Wirtschaftsbeziehungen (so Abschaffung der Festpreise), die im Zuge ihrer Einführung durchgesetzt werden sollten.
Die Maschinen seien dabei nicht wahllos als vermeintliche Verursacher dieses Wandels angegriffen worden. Die Zerstörung der Maschinen war demgemäß eine organisierte und gezielte Aktionsform, die sich gegen bestimmte Eigentümer richtete, die zur Einhaltung der alten Regelungen bewegt werden sollten, während Maschinen anderer Eigentümer häufig verschont blieben. Die hohe Effizienz, Zielgerichtetheit und Organisiertheit der luddistischen Aktionen mit bis zu 100 Teilnehmern gilt Thompson auch als Anzeichen der großen Akzeptanz der Ludditen in ihren Gemeinden.
Insgesamt erscheinen nach Thompson die lange Zeit auch in der Linken üblichen Vorstellungen – Ludditen sind randalierende Verbrecherbanden oder beschränkte Arbeiter, die in den Maschinen selbst die Ursache ihres Elends sehen – als Fortsetzung der damaligen Propaganda von Regierung und Eigentümern. In Wirklichkeit waren die Ludditen nichts weiter als Menschen, die sich zur Verteidigung ihrer Interessen zusammenfanden und nach erfolgversprechenden Wegen suchten.

Lord Byron

Einer der wenigen prominenten Fürsprecher der Ludditen und Gegner der Repressionsmaßnahmen war Lord Byron. So verteidigte er in seiner Jungfernrede am 27. Februar 1812 die Aktionen der Ludditen seines Wahlkreises Nottinghamshire im House of Lords des britischen Parlaments.[2] Er wandte sich auch 1812 mit einer mäßigenden Rede gegen das Frame Breaking Bill. 1816 feierte er die Ludditen in seinem Gedicht Song of the Luddites:
As the Liberty lads o’er the sea
Bought their freedom, and cheaply, with blood,
So we, boys, we
Will die fighting, or live free,
And down with all kings but King Ludd!
When the web that we weave is complete,
And the shuttle exchanged for the sword,
We will fling the winding-sheet
O'er the despot at our feet,
And dye it deep in the gore he has pour'd.
Though black as his heart its hue,
Since his veins are corrupted to mud,
Yet this is the dew
Which the tree shall renew
Of Liberty, planted by Ludd!

Neo-Luddismus

Auch im 20. und 21. Jahrhundert gibt es luddistische Strukturen wie die Adbusters Media Foundation, eine konsumkritische Organisation. Andere luddistische Gruppen wie das deutsche „Hekla-Empfangskomitee“ oder die italienische „Nucleo Olga Federazione Anarchica Informale Fronte Rivoluzionario Internazionale“ unternehmen Brandanschläge auf Verkehrsmittel oder Anschläge auf Personen, die sich mit Kern- oder Nanotechnologien beschäftigen.[3]

29.11.2013

Der »Zug der Tränen«



    
1829 erschien Gottfried Dudens »Bericht über eine Reise nach den westlichen Staaten Nordamerikas«. Dieses Buch bildete eine der großen Ursachen für die Massenauswanderung der Deutschen nach Amerika in den dreißiger Jahren des 19. Jahrhunderts. Zwar war das Buch teilweise unrealistisch, aber es fiel auf fruchtbaren Boden. In Deutschland herrschte Aufbruchstimmung, weil das einfache Volk immer mehr verarmte. Am schlimmsten war es wohl um die Arbeiter bestellt, die, ausgebeutet, unterernährt und unterbezahlt, um ihr Existenzminimum rangen. Die hungernden Massen zogen zu tausenden in die Städte, um ihr trostloses Dasein auf dem Lande gegen ein noch erbarmungswürdigeres in den Fabrikhallen zu vertauschen. Der Haß gegen die Fabrikherren, Großgrundbesitzer, Emporkömmlinge und Beamten wuchs im Latenten, aber da sich die darbenden Massen in ihrem Unmut nicht Luft machen konnten, flohen sie aus der Welt ins Sektierertum, in Utopien und in Wunschträume. Märchen und Kolportage-Romane blühten um diese Zeit, aber es gab noch ein realeres Fluchtziel: Amerika.
     Begierig griffen die Deutschen nach Büchern, wie sie ein Duden geschrieben hatte, berauschten sich an Abenteuern und Bildern aus der Neuen Welt, versetzten sich auf die Prärien, ins Land der Indianer, ließen sich auf deutschen Bühnen oder in deutschen Romanen den Dollar-Millionär, den »reichen Onkel aus Amerika«, vorgaukeln, verschlangen Berichte über Deutsche, die drüben ihr Glück gemacht hatten. Die wirtschaftlichen Vorteile der Staaten mit ihrem guten Boden und den billigen Farmen, die Propaganda von Schiffahrts- und Eisenbahngesellschaften, Landspekulanten und westlichen Staaten, die die Besiedlung vorantreiben wollten und deutsche Bauern und Handwerker zur Auswanderung veranlaßten - all das trug zur Auswanderung bei. Der Zusammenbruch der deutschen Textilindustrie veranlaßte Fabrikarbeiter zur Emigration; in den vierziger Jahren trieben Dürren und Hungersnöte tausende von Pfälzern zur Emigration. Politische Unruhen ließen Liberale nach Amerika gehen, viele wollten sich der Wehrpflicht entziehen, die harten Mischehengesetze in Bayern trieben manche Paare ins freiere Amerika, der Goldrausch veranlaßte massenhafte Auswanderungen, zweit- und drittgeborene Bauernsöhne, für die in der Alten Welt kein Platz mehr war, Taugenichtse, die im Westen Amerikas ihr Glück suchten, der Polizei lästige und abgeschobene Personen - alle strömten nach Amerika, das für die Deutschen ein ähnliches Ziel wurde wie für ihre mittelalterlichen Vorfahren der Osten.
     Vor 1820 stellten die Engländer die größte Zahl der Auswanderer, nach 1830 waren es die Deutschen, über fünf Millionen sind im 19. Jahrhundert dorthin ausgewandert. Viele blieben im Osten, aber die meisten zogen in den Mittelwesten und später in den Westen. Sie folgten der irischen und ungarischen Einwanderungswelle; kulturell und sozial standen sie auf einer höheren Stufe als die Iren.
     Die Schwierigkeiten, mit denen sie in der Neuen Welt fertig werden mußten, waren nicht unerheblich. Im Osten war der Arbeitsmarkt bald gespannt. Einwanderfeindliche Strömungen vergällten ihnen das Leben. Manchen gelang es nicht, Fuß zu fassen; aber nur wenige kehrten nach Deutschland zurück. Für die meisten begann doch ein glücklicheres, freieres, weniger tränenreiches Dasein als in ihrer alten Heimat. Was ihnen an Leid erspart wurde, lastete dann umso stärker auf den Ureinwohnern. Die ersten, die dem Druck und dem Ansturm der ansässigen Siedler und der Neuankömmlinge ausgesetzt waren, waren die ursprünglichen Bewohner der östlichen Staaten. Rücksichtslos wurden sie nach Westen getrieben.
»Beklagenswert bleiben die Schicksale dieses unglücklichen Volkes und groß die Leiden, welche die stärksten Seelen unter denselben fühlen müssen bei der Trennung von dem Land, in dem sie und ihre Väter geboren wurden. Ich habe neuerlich eine Abteilung dieser Überzügler (d. i. Vertriebenen) gesehen, wie sie soeben über den Mississippi gesetzt wurden. Die Ärmeren waren durchgängig in ihren gewöhnlichen Stumpfsinn versunken, äußerten weder Freude noch Schmerz, die Häuptlinge und die besseren Familien aber schienen unter der Last ihres Jammers zu unterliegen. Es war ein schmerzvoller Anblick, sie hinüberstarren zu sehen auf das östliche Ufer des Mississippi.«
Der Verfasser dieser Zeilen war der deutsche Schriftsteller Charles Sealsfield alias Karl Anton Postl, seine Schilderung bezieht sich auf die Vertreibung der Creek-Indianer.
Die Creek und die mit ihnen kulturell verwandten Stämme der Cherokee, Chickasaw, Chocktaw und Seminolen waren früh mit den Weißen in Berührung gekommen. Sie lebten in Georgia, Alabama, den Karolinas und Tennessee, die Seminolen in Florida. Spanier, Engländer und Franzosen buhlten um ihre Gunst, und jede Partei bemühte sich, die Indianer zu betrügen, wo immer es möglich war.
Der Einfluß weißer Kultur auf diese Stämme wurde schon vergleichsweise früh wirksam. Daß wir aber über die Kultur der Creek in ihrer ursprünglichen Form informiert sind, ist dem deutschen Reisenden Baron Philipp Georg Friedrich von Reck zu verdanken, der 1733 und 1734 die amerikanischen Kolonien von Massachusetts bis Georgia durchstreifte. In Georgia besuchte er die östlichen Creek-Indianer, die er genau studierte. Seine Aufzeichnungen, die lange verschollen waren, sind inzwischen in Bernatziks Völkerkunde gedruckt worden und zählen zu den besten Quellen über diese Indianer.
Ein anderer Deutscher ließ die wandernde Grenze hinter sich und ging in den Indianerwesten. Er gehörte zu den farbenprächtigsten der frühen deutschen Abenteurer in Amerika. Christian Gottlieb Priber aus Zittau war Doktor der Rechtswissenschaften, Anwalt und dazu ein radikaler Utopist und Umstürzler. Seine Lehren zwangen ihn zur Flucht nach Frankreich und England, wo er im Juni 1735 erschien, und schließlich nach Amerika. Nachdem er einige Zeit in Charleston zugebracht hatte, wurde er der englischen Kolonialverwaltung verdächtig, weil er gar zu laut die »natürlichen Rechte« forderte. Daraufhin ging Priber 1736 allein und waffenlos zu den Indianern, von denen er anscheinend etwas naive Vorstellungen hatte, und wurde einer der ihren. Übereinstimmung in allen zeitgenössischen Berichten über Priber besteht darin, daß er außerordentlich gebildet war, bewandert in Kunst und Wissenschaft, ein wirklicher »Gentleman« - er sprach neben seiner Muttersprache fließend englisch, französisch, holländisch, lateinisch und Eingeborenendialekte - aber eben ein Utopist. Er nahm die Sitten der Indianer an, trug ihre Haartrachten, ihre Bemalungen und ging wie sie beinahe nackt. Im heutigen östlichen Tennessee, in der Cherokee-Stadt Groß Tellico, ließ er sich nieder, etwa 500 Meilen von Charleston entfernt. Er verfaßte eine Grammatik sowie ein Wörterbuch der Cherokee-Sprache und ein Gesetzbuch, das er den Indianern vorlegte und nach dem sie sich richteten. Da damit eine Art sozialistischer Republik unter den Indianern entstand, erregte er erst recht das Mißtrauen der Behörden. Priber war seiner Zeit weit voraus. Seine Gedanken erinnern an die der französischen Sozialisten hundert Jahre später. In seinem Buch legte er Gesetze für die Verwaltung des »Königreichs des Paradieses« fest, wie er seine Staatsgründung nannte. 


Coromantee

Coromantee
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Coromantee (derived from the name of the Ghanaian coastal town "Kormantse"), also called Coromantins, Coromanti or Kormantine was the English name given to Akan slaves from the Gold Coast or modern-day Ghana. The term Coromantee is now considered archaic as it simply refers to Akan people, and was primarily used in the Caribbean. Coromantins actually came from several Akan ethnic groups – Ashanti, Fanti, Akyem, etc. – presumably taken as war captives. Owing to their militaristic background and common Akan language, Coromantins organized dozens of slave rebellions in Jamaica and elsewhere in the Caribbean. Their fierce, rebellious nature became so notorious among white plantation owners in the 18th century that an Act was proposed to ban the importation of people from the Gold Coast despite their reputation as strong workers. The Akans had the single largest African cultural influence on Jamaica, including Jamaican Maroons whose culture and language was seen as a derivation of Akan. Names of some notable Coromantee leaders such as Cudjoe, Quamin, Cuffy, and Quamina correspond to Akan day names Kojo, Kwame, Kofi, and Kwamina, respectively.

History


Map of Ashanti Empire and the Gold Coast
Origin
In the 17th and 18th centuries, captive Africans from the Gold Coast area, modern-day Ghana, were sent to Caribbean colonies. Jamaica received a high percentage of people from this region because of Great Britain’s control of the Gold Coast. These would have included people sold by the Ashanti, but because of frequent wars between Akan groups, would have also included Ashanti, Fanti, and other Akan prisoners of war. White slave owners began to distinguish Africans by place of origin and attach behaviors and characteristics based on their ethnicity.[1] “Coromantee” (Twi: Kormantse) was defined as the region from where people came since they shared a common language today known as Twi, and this language formed the basis for membership in a loosely structured organization of people who socialized and helped one another. Edward Long, an 18th-century white Jamaican colonist who strongly advocated banning Coromantins, noted that this unity among the Akan groups played an important role in organizing plots and rebellions despite the geographical dispersion of Coromantins across different plantations. The organizational unity of Coromantins, due to their common background also contributed to a mutual aid society, burial group, and places to enjoy social entertainment.[2]


07.03.2013

sklavenhandel und die österreichische marine


czyslansky, obama, der sklavenhandel und die österreichische marine
Geschrieben von: Michael Kausch am: 28. August 2008 by 179| 2 Kommentare



es war ein ebenso großer, wie glücklicher zufall, dass ich während meines diesjährigen urlaubs an einem sonnigen mittwochnachmittag im wunderschönen antico caffè am piazza constituzione der sardischen hauptstadt cagliari saß, traf ich doch dort auf die überaus eindrucksvolle gestalt eines mannes in den gehobenen 70igern, die “la nuova sardegna” unter einem, die “europeo” unter dem anderen arm. ich kam mit ihm schnell über die qualität des dargebotenen marrocchino ins gespräch und es stellte sich alsbald heraus, dass es sich bei meinem gegenüber um keinen geringeren, als den unter den archivaren der welt hoch gelobten marcello umbria handelte, den ehemaligen leiter des museo del mare trieste, des ebenso wunderbaren, wie leider noch allzu unbekannten triestiner marinemuseums. vor jahren schon war ich bei einem besuch dieses ehrenwerten hauses auf die lange tradition der österreichischen seeschifffahrt aufmerksam geworden, auf maritime helden wie josef ludwig franz ressel, einem österreicher, dem die erfindung der schiffsschraube zu verdanken ist, und dem im erwähnten museum zu recht ein ganzer raum im obergeschoss des hauptgebäudes gewidmet ist. im laufe einiger gläschen vorzüglichen vernaccia di oristano kam mein freund, wie ich ihn heute nennen darf, marcello auf ein thema zu sprechen, bei dem ich im gedenken an unser schönes czyslansky-projekt spontan die ohren spitzte: die geschichte des österreichischen sklavenhandels.

dass österreich am transatlantischen sklavenhandel in nicht unerheblichem masse beteiligt war, war mir, wie ihnen vermutlich auch, bislang unbekannt. die österreichische marine, deren wichtigster hafen über viele jahrhunderte das kaiserlich-köngliche triest war, besass im 19. jahrhhundert mit dem österreichischen lloyd (lloyd austriaco) nicht nur die grösste schifffahrsgesellschaft des ganzen mittelmeerraums, sondern über diesen lloyd auch das potential, schiffe im transatlantischen sklavenhandel einzusetzen. zwar wurde der österreichische lloyd erst im jahre 1833 – übrigens nach dem vorbild des britischen lloyds – und damit 26 jahre nach der einstellung des sklavenhandels durch die engländer gegründet, doch hatte österreich die internationale konvention zur abschaffung des skalvenhandels bis dahin nicht unterzeichnet. über die gründe für die weigerung ist in der einschlägigen fachliteratur viel geschrieben worden. zumeist unterstellt man der österreichischen monarchie die üblichen ressentiments gegenüber london. eine solche politik aber mag für frankreich, dass sich gleichfalls weigerte, dem abkommen zur abschaffung der sklaverei beizutreten, wohl stimmen. unsere gut katholischen österreichischen nachbarn mag eher irritiert haben, dass die ganze englische kampagne zur vorgeblichen befreiung der sklaven ausgerechnet von bekennenden quäkern initiiert worden war. ein guter alpenländischer katholik konnte einem solchen unterfangen einfach nicht zustimmen.

und so wurde denn ausgerechnet im gründungsjahr des austrischen lloyds eines der bis dahin grössten schiffe, die je unter rotweissroter flagge fuhren, in einer werft in triest auf kiel gelegt: die arciduchessa sofia, ein schiff mit einer tonnage von immerhin 141 tonnen. konstruiert wurde das schiff, ein raddampfer, eigentlich für den kombinierten personen- und frachtverkehr im östlichen mittelmeer. doch nach bislang unveröffentlichten unterlagen wurde die arciduchessa sofia, unter österrichischer flagge fahrend, nach 1848 insgesamt fünf mal an englische geschäftsleute verchartert, die insgeheim den transatlantischen sklavenhandel fortsetzten. dabei fuhr das schiff nicht nur unter österreichische flagge, sondern auch – unter wechselnder besatzung zumeist erfahrener polnischer seefahrer; der erste offizier war bei drei fahrten ein schweizer! – immer unter einem österreichischen kapitän. und dieser kapitän trug den namen ludovico czyslansky! mit der italienisierung seines vornamens wollte er sicherlich seiner familie einen gefallen tun, die in triest in der via san nicolo 25, einer zentral gelegenen und dem meer abgewandten gutbürgerlichen gegend, ein großes stadthaus bewohnte.

in jenen jahren nach der unvollkommenen bürgerlichen revolution in europa beherrschte sultan seyyid said von oman große teile afrikas nördlich des kap delgado bis hin nach ägypten. sein reichtum stammte zu einem erheblichen teil aus seinen riesigen gewürznelkenplantagen auf der insel sansibar. diese plantagen wurden von sklaven bearbeitet, die der sultan aus dem afrikanischen kernland, vor allen dingen aus dem heutigen kongo und kenia bezog. besonders begehrt waren dabei sklaven vom stamm der luos. um seine kasse aufzufüllen verfiel der sultan auf die idee “überschüssige” sklaven an internationale menschenhändler zu verkaufen, die diese armen kreaturen schließlich nach brasilien exportierten. in brasilien war schliesslich die sklaverei noch bis ins jahr 1888 völlig legal. und so war unser ludovico czyslansky, gebürtiger österreicher, wohnhaft im idyllischen österreichichen triest, einer der letzten international tätigen sklavenschiffkapitäne. die genauen verwandtschaftlichen beziehungen zwischen ludovico und unserem czyslansky liegen zwar noch im dunkeln. klar aber dürfte sein, warum barak obama bei seiner ersten europavisite als präsidentschaftskandidat der demokraten zwar berlin, paris und london besuchte, aber wien links liegen lies: sein vater ist ein luo!

österreich und sklavenhandel


czyslansky, obama, der sklavenhandel und die österreichische marine
Geschrieben von: Michael Kausch am: 28. August 2008 by 179| 2 Kommentare



es war ein ebenso großer, wie glücklicher zufall, dass ich während meines diesjährigen urlaubs an einem sonnigen mittwochnachmittag im wunderschönen antico caffè am piazza constituzione der sardischen hauptstadt cagliari saß, traf ich doch dort auf die überaus eindrucksvolle gestalt eines mannes in den gehobenen 70igern, die “la nuova sardegna” unter einem, die “europeo” unter dem anderen arm. ich kam mit ihm schnell über die qualität des dargebotenen marrocchino ins gespräch und es stellte sich alsbald heraus, dass es sich bei meinem gegenüber um keinen geringeren, als den unter den archivaren der welt hoch gelobten marcello umbria handelte, den ehemaligen leiter des museo del mare trieste, des ebenso wunderbaren, wie leider noch allzu unbekannten triestiner marinemuseums. vor jahren schon war ich bei einem besuch dieses ehrenwerten hauses auf die lange tradition der österreichischen seeschifffahrt aufmerksam geworden, auf maritime helden wie josef ludwig franz ressel, einem österreicher, dem die erfindung der schiffsschraube zu verdanken ist, und dem im erwähnten museum zu recht ein ganzer raum im obergeschoss des hauptgebäudes gewidmet ist. im laufe einiger gläschen vorzüglichen vernaccia di oristano kam mein freund, wie ich ihn heute nennen darf, marcello auf ein thema zu sprechen, bei dem ich im gedenken an unser schönes czyslansky-projekt spontan die ohren spitzte: die geschichte des österreichischen sklavenhandels.

dass österreich am transatlantischen sklavenhandel in nicht unerheblichem masse beteiligt war, war mir, wie ihnen vermutlich auch, bislang unbekannt. die österreichische marine, deren wichtigster hafen über viele jahrhunderte das kaiserlich-köngliche triest war, besass im 19. jahrhhundert mit dem österreichischen lloyd (lloyd austriaco) nicht nur die grösste schifffahrsgesellschaft des ganzen mittelmeerraums, sondern über diesen lloyd auch das potential, schiffe im transatlantischen sklavenhandel einzusetzen. zwar wurde der österreichische lloyd erst im jahre 1833 – übrigens nach dem vorbild des britischen lloyds – und damit 26 jahre nach der einstellung des sklavenhandels durch die engländer gegründet, doch hatte österreich die internationale konvention zur abschaffung des skalvenhandels bis dahin nicht unterzeichnet. über die gründe für die weigerung ist in der einschlägigen fachliteratur viel geschrieben worden. zumeist unterstellt man der österreichischen monarchie die üblichen ressentiments gegenüber london. eine solche politik aber mag für frankreich, dass sich gleichfalls weigerte, dem abkommen zur abschaffung der sklaverei beizutreten, wohl stimmen. unsere gut katholischen österreichischen nachbarn mag eher irritiert haben, dass die ganze englische kampagne zur vorgeblichen befreiung der sklaven ausgerechnet von bekennenden quäkern initiiert worden war. ein guter alpenländischer katholik konnte einem solchen unterfangen einfach nicht zustimmen.

und so wurde denn ausgerechnet im gründungsjahr des austrischen lloyds eines der bis dahin grössten schiffe, die je unter rotweissroter flagge fuhren, in einer werft in triest auf kiel gelegt: die arciduchessa sofia, ein schiff mit einer tonnage von immerhin 141 tonnen. konstruiert wurde das schiff, ein raddampfer, eigentlich für den kombinierten personen- und frachtverkehr im östlichen mittelmeer. doch nach bislang unveröffentlichten unterlagen wurde die arciduchessa sofia, unter österrichischer flagge fahrend, nach 1848 insgesamt fünf mal an englische geschäftsleute verchartert, die insgeheim den transatlantischen sklavenhandel fortsetzten. dabei fuhr das schiff nicht nur unter österreichische flagge, sondern auch – unter wechselnder besatzung zumeist erfahrener polnischer seefahrer; der erste offizier war bei drei fahrten ein schweizer! – immer unter einem österreichischen kapitän. und dieser kapitän trug den namen ludovico czyslansky! mit der italienisierung seines vornamens wollte er sicherlich seiner familie einen gefallen tun, die in triest in der via san nicolo 25, einer zentral gelegenen und dem meer abgewandten gutbürgerlichen gegend, ein großes stadthaus bewohnte.

in jenen jahren nach der unvollkommenen bürgerlichen revolution in europa beherrschte sultan seyyid said von oman große teile afrikas nördlich des kap delgado bis hin nach ägypten. sein reichtum stammte zu einem erheblichen teil aus seinen riesigen gewürznelkenplantagen auf der insel sansibar. diese plantagen wurden von sklaven bearbeitet, die der sultan aus dem afrikanischen kernland, vor allen dingen aus dem heutigen kongo und kenia bezog. besonders begehrt waren dabei sklaven vom stamm der luos. um seine kasse aufzufüllen verfiel der sultan auf die idee “überschüssige” sklaven an internationale menschenhändler zu verkaufen, die diese armen kreaturen schließlich nach brasilien exportierten. in brasilien war schliesslich die sklaverei noch bis ins jahr 1888 völlig legal. und so war unser ludovico czyslansky, gebürtiger österreicher, wohnhaft im idyllischen österreichichen triest, einer der letzten international tätigen sklavenschiffkapitäne. die genauen verwandtschaftlichen beziehungen zwischen ludovico und unserem czyslansky liegen zwar noch im dunkeln. klar aber dürfte sein, warum barak obama bei seiner ersten europavisite als präsidentschaftskandidat der demokraten zwar berlin, paris und london besuchte, aber wien links liegen lies: sein vater ist ein luo!

Brandenburgisch-Afrikanische Compagnie

Die Brandenburgisch-Afrikanische Compagnie (kurz: BAC) war ein brandenburgisch-preußisches Unternehmen, dessen Zweck der Überseehandel mit Westafrika war. Sie nahm am damaligen Dreieckshandel zwischen Europa, Afrika und Amerika teil und handelte unter anderem mit Sklaven. Der Heimathafen war Emden, dazu besaß sie Stützpunkte in Westafrika (u.&details/Brandenburgisch-Afrikanische Compagnie.html#160;a. die Kolonie Groß Friedrichsburg) und in der Karibik.
Die Kompanie existierte von 1682 bis zu ihrer Auflösung durch den preußischen König Friedrich&details/Brandenburgisch-Afrikanische Compagnie.html#160;I. (1686–1713) im Jahr 1711. Die Handelskompanie gilt außerdem als erste deutsche Aktiengesellschaft.
Die Gründung dieser ersten deutschen Handelskompanie hing eng mit dem Wirken des in brandenburgischen Diensten stehenden Holländers Raule und der forcierten Entwicklung der kurbrandenburgischen Marine unter dem Kurfürsten Friedrich Wilhelm (1640–1686) zusammen.

Inhaltsverzeichnis

Vorgeschichte

Die europäischen Entdeckungsfahrten des 16. und frühen 17. Jahrhundert, hatten dazu geführt, dass sich durch die Vergrößerung der „bekannten Welt“ auch die politischen Horizonte und Ambitionen der europäischen Herrscher erweiterten. In den ausbrechenden Rivalitäts- und Konkurrenzkämpfen der europäischen Mächte um die neuentdeckten Territorien spielten dabei die Schifffahrt, der Seehandel, der Besitz einer Kriegsflotten und von Kolonien eine entscheidende Rolle.
Auch Brandenburg-Preußen unter Friedrich Wilhelm beanspruchte im Konzert der großen Mächte einen neuen Platz. Vorbild für die Brandenburger war dabei die kleine Republik der Niederlande, die durch den Überseehandel und eine großen Handelsflotte zu einer dominierenden Handels- und Wirtschaftsmacht aufgestiegen waren. Der Kurfürst plante bereits 1651 die Gründung einer ostasiatischen Handelskompanie, fand jedoch dafür keine Investoren. Dennoch gab der Kurfürst seine kolonialen Ambitionen nicht auf.
Auf Betreiben des holländischen Kaufmanns und Schiffsreeders Benjamin Raule[1] fand im Sommer 1680 die erste Expedition nach Afrika unter brandenburgischer Flagge statt. Der Kurfürst stellte für dieses Unternehmen nur die Besatzung der beiden Schiffe und seine Flagge zur Verfügung; Kosten und Risiko lagen allein bei Raule und seinen Gesellschaftern. Der eigentliche kurfürstliche Auftrag lautete, an der Küste von Guinea Gold, Elfenbein, Getreide und Sklaven zu erhandeln und diese Waren zum Verkauf in Lissabon, Cádiz beziehungsweise „unter der Hand“ feilzubieten. Dieser Expedition gelang es im Mai 1681, an der Goldküste zwischen Axim und dem Kap der drei Spitzen einen Handelsvertrag mit den dortigen afrikanischen Stämmen abzuschließen. Inhalt des Vertrages war, dass die Brandenburger binnen Jahresfrist einen bewaffneten Handelsstützpunkt aufbauen durften und die dort ansässigen Afrikaner ihre Waren ausschließlich den Brandenburgern feilbieten würden.

Geschichte

Gründung der Gesellschaft 1682

(image)
Kurfürstliches Edikt vom 7. März 1682, das zur Gründung der BAC führte
Nach der Rückkehr der ersten Expedition im August 1681 trat der Große Kurfürst aufgrund dieses Erfolges für die Fortsetzung des Afrika-Projektes ein. Am 7. März 1682 verkündete er mit dem „Edict wegen Octroyierung der aufzurichtenden Handelscompagnie auf denen Küsten von Guinea“ die Gründung der „Handelscompagnie auf denen Küsten von Guinea“
Die Gesellschaft wurde mit einem Grundkapital von 50.000 Reichstalern ausgestattet, wovon 48.000 Taler gezeichnet wurden. Die später in „Brandenburgisch-Afrikanische Handelskompagnie (BAC)“ umbenannte Handelskompanie erhielt für 30 Jahre das brandenburgische Monopol für den Handel in Westafrika mit Pfeffer, Elfenbein, Gold und Sklaven sowie das Recht, eigene Stützpunkte anzulegen. Die Besatzung und die Ausrüstung dafür stellte der Kurfürst zur Verfügung. Außerdem gewährte der Kurfürst der Gesellschaft das Recht, im Namen des Kurfürsten eigene Verträge mit der einheimischen Bevölkerung zu schließen. Die Gesellschaft besaß eine eigene Gerichtsbarkeit, durfte eigenes Militär unterhalten und Verteidigungskriege in Übersee führen. Die „BAC“ wurde an den europäischen Höfen durch den Kurfürsten mitvertreten. Jeder, der eine Aktie im Mindestnennwert von 200 Talern erwarb, konnte Teilhaber der Gesellschaft werden. Der tatsächliche Einfluss auf die Gesellschaft richtete dann sich aber nach der Höhe der Einlage. So besaß man erst ab einen Nennwert von 1.000 Talern eine Stimme. Allen Angestellten der Kompanie war es streng verboten, in Übersee privaten Handel zu betreiben. Die Aufsicht über die Kompanie führte der jeweilige brandenburgische Kurfürst.


20.07.2012

John Gabriel Stedman


John Gabriel Stedman (* 1744 in Dendermonde; † 5. März 1797 in Devonshire) war ein schottisch-niederländischer Soldat in der Schottischen Brigade der niederländischen Armee. Er war bei der Niederschlagung eines Sklavenaufstandes in Suriname beteiligt. Hier verliebte er sich in eine Sklavin, die er freizukaufen versuchte. Über seine Erfahrungen schrieb er ein vielbeachtetes Buch.

Leben
Stedman wurde 1744 in Flandern, als Sohn eines schottischen Vaters und einer niederländischen Mutter geboren. Stedman Senior diente als Offizier in der Schottischen Brigade der niederländischen Armee. Stedman Junior reiste 1755 in das Vereinigte Königreich um durch einen Onkel weiter geschult zu werden. Hier hatte er allerdings mit der strengen Erziehung seines Onkels, einem Anhänger der Ideen von Jean-Jacques Rousseau, Probleme. Daher kam Stedman im Alter von zwölf Jahren bereits wieder in die Niederlande.

Militär
Seine militärische Laufbahn begann er im Alter von 16 Jahren. Nachdem er in der Armee zum Sergeanten ausgebildet wurde, trat er 1760 in den Dienst der Schottischen Brigade, die unter der Befehlsgewalt der Generalstaaten stand. Um seinen Alkohol- und Schuldenproblemen zu entfliehen, reiste er 1772 als Soldat nach Suriname. Bereits während der Überfahrt begann er mit dem Schreiben eines Tagebuches.

Suriname

Suriname-Karte aus der Original Ausgabe von Stedman's Narrative.
In Suriname war ein Sklavenaufstand ausgebrochen und das Gouvernement rief die Generalstaaten um Hilfe, die eine Söldner-Truppe von 800 Mann unter dem Schweizer Oberst Louis Henri Fourgeoud in die Kolonie schickte. Der Genfer Fourgeoud war bereits 1763 bei der Niederschlagung des Sklavenaufstandes in Berbice beteiligt. Stedman meldete sich am 29. Oktober 1772 als Freiwilliger für diesen militärischen Verband der die Aufständigen bekämpfen sollte. Er erhielt den Rang eines Hauptmanns und nahm zwischen 1773 und 1777 an verschiedenen Feldzügen gegen die von den Plantagen geflüchteten, revoltierenden Sklaven in den Sümpfen östlich vom Cottica teil.
Gravur von Joanna der Geliebten von Stedman, aus der Original Ausgabe von Stedman's Narrative.
Stedman hatte in Paramaribo die 15-jährige Sklavin Joanna kennen und lieben gelernt. Sie war eine Mulattin die zum Inventar der Plantage Fauquemberg am Commewijne gehörte. Mit Joanna hatte er einen Sohn, Johnny. Nach Stedman's Angaben kaufte er beide frei, aber Joanna weigerte sich ihn zu begleiten als er in die Niederlande zurückkehren wollte. Anderen Quellen zufolge konnte Stedman den Kaufpreis nicht aufbringen und musste seine Geliebte und seinen Sohn zurücklassen. Joanna starb 1782 oder 1783 in Suriname.

Europa
Stedman reiste 1777 in die Niederlande zurück, wo er wieder in den Dienst der Schottischen Brigade trat. Er wurde zum Major und kurz bevor er 1783 aus der Brigade austreten wollte noch zum Oberstleutnant befördert.
Inzwischen hatte er die Niederländerin Adriana Wiertz van Coehoorn geheiratet. Das Ehepaar zog nach Devonshire im Südwesten von England, und sollte insgesamt fünf Kinder bekommen. Johnny, der Sohn von Stedman und Joanna, war nach dem Tod der Mutter zu seinem Vater gezogen. Er trat in den Dienst der Royal Navy und ertrank bereits in jungen Jahren als Seekadett an Bord eines Schiffes in der Nähe von Jamaika.

Stedman's Narrative
Während seines Aufenthaltes in Suriname führte Stedman ein Tagebuch, das er auch selbst illustrierte. Er begann am 15. Juni 1778 mit den Arbeiten an seinem Buch und 1791 übergab er das Manuskript Narrative of a five years' expedition against the revolted Negroes of Surinam an Joseph Johnson, Verleger in London. Obwohl Stedman die Notizen aus seinem Tagebuch umfangreich überarbeitet hatte, war das Werk nicht zur Publikation geeignet. Johnson verpflichtete den Ghostwriter William Thomson um das Manuskript zu korrigieren. Thomson schrieb das Manuskript Zeile für Zeile neu, und änderte oder strich Passagen, die er als nicht geeignet für den Leser erachtete. In einigen Fällen überschrieb er ganze Passagen so, dass sie sich genau ins Gegenteil verkehrten. Thomson wurde in dieser Zeit auch als Schreiber von Pro-Sklaverei-Gruppen verpflichtet. Als Stedman 1795 das erste überarbeitete Resultat vorgelegt bekam, weigerte er sich das Werk zu akzeptieren. Bis 1796 lag er im Streit mit dem Verleger um Änderungen wieder zu entfernen. Erst nach erneuten Überarbeitungen stimmte er der Veröffentlichung des Buches zu. Einige Gravierer, unter anderem William Blake fertigten Bilder auf der Basis von Stedman's Zeichnungen für das Buch an. Stedman's Erfahrungen in Suriname wurde dann 1796 in London unter dem Titel Narrative of a five years' expedition against the revolted Negroes of Surinam herausgegeben.

Negro an einer Rippe aufgehängt (Gravur aus der italienischen Ausgabe der Narrative).
Trotz der vielen Anpassungen und Änderungen des ursprünglichen Manuskriptes spielte die Narrative eine wichtige Rolle in der Bewusstwerdung des europäischen Publikums mit Blick auf die unmenschliche Behandlung von Sklaven. Das Buch wurde bis 1818 in verschiedenen Ländern veröffentlicht. 1824 wurde die Geschichte rund um Stedman und Joanna aus der Narrative separat herausgegeben. Sein Tagebuch, das circa 1940 zurückgefunden wurde zeigt, dass die veröffentlichte Ausgabe in einigen Teilen stark verändert wurde. Seine sexuellen Erfahrungen und die grauenvollen, gewalttätigen Beschreibungen sind hierin nicht zurückzufinden. Seine Beziehung zu Joanna ist zudem stark idealisiert wiedergegeben. Stedman's eigenes Manuskript aus 1790 wurde 1978 in der James Ford Bell Library von der Universität von Minnesota wiedergefunden. 1988 wurde das ursprüngliche Manuskript zum ersten Mal veröffentlicht.

Werke
Stedman, John Gabriel: Narrative of a five years' expedition against the revolted Negroes of Surinam, mit Gravuren von William Blake nach Zeichnungen von Stedman; London 1796.

Stedman, John Gabriel: Stedman's Nachrichten von Suriname und von seiner Expedition gegen die rebellischen Neger in dieser Kolonie in d. Jahren 1772-1777, übersetzt von C.W. Jakobs und F. Kies; Hamburg 1797.

Stedman's Surinam: Life in an Eighteenth-Century Slave Society. An abridged, modernized edition of narrative of a five years expedition against the revolted negroes of Surinam
by John Gabriel Stedman, Richard Price, Sally Price, The Johns Hopkins University Press; Reprint edition, March 1, 1992, ISBN 0-8018-4260-3.


07.02.2012

Faustin Linyekula







For Americans in the 21st Century, the concept of “punk” is unbelievably stale, but in some other parts of the world, not perverted by the whole “suburban mall punk” culture, that word still signifies promise and vitality. Late 1970s punk is what inspired Congolese choreographer Faustin Linyekula to create his new piece More, more, more… future, which was first shown in San Francisco on September 29th at the YBCA. Linyekula and his team, including the prominent guitarist Flamme Kapaya, attempted to combine punk’s scorched-earth approach and political urgency with the culture of ndombolo, based around a very sensual and hedonistic Congolese pop music style.
One of the things that true punk is supposed to do is subvert the canons of performance, and this is what More, more, more… future started with. The band, with Flamme Kapaya and the lanky vocalist Pasnas dressed in eye-melting glittery outfits, came out on stage when the lights were still on and the audience members were still bickering over seats (a decidedly un-spectacular beginning, especially for a spectacle as exuberant as what Linyekula’s piece proved to be!). The musicians patiently waited for everyone to sit down and shut up, and Pasnas’s grave stare reminded us that, in spite of all the glitter, it was serious business that they were dealing with. The songs written for More, more, more… future are based on poems by Antoine Vumilia Muhindo, Linyekula’s childhood friend who was imprisoned for political motives and sentenced to death, but escaped and now lives in hiding. The narrative unfurled to his powerful words of disobedience and discontent, delivered with ferocity by Pasnas and the other vocalist, Le Coq.
The grievances of his home country and Africa in general are of course the central concerns of Linyekula’s piece, but I prefer to view it in a more “universal” framework, as a story about how people and cultures progress from naiveté to a depraved state, with hope for regeneration at the end. The three dancers, Linyekula himself as well as Papy Ebotani and Dinozord, appeared when the audience was finally silent, and their movements and gestures seemed to refer more to the poses of Matisse’s bathers than to any psychological state known to man. Soon enough they put on their unforgettable costumes (by Malian designer Xuly Bët), cabbage-like soft sculptures seemingly fashioned out of discarded clothing. My husband later said that they made him recall the expression “dead man’s clothes,” which he heard on a trip to Niger. When used clothes donated by Westerners get shipped to Africa, the people there just cannot believe that the original owners of the rags are still alive. In Africa, with poverty rampant, you part with your clothes only when you’re dead. The costumes also looked like ruffled spheres; my friend Lucia suggested that they might refer to colonial-era dresses. Both points of view prompted the guess that the costumes signify complete cultural dependence. Moreover, they make a person look like an object. When the band finally crashed on us with its fierce Afro-funk, the dancers made sure that their movements spoke of abandonment–total subjection to the music. A particularly eloquent moment was when one of the dancers was bouncing up and down in his costume, which created an impression that the whole body was violently vibrating. That “chapter” of the performance cast the dancers as naïve, childlike, dependent beings that have not developed a personality yet.
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http://timeoutchicago.com/arts-culture/dance/14986947/interview-faustin-linyekula