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07.03.2013
sklavenhandel und die österreichische marine
czyslansky, obama, der sklavenhandel und die österreichische marine
Geschrieben von: Michael Kausch am: 28. August 2008 by 179| 2 Kommentare
es war ein ebenso großer, wie glücklicher zufall, dass ich während meines diesjährigen urlaubs an einem sonnigen mittwochnachmittag im wunderschönen antico caffè am piazza constituzione der sardischen hauptstadt cagliari saß, traf ich doch dort auf die überaus eindrucksvolle gestalt eines mannes in den gehobenen 70igern, die “la nuova sardegna” unter einem, die “europeo” unter dem anderen arm. ich kam mit ihm schnell über die qualität des dargebotenen marrocchino ins gespräch und es stellte sich alsbald heraus, dass es sich bei meinem gegenüber um keinen geringeren, als den unter den archivaren der welt hoch gelobten marcello umbria handelte, den ehemaligen leiter des museo del mare trieste, des ebenso wunderbaren, wie leider noch allzu unbekannten triestiner marinemuseums. vor jahren schon war ich bei einem besuch dieses ehrenwerten hauses auf die lange tradition der österreichischen seeschifffahrt aufmerksam geworden, auf maritime helden wie josef ludwig franz ressel, einem österreicher, dem die erfindung der schiffsschraube zu verdanken ist, und dem im erwähnten museum zu recht ein ganzer raum im obergeschoss des hauptgebäudes gewidmet ist. im laufe einiger gläschen vorzüglichen vernaccia di oristano kam mein freund, wie ich ihn heute nennen darf, marcello auf ein thema zu sprechen, bei dem ich im gedenken an unser schönes czyslansky-projekt spontan die ohren spitzte: die geschichte des österreichischen sklavenhandels.
dass österreich am transatlantischen sklavenhandel in nicht unerheblichem masse beteiligt war, war mir, wie ihnen vermutlich auch, bislang unbekannt. die österreichische marine, deren wichtigster hafen über viele jahrhunderte das kaiserlich-köngliche triest war, besass im 19. jahrhhundert mit dem österreichischen lloyd (lloyd austriaco) nicht nur die grösste schifffahrsgesellschaft des ganzen mittelmeerraums, sondern über diesen lloyd auch das potential, schiffe im transatlantischen sklavenhandel einzusetzen. zwar wurde der österreichische lloyd erst im jahre 1833 – übrigens nach dem vorbild des britischen lloyds – und damit 26 jahre nach der einstellung des sklavenhandels durch die engländer gegründet, doch hatte österreich die internationale konvention zur abschaffung des skalvenhandels bis dahin nicht unterzeichnet. über die gründe für die weigerung ist in der einschlägigen fachliteratur viel geschrieben worden. zumeist unterstellt man der österreichischen monarchie die üblichen ressentiments gegenüber london. eine solche politik aber mag für frankreich, dass sich gleichfalls weigerte, dem abkommen zur abschaffung der sklaverei beizutreten, wohl stimmen. unsere gut katholischen österreichischen nachbarn mag eher irritiert haben, dass die ganze englische kampagne zur vorgeblichen befreiung der sklaven ausgerechnet von bekennenden quäkern initiiert worden war. ein guter alpenländischer katholik konnte einem solchen unterfangen einfach nicht zustimmen.
und so wurde denn ausgerechnet im gründungsjahr des austrischen lloyds eines der bis dahin grössten schiffe, die je unter rotweissroter flagge fuhren, in einer werft in triest auf kiel gelegt: die arciduchessa sofia, ein schiff mit einer tonnage von immerhin 141 tonnen. konstruiert wurde das schiff, ein raddampfer, eigentlich für den kombinierten personen- und frachtverkehr im östlichen mittelmeer. doch nach bislang unveröffentlichten unterlagen wurde die arciduchessa sofia, unter österrichischer flagge fahrend, nach 1848 insgesamt fünf mal an englische geschäftsleute verchartert, die insgeheim den transatlantischen sklavenhandel fortsetzten. dabei fuhr das schiff nicht nur unter österreichische flagge, sondern auch – unter wechselnder besatzung zumeist erfahrener polnischer seefahrer; der erste offizier war bei drei fahrten ein schweizer! – immer unter einem österreichischen kapitän. und dieser kapitän trug den namen ludovico czyslansky! mit der italienisierung seines vornamens wollte er sicherlich seiner familie einen gefallen tun, die in triest in der via san nicolo 25, einer zentral gelegenen und dem meer abgewandten gutbürgerlichen gegend, ein großes stadthaus bewohnte.
in jenen jahren nach der unvollkommenen bürgerlichen revolution in europa beherrschte sultan seyyid said von oman große teile afrikas nördlich des kap delgado bis hin nach ägypten. sein reichtum stammte zu einem erheblichen teil aus seinen riesigen gewürznelkenplantagen auf der insel sansibar. diese plantagen wurden von sklaven bearbeitet, die der sultan aus dem afrikanischen kernland, vor allen dingen aus dem heutigen kongo und kenia bezog. besonders begehrt waren dabei sklaven vom stamm der luos. um seine kasse aufzufüllen verfiel der sultan auf die idee “überschüssige” sklaven an internationale menschenhändler zu verkaufen, die diese armen kreaturen schließlich nach brasilien exportierten. in brasilien war schliesslich die sklaverei noch bis ins jahr 1888 völlig legal. und so war unser ludovico czyslansky, gebürtiger österreicher, wohnhaft im idyllischen österreichichen triest, einer der letzten international tätigen sklavenschiffkapitäne. die genauen verwandtschaftlichen beziehungen zwischen ludovico und unserem czyslansky liegen zwar noch im dunkeln. klar aber dürfte sein, warum barak obama bei seiner ersten europavisite als präsidentschaftskandidat der demokraten zwar berlin, paris und london besuchte, aber wien links liegen lies: sein vater ist ein luo!
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österreich und sklavenhandel
czyslansky, obama, der sklavenhandel und die österreichische marine
Geschrieben von: Michael Kausch am: 28. August 2008 by 179| 2 Kommentare
es war ein ebenso großer, wie glücklicher zufall, dass ich während meines diesjährigen urlaubs an einem sonnigen mittwochnachmittag im wunderschönen antico caffè am piazza constituzione der sardischen hauptstadt cagliari saß, traf ich doch dort auf die überaus eindrucksvolle gestalt eines mannes in den gehobenen 70igern, die “la nuova sardegna” unter einem, die “europeo” unter dem anderen arm. ich kam mit ihm schnell über die qualität des dargebotenen marrocchino ins gespräch und es stellte sich alsbald heraus, dass es sich bei meinem gegenüber um keinen geringeren, als den unter den archivaren der welt hoch gelobten marcello umbria handelte, den ehemaligen leiter des museo del mare trieste, des ebenso wunderbaren, wie leider noch allzu unbekannten triestiner marinemuseums. vor jahren schon war ich bei einem besuch dieses ehrenwerten hauses auf die lange tradition der österreichischen seeschifffahrt aufmerksam geworden, auf maritime helden wie josef ludwig franz ressel, einem österreicher, dem die erfindung der schiffsschraube zu verdanken ist, und dem im erwähnten museum zu recht ein ganzer raum im obergeschoss des hauptgebäudes gewidmet ist. im laufe einiger gläschen vorzüglichen vernaccia di oristano kam mein freund, wie ich ihn heute nennen darf, marcello auf ein thema zu sprechen, bei dem ich im gedenken an unser schönes czyslansky-projekt spontan die ohren spitzte: die geschichte des österreichischen sklavenhandels.
dass österreich am transatlantischen sklavenhandel in nicht unerheblichem masse beteiligt war, war mir, wie ihnen vermutlich auch, bislang unbekannt. die österreichische marine, deren wichtigster hafen über viele jahrhunderte das kaiserlich-köngliche triest war, besass im 19. jahrhhundert mit dem österreichischen lloyd (lloyd austriaco) nicht nur die grösste schifffahrsgesellschaft des ganzen mittelmeerraums, sondern über diesen lloyd auch das potential, schiffe im transatlantischen sklavenhandel einzusetzen. zwar wurde der österreichische lloyd erst im jahre 1833 – übrigens nach dem vorbild des britischen lloyds – und damit 26 jahre nach der einstellung des sklavenhandels durch die engländer gegründet, doch hatte österreich die internationale konvention zur abschaffung des skalvenhandels bis dahin nicht unterzeichnet. über die gründe für die weigerung ist in der einschlägigen fachliteratur viel geschrieben worden. zumeist unterstellt man der österreichischen monarchie die üblichen ressentiments gegenüber london. eine solche politik aber mag für frankreich, dass sich gleichfalls weigerte, dem abkommen zur abschaffung der sklaverei beizutreten, wohl stimmen. unsere gut katholischen österreichischen nachbarn mag eher irritiert haben, dass die ganze englische kampagne zur vorgeblichen befreiung der sklaven ausgerechnet von bekennenden quäkern initiiert worden war. ein guter alpenländischer katholik konnte einem solchen unterfangen einfach nicht zustimmen.
und so wurde denn ausgerechnet im gründungsjahr des austrischen lloyds eines der bis dahin grössten schiffe, die je unter rotweissroter flagge fuhren, in einer werft in triest auf kiel gelegt: die arciduchessa sofia, ein schiff mit einer tonnage von immerhin 141 tonnen. konstruiert wurde das schiff, ein raddampfer, eigentlich für den kombinierten personen- und frachtverkehr im östlichen mittelmeer. doch nach bislang unveröffentlichten unterlagen wurde die arciduchessa sofia, unter österrichischer flagge fahrend, nach 1848 insgesamt fünf mal an englische geschäftsleute verchartert, die insgeheim den transatlantischen sklavenhandel fortsetzten. dabei fuhr das schiff nicht nur unter österreichische flagge, sondern auch – unter wechselnder besatzung zumeist erfahrener polnischer seefahrer; der erste offizier war bei drei fahrten ein schweizer! – immer unter einem österreichischen kapitän. und dieser kapitän trug den namen ludovico czyslansky! mit der italienisierung seines vornamens wollte er sicherlich seiner familie einen gefallen tun, die in triest in der via san nicolo 25, einer zentral gelegenen und dem meer abgewandten gutbürgerlichen gegend, ein großes stadthaus bewohnte.
in jenen jahren nach der unvollkommenen bürgerlichen revolution in europa beherrschte sultan seyyid said von oman große teile afrikas nördlich des kap delgado bis hin nach ägypten. sein reichtum stammte zu einem erheblichen teil aus seinen riesigen gewürznelkenplantagen auf der insel sansibar. diese plantagen wurden von sklaven bearbeitet, die der sultan aus dem afrikanischen kernland, vor allen dingen aus dem heutigen kongo und kenia bezog. besonders begehrt waren dabei sklaven vom stamm der luos. um seine kasse aufzufüllen verfiel der sultan auf die idee “überschüssige” sklaven an internationale menschenhändler zu verkaufen, die diese armen kreaturen schließlich nach brasilien exportierten. in brasilien war schliesslich die sklaverei noch bis ins jahr 1888 völlig legal. und so war unser ludovico czyslansky, gebürtiger österreicher, wohnhaft im idyllischen österreichichen triest, einer der letzten international tätigen sklavenschiffkapitäne. die genauen verwandtschaftlichen beziehungen zwischen ludovico und unserem czyslansky liegen zwar noch im dunkeln. klar aber dürfte sein, warum barak obama bei seiner ersten europavisite als präsidentschaftskandidat der demokraten zwar berlin, paris und london besuchte, aber wien links liegen lies: sein vater ist ein luo!
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Brandenburgisch-Afrikanische Compagnie
Die Brandenburgisch-Afrikanische Compagnie (kurz: BAC) war ein brandenburgisch-preußisches Unternehmen, dessen Zweck der Überseehandel mit Westafrika war. Sie nahm am damaligen Dreieckshandel zwischen Europa, Afrika und Amerika teil und handelte unter anderem mit Sklaven. Der Heimathafen war Emden, dazu besaß sie Stützpunkte in Westafrika (u.&details/Brandenburgisch-Afrikanische Compagnie.html#160;a. die Kolonie Groß Friedrichsburg) und in der Karibik.
Die Kompanie existierte von 1682 bis zu ihrer Auflösung durch den preußischen König Friedrich&details/Brandenburgisch-Afrikanische Compagnie.html#160;I. (1686–1713) im Jahr 1711. Die Handelskompanie gilt außerdem als erste deutsche Aktiengesellschaft.
Die Gründung dieser ersten deutschen Handelskompanie hing eng mit dem Wirken des in brandenburgischen Diensten stehenden Holländers Raule und der forcierten Entwicklung der kurbrandenburgischen Marine unter dem Kurfürsten Friedrich Wilhelm (1640–1686) zusammen.
Die europäischen Entdeckungsfahrten des 16. und frühen 17.
Jahrhundert, hatten dazu geführt, dass sich durch die Vergrößerung der
„bekannten Welt“ auch die politischen Horizonte und Ambitionen der
europäischen Herrscher erweiterten. In den ausbrechenden Rivalitäts- und
Konkurrenzkämpfen der europäischen Mächte um die neuentdeckten
Territorien spielten dabei die Schifffahrt, der Seehandel, der Besitz einer Kriegsflotten und von Kolonien eine entscheidende Rolle.
Auch Brandenburg-Preußen unter Friedrich Wilhelm beanspruchte im Konzert der großen Mächte einen neuen Platz. Vorbild für die Brandenburger war dabei die kleine Republik der Niederlande, die durch den Überseehandel und eine großen Handelsflotte zu einer dominierenden Handels- und Wirtschaftsmacht aufgestiegen waren. Der Kurfürst plante bereits 1651 die Gründung einer ostasiatischen Handelskompanie, fand jedoch dafür keine Investoren. Dennoch gab der Kurfürst seine kolonialen Ambitionen nicht auf.
Auf Betreiben des holländischen Kaufmanns und Schiffsreeders Benjamin Raule[1] fand im Sommer 1680 die erste Expedition nach Afrika unter brandenburgischer Flagge statt. Der Kurfürst stellte für dieses Unternehmen nur die Besatzung der beiden Schiffe und seine Flagge zur Verfügung; Kosten und Risiko lagen allein bei Raule und seinen Gesellschaftern. Der eigentliche kurfürstliche Auftrag lautete, an der Küste von Guinea Gold, Elfenbein, Getreide und Sklaven zu erhandeln und diese Waren zum Verkauf in Lissabon, Cádiz beziehungsweise „unter der Hand“ feilzubieten. Dieser Expedition gelang es im Mai 1681, an der Goldküste zwischen Axim und dem Kap der drei Spitzen einen Handelsvertrag mit den dortigen afrikanischen Stämmen abzuschließen. Inhalt des Vertrages war, dass die Brandenburger binnen Jahresfrist einen bewaffneten Handelsstützpunkt aufbauen durften und die dort ansässigen Afrikaner ihre Waren ausschließlich den Brandenburgern feilbieten würden.
Die Gesellschaft wurde mit einem Grundkapital von 50.000 Reichstalern ausgestattet, wovon 48.000 Taler gezeichnet wurden. Die später in „Brandenburgisch-Afrikanische Handelskompagnie (BAC)“ umbenannte Handelskompanie erhielt für 30 Jahre das brandenburgische Monopol für den Handel in Westafrika mit Pfeffer, Elfenbein, Gold und Sklaven sowie das Recht, eigene Stützpunkte anzulegen. Die Besatzung und die Ausrüstung dafür stellte der Kurfürst zur Verfügung. Außerdem gewährte der Kurfürst der Gesellschaft das Recht, im Namen des Kurfürsten eigene Verträge mit der einheimischen Bevölkerung zu schließen. Die Gesellschaft besaß eine eigene Gerichtsbarkeit, durfte eigenes Militär unterhalten und Verteidigungskriege in Übersee führen. Die „BAC“ wurde an den europäischen Höfen durch den Kurfürsten mitvertreten. Jeder, der eine Aktie im Mindestnennwert von 200 Talern erwarb, konnte Teilhaber der Gesellschaft werden. Der tatsächliche Einfluss auf die Gesellschaft richtete dann sich aber nach der Höhe der Einlage. So besaß man erst ab einen Nennwert von 1.000 Talern eine Stimme. Allen Angestellten der Kompanie war es streng verboten, in Übersee privaten Handel zu betreiben. Die Aufsicht über die Kompanie führte der jeweilige brandenburgische Kurfürst.
Die Kompanie existierte von 1682 bis zu ihrer Auflösung durch den preußischen König Friedrich&details/Brandenburgisch-Afrikanische Compagnie.html#160;I. (1686–1713) im Jahr 1711. Die Handelskompanie gilt außerdem als erste deutsche Aktiengesellschaft.
Die Gründung dieser ersten deutschen Handelskompanie hing eng mit dem Wirken des in brandenburgischen Diensten stehenden Holländers Raule und der forcierten Entwicklung der kurbrandenburgischen Marine unter dem Kurfürsten Friedrich Wilhelm (1640–1686) zusammen.
Inhaltsverzeichnis |
Vorgeschichte
Auch Brandenburg-Preußen unter Friedrich Wilhelm beanspruchte im Konzert der großen Mächte einen neuen Platz. Vorbild für die Brandenburger war dabei die kleine Republik der Niederlande, die durch den Überseehandel und eine großen Handelsflotte zu einer dominierenden Handels- und Wirtschaftsmacht aufgestiegen waren. Der Kurfürst plante bereits 1651 die Gründung einer ostasiatischen Handelskompanie, fand jedoch dafür keine Investoren. Dennoch gab der Kurfürst seine kolonialen Ambitionen nicht auf.
Auf Betreiben des holländischen Kaufmanns und Schiffsreeders Benjamin Raule[1] fand im Sommer 1680 die erste Expedition nach Afrika unter brandenburgischer Flagge statt. Der Kurfürst stellte für dieses Unternehmen nur die Besatzung der beiden Schiffe und seine Flagge zur Verfügung; Kosten und Risiko lagen allein bei Raule und seinen Gesellschaftern. Der eigentliche kurfürstliche Auftrag lautete, an der Küste von Guinea Gold, Elfenbein, Getreide und Sklaven zu erhandeln und diese Waren zum Verkauf in Lissabon, Cádiz beziehungsweise „unter der Hand“ feilzubieten. Dieser Expedition gelang es im Mai 1681, an der Goldküste zwischen Axim und dem Kap der drei Spitzen einen Handelsvertrag mit den dortigen afrikanischen Stämmen abzuschließen. Inhalt des Vertrages war, dass die Brandenburger binnen Jahresfrist einen bewaffneten Handelsstützpunkt aufbauen durften und die dort ansässigen Afrikaner ihre Waren ausschließlich den Brandenburgern feilbieten würden.
Geschichte
Gründung der Gesellschaft 1682
Nach der Rückkehr der ersten Expedition im August 1681 trat der Große Kurfürst aufgrund dieses Erfolges für die Fortsetzung des Afrika-Projektes ein. Am 7. März 1682 verkündete er mit dem „Edict wegen Octroyierung der aufzurichtenden Handelscompagnie auf denen Küsten von Guinea“ die Gründung der „Handelscompagnie auf denen Küsten von Guinea“Die Gesellschaft wurde mit einem Grundkapital von 50.000 Reichstalern ausgestattet, wovon 48.000 Taler gezeichnet wurden. Die später in „Brandenburgisch-Afrikanische Handelskompagnie (BAC)“ umbenannte Handelskompanie erhielt für 30 Jahre das brandenburgische Monopol für den Handel in Westafrika mit Pfeffer, Elfenbein, Gold und Sklaven sowie das Recht, eigene Stützpunkte anzulegen. Die Besatzung und die Ausrüstung dafür stellte der Kurfürst zur Verfügung. Außerdem gewährte der Kurfürst der Gesellschaft das Recht, im Namen des Kurfürsten eigene Verträge mit der einheimischen Bevölkerung zu schließen. Die Gesellschaft besaß eine eigene Gerichtsbarkeit, durfte eigenes Militär unterhalten und Verteidigungskriege in Übersee führen. Die „BAC“ wurde an den europäischen Höfen durch den Kurfürsten mitvertreten. Jeder, der eine Aktie im Mindestnennwert von 200 Talern erwarb, konnte Teilhaber der Gesellschaft werden. Der tatsächliche Einfluss auf die Gesellschaft richtete dann sich aber nach der Höhe der Einlage. So besaß man erst ab einen Nennwert von 1.000 Talern eine Stimme. Allen Angestellten der Kompanie war es streng verboten, in Übersee privaten Handel zu betreiben. Die Aufsicht über die Kompanie führte der jeweilige brandenburgische Kurfürst.
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20.07.2012
John Gabriel Stedman
John Gabriel Stedman (* 1744 in Dendermonde; † 5. März 1797 in Devonshire) war ein schottisch-niederländischer Soldat in der Schottischen Brigade der niederländischen Armee. Er war bei der Niederschlagung eines Sklavenaufstandes in Suriname
beteiligt. Hier verliebte er sich in eine Sklavin, die er freizukaufen
versuchte. Über seine Erfahrungen schrieb er ein vielbeachtetes Buch.
Leben
Stedman wurde 1744 in Flandern, als Sohn eines schottischen Vaters
und einer niederländischen Mutter geboren. Stedman Senior diente als
Offizier in der Schottischen Brigade der niederländischen Armee. Stedman
Junior reiste 1755 in das Vereinigte Königreich
um durch einen Onkel weiter geschult zu werden. Hier hatte er
allerdings mit der strengen Erziehung seines Onkels, einem Anhänger der
Ideen von Jean-Jacques Rousseau, Probleme. Daher kam Stedman im Alter von zwölf Jahren bereits wieder in die Niederlande.
Militär
Seine militärische Laufbahn begann er im Alter von 16 Jahren. Nachdem er in der Armee zum Sergeanten ausgebildet wurde, trat er 1760 in den Dienst der Schottischen Brigade, die unter der Befehlsgewalt der Generalstaaten
stand. Um seinen Alkohol- und Schuldenproblemen zu entfliehen, reiste
er 1772 als Soldat nach Suriname. Bereits während der Überfahrt begann
er mit dem Schreiben eines Tagebuches.
Suriname
In Suriname war ein Sklavenaufstand ausgebrochen und das Gouvernement rief die Generalstaaten um Hilfe, die eine Söldner-Truppe von 800 Mann unter dem Schweizer Oberst Louis Henri Fourgeoud in die Kolonie schickte. Der Genfer Fourgeoud war bereits 1763 bei der Niederschlagung des Sklavenaufstandes in Berbice
beteiligt. Stedman meldete sich am 29. Oktober 1772 als Freiwilliger
für diesen militärischen Verband der die Aufständigen bekämpfen sollte.
Er erhielt den Rang eines Hauptmanns
und nahm zwischen 1773 und 1777 an verschiedenen Feldzügen gegen die
von den Plantagen geflüchteten, revoltierenden Sklaven in den Sümpfen
östlich vom Cottica teil.
Stedman hatte in Paramaribo die 15-jährige Sklavin Joanna kennen und lieben gelernt. Sie war eine Mulattin die zum Inventar der Plantage Fauquemberg am Commewijne
gehörte. Mit Joanna hatte er einen Sohn, Johnny. Nach Stedman's Angaben
kaufte er beide frei, aber Joanna weigerte sich ihn zu begleiten als er
in die Niederlande zurückkehren wollte. Anderen Quellen zufolge konnte
Stedman den Kaufpreis nicht aufbringen und musste seine Geliebte und
seinen Sohn zurücklassen. Joanna starb 1782 oder 1783 in Suriname.
Europa
Stedman reiste 1777 in die Niederlande zurück, wo er wieder in den Dienst der Schottischen Brigade trat. Er wurde zum Major und kurz bevor er 1783 aus der Brigade austreten wollte noch zum Oberstleutnant befördert. Inzwischen hatte er die Niederländerin Adriana Wiertz van Coehoorn geheiratet. Das Ehepaar zog nach Devonshire
im Südwesten von England, und sollte insgesamt fünf Kinder bekommen.
Johnny, der Sohn von Stedman und Joanna, war nach dem Tod der Mutter zu
seinem Vater gezogen. Er trat in den Dienst der Royal Navy und ertrank bereits in jungen Jahren als Seekadett an Bord eines Schiffes in der Nähe von Jamaika.
Stedman's Narrative
Während seines Aufenthaltes in Suriname führte Stedman ein Tagebuch,
das er auch selbst illustrierte. Er begann am 15. Juni 1778 mit den
Arbeiten an seinem Buch und 1791 übergab er das Manuskript Narrative of a five years' expedition against the revolted Negroes of Surinam
an Joseph Johnson, Verleger in London. Obwohl Stedman die Notizen aus
seinem Tagebuch umfangreich überarbeitet hatte, war das Werk nicht zur
Publikation geeignet. Johnson verpflichtete den Ghostwriter
William Thomson um das Manuskript zu korrigieren. Thomson schrieb das
Manuskript Zeile für Zeile neu, und änderte oder strich Passagen, die er
als nicht geeignet für den Leser erachtete. In einigen Fällen
überschrieb er ganze Passagen so, dass sie sich genau ins Gegenteil
verkehrten. Thomson wurde in dieser Zeit auch als Schreiber von
Pro-Sklaverei-Gruppen verpflichtet. Als Stedman 1795 das erste
überarbeitete Resultat vorgelegt bekam, weigerte er sich das Werk zu
akzeptieren. Bis 1796 lag er im Streit mit dem Verleger um Änderungen
wieder zu entfernen. Erst nach erneuten Überarbeitungen stimmte er der
Veröffentlichung des Buches zu. Einige Gravierer, unter anderem William Blake
fertigten Bilder auf der Basis von Stedman's Zeichnungen für das Buch
an. Stedman's Erfahrungen in Suriname wurde dann 1796 in London unter
dem Titel Narrative of a five years' expedition against the revolted Negroes of Surinam herausgegeben.
Trotz der vielen Anpassungen und Änderungen des ursprünglichen Manuskriptes spielte die Narrative
eine wichtige Rolle in der Bewusstwerdung des europäischen Publikums
mit Blick auf die unmenschliche Behandlung von Sklaven. Das Buch wurde
bis 1818 in verschiedenen Ländern veröffentlicht. 1824 wurde die
Geschichte rund um Stedman und Joanna aus der Narrative separat
herausgegeben. Sein Tagebuch, das circa 1940 zurückgefunden wurde zeigt,
dass die veröffentlichte Ausgabe in einigen Teilen stark verändert
wurde. Seine sexuellen Erfahrungen und die grauenvollen, gewalttätigen
Beschreibungen sind hierin nicht zurückzufinden. Seine Beziehung zu
Joanna ist zudem stark idealisiert wiedergegeben. Stedman's eigenes
Manuskript aus 1790 wurde 1978 in der James Ford Bell Library von der
Universität von Minnesota wiedergefunden. 1988 wurde das ursprüngliche
Manuskript zum ersten Mal veröffentlicht.
Werke
Stedman, John Gabriel: Narrative of a five years' expedition against the revolted Negroes of Surinam, mit Gravuren von William Blake nach Zeichnungen von Stedman; London 1796.
Stedman, John Gabriel: Stedman's Nachrichten von Suriname und von
seiner Expedition gegen die rebellischen Neger in dieser Kolonie in d.
Jahren 1772-1777, übersetzt von C.W. Jakobs und F. Kies; Hamburg 1797.
Stedman's Surinam: Life in an Eighteenth-Century Slave Society.
An abridged, modernized edition of narrative of a five years expedition
against the revolted negroes of Surinam by John Gabriel Stedman, Richard Price, Sally Price, The Johns Hopkins University Press; Reprint edition, March 1, 1992, ISBN 0-8018-4260-3.
07.02.2012
Faustin Linyekula
For Americans in the 21st Century, the concept of “punk” is unbelievably stale, but in some other parts of the world, not perverted by the whole “suburban mall punk” culture, that word still signifies promise and vitality. Late 1970s punk is what inspired Congolese choreographer Faustin Linyekula to create his new piece More, more, more… future, which was first shown in San Francisco on September 29th at the YBCA. Linyekula and his team, including the prominent guitarist Flamme Kapaya, attempted to combine punk’s scorched-earth approach and political urgency with the culture of ndombolo, based around a very sensual and hedonistic Congolese pop music style.
One of the things that true punk is supposed to do is subvert the canons of performance, and this is what More, more, more… future started with. The band, with Flamme Kapaya and the lanky vocalist Pasnas dressed in eye-melting glittery outfits, came out on stage when the lights were still on and the audience members were still bickering over seats (a decidedly un-spectacular beginning, especially for a spectacle as exuberant as what Linyekula’s piece proved to be!). The musicians patiently waited for everyone to sit down and shut up, and Pasnas’s grave stare reminded us that, in spite of all the glitter, it was serious business that they were dealing with. The songs written for More, more, more… future are based on poems by Antoine Vumilia Muhindo, Linyekula’s childhood friend who was imprisoned for political motives and sentenced to death, but escaped and now lives in hiding. The narrative unfurled to his powerful words of disobedience and discontent, delivered with ferocity by Pasnas and the other vocalist, Le Coq.
The grievances of his home country and Africa in general are of course the central concerns of Linyekula’s piece, but I prefer to view it in a more “universal” framework, as a story about how people and cultures progress from naiveté to a depraved state, with hope for regeneration at the end. The three dancers, Linyekula himself as well as Papy Ebotani and Dinozord, appeared when the audience was finally silent, and their movements and gestures seemed to refer more to the poses of Matisse’s bathers than to any psychological state known to man. Soon enough they put on their unforgettable costumes (by Malian designer Xuly Bët), cabbage-like soft sculptures seemingly fashioned out of discarded clothing. My husband later said that they made him recall the expression “dead man’s clothes,” which he heard on a trip to Niger. When used clothes donated by Westerners get shipped to Africa, the people there just cannot believe that the original owners of the rags are still alive. In Africa, with poverty rampant, you part with your clothes only when you’re dead. The costumes also looked like ruffled spheres; my friend Lucia suggested that they might refer to colonial-era dresses. Both points of view prompted the guess that the costumes signify complete cultural dependence. Moreover, they make a person look like an object. When the band finally crashed on us with its fierce Afro-funk, the dancers made sure that their movements spoke of abandonment–total subjection to the music. A particularly eloquent moment was when one of the dancers was bouncing up and down in his costume, which created an impression that the whole body was violently vibrating. That “chapter” of the performance cast the dancers as naïve, childlike, dependent beings that have not developed a personality yet.
http://www.kabako.org/
http://timeoutchicago.com/arts-culture/dance/14986947/interview-faustin-linyekula
15.01.2012
Alice Creicher - Apparatus
Alice Creicher - Apparatus for the Osmotic Compensation of the Pressure of Wealth during the Contemplation of Poverty (detail) 2005
Inspired by a trip to India, Creischer’s catchily-titled textile installation piece Apparatus for the Osmotic Compensation of the Pressure of Wealth during the Contemplation of Poverty examines the economic and social impact of European colonialism and subsequent globalisation.
Inspired by a trip to India, Creischer’s catchily-titled textile installation piece Apparatus for the Osmotic Compensation of the Pressure of Wealth during the Contemplation of Poverty examines the economic and social impact of European colonialism and subsequent globalisation.
social fabric - exhibition
Manchester cotton, courtesy of Joss Graham.
Social Fabric
19 January–10 March 2012
Iniva presents Social Fabric, an exhibition that uses textiles to explore colonial history, international trade, labour and militant politics. In the 19th century Karl Marx gave an account of the cotton trade tracking fifty years of boom and bust and the effects this had on workers in Britain and the colonies. This exhibition cross references different accounts of textile history, focusing on works by two contemporary artists Sudhir Patwardhan and Alice Creischer, presented alongside an extensive range of recent and historical archival material.
Alice Creischer's large-scale installation Apparatus for the Osmotic Compensation of the Pressure of Wealth during the Contemplation of Poverty tracks the threads that connect cycles of investment, disinvestment and decline. Inspired by a trip to India, the work looks at the economic and social impact of European colonialism and subsequent globalization. The craze for Indian Chintz caused protest amongst Spitalfields weavers in 1719, and a century later the restrictions on imports and the flooding of the Indian market turned the country from exporter to an importer, and devastated whole sections of its textile industry. This led to Gandhi's choice of the spinning wheel as a symbol of decolonisation, and caused Nehru to comment that—the history of cotton and textiles is not only the history of growth of modern industry in India, but in a sense it might be considered the history of India.'
Since the mid-1970s, Sudhir Patwardhan has depicted Mumbai and its urban proletariat. His painting Lower Parel (2001) shows 'Girangaon' (mill village) where the cotton mills that transformed the city's economy and led the Indian industrial revolution were located. By the 1970s textiles employed one in three of the city's workers and sucked in migrants from surrounding regions. New social institutions evolved with forms of cultural expression including street theatre, poetry and music. It was a hub for trade union activity and left politics. Lower Parel depicts this area after the mills closed following the 1982–3 strike, the largest and longest in history. It superimposes different urban strata—defunct factories, new small scale enterprises and high rise luxury apartments and invokes the workers struggle to keep the mills going and resist gentrification.
References in these works are developed through an extensive display of archival loans and artist interventions, including Company Paintings, Indian Chintz, Marx's journals, films, photographs, newspaper articles and recordings of mill workers testimonies. A curtain and two support structures, a table and wall unit, have been designed by Celine Condorelli to display the archival material.
A dynamic programme of events runs alongside the exhibition, including film screenings, talks by the artists, a workshop with Indian trade unionist Meena Menon, and a symposium.
Artists in the exhibition: Alice Creischer, Celine Condorelli, Archana Hande, Sudhir Patwardhan, Raqs Media Collective, Andreas Siekmann.
Screening programme: Ashim Ahluwalia, Anjali Monteiro, K.P. Jayasankar, The Otolith Group, Madhusree Dutta, Tushar Joag, Anand Patwardhan.
Research: Meena Menon, Jyotindra Jain, Prasad Shetty and Rupali Gupte.
Social Fabric is curated by Grant Watson, in collaboration with Christine Checinska, Nida Ghouse, Shanay Jhaveri, Nada Raza and Karen Roswell.
Social Fabric will tour to Lunds Konsthall from the 6th of April to the 27th of May 2012.
Social Fabric Symposium - Saturday 10 March, 10am–5pm.
Programmed by Christine Checinska, speakers include Professors Sarat Maharaj, John Hutnyk, Janis Jeffries and artist Sudhir Patwardhan. In collaboration with the Royal College of Art. Check www.iniva.org for venue and booking details.
12.01.2012
10.01.2012
14.12.2011
13.12.2011
portugal and slavery
How the Portuguese appear before the King of Kongo Depiction of the meeting between the Portuguese expedition and the Kongolese Royal Family © National Maritime Museum
Slavery has a long tradition in Portugal. Muslims were taken prisoner and enslaved by Christians in the wars in Portugal during the 12th and 13th centuries. Although slavery in Muslim people declined in subsequent centuries a trade in African slaves was established in the 15th century following early expeditions to the continent. Portugal was the first European country to attempt to conquor and exploit Africa, establishing many forts along the coast and treaties with heads of state to help enable this trade in human beings. Initially the trade developed with Portugal as the hub of business, with goods and slaves traded through its capital Lisbon, with most slaves working in cities such as Lisbon, Évora and areas such as the Algarve. By the mid 16th century there were over 32,000 African slaves in Portugal, with the majority owned by the aristocracy, officials and religious institutions. However the number of slaves declined after demand for them in the Portuguese colony of Brazil led to an increase in prices, and gradually Brazil's economic importance, fundamentally linked to slavery, overtook that of Portugal.
Slavery has a long tradition in Portugal. Muslims were taken prisoner and enslaved by Christians in the wars in Portugal during the 12th and 13th centuries. Although slavery in Muslim people declined in subsequent centuries a trade in African slaves was established in the 15th century following early expeditions to the continent. Portugal was the first European country to attempt to conquor and exploit Africa, establishing many forts along the coast and treaties with heads of state to help enable this trade in human beings. Initially the trade developed with Portugal as the hub of business, with goods and slaves traded through its capital Lisbon, with most slaves working in cities such as Lisbon, Évora and areas such as the Algarve. By the mid 16th century there were over 32,000 African slaves in Portugal, with the majority owned by the aristocracy, officials and religious institutions. However the number of slaves declined after demand for them in the Portuguese colony of Brazil led to an increase in prices, and gradually Brazil's economic importance, fundamentally linked to slavery, overtook that of Portugal.
03.12.2011
african slave trade to the Arab Middle East
Even leading African scholars like our own Prof. Ali Mazrui tend to say little about this sale of Africans to Arab Middle East – in his case, because it raises awkward questions.
The question then is, why did African slaves perish in the Arab Middle East? One reason is that while in Europe and the Americas African slaves were taken to work in plantations and industries, in the Middle East they were mostly domestic labour.
Partly for that reason, the African slaves were castrated. As eunuchs, they couldn’t have sex with their “masters’” wives, daughters, sisters, aunts, and cousins. Some (not all) of their owners had another vested in turning them into eunuchs – the slaves became rounded around the hips like women. So in the night the Sultans would be in the embrace of their wives or mistresses, and during the day they would be caressing the buttocks of the eunuchs.
An even more tragic thing about eunuchs, it that to create one eunuch, according to some accounts, you needed 20 men. The other 19 perish after castration, from infections and bleeding to death!
Thirdly, unlike the trans-Atlantic slave trade, the one to the Middle East included very few women. Thus even if the African slaves in the Arab world weren’t castrated, they would not have been able to reproduce, because it would have been nearly impossible to find a female companion.
Even in the Americas, whereas the white slave owners everyday went about picking a strong-backed African woman to sleep with, the male slaves did not have any opportunities to sleep with white women. In this way, the slave footprint largely disappeared in the Arab world, but a few survived in the Americas and Europe! All this is remarkable, considering that millions of African slaves directed in horrid conditions in slave ships on the way to Europe and the America—that they should still survive there, but there is hardly a trace of them up north.
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Sklaverei
24.10.2011
22.10.2011
17.10.2011
Das Idiom der Erinnerung
17. Oktober 2011
Kreolisch auf Saint Lucia – der Kampf um den Erhalt einer bedrängten Sprache

Mädchen in Schuluniformen auf dem Nachhauseweg: Viele Schulen in Saint Lucia pflegen inzwischen auch die einheimische Kultur. (Bild: Imago)
Es hat seinen festen Platz in Pop-Musik, Politik und Kunst. Es steht für Lebenslust, für den Schmelztiegel der Völker und Rassen: Kreolisch, creole, créole gilt in vielen Sprachen als Synonym für das Crossover der Kulturen. Seine Entstehung aber reicht in die dunkle Zeit von Kolonialherrschaft und Sklaverei zurück.
Sven Weniger und Michael Marek
Castries, 5 Uhr 30 morgens: Es ist noch dunkel, die laue Luft weich wie Seide. In der Hauptstadt von Saint Lucia laufen bereits die Transistoren heiss. Sam Flood stürzt sich in den Tag. Und die Stimme des 42-Jährigen hat wieder einmal diesen drängenden Tonfall. Flood ist Radiomoderator auf Hot 105,3 und eine Legende. Juke Bois nennen sie ihn hier. Das heisst so viel wie: der Mann, der die Missstände «aufspiesst». In seiner Morgensendung kümmert sich Flood um die alltäglichen Ungerechtigkeiten: ein neuer Fall von Korruption, Polizeiwillkür, Verschwendung öffentlicher Gelder? Flood prangert die Schludrigkeit der Behörden an, die Ignoranz von Politikern. Niemand und nichts ist vor seiner beissenden Ironie sicher. Dafür lieben ihn seine Hörer. Umso mehr, als Juke Bois sie in ihrer eigenen Sprache anredet: auf Kreolisch.Vierzehn Mal wechselte die tropisch grüne Karibikinsel, die zu den Kleinen Antillen gehört und kleiner als der Kanton Solothurn ist, im Laufe ihrer Geschichte zwischen Engländern und Franzosen den Besitzer. Das von den Kolonialherren als minderwertig taxierte Idiom ihrer Bewohner hatte dabei – noch bis in die jüngste Vergangenheit – einen schweren Stand.
Die Sprache der Sklaven
Als Nachfahren schwarzer Sklaven wurden die Lucianer jahrhundertelang unterdrückt. Unter britischer Verwaltung war Kreolisch, diese weiche Verbindung aus verschiedenen afrikanischen Sprachen und Französisch, verpönt und im öffentlichen Leben geächtet. So sehr, dass selbst die Insulaner es für minderwertig hielten. «Während meiner Kindheit verboten mir sogar meine Eltern, Kreolisch – oder Kwéyòl, wie wir hier sagen – zu sprechen, obwohl sie selbst kein Englisch konnten», erzählt Primus Hutchinson. Er machte Kreolisch in der Öffentlichkeit wieder salonfähig. Wir treffen den Vater des kreolischen Fernsehens und Radios in einem Café: «Meine Eltern hielten Kreolisch für rückwärtsgewandt, für ein Zeichen mangelnder Erziehung. Auch in der Schule war es verboten. Ich fand das damals schon sehr erniedrigend.»Klein, mit pechschwarzer Haut und spindeldürr, sitzt uns Hutchinson gegenüber. Kaum ein Wort ist dem 72-jährigen Rentner nach der Begrüssung zu entlocken. Erst als die Frage nach den Anfängen seiner «Mission» aufs Tapet kommt, sprüht er urplötzlich vor Energie. Vor mehr als zwanzig Jahren fing Hutchinson an, für die Regierung Sendungen auf Kwéyòl zu produzieren. Zuerst waren es Nachrichten, dann Features, Dokumentationen und Musiksendungen. Sein Erfolg steht für die späte Anerkennung einer Sprache, die ihre Wurzeln in der düsteren Epoche des Sklavenhandels hat.
Mitte des 17. Jahrhunderts wurden Menschen aus den verschiedensten Regionen Afrikas verschleppt. Sie mussten in ihrer neuen Heimat eine eigene, gemeinsame Sprache entwickeln, um sich untereinander, aber auch mit den «weissen Herren» verständigen zu können. Dabei bildete sich eine eigene Grammatik und Phonetik. Es entstand eine neue Muttersprache, mit der die nachfolgenden Generationen aufwuchsen: Kreolisch wird heute auf Karibikinseln wie Grenada, Trinidad, Dominica, Guadeloupe, Martinique und Haiti gesprochen, aber auch auf Mauritius und den Seychellen. Und das, obwohl die Bewohner der Karibik niemals Kontakt mit denen des Indischen Ozeans hatten. Kwéyòl entwickelte sich überall offensichtlich in dieselbe Richtung – ein linguistisch-kulturelles Phänomen.
Melodischer Wortfluss
Markttag in Castries: Frauen feilschen vor und hinter einfachen hölzernen Ständen, die sich unter exotischen Früchten und Gewürzen biegen. Obwohl es noch Vormittag ist, stehen im Dampf der Garküchen schon die ersten Hungrigen. Aus den Pfannen steigt scharfer Hühnchenduft auf. Reis- und Fischgerichte werden zubereitet. Hier, im Alltag, ist die Sprache der Lucianer allgegenwärtig. Ein melodischer Wortfluss, der aus harten R ein gehauchtes W macht, Konsonanten wie Q und X nicht kennt, mit Akzenten die Vielfalt der Vokale steigert. Wer gut Französisch spricht, kann sich schnell verständlich machen und bekommt auch ein wenig von dem mit, was um ihn herum gesprochen wird. Gleich gegenüber dem Markt halten die Busse. Menschen drängeln sich vorbei. Jeder will einen Sitz in den kleinen Minivans haben, die in rasanter Fahrt um die ganze Insel kurven. Umgerechnet drei Franken kostet die Fahrt in den Süden. Billiger kann man nicht reisen. Immer wenn jemand entlang den Küstenstrassen aussteigen oder mitgenommen werden will, hält der Wagen. Dann geht die Tür auf, man begrüsst sich mit einem höflichen «Bonjou», und den Rest der schaukeligen Reise verbringen wir inmitten eines Tanzes: Die mit bunten Perlen, Kettchen, Strass und Spangen im Zaum gehaltenen Frisuren der Damen wippen unablässig zur Lieblingsmusik des Fahrers. Heute ist es Educator, einer der populärsten Sänger Saint Lucias. Und natürlich singt er auf Kreolisch.In Cap Estate, im Norden der Insel, lebt Llewellyn Xavier. Er ist einer der berühmtesten Maler von Saint Lucia. Seine Bilder hängen in den grossen Museen und Galerien der Welt. Llewellyn ist ein Globetrotter, ein stattlicher Bonvivant mit makellosem Oxford-Akzent in der sonoren Stimme: «Ich bin bei meiner Grossmutter aufgewachsen, die nur Kreolisch sprach. Die Sprache hat für mich einen grossen emotionalen Wert. Viele Ausdrücke im Kreolischen gibt es gar nicht auf Englisch. Unsere Folklore ist kreolisch, Geschichten voller Moral, über Gut und Böse. Genauso wollte ich mich auch auf der Leinwand ausdrücken!»
In seiner weissen Villa hoch über der Küste schlagen vier grossformatige Ölgemälde den Betrachter in Bann. Mit ihrem intensiven Farbspiel wirken sie wie schillernde Muschelbänke, die die Buntheit der Karibik eingefangen haben. Bei einem Glas Rotwein im Atelier erklärt der Künstler, warum sein Werk ohne die Sprache seiner Vorfahren undenkbar wäre: «Unsere Sprache und das, was ich sehe, wenn ich aus diesem Fenster blicke, sind zwei Seiten derselben Medaille. Beides inspiriert mich bis heute. Dennoch hat meine Kunst keinen rein kreolisch geprägten Ausdruck. Ich hatte das Glück, schon in meiner Jugend nach Barbados, England und durch die Welt reisen zu können. Ich habe also nicht nur diesen Aspekt in mein Werk eingebracht, sondern bin auch stark von anderen Einflüssen geprägt.»
Englisch – Sprache der Elite
Während Kreolisch im Alltag der Lucianer lebendig ist, tat sich die geistige Elite der Insel damit deutlich schwerer. Künstler, Politiker, Wissenschafter – wer auch immer etwas auf sich hielt, hatte eine streng britische Ausbildung genossen. Viele beherrschten die Sprache ihrer Vorfahren gar nicht mehr. Selbst der aus Castries gebürtige Literaturnobelpreisträger Derek Walcott, der stets den Kulturimperialismus der europäischen Kolonialherren verdammt hatte, tat dies ausschliesslich auf Englisch. Mittlerweile aber ist Kreolisch aus dem Kulturbetrieb Saint Lucias nicht mehr wegzudenken. Im Theater, in der Musik, in den Medien findet die Sprache der schwarzen Vorfahren im öffentlichen Leben immer grössere Anerkennung. Kürzlich wurden sogar Teile des Evangeliums auf Kreolisch übersetzt. Für Llewellyn Xavier war es einer der bewegendsten Momente seines Lebens, die Botschaft der Bibel in seiner Muttersprache zu lesen. Das neue sprachliche Selbstbewusstsein zeigt sich auch in der Politik: Die Generalgouverneurin von Saint Lucia, Pearlette Louisy, eine studierte Sprachwissenschafterin, hält ihre Parlamentsreden auch in der Landessprache. Vor gut dreissig Jahren wäre das noch unmöglich gewesen.Erhalt des sprachlichen Erbes
Seit einiger Zeit bemüht sich das Folk Research Centre in Castries um den Erhalt von Kwéyòl. Dort versucht man, das sprachliche Erbe Saint Lucias digital zu archivieren und für jedermann zugänglich zu machen. Kentry Jeanpierre arbeitet in einer heruntergekommenen Villa hoch über dem Stadtzentrum. Dass es hier an Geld mangelt, ist auf den ersten Blick zu sehen. Die Räumlichkeiten sind kahl und schmucklos, in Kentrys Büro stehen zwei Stühle, ein Schreibtisch, ein Telefon und ein alter PC. Kentry organisiert die Arbeit der Forschungseinrichtung mit bescheidenen finanziellen Mitteln. Das meiste Geld werde gespendet, sagt er: «Wegen unserer kolonialen Geschichte schauen die Leute erst einmal ins Ausland, wenn es um die Zukunft unseres Landes geht. Wir hier im Folk Research Centre wollen zeigen, dass wir stolz auf uns selbst sein können. Und wir wollen auch die Lucianer dazu ermutigen, dies als Realität anzuerkennen.» Deshalb hat das kleine Forschungszentrum angefangen, alle Tonaufnahmen in Kwéyòl zu sammeln, die auf der Insel zu finden sind. Bis jetzt sind es über zweitausend, meist auf alten Tonbändern und in schlechtem Zustand. Das Material aufzubereiten, zu digitalisieren und dann ins Internet zu stellen, ist das wichtigste Ziel. Und die grösste Herausforderung. Denn öffentliche Gelder gibt es kaum dafür.In Bouton, einem kleinen Dorf in Nähe der Inselhauptstadt, balanciert hoch auf einem Kliff das Schulhaus der Bouton Combined School. Mit Geldern der deutschen Entwicklungshilfe wurde gerade die neue Küche der Grundschule eröffnet. Ausländer sieht man hier nur sehr selten. Dementsprechend aufgeregt sind die Kinder, als wir aus den Wagen steigen: Etwa zwanzig Mädchen und Buben zwischen acht und zwölf Jahren kommen aus den drei Klassenräumen. Sie umschlingen unsere Beine, greifen nach unseren hellen Haaren, lachen; einige Mutige fragen uns auf Englisch, woher wir kommen. Bernadette Southwell, die Direktorin, ruft sie geduldig zur Ruhe. Denn sie sollen für uns kreolische Kinderlieder singen. Klatschend laufen die Kinder im Kreis, die älteren nehmen die kleineren bei der Hand, die sich mit ernsten Gesichtern darauf konzentrieren, den Rhythmus einzuhalten.
«Englisch und Kwéyòl müssen sich in der Schule ergänzen», sagt Bernadette Southwell, eine bedächtige Frau in dunkelgrauem Kostüm. «Beide Sprachen müssen parallel unterrichtet werden, damit unsere Kinder optimale Zukunftschancen haben.» Über dreissig Jahre Schuldienst liegen bereits hinter der Lehrerin, Zeit genug, sich Gedanken über den Sprachenkonflikt auf Saint Lucia zu machen: «Wenn wir das schaffen, glaube ich nicht, dass die Sprache unserer Eltern in Gefahr ist», meint Bernadette Southwell. «Das Problem ist, dass die Leute zwar Kreolisch sprechen, viele aber nicht schreiben können. Zudem gab es lange Zeit keine verbindliche Orthographie für das Kreolische; wir hatten keine Schriftform festgelegt, um es als Sprache unterrichten zu können.»
Sprache und Herkunft
Nur gerade zwanzig Jahre ist es her, dass der Dorfschullehrer Jones Mondesir aus Soufrière das erste kreolische Wörterbuch schrieb. Und erst seit 2001 gibt es eine kind- und schulgerechte Version, das «Kwéyòl Dictionary». Es wird herausgegeben vom Erziehungsministerium Saint Lucias. Auch die Kinder der Bouton Combined School lernen damit. Kreolisch gewinnt wieder an Einfluss auf Saint Lucia, da ist sich Bernadette Southwell sicher: «Für uns Lucianer hat es eine grosse geschichtliche Bedeutung. Die Sprache sagt uns etwas über unsere Herkunft, woher wir kamen, wo wir begannen und wo wir heute stehen. Als die Sklaven in die Karibik kamen, brauchten sie eine Sprache, um sich miteinander zu verständigen. Wir als Volk müssen unseren Ursprung kennen. Und Kreolisch erinnert uns daran, wer wir sind.»Am nächsten Morgen ist Sam Flood wieder auf Sendung und wettert gegen die Ungerechtigkeiten auf Saint Lucia. Und die Menschen werden ihn weiterhin dafür lieben, dass er so redet wie sie selbst – auf Kwéyòl.
Michael Marek lebt und arbeitet in Hamburg als Autor für ARD und DRS; daneben ist er für zahlreiche Zeitungen und Zeitschriften tätig. Sven Weniger arbeitet seit zwanzig Jahren als Journalist für Tageszeitungen und Magazine.
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